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Der Baum der Welt und der Welten: ein archaisches kosmographisches Modell

Michael A. Rappenglück (Gilching)

Abstract

Many studies have dealt with the symbolism, myths and rituals of the world tree and tree of the worlds, but the underlying archaic model of the world tree has not been analysed and checked for astronomical references. This work is intended to do this. The methodology is interdisciplinary and mainly based on different approaches of the science of comparative mythology and studies of rituals, archaeological finds, botanical facts, socio-anthropological and astronomical considerations. The study deals with core elements of the world tree concept: crown, trunks, branches, roots, fruits / zenith and polar world axis, cosmic layers, centre, cardinality; the world tree and its derivatives or equivalents (e. g. the world mountain, the deer the stepladder, other plant species, etc.).the concepts of the inverted and symmetrical double tree; the world tree as the tree of life (related to water, fire, sperm, light, milk, entheogen substances); the relationship of the world tree to the Milky Way; several world trees (trees at the cardinal points; world trees dedicated to the sun and/or the moon; the world tree and the bird-reptile motif; connections between World Tree, World Mountain and World Cave; World Tree and Cosmic Fire; Birds in connection with the World Tree, the archer and the World Tree, World Tree and primeval sacrifice, the World Tree as symbol of power, the World Tree and the changing time cycles, New Year celebrations, certain rituals in connection with the World Tree, the destruction of the World Tree, the Cosmic Catastrophe (e. g. mostly floods) related to the World Tree as well as the symbolism of the World Tree in connection with spiritual concepts. It becomes clear that the model of the World tree and the tree of the worlds served as an impressive mnemotechnical tool that passed on important astronomical parameters and an archaic cosmography over thousands of years in different cultures.

Zusammenfassung

In vielen Studien wurden die Symbolik, Mythen und Rituale des Baums der Welt und Welten behandelt, aber das zugrundeliegende archaische Weltmodell nicht analysiert und auf astronomische Bezüge hin überprüft. Dies soll mit dieser Arbeit geschehen. Die Methodik ist interdisziplinär und basiert hauptsächlich auf unterschiedlichen Ansätzen der Wissenschaft der vergleichenden Mythologie und Studien von Ritualen, archäologischen Funden, botanischen Fakten, sozio-anthropologischen und astronomischen Überlegungen. Die Studie befasst sich mit Kernelementen des Weltbaumkonzeptes: Krone, Stämme, Äste, Wurzeln, Früchte / Zenit- und Polarweltachse, kosmische Schichten, Zentrum, Kardinalität; der Weltbaum und seinen Ableitungen oder Äquivalenten (z.B. der Weltberg, der Hirsch die Trittleiter, andere Pflanzenarten, etc.); die Konzepte des umgekehrten und des symmetrischen Doppelbaums; der Weltbaum als Baum des Lebens (bezogen auf Wasser, Feuer, Sperma und Licht, Milch und entheogene Substanzen); die Beziehung des Weltbaums zur Milchstraße; mehrere Weltbäumen (Bäume in den Himmelsrichtungen; Weltenbäume, die der Sonne und/oder dem Mond gewidmet sind; der Weltbaum und das Vogel-Reptilien-Motiv; Verbindungen zwischen Weltbaum, Weltberg und Welthöhle; Weltbaum und Kosmisches Feuer; Vögel im Zusammenhang mit dem Weltbaum, der Schütze und der Weltbaum, Weltbaum und Uropfer, der Weltbaum als Symbol der Macht, der Weltbaum und die wechselnden Zeitzyklen, Neujahrsfeiern, bestimmte Rituale im Zusammenhang mit dem Weltbaum, die Zerstörung des Weltbaums, die kosmischen Katastrophe (z.B. meist Überschwemmungen) im Zusammenhang mit dem Weltbaum sowie die Symbolik des Weltenbaums in Bezug auf spirituelle Konzepte. Es wird deutlich, dass das Modell des Baums der Welt und der Welten als eindrucksvolles mnemotechnisches Werkzeug diente, das wichtige astronomische Parameter und eine archaische Kosmographie über Jahrtausende hinweg in verschiedenen Kulturen überlieferte.

2.1 Einführung

Der Weltbaum (auch Weltenbaum oder kosmischer Baum) ist ein Symbol und Modell, das in Mythen, Ritualen und archäologischen Aufzeichnungen der Kulturen weltweit auftaucht und viele Jahrtausende alt ist (Cook 1904; Birdwood 1910a, 1910b; Hopkins 1910; Wensinck 1921; Lechler 1937; Ameisenowa & Mainland 1939; Berze Nagy 1958; Haekel 1958; Pâques 1964; Demetrio 1968, S. 47, 50, 56–58; Butterworth 1970; Fleck 1971b, 1971a; Kirtley 1971; Reat 1975; Roe 1982, S. 136–163; Eliade 1983, S. 17–19, 1986, S. 305–379, 1988, S. 48–57; Poignet 1988; Eliade 1991, S. 105, 108–109, 113, 121; Dumont (1992); Gerlitz 1992, S. 69–103; Schwartzberg 1994; Holmberg 1996; Delamarre 1999; Rappenglück 1999; Unterberger 2001; Unterberger 2011, 2018; Von Eschenbach (2002); McDonald 2002; Lepp 2004, S. 36, 263–264, 511; Austin 2004, S. 605– 606, 612, 616; Seidl & Sallaberger 2005/2006; Estrada-Belli 2006, S. 61–63, 66, 67, 73, 75; Giovino 2007; Mguni 2009; Nordberg 2009; Schuetz-Miller 2012, S. 287, 288, 346, 359–360, 367–368, 371, 375, 378, 393, 405, 411–414; Eliade 2012; Ajorloo & Takava 2014; Andrén 2014; Stein 2017; Barber 2017; McDonald 2018; Rappenglück 2018; Bäcker 2019; Paper 1993; Unterberger 2015). In diesem Modell wird die Welt mit den Teilen eines gigantischen Baumes assoziiert: seine Wurzeln, der Stamm, die Äste, die Blätter, die Blüten und die Früchte führen wesentliche strukturelle Elemente des Kosmos vor Augen, einschließlich der Weltachse, der Himmelsrichtungen, der Weltebenen, des Himmelsgewölbes, der Himmelskörper und aller Lebewesen. Der kosmische Baum verkörpert auch den vegetativen Aspekt der Welt. Ihm werden regenerative und manchmal halluzinogene Eigenschaften zugeschrieben, die sich auf spirituelle und transzendentale Aspekte des Kosmos beziehen. Wird der Weltbaum in der Anschauung der Kulturen als dauergrüne Spezies aufgefasst, symbolisierte er Stabilität und die Dauerhaftigkeit des Lebens im Kosmos. Identifiziert man ihn mit einer laubabwerfenden Art illustriert dies mit dem jahreszeitlichen Zyklus von Wachstum und Verfall bestimmte kosmische Zyklen.

