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Dienstag, 19. März
ОглавлениеIch schlief genussreich aus. Herrlich, dachte ich mir, kein Zoff mit Norbert, wer zuerst ins Bad darf, kein Frühstückstisch mit ekligen Sachen drauf, kein tugendhaftes Frühaufstehen. Allmählich fragte ich mich, warum ich überhaupt so lange bei Norbert ausgehalten hatte. Gut, er sah nicht schlecht aus, er war ziemlich alltagstauglich (ich hasste hilflose Kerle, die kultivierten die Hilflosigkeit doch nur, um ihren Frauen alle lästigen Aufgaben aufzubürden) und außerdem intelligent; man konnte sich gut mit ihm unterhalten. In letzter Zeit allerdings nicht mehr, das Gespräch hatte sich zunehmend nur um seine Karriere und meinen Blödeljob gedreht.
Während das heiße Wasser auf mich herabprasselte, musste ich zugeben, dass er auch mit dem Blödeljob nicht so Unrecht gehabt hatte – wollte diese Frances mich doch glatt mit einem Kunden ins Bett schicken, unglaublich! Aber das war noch lange kein Grund, sich als der große Ernährer aufzuspielen und mich barfuß an den Herd ketten zu wollen, ich brauchte einfach eine bessere Stellung, eine, in der ich alle meine Fähigkeiten nutzbringend einbringen konnte.
Einbringen war ein schönes Wort! Ich drehte das Wasser ab und wickelte mich exstatisch seufzend in das große, wenn auch leicht kratzige Badetuch. Der Blick in den Spiegel erübrigte sich, er war komplett beschlagen und mir war auch völlig gleichgültig, wie ich aussah, mich kannte hier ja keiner. Jetzt hätte ich endlich mal Zeit gehabt, mich von Kopf bis Fuß mit Bodylotion zu verwöhnen, aber ich hatte vergessen, welche zu kaufen. Auch egal, dann zog ich mich eben gleich an. Die Auswahl war naturgemäß bescheiden; ich durfte unter den übrigen vier T-Shirts wählen und danach den Spiegel sauber wischen, um meine nassen Haare zu kämmen. Das musste reichen!
Nein. T-Shirt und Lederjacke war eindeutig zu kalt für Mitte März. Also schlüpfte ich wieder in mein Sweatshirt und nahm mir vor, mir heute ein zweites, vielleicht mit dem alten Franz Joseph drauf, zu kaufen. Überhaupt, ich war so richtig in Stimmung, Geld für Souvenirs auszugeben, etwas, was ich noch nie gemacht hatte. Norbert fand Souvenirs albern, Frances fand sie wahrscheinlich uncool, und Judith, meine beste Freundin? Sie legte Wert auf Geschmackvolles und Wertbeständiges, am besten besorgte ich ihr einen Minisarg aus der Kapuzinergruft oder so etwas Ähnliches, Hauptsache, total nutzlos! Du wirst Augen machen, liebe Judith!
Ich band meine Uhr um und kramte in meiner Tasche – Äpfel musste ich wieder mal kaufen, bei nächsten Lebensmittelladen. Reiseführer? Kamera? Geld? Alles da.
Das Frühstücksbuffet hatte gestern Abend ziemlich großartig geklungen; der Augenschein enttäuschte etwas. Es gab labbrige Semmeln und geschmacksneutrales Mischbrot, Käse und Leberwurst in kleinen Plastikdöschen, weiche Eier (sehr weich, wie ich angewidert feststellen musste, als mir flüssiges Eiweiß entgegenquoll), künstlich schmeckenden Orangensaft und reichlich dünnen Kaffee. Daraus ließ sich wohl doch kein Proviant für den Rest des Tages herstellen, ich hatte schon nach wenigen Minuten jeglichen Appetit verloren. Lustlos kaute ich auf einem Käsebrot herum und trank Kaffee und Orangensaft dazu.
Hier gab es ja genauso wie zu Hause an jeder Ecke einen Stand der allgegenwärtigen Bäckereikette, oder? Eine anständige gewürzte Semmel war mir also sicher. Ich ließ den Rest der faden Streichkäsesemmel liegen und vertiefte mich in den Stadtplan. Mit der Straßenbahn zum Karlsplatz, mit der U-Bahn hinaus nach Schönbrunn... Ein Fiaker war stilechter, aber für das Geld konnte ich mich wahrscheinlich komplett neu einkleiden!
Außerdem gab es heute nur einen wichtigen Aspekt – ich durfte mittags nicht in der Nähe des Stephansdoms sein, und das würde sich ja wohl vermeiden lassen.
