Читать книгу Die erste Legende von Ashamur - Eileen Schlüter - Страница 10
Kapitel 5
ОглавлениеD ie Schlaflosigkeit hatte Aris fest im Griff. Unruhig wälzte er sich in seinem Bett, stieß die Bettdecke mit wilden Fußtritten von sich, nur um sie Sekunden später wieder bis unter sein Kinn zu ziehen.
Beim besten Willen würde er keine weitere Nacht mit einem schnarchenden und einem wimmernden Mitbewohner überstehen. Kurz hatte er überlegt, Jard die Nasenlöcher zu verstopfen, während er Kel am liebsten direkt vor die Tür gesetzt hätte. Anscheinend hatte der Junge Albträume, die ihn im Schlaf immer wieder aufheulen ließen. Irgendwie war der Junge seltsam. Er hatte kaum ein Wort gesagt, nachdem er seine Sachen verstaut hatte. Und während Aris und Jard sich entkleideten und ihre Nachtgewänder überzogen, hatte Kel sich nur seiner fein gewebten Weste entledigt und sich in Hemd und Hosen, mit der Begründung, es sei ihm hier zu kalt, unter seiner Decke verkrochen. Kein Wunder, dass er fror, dachte Aris, der Junge war dürr wie eine Bohnenstange. Aber gut, hinter den kühlen Tempelmauern wurde es trotz der milden Nächte nie wirklich warm in den Zimmern. Heizöfen, Kamine oder Kohlebecken suchte man in der ganzen Tempelanlage vergeblich.
Kel drehte sich auf die Seite, sodass Aris sein Gesicht sehen konnte, das in dem fahlen, herein scheinenden Mondlicht aussah, als hätte man es in Milch getaucht.
„Milchgesicht!“, murmelte er schläfrig. „Mal sehen, ob du morgen immer noch ein Lehrling im Tempel des Westens sein möchtest.“
***
Noch bevor die Sonne aufging, verließ Jard das Zimmer, um der täglichen Morgenmeditation beizuwohnen. Keinesfalls wollte er zu spät am Ahnenhügel sein, die Strafe, die sein aufgeblasener Sempo ihm dafür auferlegen würde, konnten Jard und Kel sich lebhaft vorstellen. Am Abend zuvor hatte Aris Jard den Weg zum besagten Hügel erklärt und Kel beordert, sich auf selbigem vor Sonnenuntergang einzufinden, da sie – als sein zugeteilter Koho – nun jeden Abend mit ihm dort meditieren würde. Außerdem solle sie zur Meditation sowie zu den Trainingeinheiten in zweckentsprechender Kleidung erscheinen, weshalb er sie anwies, sich noch vor dem Frühstück vom Meister der Kleiderkammer im Westflügel ausstatten zu lassen. Kel saß in der Kleidung vom Vortag auf ihrer Schlafliege und wippte nervös mit dem Fuß. Sie musste sich dringend erleichtern. Sie stellte fest, dass es keine Nachttöpfe im Zimmer gab, was bedeuten musste, dass es irgendwo eine Abortanlage oder zumindest eine Grube zur Verrichtung der Notdurft gab. Des Weiteren musste sie einen Ort finden, wo sie ungestört die Kleidung wechseln konnte. Keinesfalls konnte sie sich im Zimmer vor Aris´ Augen umziehen. Da sie noch ihr Hemd und die dunklen Hosen trug, zog sie einfach ihre Weste darüber und war fürs Erste vollständig gekleidet. Abwartend blieb sie auf dem Bett sitzen. Ihr Sempo würde ihr sicher gleich weitere Anweisungen für den Tag geben. Doch stattdessen entkleidete er sich seelenruhig direkt vor ihren Augen. Kel war wie erstarrt. Schon gestern, als sie ohne Ankündigung das Zimmer betreten hatten, war sie wie vom Donner gerührt gewesen, bei seinem Anblick. Genau wie gestern stieg ihr nun wieder eine entsetzliche Hitze ins Gesicht. Nie zuvor hatte sie so einen athletischen Körper gesehen, der auf unfassbar verführerische Weise schimmerte. Kel hatte urplötzlich das Verlangen mit ihren Fingern über diese glatte, von der Sonne gebräunte Haut zu fahren.
