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Erfahrungsbericht aus dem Unternehmeralltag

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Risikooptimierung Vielen Menschen sind Risiken einfach nicht bewusst. Sie arbeiten erfolgreich für einen Chef. Zufrieden kommen sie abends nach Hause und dann, beim Feierabendbierchen schleicht sich ein Gedanke ein: Was der kann, das kann ich doch auch! Und schon ist es passiert. Ohne Not begibt man sich in den Bannkreis von Risiken die man noch gar nicht kennt. Als Berater hatte ich so einen Fall. Das Fachwissen war groß, aber Gründungsgefahren völlig unbekannt. Nicht selten gehen Unternehmen mit vollen Auftragsbüchern unter weil zwar absehbar, aber dann doch immer wieder plötzlich, Liquidität fehlt Endlich selbständig, jetzt alle Sicherungsleinen los?Die schwäbische Alb. Viel Wald, ab und zu erdbebengefährdet und im Randbereich, in der Umgebung von Stuttgart, viel Feinwerktechnik, Elektrik, Elektronik und IT. Dort ein Elektromeister einige Monate nach der Neugründung. Aufträge waren vorhanden. Viele Aufträge der öffentlichen Hand dabei. Diese wiederum als schlechte Zahler und Preiskämpfer über diverse Ausschreibungsverfahren bekannt. Es kam wie es kommen musste, Arbeit war da, Geld kam nicht rein und die Liquidität wurde eng und enger. Just in dieser Situation kam ich ins Unternehmen. Bereits die Anforderung von Buchhaltungsunterlagen löste Stress aus. Der Unternehmer beeilte sich aber zu versichern, dass in zwei Wochen der Engpass in der Verwaltung überwunden sei, denn seine Frau habe ihre bisherige Arbeitsstelle bereits gekündigt, habe eine kaufmännische Ausbildung und werde dann alle Daten der Betriebsabrechnung professionell auf dem Laufenden halten. Zunächst war ich erstaunt und dann, ein wenig später, entsetzt, möglicherweise auch verärgert. Der Unternehmer hatte im Überschwang recht guter Erwartungen und Prognosen, die keinesfalls als tragend einzustufende Ertragslage falsch eingeschätzt und indem er eine wichtige „Sicherungsleine“ einfach kappte, das Unternehmen sogar mit zusätzlichen Kosten belastet, auch seine private Einnahmensituation damit praktisch auf Null gesetzt. Man muss wissen, die Ehefrau hatte einen hochdotierten Posten als Chefsekretärin in einem Versicherungsunternehmen. War langjährige geschätzte Mitarbeiterin auf der Direktionsetage und man hatte sie nur widerstrebend und äußerst ungern ziehen lassen. Hinzu kommen leider einige negativ besetzte Erfahrungen in Bezug auf Beschäftigung von Familienmitgliedern in mittelständischen Betrieben. Jetzt bildeten gleich zwei Problemkreise Schnittmengen. Zum Einen die Familienaktion in einem noch nicht profitablen Unternehmen und zum Anderen die völlig unnötige Auflösung eines wiederum sicheren und profitablen Deckungsbeitrags zum Ausgleich der gemeinsamen Lebenshaltungskosten. Es gelang, das Ehepaar von der Rücknahme, der durch nichts zu rechtfertigenden Kündigung zu überzeugen. Ich „schnappte“ mir das Ehepaar und als wir beim Versicherungsdirektor auftauchten, brauchten wir unser Anliegen gar nicht erst weiter vorzutragen. Überglücklich nahm der die Kündigung zurück, und ein Aufatmen ging durch die Runde. Alle waren froh, dass nun wenigstens ein Teil des privaten Einkommens gesichert war. Die Buchhaltung hat übrigens später ein Steuerberater zu günstigen Konditionen übernommen. Auch ein Rat für Leitungen kleinerer Unternehmen: Beschäftigen Sie sich nicht mit der Verarbeitung von Zahlen, die beschreiben doch nur die Vergangenheit und Ihre eigene Zeit ist einfach zu kostbar, um „Buchhaltung zu machen!“ Aber mit den Ergebnissen sollten Sie schon arbeiten und auch die richtigen Schlüsse aus den Signalen Ihrer Kennzahlen ziehen.

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