Schönbrunn war herrlich. Zwar bekam ich von der Führung nicht allzu viel mit, weil einfach viel zu viele Touristen in die einzelnen Räume gepfercht wurden und die Originalzeichnungen von Maria Theresias Töchtern immer das waren, was man hinter den Touristen leider doch nicht sehen konnte, aber die Anlage war zauberhaft und der vorfrühlingshafte Park die reine Entspannung. Ich stieg hinauf zur Gloriette und setzte mich dort mit einem Apfel und einer Semmel auf eine Bank. Zuerst betrachtete ich mir nur den Blick über Park und Schloss – genau wie die Großaufnahmen in Sissi (erster Teil). Man glaubt ja doch nie, dass etwas genauso aussieht wie im Fernsehen, aber es ist so. Vielleicht nicht immer, aber in Schönbrunn jedenfalls – wenn man von dem Baugerüst auf der Seite absah. Wenn man sich auf der Bank aber ein bisschen schräg setzte, rückte ein Forsythienstrauch vor den Schandfleck und das Bild war wieder perfekt.
So perfekt sollte das Leben mal sein, dachte ich und seufzte voller Selbstmitleid tief auf. Ich fand, dass das Leben zurzeit ziemlich gemein zu mir war. Womit hatte ich das verdient? Hatte ich etwas falsch gemacht? Frances nicht rechtzeitig Paroli geboten? Vielleicht... Norbert nicht rechtzeitig die energische Karrierefrau vorgespielt? Wie denn, mit diesem Witzjob? Den hätte nicht mal eine Oscar-Preisträgerin zur Karriere aufblasen können! Und vor Frances hatte ich Bürojobs über eine Zeitarbeitsfirma gemacht, immer nur einige Wochen, und immer die gleichen langweiligen Typen in den Büros! Arbeiten Sie erst mal so lange hier wie wir, dann sehen Sie das auch anders, hieß es immer, wenn ich einen zaghaften Verbesserungsvorschlag machte. Völlig erstarrt und festgefressen! Aber der Gedanke hatte doch etwas Tröstliches – schließlich konnte ich zu JobTime immer wieder zurück, dort war ich ja nicht türenknallend verschwunden wie bei Public Media. Meinen rauschenden Abgang dort bereute ich aber immer noch nicht, Frances hatte es nicht besser verdient und ihr unsäglicher Vorschlag hatte eindeutig die ganz große Geste erfordert. Nein, ich hatte es schon richtig gemacht!
Nur – warum hatte Frances geglaubt, ausgerechnet mir einen solchen Vorschlag machen zu dürfen?
Sah ich so nuttig aus? Benahm ich mich so? Im Geiste musste ich dem Knäblein aus dem Handy-Shop Recht geben, ich kam wirklich eher daher, als hätte ich die dicke Kawasaki oder BMW draußen aufgebockt. Eher jungenhaft – und wenn ich tatsächlich einen Teil meines dürftigen Gehalts für eine geschmacklose Chiffonbluse ausgegeben hätte, hatte der blöde Sohn vom blöden Böhmelmann auch nicht viel zu sehen gekriegt, ich hatte immer noch einen Busen wie eine Vierzehnjährige, eine nicht unbedingt gut entwickelte Vierzehnjährige. Frances war wirklich eine selten dämliche Kuh, das hätte sowieso niemandem vom Schlitten gehauen. Eher hätte es wie ein verzweifelter letzter Versuch ausgesehen...
Ich grinste vor mich hin, als ich überlegte, wie sich die selten blöde Kuh nun wohl behelfen würde, nur mit Katrin, die pünktlich um fünf ging und ihr bestenfalls die Nährstoffe in ihren ewigen Schinkensandwichs analysieren würde. Ob sie wohl selbst obenrum halb nackt Böhmelmann zur Vertragsunterzeichnung gebracht hatte?
Schön war es hier – und ziemlich warm, ich musste aufpassen, dass ich nicht einnickte. Mit einem letzten Rest von Willenskraft raffte ich mich wieder auf – schon fast Mittag! – und ging daran, Fotos zu machen, möglichst ungewöhnliche Fotos, die eben nicht aussahen wie auf den Postkarten im Museumsshop und doch unverwechselbar Schönbrunn zeigten. Ich schlich über eine Stunde im Park herum und um die Hecken des Parks, bis ich fast fünfzig Bilder auf dem Chip und das Gefühl hatte, das Schluss fotografisch wirklich durchschaut und erfasst zu haben. Außerdem knurrte mir jetzt der Magen, er verlangte nach etwas Fettigem, am besten frittiert. Ich studierte den Stadtplan, als ich wieder an der U-Bahn saß, und beschloss, an der Kettenbrückengasse auszusteigen und über den Naschmarkt zu schlendern. Da gab es sicher etwas Geeignetes!