Was war in sie gefahren?
Hin und wieder hatte sie auch Jard ohne Hemd gesehen, allerdings hatte dessen Anblick weder Hitze noch diesen eigenartigen Drang, ihn berühren zu wollen, ausgelöst.
Kel wollte den Blick abwenden, doch irgendetwas schien sie zu lähmen und so starrte sie mit hochrotem Kopf unentwegt auf die stählerne Brust ihres Sempo, bis diese endlich von einem schwarzen Hemd bedeckt wurde. Darüber zog er eine schwarz-rot abgesetzte ärmel- und knopflose Jacke, aus feinem Baumwollstoff, die bis zur Mitte seiner Oberschenkel reichte. Zusammengehalten wurde die traditionelle Kampfkleidung mit einer Schärpe, Aris´ Schärpe war rot, was bedeutete, dass er dem Meistergrad schon äußerst nahe war. Über seine knielangen Unterhosen, die er zu Kels Erleichterung nicht ausgezogen hatte, zog er eine schwarzbraune Hose.
Kel schluckte, endlich konnte sie sich wieder bewegen. Hastig wirbelte sie herum und starrte aus dem Fenster, geradewegs in den Sonnenaufgang.
Innerlich flehte sie, dass Aris ihr eigenartiges Verhalten nicht aufgefallen war.
„He, ich hab doch gesagt, du sollst deine Kleidung aus dem Lager holen. Sobald du damit zurück bist, wirst du als Erstes lernen, die Sachen auf traditionelle Weise zu falten. Wenn du das geschafft hast, darfst du frühstücken. Und danach findet deine erste Kampfeinheit statt.“ Aris klang ungeduldig.
Kels Bein zitterte erneut. Sie hielt es nicht länger aus.
„Sempo“, sprach sie ihn vorsichtig an. „Gibt es hier... ähm... einen Ort... äh...wo man...“
Aris warf ihr einen mürrischen Blick zu. „Was stammelst du denn so? Hast du einen Sprachfehler?“
Kel biss sich in die Innenseite ihrer Backe.
„Zum Pinkeln geht’s links den Gang entlang, die letzte Tür führt nach draußen auf eine Außentreppe, dann folgst du dem gesäumten Kiesweg. Am Ende stehen zwei kleine gelbe Gebäude mit roten Pagodendächern. Das größere ist das Badehaus und im kleinen Gebäude kannst du pinkeln und alles, was du sonst noch tun musst.“ Er setzte ein anzügliches Grinsen auf. Sofort sprang Kel vom Bett auf und schlüpfte in ihre Stiefel. Dann eilte sie hinaus zu der rettenden Abortanlage.
Kel machte sich auf den Weg zur Kleiderkammer. Meister Dakin, der sich um die Ausstattung der Tempellehrlinge kümmerte, war ein Mann von muskulöser Statur, dunkler Hautfarbe und mit dichten, schwarz gelockten Haaren, wie viele Bewohner des Südreiches sie besaßen, deren Vorfahren vor einigen hundert Jahren aus dem fernen Wüstenreich Ghami als Sklaven eingeführt worden waren. Er erinnerte sie ein wenig an den freundlichen Wüstenmann, nur dass Meister Dakin keinen Turban trug. Sklaverei gab es nur noch im Südreich, trotz des Gesetzes, welches der Urgroßvater des amtierenden Königs erlassen hatte, um sie abzuschaffen; doch die Gewalthaber des Südens hielten sich nicht daran, stattdessen erschufen sie ihre eigenen Gesetzte, was immer wieder zu Streitigkeiten und zuletzt zu Kriegen mit der Königsstadt Ashamur geführt hatte.
