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ОглавлениеVorwort zur vierten Auflage
Hauptsache Gesundheit!« Das ist hier im Osten von Deutschland der häufigste Wunsch. Unverständnis breitet sich aus, wenn ich das regelmäßig bestreite. Nein, Gesundheit ist nicht das Wichtigste im Leben. In Anlehnung an die Spruchweisheit kann man formulieren: »Lieber ein in Gott ruhendes Herz in einem kranken Menschen als ein stolzes Herz in einem gesunden.« Aber sofort taucht die Frage auf: Gesundheit, was ist das eigentlich? Sie betrifft ja nicht nur den Körper eines Menschen. Auch seine Seele, seine Lebensmöglichkeiten, seine Umgebung gehören dazu.
Der Spruch von der Gesundheit als »Hauptsache« hat jedoch einen Wahrheitskern. Kaum etwas betrifft uns so unmittelbar, unterbricht unseren normalen Lebenslauf derart wie eine Krankheit: bei uns selbst, in der Familie, unter Freunden. Hinzu kommt auf anderer Ebene der beinahe ins unermessliche angewachsene Wirtschaftszweig, der sich mit den Fragen der Gesundheit beschäftigt: Medikamente, Krankenhäuser, Behandlungsmethoden, Bü-cher, Kurse, Diät-Vorschläge, Wellness-Angebote usw.
In seltsamem Kontrast dazu steht das weit verbreitete Schweigen der Kirchen zu diesem Thema. Dabei hätten sie dazu durchaus ein eigenes Wort zu sagen. Vor allem: Aus ihrer Geschichte hat die Kirche vielfältige und überaus reiche Erfahrung auf diesem Gebiet.
Die Absicht des Buches lässt sich mit vier Begriffen umreißen:
Klärung: Der Blick in die Bibel und in die Vielfalt der Kirchengeschichte macht deutlich, welche Bedeutung diesem Thema für die Kirche zukommt.
Hoffnung: Der Blick auf Gott, der nach dem Zeugnis der Bibel die Gesundheit des Menschen will, der in Jesus von Nazareth geradezu als Heiler aufgetreten ist, bewegt zur Hoffnung, dass Gott auch unter uns mehr tun kann als das, was wir bisher erleben.
Abwehr: Die notwendige dogmatische und praktische Besinnung dient der Zurückweisung verhängnisvoller Gedanken, die immer wieder geäußert werden. Nein, Gott heilt nicht immer! Nein, eine ausbleibende Heilung ist kein Zeichen der Glaubenslosigkeit! Nein, es gibt keine christliche Heilungstechnik usw.
Praxis: Klärung, Hoffnung und Abwehr haben die verantwortliche Erneuerung der kirchlichen Praxis zum Ziel. Sie wird vielfältig sein, und das ist gut so. Vor allem aber gilt das Wort des großen Bibeltheologen Adolf Schlatter: »Die christliche Gemeinde zieht sich vor der Krankheit nicht kampflos zurück.«
Mit guten Wünschen geht dieses Buch nun in vierter Auflage hinaus. Autor und Verlag danken für mancherlei Mithilfe, vor allem Prof. Dr. Ralph Kunz, Zürich, der Evangelischen Zentralstelle für Weltanschauungsfragen, Berlin, sowie Dr. Michael Utsch, Berlin.
Wolfgang J. Bittner
Eisenhüttenstadt, Juli 2007