Читать книгу Die erste Legende von Ashamur - Eileen Schlüter - Страница 9
Kapitel 4
ОглавлениеInsel Eriu, Ausbildungstempel des Westens
Aris liebte die traditionelle Kampfkunst, ebenso wie den Schwertkampf. Sein Ziel war es, beides so weit zu perfektionieren, um eines Tages als bedeutendster Kämpfer des Vierhimmelreichs in die Geschichtsbücher einzugehen. Und diesem Ziel kam er stetig näher. Zwei Jahre lang hatte er im Ausbildungstempel des Nordens täglich viele Stunden den Schwertkampf unter Großmeister Seki trainiert. Kein anderer Schwertkämpfer konnte ihm das Wasser reichen. Niemand war so schnell und wendig wie Aris. Die Tätowierung einer sich um ein Schwert windenden Schlange, auf seinem rechten Unterarm, zeugte von seiner ausgezeichneten Leistung und der abgeschlossenen Ausbildung. Nun wollte Aris sich voll und ganz auf den traditionellen, waffenlosen Kampf konzentrieren. Großmeister Nakoro vom Westtempel war nun sein neuer Lehrmeister. Seit einem Jahr und neun Monaten lebte Aris nun im Tempel des Westens. Er fühlte sich wohl auf der Insel Eriu. Nicht umsonst wurde sie die schönste Insel des Reiches genannt, mit ihren vielen uralten Bäumen, die im Frühling in allen erdenklichen Farben erblühten und deren Sommerlaub eine Farbenvielfalt zwischen zartem Rosa und kräftigem Azurblau aufwies. Nirgendwo sonst war die Natur so außergewöhnlich und schillernd wie auf Eriu. Das Klima war das ganze Jahr über mild und hier nahm man die alten Kräfte der Natur sehr intensiv wahr, insbesondere wenn man sich der Meditation hingab. Doch auch etwas Mystisches war hier spürbar. Den alten Sagen nach, waren auf dieser Insel, fernab der Königsstadt Ashamur, angeblich die Überreste eines alten Herrschergeschlechts von gefürchteten Halbwesen verscharrt worden, nachdem das Reich vor über viertausend Jahren von der ersten Dynastie und Herrscher Od-Khato übernommen wurde. Auch wenn Aris nicht wusste, wie viel von den althergebrachten Erzählungen der Wahrheit entsprach und wie viel Einfallsreichtum und Aberglaube sich im Lauf der Jahrhunderte darunter gemischt hatte, so spürte er doch eine gewisse Mystik.
Aris saß auf einem Gras bewachsenen Hügel über der sandigen Meeresküste und meditierte. Er trug ein traditionelles senfgelbes, knielanges Meditationsgewand, das um die Taille herum mit einer schwarzen Seidenschärpe gebunden wurde. Darunter lockere Hosen derselben Farbe. Sein dunkelblondes Haar hatte er mit einem Stirnband fixiert, sodass es ihm nicht ins Gesicht und die Augen fiel. Die warmen Strahlen der untergehenden Frühsommersonne tauchten die hügelige Landschaft in ein schimmerndes Rot-Orange während das Wasser des Ozeans wirkte, als hätte jemand Blut hineingemischt. Er verharrte noch ein wenig gelöst im Lotussitz, als er in der Ferne zwei dunkle Punkte bemerkte, die sich näherten. Dem aufgewirbelten Staub nach, musste es sich um Reiter handeln. Neuankömmlinge?
Neugierig schärfte Aris den Blick, doch die beiden waren noch zu weit entfernt. Ein paar Meter neben ihm hatte ein anderer Lehrling gerade seine Abendmeditation im Sonnenuntergang beendet.
„He, Navar!“, rief Aris dem dunkelgelockten jungen Mann zu, der durch die unerwartete Unterbrechung der Stille erschrocken zusammenfuhr.
„Wusstest du, dass wir Neue bekommen?“, wollte Aris wissen.