„Kommen herein, Junge!“, sagte Meister Dakin mit dem fremd klingenden Akzent seiner Wüstenheimat und musterte sie von Kopf bis Fuß. „Heilkunst oder Kampfkunst?“
Kel verneigte sich zur Begrüßung mit einer formvollendeten Geste. „Kampfkunst“, antwortete sie mit tief verstellter Stimme. Der Meister umrundete sie und blieb dann vor ihr stehen, sein bartloses Kinn in seine Hand gestützt. „Schwierig“, murmelte er „hoffen ich, dass du bekommen noch mehr Muskeln und wachsen noch.“ Mit diesen Worten verschwand er in einen Nebenraum und kehrte kurz darauf mit einem Stapel verschiedener Kleider und Stoffe zurück.
„Für Kämpfen...“, sagte er und legte ihr die gleiche schwarz-rote Jacke, die Aris vorhin angezogen hatte, in den Arm. Dazu ein schwarzes, langärmeliges Hemd und eine passende Hose in derselben Farbe sowie eine einfache Gürtelschärpe.
Als nächstes gab er ihr ein gelbes Gewand mit einer schwarzen Seidenschärpe. „Für Meditation!“
Außerdem folgten ein knöchellanges, graues Nachtgewand aus Leinen, beigefarbene und braune Hosen und ein hüftlanger graublauer Kittel für allgemeine Tätigkeiten, die im Tempel verrichtet werden mussten, wie Kel erfuhr. Mit knurrendem Magen und dem Berg frischer Kleidung im Arm verließ sie Meister Dakin.
Sie eilte den Gang entlang nach draußen zum Badehaus. Denn zuvor hatte sie dort eine kleine Kammer entdeckt, die man von innen verschließen konnte. Es war der perfekte Ort, sich ungestört umzukleiden. Schnell entkleidete sie sich, vergewisserte sich, dass die Bandagen um ihre Brust noch fest geschnürt waren und schlüpfte in die schwarze Kampfmontur. Glücklicherweise war der Kragen bis zur Halsmitte hoch geschnitten, sodass sie sicher gehen konnte, dass die Bandagen nicht hervorschauten, was gewiss Fragen aufwerfen würde.
Vor ihrer Zimmertür atmete sie nervös. Ihr Herzschlag trommelte in ihren Ohren. Sie konnte diesen Aris nicht genau einschätzen. Er war nicht besonders nett, allerdings auch nicht so ein Fiesling wie Taik. Im Übrigen schien Aris jede Menge Spaß daran zu haben, sich über die Neuankömmlinge lustig zu machen oder sie auf etwas herabwürdigende Art zu belehren.
Sie trat ein.
„Da bist du ja endlich, Milchgesicht!“, schallte ihr prompt Aris´ Stimme entgegen. Kel blickte auf den blonden Jungen, der längs auf dem Fußboden beugte und Übungen zur Kräftigung seiner Schulter-, Brust- und Armmuskulatur machte. Diesmal hatte Kel einen uneingeschränkten Ausblick auf die glatte nackte Haut seines Rückens, dessen angespannte Muskeln mit winzigen Schweißperlen überzogen waren. Kel riss sich zusammen, um nicht schon wieder zu starren. Sie schloss die Tür und tappte hinüber zu ihrem Bett, wo sie die Kleider ablegte.
Während Aris seine Eigengewichtsübung fortsetzte hörte Kel ihn leise zählen. Als er bei einhundertsiebzehn angelangt war, sprang er ohne Vorwarnung auf die Füße. Er musterte sie in ihrer neuen Kampfkleidung, die etwas zu locker an ihrem Körper saß und an Ärmeln und Beinen etwas zu lang ausfiel.
„Kleinere Sachen gab es nicht“, sagte Kel, als müsse sie sich dafür entschuldigen.
Aris nickte mit hochgezogenen Brauen. „ Wen wundert´s? Frauen und Kinder gehören üblicherweise nicht zur Körperschaft eines Ausbildungstempels“, spöttelte Aris. Vor Empörung riss Kel ihren Mund auf. Er ahnte ja nicht, wie nahe er der Wahrheit damit gekommen war.