Es gibt viele natürliche und künstliche ikonografische Entsprechungen des Weltenbaum-Motivs (Trier 1939, S. 26–28; Dechend 1981, S. 22–23; Mabett 1983; Schwartzberg 1994; Hultkrantz 1996; Austin 2004, S. 612; Rappenglück 2005, 2008, S. 63–64; Nordberg 2009, S. 39–42, 53–54; Eliade 2012, S. 52, 266– 268, 279; Liebenberg 2016; Unterberger 2011, 2018): Der Stamm kann durch einen Berg, einen Lotus, eine Liane, einen Pilz, eine Weinrebe, eine menschliche Wirbelsäule, einen Phallus, ein einbeiniges Tier, einen Spinnenfaden, einen Pfosten, eine Säule, einen Pfeiler, eine Säule, einen Speer, ein Schwert, ein Kreuz (y-förmiger Baum), einen Opferpfahl, einen Mast, eine Pyramide oder ein Seil ersetzt werden. Die Äste (kosmische Schichten) werden durch eine Leiter, eine Stufenpyramide, ein Geweih oder eine menschliche Wirbelsäule mit Rippen visualisiert. Es ist möglich, dass die kognitiven Ursprünge des Motivs bereits im Mesolithikum (Hultkrantz 1996, S. 41–43) oder gar im Jungpaläolithikum existierten (Lechler 1937, S. 345; Rappenglück 1999; Schuetz-Miller 2012, S. 412; Hultkrantz 1996, S. 38, 43).

Diese Studie beschäftigt sich mit dem Baum der Welt und der Welten als Modell einer archaischen Kosmologie und Kosmogonie. Zunächst wird untersucht wie nach Auffassung archaischer Kulturen die Gestalt des kosmischen Baumes die Ordnung der räumlichen Weltstruktur abbilden kann. Dabei zeigt sich, dass damit eng auch die Versinnbildlichung zeitlicher Prozesse verbunden ist. Dies ist verständlich, geht es doch darum das vierdimensionale Gebilde der Welt symbolisch, mythisch und rituell erfahrbar und begreifbar zu machen.

In diesem Zusammenhang wird die Möglichkeit diskutiert, dass in manchen Überlieferungen der kosmische Baum bei genauer Analyse die Funktionalität eines Schattenstabes (Gnomon), d.h. einer (horizontalen) Sonnenuhr, materialisiert. Damit erschließen sich auch Deutungen der Tiere, die auf der Spitze des Weltbaums (oder den abgeleiteten symbolischen Äquivalenten) sitzen: Sie sind auf den Höchststand der Sonne am Tag und im Jahr bezogen, aber auch ein Symbol des Himmelspols (Ausrichtung des Polstabes). Schließlich behandelt die Studie kosmogonische und transzendentale Aspekte des Weltbaum-Weltenbaum-Motivs, die metaphysische und spirituelle Weltauffassungen archaischer Kulturen in einer symbolischen-mythischen Sprache verstehbar machen.


Abbildung 2.2:

a) Zwei Modelle des Weltbaums im Horizontsystem

b) Die Vorstellung eines senkrecht stehenden Weltbaums mit Bezug auf die Rotation des Himmels um die Himmelspole herum funktioniert nur an oder in der Nähe der Erdpole.

Grafiken: Michael A. Rappenglück

2.2 Der Weltbaum – vertikal, schräg, invertiert, verdoppelt – als Modell zur Ordnung der räumlichen Welt

Das Modell eines vertikalen Weltbaumes entspricht der natürlichen Erscheinung und dem üblichen Wachstum von Bäumen: Der vertikale Stamm verkörpert eine Achse zwischen dem Nadir (Fußpunkt am Boden) und dem Zenit. Abb. 2.2, S. 58, zeigt, wie das Konzept eines vertikalen Weltbaums, bezogen auf ein horizontales System, die Imagination der drei um die Weltachse angeordneten Schichten sehr gut veranschaulicht (Rappenglück 2005, S. 157–158; Unterberger 2011, S. 310–311, 2015, S. 244–245; Duncan, C. (2015), S. 37–40). Die Krone des Baumes verkörpert die höchste Himmelssphäre, die Oberwelt, an, während das Wurzelgeflecht das tiefste Reich, die Unterwelt, umfasst. Der Boden, aus dem der Baum aufsteigt, repräsentiert die Mittelwelt. Durch seine Ausdehnungen nach oben und unten verbindet der Weltbaum die verschiedenen kosmischen Bereiche miteinander (Rappenglück 1999, S. 245; López 2009, S. 183–184, 196–198; Mguni 2009, S. 144–145, Abb. 5, 145; Duncan, C. (2015), S. 37–41). Nach Ansicht einiger Kulturen in Nordamerika, Asien und der Arktis durchdringt der Weltenbaum alle kosmischen Schichten und schafft so Öffnungen, die den Zugang zu anderen Wirklichkeiten ermöglichen (Miyakawa & Kollautz 1966). Die Wurzeln reichen tief in die unterirdischen Gewässer, d. h. in die Unterwelt. Das Geflecht der Äste und ähnlich, spiegelbildlich das der Wurzeln wird immer wieder in der Anschauung der Kulturen mit den kardinalen und interkardinalen Himmelsrichtungen verbunden. Die Pfahlwurzel, wenn erwähnt, setzt den Stamm antipodisch in der Unterwelt fort bis zum eigentlichen Gegenpunkt der extremsten Höhe (Zenit) zur maximalsten Tiefe (Nadir). Die Blätter, Knospen und Früchte entsprechen Himmelskörpern je nach kultureller Sichtweise Sonne, Mond und Sternen (Spieß 1923a, S. 21; Schröder 1953, S. 211; Berze Nagy 1958, S. 99–111, 199–203; Miyakawa & Kollautz 1966, S. 172, fn. 50; Naumann 1982, S. 24–25; Jockel 1990, S. 597). Meistens werden neun Äste erwähnt, die Welten, Schichten, Baumkronen, Sphären und so weiter entsprechen (Spieß 1923a, S. 22–23, 1923b, 1923c; Miyakawa & Kollautz 1966, S. 176), obwohl die Anzahl variieren kann. Die Baumkrone wird in Assyrien auch als ‚weißer Kristall‘ bezeichnet (Birdwood 1910a, S. 157). Dies erinnert an die hellstrahlende, weißglänzende Eispyramide als Spitze des Weltbergs oder an den Glasberg (Rappenglück 2020). Auch der Benben-Stein (Ägypten) ist hier erwähnenswert (Buhl 1947, S. 89; Gaballa & Kitchen 1969, S. 71–72; Suhr 1976, S. 31–32; Wright 1983, S. 99 und Fußnote 25): Er symbolisiert den ursprünglichen Hügel der Schöpfung und ist mit der Sonne, den Lichtstrahlen und der Vogelgottheit Bennu verbunden, die auf ihm oder auf dem heiligen Weidenbaum lebte. Die Spitzen von Obelisken und Pyramiden werden im Altägyptischen benbenet genannt (Bandy 2013).