Navar legte die Stirn in Falten und nickte. „Ja, hab gehört, dass zwei Schüler aus Aracon kommen sollen. Eigentlich wurden sie erst im Herbst erwartet. Sie sollen aus einem der angesehensten Häuser des Westreiches stammen, deswegen wurde wohl eine Ausnahme gemacht. Ich wette, dass da wohl ein paar großzügige Zuwendungen für Eriu und den Tempel im Spiel waren, die letztendlich zu der übereilten Aufnahme geführt haben.“
Aris kaute nachdenklich auf seiner Unterlippe. „Aber es sind keine Betten mehr frei!“
Wieder nickte Navar und beobachtete nun ebenfalls die sich nähernden Punkte. „Also, mein Zimmer ist voll. Wir sind schon zu fünft. Die anderen Zimmer sind ebenfalls überfüllt.“
Aris´ Augen weiteten sich sorgenvoll.
„Scheint so, als müsstest du das Privileg eines Einzelzimmers aufgeben und zwei Beistellbetten aufstellen, Aris. Dein Zimmer ist das einzige, wo die zwei noch reinpassen!“
„Auf gar keinen Fall!“, protestierte Aris.
Navar kräuselte die Stirn. „Die anderen und ich fragen uns schon die ganze Zeit, warum du eigentlich ein Einzelzimmer hast. Sagtest du nicht, deine Familie züchtet Wasserbüffel in Nord-Bego?“
Aris schob den Ärmel seines rechten Armes hoch. Die Schlangentätowierung blitzte hervor. „Noch Fragen?“, zischte er in Navars Richtung. Ehrfürchtig blickte Navar auf die Tätowierung, die im Schimmer des blutigen Abendrots wirkte, als würde sie sich bewegen.
„Ich war der beste Schwertkampfschüler, den Großmeister Seki je unterrichtet hat. Und als nächstes wird das Lotusmandala des Westtempels auf meinen Rücken tätowiert werden, sobald ich im Spätsommer die Meisterprüfung bestanden habe“, verkündete Aris stolz. „Wie du siehst, kann sich auch der Sohn eines Büffelzüchters Privilegien verdienen und deswegen lasse ich nicht zu, dass zwei dahergelaufene Schnösel so einfach in mein wohlverdientes Einzelzimmer einziehen!“
„Willst du etwa gegen die Entscheidung der Tempelvorsteher angehen?“, fragte Navar mit großen Augen.
Aris seufzte. Selbstverständlich würde er das niemals wagen. Angespannt kniff er die Lippen zusammen. Aber wie wurde er diese beiden Eindringlinge, die soeben das große Vordertor des Tempels erreicht hatten, bloß schnell wieder los?
Es war nun fast dunkel. Er beobachtete angestrengt, wie die zwei Gestalten und ihre Pferde das Tor passierten. Im Innenhof nahm ihnen jemand die Pferde ab. Bis auf diese gepflegten, gut genährten Rassepferde, wirkten die beiden auf den ersten Blick nicht sehr besonders, stellte Aris fest. So winzig, wie der eine war, musste es sich bei ihm offensichtlich noch um ein Kind handeln. Den anderen schätzte Aris höchstens eineinhalb Jahre jünger als er selbst war. Ob sie wohl Magieträger waren, so wie er und Navar? Na gut, Navars magische Fähigkeiten waren nicht der Rede wert und an einer Hand abzuzählen. Aris´ Magie dagegen war, wenn man den Worten des Großmeisters Glauben schenkte, außergewöhnlich und äußerst viel versprechend. Denn während Navar die selten nutzlose Fähigkeit besaß, mit einer magischen Berührung Pflanzen zum Welken zu bringen, gelang es Aris mit der gleichen Berührung, Gliedmaßen anderer Menschen für kurze Zeit zu lähmen.
