Читать книгу Die Amazonas-Detektive - Verschwörung im Dschungel - Antonia Michaelis - Страница 7

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ZWEITES KAPITEL,
in dem jemand bei Mondlicht verarztet wird, der Silberbaron gefährliche Zeitungen versteckt und ein Betrunkener die Kinder warnt

Pablo wartete, bis es ganz dunkel war.

Der Hund neben ihm auf der Treppe der alten Villa war eingeschlafen. Pablo hatte von Ximenas Geld ein Sandwich gekauft und es mit ihm geteilt und nun lag er da wie ein großer, erschöpfter Fellhaufen. Pablo streichelte ihn eine Weile gedankenverloren und sah dem Mond zu, wie er über die Häuser von Manaus am Nachthimmel hinaufkroch. Die Blätter der Ranken, die die Villa umgaben, wippten im leisen Nachtwind. Grillen zirpten, Autos rauschten in der Ferne vorbei, irgendwo lief Musik. Pablo wippte mit dem Fuß im Takt: Samba, der Rhythmus der Stadt.

»Wenn ich erwachsen bin«, flüsterte er dem schlafenden Hund zu, »und ein richtiger Held, dann werde ich ein Mädchen haben und ich werde es in eine dieser Bars führen und mit ihm Samba tanzen. Ich werde eine schickere Mütze haben als jetzt, oder besser noch einen Hut, und eine Blume am Kragen und ich werde den Musikern eine Handvoll Münzen zuwerfen und mit meinem Mädchen über die Tanzfläche wirbeln – sie wird die Schönste von allen sein, natürlich …«

Er seufzte. »Aber noch bin ich kein Held. Vielleicht werde ich einer, wenn ich Miguel finde und ihn zurückhole. Wo immer er ist.«

Er rüttelte den Hund sacht. »Komm! Kümmern wir uns um deine Pfote! Der alte Herr schläft jetzt bestimmt. Ximena wartet auf uns!«

Kurz darauf krochen sie durch eine ziemlich dichte Hecke und standen zwischen Rosenbüschen hinter einem hoch aufragenden Gebäude voller Verzierungen und Erkern: Das große Haus war ein Schmuckstück und aus altem, glänzend grauem, fast silbernem Stein. »Das Silberhaus«, flüsterte Pablo dem Hund zu. »So nennen es die Leute hier. Und den alten Herrn nennen sie den Silberbaron. Er hat silbernes Haar und einen schwarzen Spazierstock mit silberner Spitze und silbernem Griff. Aber jetzt schläft er …«

Pablo schlich näher an das Haus heran, hob einen kleinen runden Kieselstein auf, einen von vielen Tausend runden Kieseln, die den Boden zwischen den Bäumchen bedeckten. Er warf ihn an eines der Fenster im zweiten Stock des Silberhauses, wo er mit einem kaum hörbaren »Pling« gegen die Scheibe schlug, und zehn Minuten später öffnete sich die Hintertür. Eine kleine Gestalt mit Nachthemd, bloßen Füßen und einer Taschenlampe trat hinaus, etwas außer Atem vom Treppenlaufen. Ihr braunes Haar fiel jetzt offen um ihr helles Gesicht, niemand zwang es mehr nach hinten zu einem Zopf.

»Da seid ihr also«, sagte Ximena, schloss behutsam die Tür und setzte sich auf die Treppe, neben sich eine kleine, verbeulte Aluminiumkiste mit einem roten Kreuz darauf. Der Erste-Hilfe-Kasten.

»Dann lass mal sehen«, sagte sie ruhig und leise und nahm die verletzte Vorderpfote des Hundes in die Hand, um sie eingehend im Licht ihrer Taschenlampe zu betrachten. Dann nahm sie eine Flasche Desinfektionsspray und eine weiße Binde aus der Kiste und der Hund zuckte leicht.