An der Kettenbrückengasse war ich zunächst einmal fasziniert – der Haltestellenpavillon war ja reinster Jugendstil! Ich kramte sofort wieder die Kamera hervor und ging an die Arbeit. Zauberhaft – und so authentisch, leicht vergammelt, man hatte das Gefühl, die Spuren aller Leute zu sehen, die seit 1910 (oder wann die Strecke gebaut worden war) hier in die U-Bahn gestiegen waren, in Humpelröcken, Charlestonkleidchen, Trümmerfrauenoutfits, Petticoats, Minis, Jeans und allem, was man jetzt so trug.
Der Naschmarkt bot zunächst schauerliche, aber ungemein preisgünstige Kleidung. Ich wandte mich mit Grausen und machte, dass ich weiterkam. Schließlich ergatterte ich eine Semmel mit einem panierten Fischfilet und extra viel Mayonnaise darin – es lebe die leichte, gesunde Küche! – und schlenderte kauend weiter Richtung Karlsplatz. Die Sezession brachte mir wieder etliche Fotos ein – und irgendwann musste ich noch einmal zum Naschmarkt zurück, da standen ja die wunderbarsten Fassaden an der linken Wienzeile! Die Sezession gab sehr elegante Effekte her; ich schlich fotografierenderweise einmal rundherum und konzentrierte mich auf die Schriften, die Figuren und die goldene Blätterkuppel.
Am Opernplatz setzte ich mich dann, weil meine Füße schon etwas schmerzten, in die Linie 1, die immer den Ring entlang fuhr, rundherum und wieder rundherum, wie ein Karussell. Bei der ersten Runde schaute ich nur geistesabwesend hinaus, bei der zweiten las ich im Stadtplan mit, bei der dritten notierte ich mir schon schöne Motive. Vielleicht sollte ich auch über wirklich gute Motive für Schwarz-Weiß-Fotos nachdenken? Als mir das Trambahnfahren langweilig wurde, stieg ich am Burgring wieder aus, entdeckte auch gleich das Kino, das mir der Handyknabe empfohlen hatte, merkte mir die Anfangszeiten vor und schritt Richtung Heldenplatz davon. Schon wieder Motive über Motive – aber gleich ein weiteres Schloss?
Ich hatte mir in Schönbrunn eine geschwätzige Biographie verschiedener Habsburger Prinzessinnen gekauft, außerdem einen Schlossführer und einen kleinen Bildband über Wien. Und eine Tüte getrocknete Erdbeeren vom Naschmarkt hatte ich auch noch! Ich drehte mich einmal um die eigene Achse. Neue Hofburg, Burgring, die beiden gigantischen Museen mit der Maria Theresia dazwischen und dem Museumsquartier dahinter, in einer Farbe wie ein nackter Arsch, Justizpalast, Burgring, Volksgarten.
Volksgarten, beschloss ich, eine nette, sonnige Bank, vielleicht ein, zwei attraktive Denkmäler, ein bisschen lesen, Erdbeeren futtern, bis ich mich richtig verklebt fühlte, danach eine Zigarette... Hatte ich mir das nicht verdient?
Ich schlenderte die Wege entlang und überlegte, wo ich mich am besten hinsetzen sollte, um den perfekten wientypischen Blick zu genießen, wann immer ich den Blick von meinen Prinzessinnen hob. Am Theseustempel? Nein... Dahinten war ein leuchtend weißes Denkmal; als ich näher kam, erkannte ich die Kaiserin. Schön, hier war ich richtig!
Daneben eine halbrunde steinerne Bank, Halbschatten, gegenüber eine zweite Bank, dahinter konnte man ein Stück schmiedeeisernen Zauns und die Umrisse des Kunst- oder Naturhistorischen Museums erkennen (so genau konnte ich das auch mit Hilfe des Stadtplans nicht auseinander halten). Weit und breit kein Mensch – Kunststück, die Wiener mussten arbeiten und die Touristen wurden wohl gerade gruppenweise durch die Hofburg geschleust.
Ich machte es mir gemütlich und schlug das Buch auf. Marie Louise, die man gezwungen hatte, Napoleon zu heiraten... Sehr spannend, zwar auf dem Niveau von Herz und Krone, aber flüssig geschrieben - königlicher Tratsch machte eben doch Spaß! Ich futterte die klebrigen Erdbeeren und las gierig. Woher wusste der Autor eigentlich, wie die Hochzeitsnacht verlaufen war? Ich konnte mir nicht so recht vorstellen, dass die einzigen beiden Teilnehmer hinterher herumgetratscht hatten, damals redete man doch nicht über Sex, oder?