Sie hätte ihm am liebsten ihre Meinung, hinsichtlich seiner ständigen Beleidigungen an den Kopf werfen. Doch sie riss sich zusammen. Sie konnte ihrer Stimme nicht vertrauen, vor allem, wenn sie erregt war, klang sie zu schrill und ganz und gar nicht männlich. Sie musste dringend wieder einen Wolfsnesselaufguss zubereiten und trinken, denn wenigstens sorgte dieser zuverlässig für eine heisere Stimme. Zumindest für ein paar Tage.
„Ich bin kein Kind. Ich bin fünfzehn!“, sagte sie und blitzte ihn an. Dabei fiel ihr auf, dass er tiefgrüne Augen besaß, die wie zwei Smaragde wirkten, die man zur Zierde in seinem attraktiven Gesicht platziert hatte.
Er sah sie zweifelnd an. „Und du bist sicher, dass du kein Eunuch bist?“
Kel verdrehte die Augen. Nicht dass sie Jard am Ende noch um dessen Sempo beneiden würde.
***
Aris hielt Wort und ließ seinen Koho erbarmungslos die neuen Kleider in einer speziellen Technik falten, die der Junge zwar schnell lernte, dennoch mangelte es ihm, seiner Meinung nach, an den Feinheiten.
„Noch mal, da ist eine Falte zu viel!“, rügte Aris ihn und entfaltete das Kleiderpaket, sodass Kel von vorne beginnen musste. Er hörte den Magen des Jungen knurren. „Solange du die Technik nicht ordentlich beherrschst wird es leider nichts mit Frühstück!“, mahnte er Kel, der ihn aus einem leidenden Milchgesicht ansah. Er wird doch wohl nicht anfangen zu heulen, dachte Aris. Weichei!
Aris war ebenfalls hungrig, doch als Kel es endlich geschafft hatte, ordentliche Kleiderpakete zu packen, war es bereits zu spät fürs Frühstück. Die nächste Mahlzeit gab es erst zur Mittagsstunde.
Ungeduldig ging er zu Tür. „Es wird Zeit für dein Training. Großmeister Nakoro erwartet täglich meinen Bericht über deine Leistungen.“
Sie betraten den riesigen Innenhof der Tempelanlage, der in mehrere Bereiche abgesteckt war. Einige Felder waren mit gelbem Sand bedeckt, andere waren mit Gras bewachsen und wieder andere mit steinernen Bodenplatten ausgelegt. Die meisten Felder waren besetzt. Meister Asak trainierte mit sieben Lehrlingen der Mittelstufe eine Kampftechnik, die sehr viel Konzentration erforderte, während Meister Nakoro mit zwei Oberschülern auf einer Grasfläche saß und ihnen schwere Bewegungsabläufe anhand von Zeichnungen erklärte.
Aris schob seinen Lehrling auf eine freie Steinfläche.
„Zieh deine Schuhe aus!“, diktierte er. Kel tat, wie ihm geheißen. Beim Anblick der kleinen Füße seines Schülers hätte Aris sich vor Schreck beinahe an seiner eigenen Spucke verschluckt. Unvermittelt überkam ihn ein Anflug von Mitleid für den Jungen. „Wie kommt ein unterentwickelter Knabe wie du eigentlich auf die Idee, diese anspruchsvolle Form des Kämpfens erlernen zu wollen? Jemand wie du wäre besser in irgendeinem Amt aufgehoben“, sagte er in seiner üblichen unsensiblen Art und erkannte erst, als Kel betrübt auf seine Füße sah, dass der Junge gekränkt sein könnte. Schließlich konnte der arme Kerl ja selbst nichts für seine körperlichen Defizite. Wenn er Glück hatte, war er vielleicht wirklich nur ein Spätzünder. Aris wünschte es ihm. Dennoch, Kel hatte sich für die Ausbildung im Tempel entschieden, was bedeutete, dass er genauso hart arbeiten musste, wie jeder andere, dessen körperliche Voraussetzungen Erfolg versprechender waren.
