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3. Kapitel: Ein Attentat

Niemals zuvor hatte ich mehr Schiffe in den Hafen von Atlantium einfahren und vor Anker gehen se­hen, als nach dem Tod meines Großvaters König Kardaros von Atlantis. Aus fer­nen Ländern kamen die Oberhäupter der Hohen Häuser persönlich oder ihre höchsten Ab­gesandten, um über Ursachen und Folgen seiner Ermordung durch den Feind zu bera­ten. Und um über die Nachfolge zu verhandeln. Denn es war längst nicht mehr selbstverständ­lich, dass die alten Traditionen der Erbfolge eingehalten wurden und somit mein ältester Onkel Karodan den Obsidianthron besteigen würde.

Innerhalb der Hohen Häuser von Atlantis und zwischen ihnen herrschten erbitterte Fehden und tödliche Intrigen und dennoch musste der nächste König das Reich vor allem ge­schlossen gegen die äußeren Bedrohungen führen. Denn soweit wir bis­her wussten, hatte eine feindliche Macht Kardaros durch einen unvorstellbaren Anschlag ins Reich der Toten befördert. Die Bevölkerung war aufge­wühlt. Innere und äußere Gefahren konnten auf der sterbenden Erde unter der roten Sonne ständig auf ungeahnte Weise zunehmen und zu verheerenden Entwicklungen führen.

Ich saß unter den rund fünfzig nächsten Ver­wandten des Verstorbenen, als die hohen Würden­träger der Reihe nach in die große Empfangshalle einzogen und die ersten Zere­monien durchgeführt wurden, bevor in den nächsten Tagen nach der fei­erlichen Beiset­zung des Königs die geheimen Aus­sprachen der Hohen Häuser begannen. Niemand wusste, ob bereits nach wenigen Tagen oder aber erst in einigen Monaten über die Nach­folge und die weiteren organisatorischen und militärischen Fra­gen entschieden sein wür­de. Wahrscheinlich war die Machtergreifung durch Karodan, doch unab­hängig davon konnte es im Zuge jeder möglichen Entwicklung auch zu einschneidenden Veränderun­gen für jeden Angehörigen der königlichen Dynas­tie kommen. Wie sehr dies mich persönlich betref­fen sollte, hätte ich allerdings nicht zu träumen ge­wagt.

* * *

Ich reiste auf den Pfaden der Toten. Myriaden an Portalen konnte ich aufstoßen und so in beliebige Zeiten und Räume reisen. Wie kaum ein anderer ward ich in den schwarzen Künsten unterwiesen und nachdem ich endlich die Meisterschaft erlangt hatte, führte ich nun einen Auftrag für die Gilde der Schwarzkünstler und meinen allmächtigen Meister aus.

Ich erschien im Thronsaal, der mein Ziel war, und schwebte auf mein Opfer zu. Eine magi­sche Formel gewispert und es lag danieder. Seine Über­reste zerstäubte ich zu Nichts, da­mit keine Kunst eines Zauberers es wiederbeleben konnte.

Sekunden später war ich wieder in der Festung des Meisters und berichtete von meinem Erfolg. Es verlief alles wie geplant, um die Vorherrschaft an uns zu reißen.

* * *

Drei Tage nachdem mein Onkel Karodan während seiner Krönungszeremonie von einem unbekannten Attentäter der Feinde ermordet worden war, wurde ich zur Königin von Atlan­tis gekrönt. Offensichtlich wollte kein anderer eine Position einnehmen, in der die Lebens­erwartung derartig gering war. Gegen die Mächte der neuen Feinde aus den Untiefen des Wüsten Landes hatten wir bisher kein aussichtsreiches Mittel. Und so wollte man eine Ma­rionette auf dem Obsidianthron installieren, bis die Gefahren gebannt sein mochten. Warum sonst hätte man ein vierzehnjähriges Mädchen allen näheren Verwandten und hochrangigen Militärführern des letzten Königs vorziehen sollen? So lebte ich als Königin Sydyana vollkommen in der Gefangen­schaft des Protokolls, wie sie fürchterlicher für nie­manden bei Hofe sein konnte.

Die Zauberer von Atlantis

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