Einmal sah ich auf. Auf der Bank gegenüber saßen zwei Männer. Unauffällige Gestalten – aber warum trug der einen so grell bordeauxfarbene Schuhe? Die waren ja schon fast lila! Ich schüttelte angesichts dieser Geschmacksverirrung betrübt den Kopf und wandte mich wieder dem Buch zu, aber nun ließ die Konzentration nach. Ich zündete mir eine Zigarette an, las die Aufschrift seitlich auf dem Elisabethdenkmal, stellte fest, dass der andere Mann auf der Bank auch ein seltsames Merkmal aufwies: Er trug einen rötlichen Schnurr- und Backenbart wie Franz Joseph in seinen mittleren Jahren – im Museumsshop hatte ich genügend Abbildungen gesehen, um die Ähnlichkeit beurteilen zu können. Das weiße T-Shirt, die engen verwaschenen Jeans und der Gürtel mit der großen goldenen Sonne als Schließe passten zwar nicht so recht, aber das Gesicht – es hätte der Kaiser persönlich sein können. Die beiden schienen sich zu zanken, der mit den lila Schuhen versetzte dem anderen einen Rippenstoß. Na, was ging das mich an, vielleicht ein verkrachtes Liebespaar, beide waren noch ziemlich jung, und vom Geschmack her gaben sie sich wohl nichts nach. Ich stand auf und kramte die Kamera heraus. Erst einmal das Elisabethdenkmal, von zartgrünen Ranken umgeben. Einmal saß sogar ein Vogel auf ihrem steinernen Unterarm!
Ein bisschen von unten, das ließ sie arrogant wirken, als sei sie über das gewöhnliche Volk erhaben. War sie das nicht auch? Sie sah mich von oben herab an, während ich um sie herumturnte. Zimtzicke, murmelte ich, du hast in deinem Job auch nicht schlecht versagt. Wer einen Kaiser heiratet, muss doch wissen, worauf er sich einlässt! Sie schaute gleichgültig über mich hinweg, als ich mich wieder setzte und mir die heutigen Motive in meinem Terminplaner notierte. Ich sah wieder auf: Der Blick hin zum Kunst- (oder was auch immer) -historischen Museum war nicht schlecht, zarte Natur und klobige Architektur, die Sonne ließ die goldenen Akzente auf den Parkgittern schimmern – und leider auch diese abgrundtief hässliche Gürtelschnalle!
Die beiden pöbelten sich immer noch an, es hatte wohl keinen Zweck, mit dem Foto zu warten, bis sie sich davongemacht hatten. Ich konnte sie notfalls digital verschwinden lassen... Mist, die gute Bildbearbeitungssoftware war nur auf meinem Bürorechner. Wenn ich es einmal schaffen würde, meine megacoolen Abgänge so vorauszuplanen, dass ich vorher noch die Bürosoftware klauen konnte – das wäre wirklich vernünftig!
Na, ich würde schon jemanden finden, der mir dabei helfen konnte, und bei einem Privatfoto war es auch egal. Ich hob die Kamera halb, drehte mich ein bisschen und erwischte genau einen Sonnenstrahl, der die Gürtelschnalle so aufblitzen ließ, dass alles andere wahrscheinlich nun falsch belichtet war. Dann eben noch mal. Gut, jetzt beugte sich lila Schuh ein bisschen vor, als wollte er Franz Joseph ins Gesicht sehen, damit war die doofe Schnalle abgeschirmt. Ich schoss noch ein Foto und dann noch ein letztes, schon im Gehen, auf dem die beiden schrägen Vögel von der Seite und das Denkmal ebenfalls im Profil zu sehen war – das zeigte doch erst, wie klein die Menschen waren und wie groß (und eigentlich ziemlich geschmacklos) das Denkmal! Nun saß Franz Joseph vorne und wirkte unglücklich, aber von meiner Fotoaktion hatten die beiden wohl nichts bemerkt. Ich verzog mich langsam durch den Volksgarten Richtung Heldenplatz und betrat die Alte Hofburg. Die Kaiserappartements und die Silberkammer waren wirklich Pflichtprogramm!
Hinterher hatte ich das Gefühl, nun wirklich alles über Sissi und Franz Joseph (den echten) zu wissen, eigentlich mehr, als ich jemals hatte wissen wollen. Aber das war schließlich meine Absicht gewesen, als ich die Hofburg betreten hatte. Ich kaufte mir nachträglich noch einen Führer durch die Kaiserappartments, einige Postkarten samt Marken, ein Sweatshirt mit der Habsburger Krone darauf (von Franz Joseph hatte ich allmählich genug) und eine weitere Kitschbiographiensammlung – und zahlte eine unverschämte Summe dafür – und fand, dass es nun genug der Kultur sei. Die Kamera gezückt, wanderte ich durch die Höfe und fotografierte verschwiegene Winkel, eigenartige Wappen und stürzende Linien, die der majestätischen Hofburg etwas ungewohnt Dramatisches verliehen. Das mussten tolle Bilder werden!