„Eines solltest du dir merken, Milchgesicht. Das Leben hier im Tempel ist völlig anders, als das Leben in deiner feinen Stadt in einer luxuriösen Residenz. Harte Arbeit und Spiritualität gehen hier Hand in Hand. Neben dem Kämpfen ist die Meditation ein wichtiger Teil des Tempellebens. Ziel ist es mit den allmächtigen Geistern, unseren Ahnen, in Verbindung zu treten. Einige Großmeister sind schon auf der höchsten Stufe angelangt. Unter anderem auch Großmeister Nakoro. Ich habe ihn selbst schon im Lotussitz ein Stückchen über der Erde schweben sehen.“
Kel machte große Augen.
„Hast du schon mal meditiert?“
Kel schüttelte den Kopf. „Nein, Sempo!“
Das fing ja gut an.
„Aber kämpfen kannst du?“
„Ja, Sempo!“
„Wo hast du das Kämpfen gelernt?“
„Den Schwertkampf habe ich erst vor drei Jahren bei meinem Vormund, Präfekt Vardan in Aracon gelernt. Er hat Jard und mich selbst unterrichtet.“
„Also bist du gar nicht der echte Sohn des Präfekten?“
„Nein. Ich bin Waise. Ich ... habe bis vor drei Jahren auf der Straße gelebt!“
Die Erinnerung daran schien dem Jungen zu schaffen zu machen.
„Und der traditionelle Kampf? Wo hast du den gelernt? Nicht etwa auf der Straße?“ Allein dieser entsetzliche Gedanke sorgte dafür, dass sich Aris´ Nackenhaare aufstellten.
„Nein, ich habe die Kämpfer des Heeres in Aracon bei ihren Trainings beobachtet, seit ich ein kleines... kleiner Junge war“, erwiderte Kel. „Die traditionellen Kämpfe haben mich fasziniert.“
Er hat die Kämpfe beobachtet? Aris schüttelte ungläubig den Kopf. „Also, kannst du nun kämpfen oder träumst du nur davon?“, heischte er ungeduldig.
„Ja, ich schätze ich kann es...“
„Also, dann fang endlich an. Heuschreckenstellung, los!“, rief Aris.
Sofort nahm Kel die gewünschte Position ein, doch Aris befand, dass seine Fußpositionen nicht exakt waren.
„Welches sterbende Insekt versuchst du gerade darzustellen?“, bellte er und gab Kel einen Schubs, sodass dieser das Gleichgewicht verlor und zu Boden ging. Der kurze, schrille Aufschrei seines Lehrlings stimmte ihn noch ärgerlicher. Er wusste selbst nicht genau, warum seine Laune urplötzlich so mies war, vielleicht lag es am Hunger. Doch irgendwie hatte er das Gefühl, dass es an Kel selbst lag. Er konnte den Jungen nicht einschätzen. Jedenfalls fand er ihn seltsam. Nicht einmal die einfachste Grundstellung beherrschte er. Was wollte er also hier? Warum sollte er mit jemandem wie Kel seine Zeit verschwenden? Viel lieber hätte er jetzt für sich alleine trainiert und sich auf die baldige Abschlussprüfung vorbereitet.
Kel rappelte sich auf und rieb sich den Unterarm, auf den er gestürzt war, dabei entging Aris nicht, wie er versuchte, die Tränen zu unterdrücken.
Waschlappen.
„Los noch mal!“
Sofort stellte Kel sich wieder in Position.
„Beine weiter auseinander. Tiefer stehen! Arme seitlich ausstrecken und Körperspannung...“, brüllte Aris so laut, dass die Gruppe, die im Nebenfeld trainierte verdutzt hinüberschaute.
Aris drückte Kel mit seinen Händen tiefer, sodass dieser sich weiter in die Knie hocken musste. Aris wusste aus eigener Erfahrung, dass das Brennen in den Beinen eine höllische Qual war, was sich kurz darauf in Kels schmerzverzerrter Miene widerspiegelte.
„Gut so! Und jetzt bleib so stehen, bis die Sonne direkt über dir steht!“