In verschieden Kulturen weltweit trägt der Weltbaum das ‚kosmische Haus‘, das sich um ihn wie auf einer Achse dreht (Eisler 1910, II, S. 604; Trier 1939, S. 26–28; Schmidt 1940–1941; Werness 2000, S. 68; Eliade 1959; Rappenglück 2013, S. 392, 393, Abb. 2a, S. 397, 398, 411, Abb. 10a, links). Die Drehung des Kosmos um den Weltbaum kann auch im Bild einer Mühle und dem Mühlbaum als Drehachse, z. B. in der Edda, ausgedrückt werden (Dechend 1966, S. 43–44). Diese Mühle wird in der Milchstraße lokalisiert, d. h. es gab dort einest den Himmelspol als Drehpunkt der Weltachse. Der Weltbaum kann vom Weltberg aus nach oben sprießen (Eisler 1910, II, S. 618–619; Fischer 1932, S. 222, 229, 236; Miyakawa & Kollautz 1966, S. 172; Waida 1973, S. 70, 77, 1982, S. 669, fn. 12; Snodgrass 1985, S. 177–188; Rommel 1993; Austin 2004, S. 212; Eliade 2012, S. 290). Er wächst aus dem Weltnabel (griech.: ὀμφαλός, Omphalos) (Wensinck 1916; Berze Nagy 1958, S. 99–111, 123–126; Hummel 1960, S. 313–314; James 1966, S. 12–14; Knipe 1967, S. 343, 353; Rappenglück 1999, S. 94, 255), der Welthöhle (Rappenglück 1999, S. 281) bzw. bei ihr (Grantham 2002, S. 66) oder einem Teich (Ström 1967, S. 187–188). Oft gedeiht er an einem Ort nahe bei der Quelle des Lebenswassers (aqua vitae), von dem aus sich göttliche Kraft als eine belebende Flüssigkeit in und durch die Welt ausbreitet. Der Weltbaum ist dann der Baum des Lebens (arbor vitae). Häufig befindet sich der Weltbaum auf einer Insel im Ozean (Miyakawa & Kollautz 1966, S. 178). Er definiert auch das Zentrum der Himmelsrichtungen (Snodgrass 1985, S. 153–156), vier Flüsse fließen von ihm zu den Ecken der Welt (Spieß 1923d, S. 70; Schuetz-Miller 2012, S. 287, 375, 412) oder vier Wege kreuzen sich in ihm (Elk & Brown 2008, S. 104–106). Die Himmelsrichtungen können ebenso durch vier Vögel auf Zweigen oder zwei Vögel, die Nord-Süd, den Meridian, anzeigen, angegeben werden (Wilke 1922; Rappenglück 1999, S. 227–229). Vier Tiere (auch Chimären), stellvertretend für die vier kardinalen Segmente des Kosmos, sind mit dem Weltbaum verbunden (Ridington 1988, S. 137, 138). Die Anzahl der Blütenblätter auf dem Lotus (vier, acht oder sechzehn), der in der altindischen Kultur die dem Weltbaum ebenbürtige erfüllt, dient dem gleichen Zweck (Rappenglück 2014, S. 301). Oftmals ergänzen andere Weltbäume an den Himmelsrichtungen den Weltenbaum in der Mitte, wodurch das Symbol zu einem Quincunx, einer quadratischen Anordnung von 5 Punkten wird (Spieß 1923d, S. 70; Bertling 1954, S. 10; Mundy 1998, S. 229–231, Abb. 5.39–5.41).

Kulturen, die vor allem auf der Nordhalbkugel (Europa, Nordamerika und Asien), aber auch in Australien lokalisiert sind, kennen Mythen und Rituale des zum nördlichen Himmelspol hin geneigten Weltbaums (Ungnad 1925, S. 111–118; Schröder 1953, S. 211, 250–251; Eliade 1987, S. 33, 1959, S. 259– 260; Henricks 1995, S. 89; Ridington 1988; Rappenglück 2005, S. 158–159; Allan 2007, S. 23; Rusu 2012; Schuetz-Miller 2012, S. 368; Parpola, A. 2014, S. 111). Die Baumkrone symbolisiert hier nicht nur den Himmel, sondern insbesondere die Himmelskalotte mit dem Bereich der Zirkumpolarsterne (Cagni 1969, S. 74; Margulis 1971, S. 481–482). Ein Stern auf oder über der Spitze des Weltenbaums steht für den Polarstern (Naumann 1982, S. 24–25; Ridington 1988; Hultkrantz 1996, S. 40–41; Parpola, A. 2014, S. 111). Der Himmelspol und zu mancher Epoche der dort oder in seiner Nähe befindliche Polarstern wurden in manchen Kulturen als ‚Vogel‘ auf oder über dem Weltbaum gesehen (Rappenglück 1999, S. 105–106, 271, 2009). Allerdings funktioniert ein solches, visuell umgesetztes Konzept nur an oder nahe den Erdpolen gut (siehe Abb. 2.2c). Auf keinem anderen Breitengrad kann ein kosmischer Baum als Hauptträger des ‚Kosmischen Hauses‘ dargestellt werden, wie in Abb. 2.3 dargestellt. Je weiter der Lebensbereich der Kultur in Richtung auf den Erdäquator liegt wird das Modell immer schwieriger anzuwenden: Der Weltbaum würde immer ‚schräger‘ sich zum Himmelspol hin erstecken und dabei sich nicht der Schwerkraft entgegen nach oben hin ‚krümmen‘ dürfen.