Unter den derzeitigen Tempellehrlingen gab es nicht ausnehmend viele Magieträger. Die meisten von ihnen zeigten lediglich heilerische Fähigkeiten. Navar besaß die Fähigkeit sich vor Angriffen zu schützen, indem er blitzschnell eine unsichtbare Schutzwand vor seinem Körper aufbauen konnte, die allerdings nur für wenige Sekunden bestehen blieb. Auch Aris besaß diese Fähigkeit, hatte sie jedoch schon so weit optimiert, dass er mehr als nur einem Wurfgeschoss standhalten konnte. Auch hatte er erkannt, dass er durch die Spiritualität, die er durch die tägliche Meditation erlangte, immer wieder stärkere magische Kräfte entwickelte. Schon als Kind hatte Aris orakelhafte Vision gehabt. Er sah Bruchstücke von Ereignissen, die kurz darauf geschahen. Zuerst hatte er sich diese zu Nutze gemacht, indem er sich bei Versteckspielen auf die Person konzentriert hatte, die es zu suchen galt und sogleich erschien vor seinem inneren Auge splitterartig der Ort, an dem sie sich versteckt hatte. Eine derartige Fähigkeit war natürlich in jeder Lebenslage von erheblichem Vorteil.
Aris und Navar standen von ihren Meditationsstätten auf und stiegen den Hügel hinab. Sie begaben sich zum hinteren Eingang des Tempels.
„Der Ältere ist ein Magieträger“, sagte Navar.
„Woher weißt du das?“, erkundigte sich Aris nun interessiert.
„Das habe ich zufällig Großmeister Nakoro zu Meister Asak sagen gehört, als sie zusammen durch den Korridor gingen. Er will Heiler werden.“
Heiler?
Enttäuschung machte sich auf Aris´ Gesicht bemerkbar.
„Als gäbe es nicht schon genug Heiler im Reich der vier Himmel!“, brummte er. Navar zuckte nur mit den Achseln.
Bei den Allmächtigen. Ein Kind und ein Heiler, dachte Aris. Schlimmer hätte es ihn nicht treffen können!
Doch Aris wollte sich seinen Unmut keinesfalls äußerlich anmerken lassen. Schon gar nicht vor dem Großmeister. In den vergangenen Jahren im Tempel hatte er gelernt, wie er seine innere Mitte fand und schlechte Energien verbannte und so konzentrierte er sich darauf, ruhig Blut zu bewahren und den Dingen seinen Lauf zu lassen.
***
Mit pochendem Herzen trat Kel vor Großmeister Nakoro. Dass Jard nur ein paar Zentimeter neben ihr stand, bereitete ihr aber kaum das Gefühl von Sicherheit. Wenn dieser weise alte Mann auch nur den kleinsten Verdacht schöpfte, was sie in Wahrheit war, war es nicht gut um sie bestellt. Prompt offenbarte sich ihr mahnend ein kirschrot angestrichenes Haus vor ihrem inneren Auge. Hastig schüttelte sie diesen entsetzlichen Gedanken ab.
Großmeister Nakoro war ein kleiner, leicht untersetzter Mann, mit grauem Haar, das er zu einem strengen Knoten auf seinem Kopf gebunden trug. Seine freundlichen mandelförmigen Augen glänzten beinahe schwarz. Er hatte einen schmalen Kinnbart, der bis zur Mitte seines Brustbeins reichte und trug eine knöchellange Robe aus schwarzem Brokat, die mit prachtvollen bunten Mustern verziert war und in der Taille mit einer goldenen Schärpe gebunden war.
Er legte seine Faust in die Handfläche vor seiner Brust und empfing die beiden mit einer würdevollen Verneigung. „Willkommen im Tempel des Westens, dem größten im ganzen Reich der vier Himmel!“, sagte er mit einem fremd klingenden Akzent. Vermutlich hatte er in jungen Jahren noch eine der älteren Sprachen erlernt, die seit Jahrhunderten immer mehr in Vergessenheit gerieten und nur noch von sehr wenigen Familien besonders im Ostreich gesprochen wurden.
Kel und Jard erwiderten die Begrüßung auf die gleiche Weise. Kel atmete innerlich auf. Der Großmeister schien sie für einen ganz normalen Jungen zu halten.