Ich experimentierte mit den Objektiven, die ich dabei hatte, und probierte auch den Weichzeichner aus, aber der eignete sich wohl doch besser dafür, ältliche Möchtegernpromis faltenfrei aufs Bild zu kriegen. Trotzdem war ich mir sicher, dass ich fette Beute gemacht hatte. Langsam wanderte ich durch das Michaelertor aus der Hofburg hinaus und betrachtete mir nachdenklich den Michaelerplatz. Das seltsame Gebäude direkt gegenüber dem Michaelertor war also das Loos-Haus... Gewöhnungsbedürftig, aber nicht schlecht. Ein bisschen wie die in den Fünfzigern brutal renovierten Neubarockhäuser zu Hause am Markt, aber es hatte doch etwas: klare Linien. Ich tänzelte auf der steinernen Insel in der Mitte des Platzes herum, bis ich einen Standort gefunden hatte, von dem aus sich das Michaelertor in den Fenstern des Loos-Hauses spiegelte – gar nicht so einfach bei der eigenartigen Gitterstruktur vor diesen Fenstern! Schließlich war ich aber zufrieden und drückte ab.
Und wie hieß nun die Straße zwischen Loos-Haus und diesem gelben Barockbau neben der Kirche, deren Namen ich auch nicht kannte? Ich kämpfte mit Kamera, Stadtplan und Notizbuch und stellte schließlich fest, dass es sich um den Kohlmarkt handelte und ich von dort auf den Graben kommen konnte. Oh, gefährlich – der Graben führte in die Nähe des Doms – ob der Zugmensch dort immer noch auf mich wartete? Ich sah auf die Uhr – halb vier. Unwahrscheinlich, aber um den Dom sollte ich doch besser einen Bogen machen, beschloss ich.
Der Kohlmarkt wies ein paar hübsche Fassaden auf; besonders faszinierte mich eine trotz der großen Schaufenster recht altmodisch wirkende Papierhandlung. Das musste in den späten Zwanzigern der letzte Schrei gewesen sein. Schade, dass nicht ein paar Gestalten in der passenden Mode davor standen! Erst war der Blick frei, aber bis ich eine Position gefunden hatte, von der aus ich exakt diese Ladeneinbauten im Sucher hatte und die Belichtung stimmte, hatten sich drei poppig gestylte Mädchen vor dem Schaufenster aufgebaut. Die wollten sich doch keine Visitenkarten drucken lassen?
Ich wartete geduldig; schließlich zogen sie weiter und wurden nahtlos von einer jungen Mutter abgelöst, die ihrem Sprössling im Buggy ausführlich die Nase putzte. Ich fand, das könnte sie gut woanders tun, und trat ungeduldig von einem Fuß auf den anderen. So toll war die Fassade wahrscheinlich gar nicht, aber wenn man mich nicht fotografieren ließ, was ich wollte, wurde ich stur. Den Papierladen wollte ich haben, egal wie lange es dauerte, schließlich hatte ich ja Zeit!
Endlich schob die Frau ihren Buggy weiter und ich schraubte wieder am Objektiv herum. Äh, jetzt war die Sonne hinter einer Wolke verschwunden und die Belichtung stimmte wieder nicht mehr. So, jetzt! Nein, da stand ja schon wieder einer! Und was für ein hässlicher Vogel. Ich hatte genügend Zeit, ihn zu betrachten, während er offensichtlich bestrebt war, die Auslage komplett auswendig zu lernen.
Kräftig, grauhaarig, in einer Schimanskijacke, auch in grau, mit tausend voll gestopften Taschen, einen Fotokoffer über der Schulter, ausgebeulte Jeans, Naturledertreter, nicht mehr neu. Im Halbprofil sah man ansonsten nur, dass er miserabel rasiert war und eine ziemliche Nase hatte. Fast so ein Zinken wie bei mir, überlegte ich und schielte auf meine eigene, etwas zu schmale und zu lange Nase. Wenigstens stand meine aber nicht gar so weit vor! Er stand immer noch unbeweglich vor dem Schaufenster, das den Druck von Visitenkarten ganz nach Wunsch anpries.
„Jetzt mach dich vom Acker, Alter“, murmelte ich vor mich hin und verstellte aus Versehen schon wieder alles, was ich vorhin mühsam zurechtgeschraubt hatte. Na, ich hatte ja Zeit, der Kerl machte immer noch keine Anstalten, zu verschwinden. Wenn er wenigstens etwas dekorativer gewesen wäre!
Er wechselte den Standort und machte sich nun vor dem anderen Fenster breit.
„Himmel noch mal, was ist denn dort so interessant! Jetzt verzieh dich endlich und verschandel mir nicht das Foto!“, murrte ich vor mich hin und zoomte zum Spaß etwas näher. Ein Dreitagebart, äh! Allmählich taten mir die Füße weh.
