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Mobbing
ОглавлениеMensch sein ist nicht einfach in der neuen, globalisierten Welt.
Oft hat man das Gefühl, dass es gelegentlich nur noch menschelt.
Um so wichtiger ist es, dass Menschlichkeit ein Forum bekommt
und Unmenschlichkeit einen Namen.
Mobbing ist so eine Unmenschlichkeit
Aber was ist Mobbing?Um das Phänomen Mobbing wirksam bekämpfen zu können, sollten einige Mechanismen dieser keineswegs neuzeitlichen Erscheinung allen bekannt sein. Das gilt sowohl für potenzielle „MOBBER“ als auch „MOBBINGOPFER“ gleichermaßen.
Zunächst ist „Mobbing“ ein moderner, fremdsprachlicher Begriff, der durch inzwischen „volkstümlichen“ Gebrauch in die Umgangssprache Eingang gefunden hat. Immer wenn in Privatleben und Arbeitswelt das Verhalten von Gruppen gestört ist, dann taucht es auf, das „Mobbing“.
Sehr oft richtet es sich gegen Personen, die in ihrer Denkweise oder auch dem Verhalten nach, nicht der Norm entsprechen.
Dieses schon fast natürliche Ausgrenzungsverhalten erfährt noch Steigerungen, nämlich immer dann, wenn Einzelpersonen oder Gruppen ganz gezielt beginnen, um des eigenen Vorteils willen, den ausgemachten „Feind“ zu „zerstören“. Aber das ist noch längst nicht alles! Es fehlt noch die sadistische Komponente, die immer dann frei wird, wenn Menschen daran Gefallen, ja Befriedigung empfinden, indem andere hilflos leiden und da ist dann noch die Dummheit, gegen die ja bekannter Maßen „kein Kraut gewachsen ist“.
Das Verhaltensmuster von „Mobberinnen und Mobbern“ bezieht sich nicht auf eine einzelne, einmalige Handlung, sondern ist auf systematische, sich ständig wiederholende, negative und sich steigernde Handlungsweisen ausgerichtet.
Wir stellen bedrückt fest: Mobbing ist tatsächlich und letztendlich urmenschlich. Mobbing entspringt einem Urgefühl, tief im Ursprung des Menschen verankert. Es geht um Ausgrenzung und Beherrschung von scheinbar Schwächeren und im Umkehrschluss um Behauptung und Ohnmacht gegenüber Stärkeren. Aber nicht nur im menschlichen Wesen ist Mobbing begründet. Mobbing braucht ein Umfeld in dem es gedeihen, wachsen und letztendlich ausufern kann. Erst der zivilisierte Mensch in einem sozial gesicherten und funktionsfähigen Umfeld mag erkennen, dass Mobbing ganz einfach unmenschlich ist. Unternehmer sind aufgerufen in ihrem Betrieb Mobbing keine Chance zu geben!Aber Hand aufs Herz, was ist nun Mobbing dem Begriff nach wirklich?
Mobbing oder Mobben ist ein, wie kann es auch anders sein, aus dem englisch abgeleiteter Begriff. Bereits die wörtlichen Übersetzungen veranschaulichen drastisch das niedrige Niveau auf dem Mobbinghandlungen stattfinden.
So stehen z.B. für „to mob“ die Übersetzungen „anpöbeln, bedrängen, über jemanden herfallen, angreifen.“ „mob“ wiederum wird mit „Gesindel, Pöbel, Meute und Bande“ übersetzt.
Alle Übersetzungen machen in der Kombination das verheerende Potenzial für Psychoterror in vielfältiger Form deutlich. Indem wir uns mit Problemkreisen der effizienten Betriebsführung auseinandersetzen sei „Mobbing“ an dieser Stelle auch nur in diesem Bezug beschrieben. Inzwischen beschäftigt sich eine „Mobbingforschung“ auf wissenschaftlicher Basis mit dem Phänomen, das eigentlich gar keines ist.
Da wird statistisch und durch Umfragen erfasst wieviel „Männlein“ und wieviel „Weiblein“ am Prozess beteiligt sind und wieviel Prozent der Gesamtbeschäftigten als Täter in Frage kommen.(ca. 5,6% in Deutschland)
Letztendlich ist Mobbing aber nichts anderes als Verteilungskampf und Behauptungsstreben mit unlauteren Mitteln und wenn unsere Gesellschaft, insbesondere aber auch die geübte Rechtsprechung, diese Verrohung nicht „in den Griff“ bekommen, dann sollte wenigsten in den Unternehmen, also in überschaubaren Bereichen, Umgang miteinander geübt und menschliche Unternehmenskultur entwickelt werden.
Aufmerksame und gute Unternehmer wie auch Führungskräfte in größeren Unternehmen können das!Wie bedrückend und verheerend, wenn ein Polizist als Straftäter, ein Arzt als Betrüger, ein Soldat als Sadist oder eine Führungskraft als Mobbingtäter entlarvt werden. Mobbing auf allen Ebenen, wissenschaftlich längst bestätigt. Urheber finden sich nach zusammengefassten Untersuchungen in folgender ca.-Verteilung: 40% Kollegen35% Vorgesetzte10% Kollegen und Vorgesetzte gemeinsam15% Untergebene(die Zahlen unterliegen Veränderungspotenzial, sind daher nur als beispielhaft einzustufen) Einmal angenommen, der Vorgesetzte ist nicht beteiligt, dann kann starkes Mobbing im Unternehmen nur als Führungsschwäche ausgelegt werden. Wie also der Fußball gegen Drogen sich bekennt, so sollten Unternehmer ihren Mitarbeitern gegenüber Farbe bekennen: Umgangsformen und Umgangsfragen stehen im Mittelpunkt sich entwickelnder Gesellschaften. Sind wir nun alle Brüder? (In der westlichen Welt gehören auch Schwestern dazu) Und wenn wir denn alle „Brüder* innen“ sind, ist Respekt dann naturgegeben, oder doch von Verhaltensmustern geprägt, die vorgeben wer Respekt erfährt, oder ob es doch besser ist nur noch zu respektieren?