Ein paar Schritte hinter dem Großmeister stand ein langer, dürrer Bursche von etwa siebzehn Jahren, mit raspelkurz geschorenen rötlichen Haaren. Sein Gesicht war mit Pickeln und roten Pusteln übersäht und seine wimpernlosen, hellblauen Äuglein waren rosa umrandet, außerdem hatte er ungewöhnlich große Nasenlöcher, insgesamt erinnerte sein Anblick verblüffend an ein Ferkel.
Er trug die typische Kleidung eines Heilers – weißes, knielanges Gewand mit Stoffknotenleiste über dunkeln Hosen – allerdings mit einer roten Gürtelschärpe, was ihn als ranghohen Schüler auswies.
„Koho Kel, Koho Jarden, darf ich euch Taik vorstellen, er ist der ranghöchste Lehrling der Heilkunst und wird euch euer Quartier zeigen und euch über alles, was ihr wissen müsst, informieren“, sagte Nakoro und trat einen Schritt zur Seite, sodass der Junge vortreten konnte. Taik verneigte sich ehrfürchtig vor dem Großmeister, bevor dieser lautlos den Gang entlang verschwand. Dann wandte Taik sich Kel und Jard zu. Zur Begrüßung deutete er eine wenig manierliche Verneigung an, seine Arme und Hände hatten kaum Spannung während der vollführten Geste.
Ohne ein weiteres Wort ging er den Korridor hinab. Kel und Jard wechselten fragende Blicke und folgten ihm eilig mit ihrem Gepäck.
Nachdem sie um eine Ecke gebogen waren, blieb Taik stehen und musterte Jard von Kopf bis Fuß.
„Ich bin jetzt dein Sempo und da du nur ein unbedeutender Koho bist, verlange ich, dass du mich auch so ansprichst, verstanden!“, zischte er.
Jard schien perplex über den schroffen Ton des Schülers, dennoch verneigte er sich demütig. „Ja, Sempo Taik!“
„Also, es läuft hier so. Ich entscheide, ob und wann du gut genug bist, für den Unterricht bei den Lehrmeistern. Ob ich dich allerdings für die Teilnahme an Großmeister Nakoros Unterricht vorschlage, steht in den Sternen!“ Er grinste herablassend. Dann setzte er den Weg durch den mit Fackeln beleuchteten Gang fort. Kel begegnete Jards entgeisterten Blick mit einem Augenrollen.
Armer Jard, dachte Kel. Mit diesem Wichtigtuer an der Backe, würde er es ganz sicher nicht leicht haben.
Vor einer dunklen Holztür machte Taik halt. „Hier werdet ihr schlafen und lernen!“
Er klopfte kurz an die Tür und öffnete sie sofort, ohne ein Zeichen von drinnen abzuwarten.
***
Nicht nur, dass ohne sein Wissen bereits zwei schmale zusätzliche Betten in seinem Zimmer aufgestellt worden waren, während er auf dem Hügel meditiert hatte, ließ Aris´ Laune auf einen Tiefpunkt sinken. Jetzt standen diese beiden Schnösel mit ihrer mondänen Stadtkleidung mitten in seinem Quartier und glotzten auf seinen nackten Oberkörper. Nicht, dass er sich für seinen wohlgeformten Schulter- und Brustbereich hätte schämen müssen. Und auch seinen flachen Bauch und die muskulösen Arme musste er nicht verstecken. Zum Glück hatte er die Hosen im gleichen Moment hochgezogen, als es geklopft hatte und Taik – dieser Wichtigtuer – mit den beiden Neuankömmlingen ohne seine Einwilligung hereinplatzte.
Alle drei machten große Augen. Aber der Kleine schien geradezu verlegen, denn seine Wangen färbten sich rot. Er senkte eilig den Blick auf die gewienerten Holzdielen.
Aris griff hastig nach seinem Hemd und zerrte es über den Kopf. Dann warf er den unwillkommenen Gästen missbilligende Blicke zu.