»Keine Angst«, wisperte Pablo und streichelte ihn. »Sie kann das, glaub mir. Mich hat sie auch schon verarztet.«

»O ja«, sagte Ximena und begann, mit einem Stück weißen Stoff die Wunde des Hundes zu säubern. »Als Pablo sich mal wieder geprügelt hatte mit den anderen Jungs auf der Straße, aber das sollte er lassen, hörst du, Hund? Ich werde zwar später Ärztin, aber er muss sich wirklich nicht extra grün und blau schlagen lassen, nur damit ich ihn verbinde!«


»Ich habe mich nicht extra …«, knurrte Pablo, doch in diesem Moment ging drinnen im Silberhaus das Licht an und sie zuckten alle drei zusammen.

»Das ist mein Großvater«, wisperte Ximena, kaum hörbar. »Er schläft doch nicht! Er ist in der Bibliothek. Das ist gleich das Fenster da drüben. Schaut, da brennt eine Leselampe!« Sie zuckte mit den Schultern. »Immer wenn er nicht schlafen kann, geht er nachts in die alte Bibliothek und liest, bis er einschläft, und dann findet Marina ihn, mit dem Kopf auf seinem Buch, und macht ›tz, tz, tz‹.«

Pablo lachte. »Du hörst dich genauso an wie sie, wirklich.«

Ximena nickte und wickelte den Verband um die Pfote des Hundes. »Ich muss es mir ja auch jeden Tag anhören. Schnalz hier, Schnalz da … ›Also dieses Kiiind, Senhor, was tue ich nur mit diesem Kiiind, ständig träumt es nur … Iss dein Essen auf, Ximena. Lies abends nicht mehr so lange, Ximena, diese wilden Abenteuergeschichten sind sowieso nichts für junge Damen, geh nicht alleine hinaus, Ximena! Wasch dir die Hände, was hast du da draußen schon wieder angefasst?‹« Sie steckte den Verband mit einer kleinen Metallklammer fest und nickte zufrieden. »So, fertig. Du bist so gut wie neu.«

Der Hund legte seinen großen Kopf auf Ximenas Knie und Ximena kraulte ihn und sah Pablo an.

»Also? Was ist mit deinem Freund? Er ist … verschwunden?«

»Ungefähr«, sagte Pablo.

Und dann holte er den Zettel aus der bunten Umhängetasche und gab ihn Ximena. Sie überflog ihn, für sie war Lesen kein Problem, sie hatte Privatunterricht im silbernen Haus und eines Tages würde sie eine Dame werden. »Ph«, sagte Ximena, als Pablo das laut aussprach. »Dame! Ich würde lieber eine Abenteurerin werden. Wetten, meine Mutter war das auch?«

»Sie kam aus Europa«, sagte Pablo. »Oder? Also war sie eine Dame. In Europa sind alle reich.«

»Pfft«, machte Ximena wieder. »Das glaubst auch nur du. Der alte Herr meint, sie hatten nichts, meine Eltern, nicht einen Centavo, und dass meine Eltern verrückt waren, beide, und dass ich froh sein soll, dass er mich aufgenommen hat. Er hatte immer das Geld, nur er. Mein Vater hätte es erben können, aber er ist nach Europa gegangen und hat meine Mutter da getroffen und wetten, sie waren auch Abenteurer?«

»Sie sind nach Brasilien zurückgekommen und … haben was genau gemacht?«

Ximena zuckte mit den Schultern. »Darüber redet der alte Herr nicht. Wenn ich ihn frage, tut er, als hätte er nichts gehört, und fummelt an seinem Hörgerät herum. Dabei hört er prima, das weiß ich. Ich wette, sie haben ein wahnsinnig tolles Abenteuer erlebt und dann …«

Sie verstummte. »Ich weiß nicht. Dann sind sie irgendwie gestorben. Oder verschwunden.«

»Verschwunden«, sagte Pablo. »Wie … Miguel.«

»Nein, anders«, sagte Ximena. »Ohne Nachricht und Hund. Vielleicht haben sie mich auch einfach hiergelassen, bei dem alten Herrn im Silberhaus, weil sie mich nicht wollten. Weil sie ohne mich bessere Abenteurer sein konnten.« Sie sah so traurig aus, dass Pablo einen Arm um sie legte, aber dann blickte sie auf und ihre blauen Augen blitzten. »Aber ich werde auch ohne sie eine Abenteurerin, das sollst du mal sehen«, flüsterte sie. »Und jetzt gehen wir los und bringen in Erfahrung, wo Miguel steckt. Irgendwer in der Stadt muss doch was wissen.«

»Die Stadt ist groß«, sagte Pablo. »Und es ist ein verschwundener junger Mann. Nur einer.«

»O nein«, sagte Ximena geheimnisvoll. »Ich habe den alten Herrn reden hören. Es ist eine ganze Gruppe. Er war Student, oder?«

»War? Er ist immer noch Student«, sagte Pablo.