Das Modell kann jedoch auch für andere Breitengrade verwendet werden, indem man den Weltbaum von einem horizontalen zu einem äquatorialen Bezugssystem verschiebt und den Stamm, der die Zenit-Nadir-Achse darstellt, mit der Polarachse (zwischen den beiden Himmelspolen) identifiziert (Abb. 2.3c). Statt der Erde ist nun die Ebene des Himmelsäquators die Bezugsbasis (die ‚himmlische Erde‘). Der Weltenbaum wird in dieser ‚gepflanzt‘ und der ‚Stamm‘ wird mit der Polarachse identifiziert. Von den Bagóbo auf Mindanao (Philippinen) ist bekannt, dass ähnliche Wechsel von Perspektiven, d. h. Transformationen von Systemen, mythisch gefasst wurden (Raats 1970, S. 7, 84–97). Diese Vorgehensweise ist auch von der antiken Projektionstechnik des Analemma (griech.: ἀνάλεμμα, ‚Aufnahme‘) bekannt, die zur Konstruktion von Sonnenuhren diente und wohl bereits im Magdalénien (18.000–12.000 v. Chr.) (Rappenglück 1999, S. 206–225). Mit dem Modell des Weltbaums ist zudem das Konzept der Sonnenuhr verbunden, wie später in dieser Studie noch gezeigt werden wird. Die Parallelkreise der Fixsterne (Deklinationen) entsprechen dann den imaginierten Ästen des Weltbaums. Dessen drei Wurzeln veranschaulichen in manchen archaischen Modellen die drei wichtigsten Positionen der Sonne im Laufe des Jahres: die Sommersonnenwende, die Tagundnachtgleichen und die Wintersonnenwende.

Neben der Idee eines senkrechten und geneigten Weltenbaums kennen die Völker in Eurasien, dem Nahen Osten und Nordamerika Mythen und Objekte, die das Motiv des ‚umgekehrten Weltenbaums‘, der sich vom Himmel (der himmlischen Erde) und insbesondere vom Himmelspol aus aufrichtet, illustrieren (Spieß 1923d, S. 66; Fischer 1932, S. 220, 238; Coomaraswamy 1938; Edsman 1944; Eliade 1986, S. 313, 315, 317–318; Holmberg 1996, S. 55; Wright 2008; Duncan, J. R. 2011, S. 19; Rappenglück 2013, S. 398; White 2013; Bäcker 2019, S. 211–212). Nach altindischer Überlieferung wächst der Weltbaum vom nördlichen Himmelspol aus (Falk 1994, S. 10–13). Sein Stamm wird mit dem heiligen Posten der Weltachse (textit(skambhà) identifiziert und hat vier Wurzeln: drei reichen nach oben, während die vierte nach unten geht. Es wurde argumentiert, dass die die drei Wurzeln (Falk 1994, S. 12–13) die Sterne β UMi (Kochab, 2,08 mag), α Dra (3,82 mag) und κ Dra (Thuban, 3,67 mag) markieren. Das Zentrum des von diesen Sternen gebildeten Trigons lag um 1800 v. Chr. nahe am Himmelspol (Starry Night Pro Plus 8, 2020). Es gibt Hinweise darauf, dass die drei Wurzeln des Weltbaums auch in archäologischen kultischen Monumenten (Gräber) der Eisenzeit Skandinaviens (Schweden, Norwegen), 200– 2050 n. Chr. plastisch repräsentiert wurden (Nordberg 2009, S. 42–47) und in einem Zusammenhang mit dem Motiv des Weltbergs stehen. Nach altindischer Anschauung verkörpert der umgekehrte Weltbaum – ein Feigenbaum (Pappel-Feige; Ficus religiosa; Heiliger Feigenbaum; Bodhi-Baum: Baum des Erwachens Buddhas) den Bau des Universums, wobei die Raumstruktur und das Menschenwesen (púrusa) miteinander identifiziert werden (Rappenglück 1999, S. 317, Fußnote 158; Unterberger 2015, S. 375–378). Dieser Gedanke findet sich auch beim griechischen Gott Dionysos (Unterberger 2015, S. 246), bei den alten Ägyptern (Buhl 1947; Billing 2004), bei nordischen Völkern (Unterberger 2015, S. 348–349, 353) den Kulturen im Nahen Osten (Ziffer 2010) oder bei den Amerindians im Amazonasbecken (Roe 1982, S. 136–163)


Abbildung 2.3:

a) In den mittleren geografischen Breiten ist der polar ausgerichtete Weltbaum deutlich schräg gestellt;

b) Am Äquator funktioniert das Modell des Weltbaums nicht mehr

c) Die Transformation des Horizontsystems in ein äquatoriales System und die Identifikation der Zenit-Nadir-Achse mit der Achse durch die Himmelspole macht das Modell wieder stimmig. Statt der Horizontebene der Erde dient nun der Himmelsäquator (als „himmlische Erde“) als grundlegende Bezugsebene. Die Deklinationsparallelen der Gestirne entsprechen in diesem Konzept den Zweigen des Weltbaums.

d) Das mythische Motiv der um den Weltbaum gewundenen Schlange kann die Bahnen der Wandelsterne (in alter Anschauung von Sonne, Mond und den fünf Planeten Merkur, Venus, Mars, Jupiter sowie Saturn) auf denen sie sich schraubenförmig durch den Gürtel des Zodiak auf- und ab bewegen.

Grafiken: Michael A. Rappenglück

Die Idee des invertierten kosmischen Baumes mag auch in der umgekehrten Kreuzigung des heiligen Petrus (Wright 2008) eine Rolle spielen. In Österreich ist das Brauchtum der umgekehrten Tafelkreuze wohl auf den invertierten Weltbaum bezogen (Spieß 1923d, S. 68). Weitere Varianten des kosmischen Baums sind der verdoppelte Weltbaum der Osage-Natives in Nordamerika (Duncan, J. R. 2011, S. 19), der auf die Hopewell-Kultur (300 v. Chr.–500 n. Chr.) zurückgeht. Die asiatischen und indonesischen Kulturen kennen auch einen Baum, der vom Himmel herunter wächst und einen, der von der Erde zu ihm hinauf sprießt (Fischer 1932, S. 229, 236; Miyakawa & Kollautz 1966, S. 172).