„Schon mal was von Höflichkeit gehört?“, murrte er und funkelte Taik an. Er konnte diesen blasierten Heilkunstlehrling vom ersten Tag an nicht besonders leiden.
„Ich hab doch angeklopft!“, rühmte Taik sich. „Hier bringe ich dir deine Zimmergenossen. Koho Kel und Koho Jarden. Wie ich gehört habe, bist du vorerst für diesen Knirps verantwortlich, bis er die Grundlagen der Kampfkunst beherrscht. Und wenn er soweit ist, wird Meister Asak ihn in seinen Unterricht aufnehmen.“ Mit diesen Worten machte Taik auf dem Absatz kehrt. „Ach und...Koho, ich erwarte dich vor Sonnenaufgang zur täglichen Meditation auf dem Ahnenhügel!“, brummte er im Vorbeigehen dem älteren Neuankömmling zu.
„Ja, Sempo!“, antwortete dieser und deutete eine hastige Verneigung an. Die Tür schwang zu und Aris war allein mit den beiden Neuen, die sich gegenseitig so unbeholfen anschauten, als befänden sie sich in einem gefährlichen Labyrinth, dessen Ausgang es zu finden galt, wenn sie allerdings den falschen Weg einschlugen, konnte sie dieser womöglich ins Verderben führen.
Aris fand seinen Vergleich äußerst passend.
„Was steht ihr hier so dämlich herum?“, unterbrach Aris die andauernde Passivität der beiden. „Los, packt eure Sachen aus und beeilt euch ein bisschen. In einer halben Stunde ist Nachtruhe.“
Er wies auf eine Wand. „Dort im Wandschrank könnt ihr eure Sachen verstauen!“ Dann setzte er sich auf sein Bett, das, im Gegensatz zu den Pritschen der beiden, breiter und bequemer war. Der größere begann sofort seinen Reisebeutel zu entleeren, während der Kleine noch zögerte. Er war wirklich noch sehr jung, befand Aris, als er in dessen pfirsichglatten Gesicht vergeblich nach Spuren von Bartwuchs suchte. Er versuchte, sich an seinen Namen zu erinnern, doch er fiel ihm nicht ein.
„He du... hab deinen Namen vergessen. Mach ein bisschen schneller, gleich müssen wir die Lichter löschen!“, heischte er den Jungen an, der nervös an den Schnüren seines Bündels hantierte.
„...Kel..., mein Name ist Kel!“, antworte er kaum hörbar. Seine helle Stimme bestätigte Aris´ Verdacht. Der Bursche konnte nicht älter als dreizehn sein.
„Also, Kel. Was ist nun?“
Sofort griff Kel in den Beutel und förderte seine Habe zu Tage. Der andere, Jarden, an dessen Namen erinnerte er sich, hatte schon alles in den Schrank geräumt. Für hoch angesehene Sprosse aus Aracon hatten sie erstaunlich belanglose Dinge im Gepäck, dachte Aris gelangweilt, als sein Blick plötzlich auf allerlei Grünzeug stieß, das die beiden aus ihren Taschen räumten.
„Wolfsnessel? Euer Ernst?“, brachte Aris erstaunt hervor und bedachte die beiden mit einem spöttischen Lachen. Er musterte sie von Kopf bis Fuß. „Scheint ja hervorragend zu wirken“, gluckste er und konnte dabei dem Drang nicht widerstehen, seinen Worten eine großzügige Portion Ironie beizumischen.
„Stählerne Muskeln wachsen nicht von einem Tee“, sagte er in belehrendem Ton und nahm einen der rauen Krautstängel zwischen Daumen und Zeigefinger, wobei er prompt ein Brennen an den Fingerspitzen spürte, was er sich jedoch nicht anmerken ließ.
„Dafür braucht es hartes Training und vernünftige Techniken!“ Er legte das Kraut zurück auf die Pritsche und stieß einen theatralischen Seufzer aus. „Ich sehe schon, das wird harte Arbeit – für beide Seiten!“