„Jetzt zisch endlich ab, du nervst langsam“, pöbelte ich vor mich hin, „guck, da drüben ist doch ein feines Schaufenster, lauter Fotozubehör. Da passt du viel besser hin, jetzt geh mir endlich aus dem Bild.“
Er drehte sich um und grinste mich frech an. O Gott – hatte er das etwa gehört? Allzu leise hatte ich nicht vor mich hingeschimpft! Meine Wangen brannten, aber ich schoss schnell zwei Fotos und stellte dann fest, dass er wirklich auf dem Weg zu dem Fotoladen war.
„Sie sehen, ich befolge Ihren Rat! Besser so?“
„Entschuldigung“, antwortete ich verlegen, „ich wollte nicht unhöflich sein, aber ich hatte schon so lange gewartet und Sie sahen aus, als wollten Sie gleich vor dem Schaufenster einschlafen. Ich wollte Sie nicht vertreiben.“
„Haben Sie auch nicht“, beruhigte er mich, „ich war fertig. Ich lasse mich nicht vertreiben.“ Er stellte sich dicht neben mich und musterte kritisch die Fassade. „Seltsamer Blickwinkel. Ich würde ja eher – ach, was soll´s. Viel Spaß noch!“
Er verschwand im Fotoladen. Hm. Er würde eher – was? Das hatte geklungen, als verstünde er etwas davon. Ich wechselte die Position und fand mehrere bescheuerte und einen recht reizvollen Blickwinkel, danach machte ich noch einige Detailaufnahmen und zog befriedigt von dannen. Bis ich zum Graben kam, hatte ich so viele Fotos, dass ich sie mal ausgedruckt sehen wollte. Ich fand einen Fotoladen, der alles hatte, was ich jetzt so brauchte – einen Schnelldrucker mit anständigem Fotopapier, ein Übertragungskabel, das zu meiner Kamera passte, einen Rechner und recht günstige USB-Sticks. Ich kaufte mir einen zu acht Gigabyte, der bestimmt viertausend Fotos fassen musste, stöpselte meine Kamera ein, übertrug alles auf den Rechner und von da auf den Stick, druckte alle Bilder, die nicht direkt misslungen waren, einmal aus und war zufrieden mit mir. Dann hatte ich mir jetzt wirklich eine Pause verdient.
Ich verzog mich in eins der Cafés am Graben – draußen wurde es langsam reichlich frisch – und blätterte die Fotos durch, machte Notizen, las und trank Kaffee – Melange - , bis ich von dem vielen Koffein ganz kribbelig war und dringend etwas zu essen brauchte. Die Torten sahen hinreißend aus, aber vor meinem geistigen Auge erschien ein fettig ausgebackenes Backhendl und verdrängte alle Fotos und alle leidenden Prinzessinnen. Na gut, suchte ich also nach einem Backhendl!
In der Kärntner Straße fand ich ein einschlägiges Restaurant mit ziemlich stolzen Preisen. Das Backhendl war aber köstlich, und ich hatte einen Tisch für mich alleine; gestern hatte die Angst, ich müsste mit den drei Japanern auf Englisch Konversation treiben, mir fast den Appetit ruiniert. Heute aß ich unbelastet, sogar Pommes Frites dazu, und hinterher war mir auf eine köstliche Weise ziemlich schlecht. Entwickelte ich jetzt eine Art Fresssucht, nachdem ich mich jahrelang zwischen Tür und Angel von irgendwelchem Kram ernährt hatte? Na, wenn es über die paar Tage nicht hinausging, konnte es ja so schlimm nicht sein, ich war ohnehin zaundürr.
Als ich aus dem fettigen Mief der Kneipe wieder nach draußen trat, erschien mir die kühle Luft frisch und klar, obwohl die Autos vorne am Opernring vorbeirauschten und die Abgaskonzentration garantiert nicht unbedenklich war. Ich trottete zurück zum Hotel, sehr zufrieden mit mir und meinem Tagwerk. Vielleicht konnte ich ja doch noch als Fotografin aufsteigen? Aber ohne es korrekt gelernt zu haben? Hatten Leute wie Ansel Adams oder Anni Leibowitz ihr Handwerk eigentlich gelernt oder waren sie auch Quereinsteiger? Keine Ahnung, vielleicht sollte ich morgen mal eine Buchhandlung oder ein Internetcafé aufsuchen und mich informieren...
Ich kam an einem Billa vorbei. Ha, den kannte ich aus der Werbung zu Hause! Und offen hatte er auch noch – gerade noch. Halb sieben... Ich sprang hinein und füllte mir schnell eine Tüte mit grünen Äpfeln, schnappte mir eine Zweiliterflasche Diätcola und zahlte. Unmittelbar hinter meiner rechten Ferse wurde die Ladentür abgesperrt. Glück gehabt!
Aber um sieben Uhr schon auf dem Zimmer? Na und, ich war tatsächlich etwas müde, und Lust auf so eine köstliche heiße Dusche hatte ich auch schon wieder. Wenn ich hier weiter so schwelgte, würde ich zu Hause echte Probleme mit meiner Eisdusche kriegen. Ich musste umziehen, eindeutig!