Am Weltbaum bewegen sich Schamanen und manche Tiere auf- und ab zwischen den verschiedenen kosmischen Wirklichkeitssphären (Rappenglück 1999; Unterberger 2011, S. 309, Fußnote 35, 316–317, 2015, S. 238, 242, 352–366). Bestimmte Tiere, z. B. der Bär, das Pferd, der Stier, der Hirsch bewegen sich auf den Weltbaum zu oder stehen neben ihm (Shepard & Sanders 1985; Rappenglück 1999, S. 269–270, 368, Fußnote 436, 2008, S. 63–64; Unterberger 2011, 2018). Tiere, manches Mal bestimmte Spezies, umrunden den Weltbaum, der häufig auf dem Weltberg wächst: der Umlauf der Fixsterne und insbesondere der Wandelsterne im Zodiak um die polare Weltachse ist hier versinnbildlicht (Seidenberg 1981; Austin 2004, S. 212; Rappenglück 2008, S. 63–64).

2.3 Temporale Weltbäume (‚Zeitbäume‘)

Der Weltbaum kann in der Imagination der alten Kulturen nicht nur den gesamten räumlichen Aufbau des Kosmos modellieren, sondern auch himmlischen Zeitzyklen abbilden (Pâques 1964, S. 98–102; Rappenglück 1999, S. 109–110; Bäcker 2019, S. 210–211). Zwei Aspekte gaben den Anstoß für die Idee eines temporalen Weltenbaumes: Der zeitliche Zyklus des Wachstums und der Ruhephase von laubabwerfenden Bäumen wurde auf den Beginn von Jahreszeiten, die Zeitzyklen von Monaten, Jahren und anderen Perioden in Beziehung gesetzt (Spieß 1923a, 1923b, 1923c; Röck 1940). Die Extrempunkte der auf- und untergehenden Sonne während eines Jahres bilden am Horizont eine dreigeteilte baumartige Figur (siehe Abb. 2.4). Die Punkte dazwischen (siehe Abb. 2.4b, c) bezeichnen die Zeiteinteilung nach Sonne und/oder Mond, wodurch das Bild eines Baumes mit einer bestimmten Anzahl (3, 6, 7, 10, 12, 14 usw.) von Zweigen (manchmal mit Knospen, Früchten oder Vögeln an den Zweigen) entsteht.

In Japan waren verschiedene Bäume, die mit bestimmten Tagen des Mondund Sonnenjahres, dem Fest der Sterne (Tanabata), an dem sich der Überlieferung nach der Stern Wega (α Lyr), die Spinnerin, und Altair (α Aql), der Kuhhirte, am Himmel treffen (sichtbar sind) oder dem Zodiakos verbunden waren, wichtig für saisonale Feste und die Neujahrszeremonie (Hisayoshi & Eder 1949). In China wurden solche zeitlichen Weltenbäume für den Lauf der Sonne, des Mondes und der Venus gebildet (Bulling 1956, S. 52, 54–55). Der Baum des Lebens im Buch der Offenbarung (22.2) trägt „zwölf Früchte, die jeden Monat ihre Frucht bringen“. Ein volkstümliches italienisches Modell des Weltbaums zeigt 27 (3 x 9) Blüten, die die Tage eines Monats darstellen (Spieß 1923d, S. 66).

In China zeigt ein Relief in einem Grab aus der Han-Dynastie (Mitte des zweiten Jahrhunderts n. Chr.) zwei Pflanzen: Die Blätter der einen stellen die

12 Monate eines Jahres dar, die nacheinander erscheinen und verwelken (2 x 6), während die 15 Blätter der anderen für die Zeit des zunehmenden und abnehmenden Mondes (2 x 15) stehen (Krupp 2012, S. 179). Im antiken Griechenland wurde bei den Daphnephoria, einem Fest, das Apollo (Ismenius oder Galaxius) in Theben (Böotien) gewidmet war, während der Prozession eine Holzstange getragen. Diese verkörperte den Weltbaum: eine Messingkugel an der Spitze symbolisierte die Sonne (Apollo), kleine Kugeln, die auf der Mitte des Stabes befestigt waren, symbolisieren die Sterne und eine Scheibe oder Kugel aus verschiedenen Ringen am unteren Ende stellte den Mond mit seinen Phasen dar.


Abbildung 2.4:

a) Eine baumähnliche Figur, die durch die Punkte der auf- und untergehenden Sonne an den Sonnenwenden gegeben ist: Krone = Wintersonnenwende, Wurzeln = Sommersonnenwende oder umgekehrt.

b) Punkte zwischen Sonnenaufgang (und Sonnenuntergang) im Sommer Sonnenwende, Tagundnachtgleichen und Wintersonnenwende bezeichnen die Zeiteinteilung nach Sonne und/oder Mond.

c) Die Vorstellung des Weltenbaums in Verbindung mit der Sonnenuhr als Modell des Kosmos

d) Ein Beispiel für eine Skaphe: Schale von Ahas (1548), Georg Hartmann (1525–1564), Nürnberg

Quellen: Grafiken a), b): Michael A. Rappenglück, c) Grafik um Baum als Gnomon verändert aus Wikipedia: Sonnenbahnen und Stundenkreise der Sonne (inkl. Ortsmeridian) gnomonisch projiziert (CC BY-SA 3.0, Fantagu) und Michael A. Rappenglück d) Foto: Brass Collection of Historical Scientific Instruments, Department of the History of Science, Harvard, USA (Public Domain).

Dreihundertfünfundsechzig Girlanden, die den Mast schmücken, repräsentierten die Tage des Sonnenjahres (Spieß 1923d, S. 66). Häufig werden Sonne und Mond flankierend zum Weltbaum abgebildet (Miyakawa & Kollautz 1966, S. 178; Eliade 2012, S. 129; Unterberger 2015, S. 366–371). Die Scheibe der Sonne (manchmal durch einen Spiegel dargestellt) und gelegentlich auch/oder die Mondscheibe, hängt in der Mitte (Eisler 1910, II, S. 589–591; Spieß 1923d, S. 66; Schröder 1953, S. 211; Naumann & Miller 1990, S. 31–32). Immer wieder verweilt oder ruht die Sonne auf der Spitze des Weltbaums (Cook 1904, S. 293; Snodgrass 1985, S. 26–27).

Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang ein in Sanxingdui (China) ausgegrabenes Bronzeobjekt (3,95m hoch), das auf ca. 1200 v. Chr. datiert wird (Shi 2005; Underhill 2013, S. 158, 161–166). Auf der einen Seite hat der Weltbaum 12 Zweige, die in Blüten enden (3 x 3 Zweige und in jedem Satz ist ein Zweig dichotomisch). Auf ihnen sitzen neun Vögel (Raubvögel). Der Baum besitzt auf drei Ebenen 12 (2 x 3 und 3 x 2) Früchte. Auf der anderen Seite schlängelt sich ein Drache oder eine Schlange aus dem Basisring des dreifüßigen Sockels den Baumstamm hinauf. Der Stamm verläuft durch drei Himmelsscheiben, die jeweils (spiralförmige) Ornamente zeigen, die Wolken dsrstellen. Das Objekt illustriert den Weltbaum in Verbindung mit der Sonne und einem Sonnenkult, der sehr wahrscheinlich mit dem altchinesischen Mythos der Fusang- und Ruomu-Bäume auf den Inseln im Osten (Sonnenaufgang) und Westen (Sonnenuntergang) zusammenhängt (Rappenglück 1999, S. 94, 315, fn. 123, 124; Shi 2015, s. Abb. 3.1).

2.4 Der Weltenbaum als Sonnenuhr

Eng verbunden mit dem Thema des zeitlichen Weltbaumes und einigen seiner solaren Aspekte ist die Sonnenuhr. Es gibt Hinweise darauf, dass die alten eurasischen und asiatischen Kulturen die Funktionalität einer Sonnenuhr in einigen der Weltbaum-Mythen codiert haben (Rappenglück 2005, S. 160). Der Stamm des Baumes, ob vertikal aufgestellt oder auf den Himmelspol ausgerichtet (Polos), zeigt eine horizontale Sonnenuhr an (siehe Abb. 2.4d). Der Baum dient hier als eine Hilfe für ein raum-zeitliches Messverfahren (Ström 1967, S. 173– 174; Rappenglück 1999, S. 177, 184–187, 272–281). In archaischer Auffassung kommt die Sonne entlang des Weltbaumes auf die Erde herunter (Fischer 1932, S. 232; Hummel 1960), und mittags berührt die Baumkrone das kulminierende Tagesgestirn. Nach indischen und lettischen Mythen wachsen und schrumpfen die Weltenbäume im Osten und im Westen dynamisch (bezogen auf die sich verändernde Länge des Schattens) vom Zeitpunkt des Sonnenaufgangs bis zum Sonnenuntergang (Schwartz 1874, S. 179–185, 1881, S. 182; Mannhardt 1875, S. 209–244).

Der Schatten des Baumes soll die verschiedenen kosmischen Sphären erreichen. Der umgedrehte Baum, der vom Himmelspol aufwächst, bildet die Grundlage für eine Skaphe (altgriechisch σκάφη, skáphe), eine Sonnenuhr in Form einer Schale (siehe Abb. 2.4e). Der Polstab (altgriechisch πόλος polos ‚Erdachse‘) wird durch eine Wurzel repräsentiert, die sich nach oben, über Raum und Zeit hinaus erstreckt. Die drei nach unten gerichteten Wurzeln können, archaischer Auffassung nach, die kosmischen Sphären (Erde, Luft und Himmel), die Tempi (Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft) und die Schattenlinien der Sonnenwenden und Tagundnachtgleichen bezeichnen. Die kulminierende Sonne oder der kulminierende Mond über der Baumkrone erscheint als ein einfüßiges und einäugiges kosmisches Wesen. Der Polos kann als eine Art kosmischer Feuerstab verstanden werden, der die Rotationskraft vom Himmelspol in die kulminierende Sonne transformiert und so die Idee eines Baumes aus Licht und Schatten erzeugt. Tierfiguren, die gelegentlich auf dem Gipfel sitzen, könnten als Nodus dienen, um die Zentralprojektion der Sonne zu ermöglichen und so die Ablesegenauigkeit über die lineare Projektion des Stabes hinaus zu erhöhen. In diesem Zusammenhang muss die Idee eines Sonnentiers, das den Weltbaum krönt und zur Sommersonnenwende abgeschossen wird, kurz diskutiert werden.

2.5 Das Sonnentier auf der Spitze des Weltbaums

Der Weltenbaum wird oft so konzipiert, dass er von einem Tier gekrönt wird. In den meisten Fällen handelt es sich um einen Vogel, oft um einen Raubvogel, manchmal aber auch um ein Säugetier – Ziege, Widder, Hirsch, Rentier, Pferd, etc. – (Fischer 1932, S. 229, 236; Bertling 1954, S. 97, 100; Schmökel 1957–1958; Berze Nagy 1958, S. 220–232; Miyakawa & Kollautz 1966, S. 172; Malecka 1999, S. 28; Rappenglück 1999, S. 169–175, 271, 2000, S. 171–173; Esposito 2004, S. 361; Seidl & Sallaberger 2005/2006, S. 57, Abb. 5; Schuetz-Miller 2012, S. 359, 368, 369; Unterberger 2015, S. 238, 253–254). Die ältesten Beispiele (Rappenglück 2000, S. 171) stammen aus der Höhle von Lascaux (bei Montignac, Dép. Dordogne, Frankreich), ca. 14.500 v. Chr., und aus Ahrensburg (Lk Stormann, Schleswig-Holstein, Deutschland, 10.700–9600 v. Chr.). Diese Tiere, die auf einem Baum oder auf dem Ersatzobjekt (z.B. einem Pfosten) sitzen, verkörpern stilisierte Lebewesen mit nur einem einzigen Bein (Horsch & Kuiper 1965; Rappenglück 2000). Sie haben meist eine besondere Beziehung zur Sonne, solaren Kraft und (himmlischem) Feuer (Rappenglück 1999, S. 172–177; Wright 2008, S. 34; Rappenglück 2009). Häufig zielt ein Schütze auf das Sonnentier (Mänchen-Helfen 1937; Dechend 1981, S. 56; Rappenglück 2008) oder den Weltenbaum selbst (Fischer 1932, S. 237; Rappenglück 1999, S. 174–177). Der Abschuss des solaren Tiers zur Sommersonnenwende wird in der Tradition des Pfeilschießen thematisiert (Rappenglück 1999, S. 174–177, 2009, S. 147), bei dem die Zielscheibe ein Vogelmodell ist. Diese ist im durch die Indoeuropäer geprägten Kulturraum, d. h. mindestens seit 5000–6000 Jahren bekannt, existiert aber auch anderswo. Der Weltenbaum ist weiter mit der Erzeugung und dem Erhalt des kosmischen Feuers verbunden, das in der Sonne, dem Polarstern (wenn es einen in der jeweiligen Epoche gibt) und der Milchstraße erscheint (Ridington 1988, S. 138, 1998, S. 185, 189; Hultkrantz 1996, S. 42–43; Rappenglück 1999, S. 175, 2005). Insbesondere das Motiv des ‚Feuerbohrens‘ gehört in diesen Symbol-, Mythen- und Ritualkomplex (Dechend 2011, S. 74– 76; Rappenglück 2016, S. 115–118).