In diesem Moment öffnete sich fünf Meter entfernt ein Fenster unten im Silberhaus. »Ist da jemand?«, fragte eine heisere Stimme aus dem Fenster. »Hallo?«

Der Kegel einer starken Taschenlampe wanderte über den Kieselsteinplatz und die Treppe vor der Hintertür.

Aber Ximena und Pablo saßen längst nicht mehr dort. Sie hatten sich hinter die Stufen geduckt und winzig klein gemacht. Nur der Hund saß verwirrt noch immer vor der Tür.

»Ach, bloß ein Hund«, murmelte der alte Herr. »He! Du! Geh weg!« Und dann flog etwas durch die Luft, und der Hund sprang auf und kroch winselnd durch die Hecke.

»Teufel auch, ich hätte schwören können, dass die Hecke dicht genug ist, um nichts und niemanden durchzulassen«, sagte der alte Herr und schloss das Fenster. »Wir bleiben hier alle schön in unserem Bereich, Hund, hörst du? Nicht dass das Kind eines Tages auf Ideen kommt. Zu gefährlich da draußen. Viel, viel zu gefährlich.«

Ximena und Pablo atmeten beide langsam aus, sahen sich an und lachten. Allerdings ganz leise.

»Nichts und niemanden durchzulassen, der hat eine Ahnung«, flüsterte Ximena.

»Was hat er denn nun gesagt, über Miguel?«, wisperte Pablo.

»Über Miguel gar nichts, er kennt ihn ja nicht«, sagte Ximena. »Aber neulich saß er vor seiner englischen Zeitung vorne am Gartentisch und hat den Kopf geschüttelt und zum Gärtner gesagt, der vorbeikam: ›Schau dir diese Studenten an, Juan, fahren die da doch wirklich raus und glauben, sie könnten etwas ändern.‹

Juan hat mit ihm in die Zeitung geguckt und ›Ja, Senhor‹ gesagt, das sagt er immer.

›Ich werde dir was sagen, Juan‹, hat der alte Herr gesagt, ›die werden allesamt verschwinden, diese verrückten Studenten, die sieht keiner je wieder.‹

Und ich habe ihn gefragt, worüber er redet. Ich saß am Tisch und habe Hausaufgaben gemacht. Aber er hat nur geknurrt und gesagt, dafür wäre ich noch zu klein, und hat die Zeitung mitgenommen und ist ins Haus gegangen, obwohl er seinen Kaffee nicht ausgetrunken hatte, und seine Schultern waren ganz krumm, krummer als sonst, und irgendwie glaube ich, er dachte an seinen Sohn. Meinen Vater. Der auch nie wiedergekommen ist – von wo auch immer.«

»Das heißt, eine ganze Gruppe von Studenten ist verschwunden?«, wisperte Pablo. »Hast du dir die Zeitung angeguckt?«

»Die ist auch verschwunden«, sagte Ximena. »Wie die Studenten. Ich habe sie in seinem Arbeitszimmer gesucht, als er nicht da war, aber er hat sie zu gut versteckt. Er will nicht, dass ich diesen Artikel lese.«

»Weil es gefährlich ist«, wisperte Pablo. »Es ist sogar gefährlich, den Artikel nur zu lesen.«

Und er spürte, wie es in ihm kribbelte vor Aufregung.

»Gefährlich«, wiederholte Ximena. »Wie alles draußen vor der Hecke.« Dann stand sie auf. »Dein Hund wartet da draußen.«

»Ja, ich … sollte gehen«, sagte Pablo.