Erst einmal stellte ich mich eine gute Viertelstunde lang unter die Dusche, dann wusch ich zwei T-Shirts und zwei Slips mit Shampoo im Waschbecken durch und breitete sie auf der Heizung aus, bevor ich mich in das riesige Badetuch wickelte und mich mit dem Notizbuch an den winzigen Schreibtisch setzte.
Kaum hatte ich begonnen, mir aufzuschreiben, welche Fotos nach meiner Ansicht am besten geworden waren, und zu überlegen, was ich morgen unternehmen sollte, klingelte mein Handy. Ach was! Hatte nun doch jemand gemerkt, dass ich verschwunden war?
Judith war dran. Ob ich noch Lust auf ein Bierchen hätte?
„Och, weißt du, ich habe gerade lange geduscht und jetzt sitze ich in ein Handtuch gewickelt herum... Und plattfüßig bin ich auch.“
„Also nicht? Schade. Hat dich deine Chefin wieder rumgescheucht?“
„Nein, die ist nicht mehr meine Chefin. Ich hab heute so viel besichtigt.“ Ich grinste vor mich hin. Wie lange würde es dauern, bis sie endlich fragte Wo bist du eigentlich??
„Besichtigt? Eine bessere Wohnung? Zeit wär´s, deine ist wirklich reif für die Abrissbirne. Hast du was gefunden?“
„Herzlichen Dank – aber du hast Recht. Nein, ich hab nichts gefunden, ich habe wie eine Touristin besichtigt.“
„Was denn, um Himmels Willen? Bei uns gibt es doch gar nichts zu sehen!“ Das stimmte so auch nicht ganz.
„Ach – die Hofburg, den Volksgarten...“
Am anderen Ende wurde heftig nachgedacht, man hörte das Rattern der kleinen Zahnräder in Judiths Kopf förmlich durchs Telefon.
„Wo ist der Volksgarten? Ich kenne bloß den Prinzenpark.“
„Der Volksgarten ist neben dem Heldenplatz, am Burgring“, las ich boshaft vom Stadtplan ab. Judith, die manchmal etwas auf der Leitung stand, konnte man mit so etwas wunderbar ärgern.
Schweigen. Dann, endlich: „Äh – wo bist du eigentlich?“
Ich kicherte. „In Wien.“
„In Wien? Was machst du da?“
„Frustreise. Ich war so sauer, auf Norbert, auf Frances, auf alle, da bin ich in den erstbesten Zug gestiegen, und der fuhr eben nach Wien. Toll ist es hier!“
Judith lachte. „Das bringst auch nur du fertig, einfach so abzuhauen! Und was soll nun weiter werden?“
„Keine Ahnung. Das überleg ich mir, wenn ich zurückkomme. Einen Job finde ich allemal, und so einen karrieregeilen Idioten wie Norbert brauche ich ohnehin nicht.“
„Was hat er denn jetzt schon wieder angestellt?“
Ich berichtete ihr von der Szene und ihrem Höhepunkt, dem Zehneuroschein. Sie bedauerte mich gebührend, fand die Geste eindrucksvoll (ha!) und versuchte mich dann vorsichtig zum Einlenken zu bewegen. Kunststück, ihr Leo arbeitete mit Norbert zusammen.
„Judith, lass das“, sagte ich schließlich, „ich will ihn nicht mehr. Ich sehe meinen Lebenszweck nicht darin, seine Karriere zu fördern, indem ich mich doof stelle, und zur Belohnung zur Taschengeldempfängerin degradiert zu werden. Der findet schon eine, die ihn gerne zu solchen Empfängen begleitet.“
„Also, am Montag war er alleine da. Wir mussten ja auch hin! Übrigens war es sterbensfad, du hast wirklich nichts verpasst. Gesagt hat er aber nichts.“
Auch kein Kunststück, Norbert würde doch nicht zugeben, dass seine Freundin gerade mit ihm Schluss gemacht hatte! Das sagte ich Judith auch. „Pass auf, in ein paar Wochen wird er Andeutungen fallen lassen, dass er sich von mir trennen musste, weil ich doch nicht so recht auf die Stellenbeschreibung gepasst habe.“
„Welche Stellenbeschreibung?“
Ich seufzte. „Ach, Judith! Die Stelle als Nestausschmückerin, Karrierefördererin und Bettwärmer.“
„Sag nicht immer Ach, Judith, als wäre ich ein bisschen doof“, beschwerte sie sich. „Liebst du ihn nicht mehr?“
„Schon lange nicht mehr, glaube ich. Und er mich auch nicht. Stell dir vor, er macht mir einen Heiratsantrag und spricht überhaupt nicht von Liebe, nur davon, dass er Anspruch auf meine Loyalität hat! So blöde hab ich mir meinen ersten Antrag nicht vorgestellt.“
„Immerhin hat er dir einen gemacht“, murrte Judith, „Leo ist auf dem Ohr völlig taub, ich lasse immer wieder mal Andeutungen fallen – total zwecklos.“
„Wozu auch heiraten?“
„Ach, ich wäre schon gerne verheiratet. Das hat was Beruhigendes, finde ich. Und wenn erstmal Kinder kommen...“
„Ich fände die Idee, verheiratet zu sein, extrem beunruhigend“, gab ich zu, „aber gut, ich will auch nicht unbedingt so bald Kinder. Erzähl mal von deinen Andeutungen!“
Während Judith mir ausführlich alle ihre Strategien darlegte, zog ich mir mit der anderen Hand das Handtuch aus und meinen Schlafanzug-Ersatz an und schlüpfte faul unter die Bettdecke.