Das Motiv des Weltenbaums findet sich zudem in Bildern wieder, die spirituelltranszendente Inhalte thematisieren, obwohl die Symbolik teilweise noch mit bestimmten Naturphänomenen verbunden ist: der weltliche Wasserkreislauf (Vogel- und Wassermotiv, siehe unten), die Vorstellung eines Baumes von Leben und Tod, eines Baumes der Erleuchtung und die Idee der Milchstraße, die den Weltenbaum verkörpert (Eliade 2012). Diese werden in den folgenden Abschnitten besprochen.

2.6 Der Weltenbaum und das Vogel-Wassertier-Motiv

Der weltliche Wasserkreislauf, angetrieben von der Sonne, wird wohl in den Mythen des Kampfes zwischen einem solaren Vogelhelden, der oft als Raubvogel geformt ist, und einem Wasserhelden, einem Seeungeheuer, das meist ein Reptil, eine Chimäre, ein Drache oder ein Riesenfisch ist, angesprochen (Sinaga 1981, S. 127–132; Eliade 1986, S. 320; Rappenglück 2009, S. 147–148, 2014, S. 299–300). Das Motiv ist für viele archaische Kosmovisionen weltweit wesentlich und ist schon im sumerischen Epos von Gilgamesch, Inanna und dem Huluppu-Baum (Attinger 2015) zu Beginn des dritten Jahrtausends v. Chr. zurück (Kramer 1938, 1944) präsent. Das Vogel- und das Wassertier stellen jeweils das Feuer (Blitz) des Himmels und das Wasser der Unterwelt dar. Die Tiere wie auch bestimmte kosmische Kräfte sind durch den Weltbaum verbunden: Während das Vogeltier in oder auf der Krone sitzt, windet sich das Reptil oder der Drache um die Baumwurzel (Europa, Naher und Mittlerer Osten, Mikronesien, Nordamerika) oder ein Fisch trägt den Baum (Cook 1904, S. 293; Kramer 1944, S. 19–20; Witzel 1948, S. 405, 407; Bertling 1954, S. 100; Suzuki 1959, S. 1–24; Miyakawa & Kollautz 1966, S. 178; Sinaga 1981, S. 127–132; McDonald 2002, S. 127; Austin 2004, S. 612; Nicolaus 2011; Rappenglück 2014, S. 296; Duncan, C. (2015), S. 40; Eliade 2012, S. 283, 294; Unterberger 2015, S. 80–84, 100, 104). Der Weltbaum, der aus den kosmischen Gewässern heraus wächst, der Kampf zwischen Vogel und Wasserwelttier und der Raub eines himmlischen magischen Pflanzensaftes (Lebenselixier) sind in der archaischen Weltauffassung oft einander assoziiert (Knipe 1967, s. besonders 337–338, 351–358). Der Diebstahl der belebenden Flüssigkeit (Soma, Homa) aus dem höchsten Himmel, durchgeführt von einem Adler (Sonnenvogel), ist ein altes indisch-iranisches Mythenthema. Die Völker des Amazonasgebiets sind sich des gleichen Motivs bewusst und setzen es in Beziehung zu einem Weltbaum, einem Weltenberg, einem dreigeteilten Kosmos (Himmel, Erde und Unterwelt), einer männlich-weiblichen Polarität sowie Blut und Wasser als Lebenselixier (Austin 2004, S. 212; Eliade 2012, S. 294; Rappenglück 2014, S. 299–300).

2.7 Baum des Lebens/Todes und Baum der Erleuchtung

Verschiedene Völker auf der ganzen Welt betrachten den Ur-Weltbaum als einen Lebensbaum, der für die Entstehung und Existenz von Lebewesen (Pflanzen, Tiere, Menschen) und Göttern verantwortlich ist (Lechler 1937; Ameisenowa & Mainland 1939; Grube 1957; James 1966, S. 93–97, 106–107; Martynov 1988; Holmberg 1996; Chinchilla Mazariegos 2006, S. 46, 47; Mguni 2009, S. 145; Eliade 1986, S. 321–327, 340–341, 347–370, 2012) in den meisten Fällen handelt es sich dabei um eine immergrüne Art. In dieser Hinsicht garantiert der Baum Vitalität und Fruchtbarkeit, oft explizit mit dem Thema der Sexualität verbunden. So gewährleistet er die beständige Erneuerung des Lebens und garantiert den Menschen das ewigen Leben: Rinde, Blätter und Früchte haben regenerative Eigenschaften und manchmal die Kraft, Menschen (und Tiere) unsterblich zu machen. Der Weltbaum ist auch für die jährliche Regeneration der Vegetation, die jahreszeitliche Abfolge und die – auch meteorologischen – Himmelszyklen verantwortlich. Er verkörpert den Schöpfer oder die Schöpfung und wird mit einer männlichen oder weiblichen Gottheit identifiziert, die in ihm wohnt (Frazer 1922, s. Kapitel 9–11, und auch Seiten 28–35, 38, 40, 679; Lechler 1937, S. 371, 406, 407–409; Greenhill 1954; Rosu 1961, S. 183–188; Roe 1982, S. 138–139, 215–217; Eliade 1986, S. 328–331, 2012). Die Menschen betrachteten den Baum des Lebens als einen sterbenden und wiederbelebenden Gott oder eine Göttin. Aus diesen Überzeugungen wird das Konzept eines Stammbaums abgeleitet (Russell 1981; Eliade 2012).

In vielen Kulturen war der Weltbaum als Lebensbaum auch Quelle urzeitlicher, lebensspendender und erhaltender, heiliger Flüssigkeit: Aus ihm und von ihm herab strömten Wasser, Milch oder ein tauähnlicher Honig, der als berauschendes (halluzinogenes, entheogenes) Getränk wirkte (Kuhn 1859; Schwartz 1881, S. 145, 155–156; Wünsche 1905; Eisler 1910, II, S. 579; Spieß 1923a, S. 19–20, 23; Lechler 1937, S. 380; Wagenvoort 1962; James 1966, S. 12–14; Waida 1977, S. 419, 420; Dumont (1992), S. 336; Norelius 2016; McDonald 2018, S. 16–19). Bienen sammeln den himmlischen goldenen Honig, die heilige und ewige Flüssigkeit, die in den Sternen, der Sonne und dem Mond gespeichert ist (Schwartz 1881). Die alten Kulturen erkannten den Zusammenhang von Leben und die spezielle Aktivität von Bäumen mit Sonnenlicht und Wasser; daher wird der Weltbaum auch als verantwortlich für den solar induzierten Wasserkreislauf angesehen (Schwartz 1881, S. 156; Rappenglück 2014).

