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DU oder SIE, nur eine Generationenfrage?
ОглавлениеPronominale Anredeform. Ist das noch zeitgemäß?Eine gewisse Distanz und Gleichbehandlungsgrundsätze im Führungsverhalten sind weitere Voraussetzungen um Anerkennung von Führungskompetenz und -autorität zu erreichen. Die gewisse Distanz im Konflikt zwischen „Du“ und „Sie“Eine, respektvolle, „gewisse Distanz“ zwischen Führungsverantwortung und unterstellten Mitarbeitern, auch zwischen Kollegen auf der gleichen Tätigkeitsebene, vermittelt im europäischen Raum immer noch das „Sie“. Immer öfter wird jedoch in deutschen Unternehmen auch das „Du“ über alle Ebenen hinweg gebräuchlich. Das kann zu Missverständnissen führen, ist doch das „Du“ im deutschen Sprachgebrauch, im Gegensatz zum englischen Verständnis, sehr stark mit Vertraulichkeit und persönlicher Nähe besetzt. Vorgesetztenverhältnisse und die damit zwangsläufig verbundene Autoritätsfrage sind schnell in Frage gestellt, wenn unterstellte Mitarbeiter das gepflegte „Du“ in der Arbeitswelt missverstehen und sich daraus besondere Rechte oder Umgangsformen ableiten. Es scheint auch wirklich einfacher dem Personalchef über das „Du“ zu vermitteln, dass er wohl nicht alle Tassen im Schrank und er die getroffene Maßnahme umgehend zurückzunehmen habe. Oft problematisch gestaltet sich das „Du“ in der Nachfolgeregelung von kleinen und mittleren Unternehmen. Das „Du“ oft ein echtes Nachfolgerproblem.Mit dem "Du" haben es Nachfolger oft schwerer. Die Altinhaber übergeben an die Juniorinhaber (Tochter/Sohn) und die haben als Kinder bei den Altgesellen und Meistern bereits auf dem Schoß gesessen. Sind natürlich mit dem gesamten Betrieb per „Du“ und müssen nun in Geschäftsleitungs- und Inhaberfunktion Leistungs- und Effektivitätsparameter in ihrem Unternehmen verbessern und wichtiger, auch durchsetzen. Das missverstandene „Du“ führt hier unweigerlich in ungewollte Konfliktsituationen, insbesondere auch dann, wenn zwischen neuer Führungsebene und den unterstellten Ebenen erhebliche Altersunterschiede bestehen. Wie gesagt, es kommt einfach darauf an, ob eine von Respekt durchdrungene Unternehmenskultur den Umgang mit dem Du konfliktfrei zulässt oder ob man sich in einem ungeordneten Klima, dem berühmten „Haifischbecken“ behaupten muss. Grundsätzlich also die Empfehlung für Führungsverantwortliche: Bleiben Sie so lange wie möglich beim „Sie“ und verweigern Sie auch ruhig mal ein angebotenes „Du“, insbesondere auf Betriebsfeiern. Wichtig für das Verständnis zwischen „Sie“ und „Du“ ist die Betrachtung aus dem englischen Sprachraum heraus.Die englische Sprache verwendet das neutrale „you“ zur Anrede jedweder Person ob bekannt oder unbekannt im allgemeinen Umgang mit Respekt und vorurteilsfrei. Das deutschsprachige „Du“ gehört nicht, zum Allgemeinumgang, sondern drückt eine besondere, aus der Vergangenheit heraus erworbene Vertraulichkeit und Wertigkeit aus. Allzuoft missverstanden, bleibt dabei der natürliche Respekt auf der Strecke. Hier lauert die Gefahr.Während das englische „Du“/“you“ dem Bürger in die Wiege gelegt wird musste das deutsche „Du“, wenigstens bisher war es so, erworben werden. Es war und ist immer noch eine besondere Auszeichnung, ein Angebot des besonderen Vertrauens. Darin liegt der Unterschied im Verständnis oder auch Missverständnis und wer weiß schon genau was deutsche Firmenlenker in ihren Unternehmen mit der Favorisierung der „Du-Kultur“ bezwecken? Also achten Sie auf „gesunde Distanz“! In der Regel ist der respektvolle Umgang miteinander über das „Sie“ im deutschen Sprachgebrauch ein nicht unwichtiger Beitrag zur Sicherung eines guten Arbeitsklimas. Gegenseitiger Respekt auf allen Betriebsebenen ist wichtiger Motivationsbeitrag.