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Aff, gselchter: Schwachkopf, ärgerliches Subjekt

Alman: ursprüngl. eine abwertende Bezeichnung des Deutschen seitens türkischer und anderer Mitbürger mit Migrationshintergrund zwecks Stärkung der eigenen Identität durch Abgrenzung. Für den Österreicher eine willkommene Ergänzung seines Repertoires an teutonenkritischen Begriffen ( Piefke, Marmeladinger, Kartoffel). In der Jugendsprache generell eine Person, die mit dem Deutschen typischerweise assoziierte Merkmale (penibel, kleingeistig, spaßbefreit) aufweist.

Allesrichtiggemacht!: Antiphrasis der Tiroler Gesundheitsbehörden angesichts des florierenden Exports von Corona-Infektionsfällen aus Ischgl in die ganze Welt; von da her breit einsetzbare Chiffre für Behördenhilflosigkeit. Rückübersetzt in einen Fluch mit Lokalkolorit bedeutet es wohl so etwas wie »Kruzifix noamal eini, wia ischn des passiert?«

Alter, vulgo Oida: Wolfgang Teuschls Wiener Dialektlexikon definierte 1990 A. noch traditionell als »alter Mann; Gatte; Vater; Geliebter; Freund; Lebensgefährte« und in der Anrede als »Kamerad, Freund«. Je nach Milieu wies der Begriff einen mehr oder weniger abwertenden Charakter auf. Mittlerweile hat er seine Funktion als Anrede aber weitgehend verloren und ist – besonders in der Jugendsprache – zum universellen Füllwort geworden. Die rasch wieder aus der Mode gekommene Jugendbewegung der Kracher (Krocha) hinterließ der Nachwelt vor allem den Ausruf »bam Oida, fix Oida!« als Ausdruck zustimmenden Erstaunens. »Oida, na!« bringt Ernüchterung und Ausweglosigkeit zum Ausdruck. Gegenüber einem Polizeibeamten verwendet, kostet das Wort »Oida« wegen seiner Qualifikation als Anstandsverletzung € 100,– und ist somit billiger als »mehrfaches lautstarkes Duzen« (€ 150,–) und Furzen (€ 500,–), aber teurer als Rülpsen (€ 70,–).

altvatrisch: altbacken

angflaschelt: schwer alkoholisiert

angfressen sein: mächtig verstimmt sein

angnaht: betrunken

angrennt, wo bist du a.?: bringt die Annahme zum Ausdruck, ein stumpfes Schädeltrauma könnte die Ursache für ein befremdliches Verhalten sein

Anpatzung: kritische Berichterstattung über unrühmliches Verhalten v. a. rechtspopulistischer Funktionäre; milde Form einer »Schmutzkübel- und Desinformationskampagne« Ibiza-Affäre

antrenzen, sich: sich anpatzen

anzudeln, sich: sich unwillkürlich mit Eigenurin beflecken (tendenziell in größerem Umfang)

Armutschkerl: Bemitleidenswerter. Wird meist herablassend unter Bezugnahme auf die geistige Armut des Bezeichneten verwendet.

Arsch, vulgo Oasch: Aufgrund seiner internationalen Verbreitung bedarf der Arsch an sich keiner näheren Erläuterung. Im Österreichischen findet dieser Begrifffreilich bemerkenswerte Variationen. Beliebt sind Komposita à la Oasch-Hacken (für minderwertige Berufe oder Tätigkeiten), Oasch-Karten (für das Bummerl, den schlechteren Part), Oasch-Partie (für einen verachtenswerten Personenkreis oder Vorgang). Gern wird oasch auch als Eigenschaftswort verwendet, im Sinne von widrig oder gemein, bei besonderer Entrüstung in der Steigerungsform vui oasch!. Was im Oasch ist, ist nicht zu retten, am Oasch geht dem Österreicher, was dem Deutschen auf den Wecker geht. (Wer oder was der NEOS-Fraktionsführerin Stefanie Krisper im Zuge des Ibiza-Untersuchungsausschusses am Oasch ging, als sie diese rüden Worte in das vermeintlich ausgeschaltete Mikrophon entließ, wird ein ewiges Rätsel bleiben; die naheligende Vermutung, es könnte sich um die Verfahrensrichterin gehandelt haben, dementierte sie jedenfalls heftig.) Lei oasch! ist ein Ausruf des Missfallens mit kärntnerischem Einschlag. Wann i so an Oasch hätt wie du a Gsicht, tät i hintern Schleier scheißen! ist eine geradezu pittoreske Variante wesentlich simplerer Beschimpfungen mit analoger Aussage wie »Arschgesicht« oder »A. mit Ohren«. Erwähnenswert erscheint noch der austrospezifische Umgang mit dem Götzzitat, wobei die Kernaussage meist auf das reduziert wird, was sich in den Klassikerausgaben hinter den drei Punkten verbirgt: ein knappes Oaschlecken. Als weiterführende Literatur sei der Text Lärm vor dem Hause von Anton Kuh empfohlen, in dem ein beiläufig dahingesagtes … vom Adressaten der Aufforderung in allen Einzelheiten analysiert wird, kreisend um die zentrale Sentenz: »I leck Ihna net in Oasch, weil i nämlich ka Oaschlecker bin, aber wenn i ana wär, Sie warn der Letzte, den wos i leck.« Der Ausdruck ums Oaschlecken wird als Maßeinheit verwendet und meint »um Haaresbreite«. Entweder – oder, Oasch oder Goder soll dem Entscheidungsschwachen auf die Sprünge helfen. (Goder bezeichnet den Bereich unter dem Kinn in seinen diversen Erscheinungsformen bis hin zum Kropf.)

Arschgeige: Zeitgenosse, der keine besondere Hochachtung verdient

Arschkapplmuster: despektierliche Bezeichnung für männliche Wesen. Benannt nach den »Kapplbuam« (Kappenträger gehörten seinerzeit nicht zur besseren Gesellschaft).

Arschkräuler: Speichellecker

auflegen, jemandem eine: ihm eine Ohrfeige verpassen

aufpudeln, sich: sich beschweren, sich ereifern

ausgfressen: vollschlank

ausgschamt: unverschämt. Wird meist einem schmähenden Nomen hintangestellt, etwa: Saubeidl, ausgschamter!

Ausreibfetzen: Wischtuch. Auf Personen angewandt unhöflich

Der kleine Wappler

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