Ximena nickte, er sah es nur gerade so im Dunkeln. »Ich wette, es gibt eine ganze Menge Leute in der Stadt, die die eine oder andere Sache wissen. Und die um diese Zeit nicht schlafen. Es ist gerade halb elf.«

Pablo nickte langsam. »Ich habe ein paar Freunde, die am Theaterplatz … arbeiten«, sagte er. »Man hört eine Menge, wenn man da arbeitet. Es ist die Mitte der Stadt. Die Mitte aller Mitten.«

»Dann sollten wir gehen«, sagte Ximena.

»Moment – wir?«, fragte Pablo.

»Natürlich«, flüsterte Ximena, huschte barfuß über den Kieselsteinplatz, um sich auf alle viere niederzulassen. Da saß sie, in ihrem weißen Nachthemd, vor dem Durchschlupf in der Hecke, und ihre Augen blitzten wieder. »Komm! Wir sind dabei, in ein Abenteuer zu geraten, ist dir das nicht klar? In ein richtiges Abenteuer! Das ist die Chance!«

»Aber du kannst nicht …«, begann Pablo. Da war Ximena schon durch die Hecke gekrochen und er seufzte und kroch ihr nach. »Das gibt Ärger«, wisperte er. »Das gibt verdammt Ärger mit dem alten Herrn vom Silberhaus.«

»Ach was«, sagte Ximena. »Bis morgen früh bin ich wieder da.«

Aber Pablo dachte, dass man das nie wusste.

Es war merkwürdig, mit Ximena durch die nächtlichen Straßen von Manaus zu wandern. Er hatte darauf bestanden, sie an der Hand zu nehmen, obwohl sie ihn ausgelacht hatte. Sie wusste nicht, welche tatsächlichen Gefahren in den Schatten lauerten. Sie wusste nicht, wie recht ihr Großvater hatte.

Sie war nie nachts hier draußen gewesen. Oder überhaupt alleine draußen.

Der Hund lief neben ihnen her.

Und dann spuckten die Schatten ganz plötzlich eine Gestalt aus, die vor ihnen auf die Straße taumelte: einen Betrunkenen. »Hey … hey!«, lallte er. »Was … sucht denn so eine junge Dame um die… diese Zeit auf der Straße?« Er kam direkt vor ihnen zum Stehen und dann schnellte sein Arm plötzlich vor und packte den weißen Kragen von Ximenas Nachthemd. »Was … sucht sie, hmmm?«

»Lass sie los!«, fauchte Pablo. »Hau ab!« Aber der Betrunkene, der ein ganzes Stück größer war als Pablo, lachte nur, wobei man seine fauligen Zähne sah. »Na? Ein kleiner Kavalier, hm? Hey, du bist doch der Junge, der auf dem Turm dieser Bruchbude schläft, was? Ein Turm auf einem Müllplatz voller Schlingpflanzen? Was machst du denn mit … so einer feinen kleinen Dame?«

Pablo sah es vor sich: Wie er seinen silbernen Degen aus der Scheide holte. Wie er ihn durch die Luft sausen ließ und dem Betrunkenen ein Stück seines ungepflegten Bartes absäbelte. Wie er pfiff und ein feuriger Rappe angeschossen kam, auf den er Ximena hinaufhob, sein Rappe, wie er den Hut lüftete, einen breitkrempigen Stohhut mit einer Blume daran – und mit Ximena in die Nacht davongaloppierte. Ein echter Abenteurer.

Der Betrunkene ließ Ximena los und taumelte rückwärts. »Ist ja gut, schon gut«, stotterte er beschwichtigend. »Brauchst mich nicht gleich umzubringen …«

Erstaunt schüttelte Pablo sich. Dann sah er, dass der Betrunkene nicht mit ihm gesprochen hatte, sondern mit dem Hund. Der hatte sich ganz nah zu Ximena gestellt und die Zähne gebleckt. Er reichte ihr bis zur Brust und er sah wirklich Furcht einflößend aus mit seinem Wolfsgebiss.

Ximena legte ihm eine blasse Hand auf den graufelligen Kopf.