„Also, die Ringanzeigen herumliegen zu lassen, ist schwachsinnig“, urteilte ich schließlich. „Der gute Leo ist doch noch geiziger als Norbert, nicht? Wie kannst du ihm da unter die Nase reiben, dass ihn die Hochzeit Geld kosten wird? Zeig ihm lieber, wo er spart!“
„Wenn ich ein günstiges Brautkleid finde, meinst du?“
„Nein!“, jaulte ich. „Judith, bitte! Mitdenken! Zeig ihm, wie er Steuern spart! Und welche Zuschüsse und Gehaltserhöhungen ihm zustehen. Und wenn du ganz masochistisch drauf bist, zeigst du ihm auch, was er sparen kann, wenn du seine Hemden wäschst statt der Reinigung. Aber dann hängst du natürlich den Rest deines Ehelebens in der Waschküche herum, ich weiß nicht, ob das es dir Wert ist?“
„Ach, warum nicht. Meine Arbeit nervt doch sowieso.“
„Warum das denn?“ Judith hatte doch einen prima Job als Rechercheurin in der Unibibliothek?
„Weil ich dauernd irgendwelchen Mist raussuchen muss. Die Profs sind so was von lästig, ich schleppe nur noch staubige Folianten durch die Gegend und wühle nach Fakten, die keinen normalen Menschen interessieren würden“, jammerte sie.
„Aber so hast du dir diese Arbeit doch auch vorgestellt? Ich meine, Rechercheurin ist doch genau das?“
„Ja, schon, aber ich dachte, dass ich wenigstens manchmal was Interessantes rauskriegen würde. Nicht bloß, wer ein zu Recht anonym erschienenes und längst vergessenes Drama von 1764 geschrieben hat.“
„Was denn? Wer wirklich hinter Kennedys Ermordung steckt? Wer die Hindenburg angezündet hat? Dass Marilyn Monroe doch ermordet wurde? The Truth Is Out There? Jetzt wirf doch dieses Verschwörungsbuch mal weg!“
„Verarsch mich nicht. Aber doch ab und zu mal richtig nützliche Erkenntnisse! Weißt du, das sind ja alles gar keine Fakten. Ich suche nur die Literatur, wer weiß, was andere dann daraus machen, vielleicht decken die Wunder was auf und ich krieg es nicht mal mit?“
„Dann schreib doch selbst eine Dissertation – den Magister hast du ja, und an der Quelle sitzt du auch. Du musst dich bloß wieder immatrikulieren und dir einen Prof und ein Thema suchen.“
„Mhm.“ Judith schien darüber nachzudenken. „Leo fände das bestimmt recht gut, ich glaube, eine Frau Doktor würde er noch eher heiraten...“
„Na siehst du, wieder ein Argument mehr. Du wirst doch irgendeinen ungeklärten Skandal in der Stadtgeschichte finden? Gab´s da nicht mal was, wo der halbe Stadtrat bewusstlos aufgefunden wurde und die Stadtkasse verschwunden war? So etwa zur Zeit Napoleons?“
„Ja, ich glaube, mir dämmert da was. Wieso hast du für mich die irrsten Ideen und steht selbst so auf dem Schlauch? Willst du dich nicht doch sicherheitshalber mit Norbert versöhnen?“
„Sicherheitshalber? Für meine Sicherheit brauche ich bloß einen Job, und den hole ich mir nächste Woche bei JobTime. Norbert würde mich nicht durchfüttern, ohne es mir täglich vorzuhalten und dafür unbegrenzte Gegendienste zu fordern. Nö, lass stecken.“
Wir blödelten noch ein Weilchen herum, dann schien Leo im Hintergrund zu rufen, und Judith musste aufhören. Nachdenklich stellte ich das Telefon auf das Nachttischchen zurück. Judith hatte Recht – das Leben anderer Leute regelte ich mit links, und mein eigenes? Vielleicht sah man aus der Distanz eben klarer.