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Exkurs Die Gelenke – unübertroffene „Bioscharniere“!
ОглавлениеDer Körper hat viele verschiedene Gelenkformen, die jeweils auf bestimmte Bewegungsrichtungen ausgelegt sind. So können zum Beispiel die Finger- und Zehengelenke ausschließlich nur in eine Richtung gebeugt werden, da sie mit Scharniergelenken ausgerüstet sind.
Über Kugelgelenke hingegen sind die Finger und Zehen mit Hand- oder Fußteller verbunden, sie lassen zusätzlich in gewissem Rahmen kreisende Bewegungen zu, auch die Hüften und die Schultern haben Kugelgelenke.
Bei den Daumen ist es dagegen wieder etwas anders: Sie können zwar die gleichen Bewegungsrichtungen vollführen, sind dabei aber viel weniger eingeschränkt, da sie über Sattelgelenke mit den Handflächen zusammenhängen.
In den Unterarmen liegt noch eine andere Gelenkform vor: Damit die Hand in verschiedene Richtungen gedreht werden kann, sind die Unterarmknochen Elle und Speiche an ihren beiden Enden jeweils über Zapfengelenke verbunden.
In der Wirbelsäule kommen drei verschiedene Gelenkarten vor: die Eigelenke, die in der sehr beweglichen Halswirbelsäule stecken, die Bandscheiben und die planen Gelenke, die zwischen den Brust- und Lendenwirbeln kleine Gleitbewegungen zulassen und die unbeweglichen Gelenke des Kreuzbeins, die ihre Beweglichkeit im Laufe der Entwicklung des Menschen verloren haben. In diesen Gelenken gibt es keinen Gelenkspalt mehr und sie sind dazu da, möglichst keine Bewegung mehr zuzulassen.
Die Kniegelenke sind in mehrfacher Hinsicht Besonderheiten: Sie sind die größten Gelenke des menschlichen Körpers und gleichzeitig auch die am stärksten belasteten. Sie enthalten neben der Verbindung zwischen Unter- und Oberschenkel auch noch die Kniescheibe und das Gelenk zwischen Schien- und Wadenbein, vergleichbar den Zapfengelenken zwischen Elle und Speiche im Unterarm. Daher ist ein Knie eine Misch- und Sonderform eines Gelenkes. Das merkt man auch an den vielen Richtungen, in die man seine Knie normalerweise bewegen kann.
Es liegt nahe, die menschlichen Gelenke mit mechanischen Gelenken von Maschinen zu vergleichen. Doch man muss sehen, dass solche technischen Scharniere dieser Gegenüberstellung eigentlich gar nicht standhalten: Die biologischen Gelenke sind einfach deutlich länger haltbar, sie sind stärker belastbar, weniger störanfällig, und vor allem sind sie im Dauergebrauch schlicht unschlagbar. Mal ehrlich, welches technische Scharnier hält achtzig bis neunzig Jahre durch, wenn es tagtäglich immer wieder in Anspruch genommen wird?
Natürlich trifft das nicht auf jedes menschliche Gelenk zu. Man denke nur daran, wie viele Menschen es gibt, die mit Knie-, Hüft- oder Bandscheibenproblemen geschlagen sind. Doch haben diese Probleme immer etwas mit falscher Benutzung, Überbelastungen, gar Unfällen oder mit „Pflegefehlern“ zu tun. Im letzten Fall hat die Versorgung der betroffenen Gelenke Lücken gehabt. Denn das Geheimnis hinter der enormen Leistungsfähigkeit der Gelenke heißt gute Pflege! Das ist es, was sie von den technischen Errungenschaften so deutlich unterscheidet. Der Körper ist in der Lage, seine Gelenke ständig von innen zu versorgen. Und wie gut diese Pflege ist, das hängt natürlich davon ab, wie gut der Körper selbst ernährt ist, wie gut er spezielle Gelenkpflegestoffe erzeugen kann und wie gut diese Stoffe dann auch tatsächlich das Gelenk erreichen. Viele Möglichkeiten, wo etwas schieflaufen kann!