»Wenn Sie wirklich wissen wollen, was ich suche«, sagte sie sanft. »Es ist ein Student, der verschwunden ist. Ein Freund meines Freundes. Miguel.«

»Verschwunden?«, echote der Betrunkene. »Oh, meine Kleine, wenn jemand verschwindet, davon sollte man die Finger lassen, glaub mir, niemand hat je einen Verschwundenen zurückgebracht. Wer verschwindet, verschwindet einfach, so ist das, leg dich bloß mit keinem an, das ist ein Fall für …«

»… die Polizei?«, flüsterte Ximena ehrfürchtig.

»Die … die … die Akten«, lallte der Betrunkene. »Aufschreiben, abheften, in den Schrank stellen – vergessen. Da kann man sowieso nichts machen.«

»Für einen Privatdetektiv kommt das nicht infrage«, sagte Ximena entschlossen. »Wir schwören, unseren Ort zu be…«

»Oh, wenn du ein Privatdetektiv wärst, würdest du genauso die Finger davon lassen«, antwortete der Betrunkene. »Dann wüsstest du, dass du am Ende auch nur verschwinden würdest. Da ist ein … ein schwarzes Loch da draußen, das … das saugt die Leute auf, die … die zu viel ändern wollen, glaub mir, junge Dame, Studenten sind immer gefährdet, sie denken zu viel, ja, denken viel zu viel …«

»Oh, ich denke nicht, dass wir auch verschwinden werden«, sagte Ximena ganz ruhig, ohne die Hand vom Kopf des Hundes zu nehmen. »Wenn sie uns jetzt bitte durchlassen würden? Wir haben zu tun.«

Damit schritt sie, hocherhobenen Hauptes, an dem Betrunkenen vorbei, den Hund an ihrer Seite, und Pablo beeilte sich, mit ihr Schritt zu halten.

»Privatdetektiv?«, fragte er, als der Betrunkene außer Hörweite war.

»Ja, das sind wir jetzt doch, oder nicht?«, fragte Ximena und wandte sich ihm zu und das Lodern in ihren Augen passte gar nicht zu ihrem lieblichen Äußeren.

»Ich … äh … dachte, wir sind zwei Kinder, die einen Studenten suchen«, sagte Pablo nüchtern. »Und ganz ehrlich, ich suche ihn, weil er mir jede Woche ein Sandwich kauft.«

»Du suchst ihn, weil er dein Freund ist«, sagte Ximena. »Und wir sind die … die Furchtlosen Drei vom Rio Negro. Die … ersten und einzigen Amazonas-Detektive. Und wir versprechen einander, nie, niemals zu verschwinden.«

»Okay«, sagte Pablo zweifelnd.

Ximena reichte ihm feierlich ihre blasse Hand und die Berührung ihrer kühlen Finger jagte einen kleinen Schauer über seinen Rücken.

»Komm jetzt«, flüsterte sie. »Wir wollten zum Theaterplatz! Mit deinen Bekannten sprechen. Mal sehen, was die wissen.« Sie gingen weiter, leise, im Nachtschatten der Häuser, und Ximena wisperte aufgeregt: »Es ist wunderbar, weißt du? Wunderbar, hier draußen zu sein. Und endlich, endlich ein Abenteuer zu erleben. Danke.«

Pablo nickte nur.

Er erzählte ihr nichts von den Banditen, die man hier draußen traf, nichts von den Kinderbanden der Straße, die nachts ihre Kämpfe austrugen, nichts von Schießereien und zwielichtigen Geschäften im Schutz der Nacht. Für Ximena war alles nur ein Spiel.

Sie schwebte in ihrem weißen Nachthemd, mit ihrem offenen Haar neben ihm durch die Dunkelheit wie ein Engel aus einer anderen Welt, und wenn er den Engel heil nach Hause brachte, hatte er gewonnen. Danach würde er auf eigene Faust weiter nach Miguel suchen.

Auf gar keinen Fall würde er den Engel in Gefahr bringen.

Und auf allergarkeinsten Fall eine Detektiv-Agentur mit ihm zusammen gründen.

»Die Furchtlosen Drei vom Rio Negro«, murmelte er vor sich hin. »Das klingt … das klingt …« Er wollte »kindisch« sagen. Aber stattdessen hörte er sich sagen: »Das klingt ziemlich gut.«

Die Amazonas-Detektive - Verschwörung im Dschungel

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