Der Weltbaum trägt wertvolle himmlische Knospen, Nüsse oder Früchte (z. B. Äpfel, Datteln): Sonne, Mond, Sterne (McDonald 2002, S. 113–115, 121– 122; Norelius 2016). Der Verzehr der Früchte, aber auch des Saftes, hat entheogene Wirkungen und kann den Menschen unsterblich machen (Lechler 1937, S. 369–370, 373, 380). Im Nahen Osten bezieht sich der Baum des Lebens auf den Lotus. Das Bild des Lotus (und der Seerose) als Alternative zum Weltbaum gibt es im alten Ägypten, Mesopotamien, Indien, China, Mesoamerika und im Mittelmeerraum (McDonald 2002, S. 113–129; Rappenglück 2014, S. 293–305; McDonald 2018). Die Blaue Wasserlilie wurde als Betäubungsmittel, als halluzinogenes und entheogenes Heilmittel verwendet. Der Soma des indischen Mythos, dem die gleichen Wirkungen zugesprochen wurden, ist mit dem Lotus verwandt: In der altindischen Mythologie schwimmt ein riesiger Lotus (‚die Vulva der Welt‘) in einem Milchsee und verkörpert den kosmischen Schoß der Urwasser der Unsterblichkeit. Als Berg Meru gestaltet saugt er das Lebenselixier aus dem Abgrund des kosmischen Milchmeeres auf. Der Stamm wächst wie ein aquatischer Baum der Welt und des Lebens aus dem Nabel der Erde. Nach indischer Tradition, aber auch andernorts, kann der Stengel des Lotus, der zum Quirlen verwendet wird, durch einen einzelnen Fuß, einen einfachen Stab, eine Säule oder einen Speer ersetzt werden, die alle eine Achse darstellen, entlang der die Strahlung und Wärme der Sonne auf das Wasser einwirkend. Von seinem Ursprungsort aus zieht der Lotus das Lebenselixier hoch, so wie eine Pflanze Wasser aufsaugt. Durch das Umrühren des Milchmeeres (Milchstraße) mit dem Stengel des Lotus (äquivalent dem Weltberg) füllt sich Soma in ein Gefäß, das auf dem Rücken der kosmischen Schildkröte platziert wird. Darüber hinaus wird die Mondsichel als eine Art Becher angesehen, der am Weltbaum hängt und die unverzichtbare Flüssigkeit (aqua vitae) des Lebens (Milch, Honig, Wasser und Wein) auffängt, die für Unsterblichkeit sorgt während sie den Stamm auf- und abwärts strömt (Butterworth 1970, S. 101–102). Die entheogene oder halluzinogene Flüssigkeit des Weltbaumes (des Baum des Lebens) ist ein Hilfsmittel für Wahrsagerei und Ekstase: Das macht die kosmische Pflanze zu einem Baum der Erkenntnis und Erleuchtung (Eliade & Klein 1951; Ström 1967, S. 173–174; Eliade 1959, S. 255–256, 1986, S. 331–333; Norelius 2016, S. 372). Im 12. Jahrhundert wird das Motiv in der abstrakten Vorstellung des Sephirotbaums (Vorläufer datieren aus dem 1. bis 10. Jahrhundert n.Chr.) greifbar (Parpola, S. 1993).

2.8 Der Weltbaum als Milchstraße

Die Form der Milchstraße erinnerte die alten Völker immer wieder an einen riesigen, leuchtenden Baum mit einem dunklen Stamm (die Dunkelnebel [interstellare Staubwolken] in der galaktische Ebene ) und silbrig schimmernden Blättern (die Sterne). So wird sie immer wieder mit dem Weltbaum identifiziert (Rotzler 1915, S. 832–840; Holmberg 1964 (Reprint of Boston, 1927 original), S. 82; Hultkrantz & Vecsey 1981, S. 249–258; Hultkrantz 1990, S. 103; Rappenglück 1999, S. 142, 146, 231, 279, 280; López 2009, S. 206, 248–251; Dechend 2011, S. 57–58). Die Milchstraße wird in der französischen Tradition auch als Wind- und Wetterbaum bezeichnet (Rotzler 1915, S. 833–836). Belebende Wasser und lebenswichtige Säfte laufen diesen kosmischen Baum herunter oder werden von ihm aufgesaugt, z. B. Soma, Hauma, Met, Honig, Sperma, Milch etc. (Causse 1920; Wünsche 1905, S. 5; Dechend 1983; Boyce 1989, S. 135). Der Weltbaum wurzelt oft mitten im Milchmeer (Berze Nagy 1958, S. 305–310; Holmberg 1964 (Reprint of Boston, 1927 original), S. 351–353, 395, 412–414; Eliade 2012, S. 76, 132), es wird eine weiße Flüssigkeit darüber gegossen (Ström 1967, S. 186) oder aus seinem Baumstamm heraus wachsend bietet ein weibliches Wesen die Milch ihrer Brüste an (Buhl 1947; Eliade 2012, S. 282, 291). Nach dem alten iranischen Mythos liefert der feurig weiße Haoma (himmlischer Haoma; gaokarana) Baum, der von einem Adler gekrönt ist und an der Quelle des Wassers auf einer Insel in einem See wächst, das Elixier der Unsterblichkeit (Barnett 1928, S. 709–710, 714, fn. 1; Eliade 1971, S. 15). Die Völker des Amazonas hingegen assoziierten bestimmte Lianen, die Bestandteile entheogener und halluzinogener Tränke liefern, mit der Milchstraße und dem Weg zum Himmel (Schultes & Raffauf 1992, S. 26).

2.9 Der Weltenbaum als Symbol der Kraft und der spirituellen Konzepte

Bei all den oben genannten Bedeutungen, die mit dem Weltbaum verbunden sind, ist es verständlich, warum er als Symbol für Kraft und Spiritualität diente. Schamanen bewegen sich auf ihren spirituellen Reisen am Weltenbaum entlang auf- und ab zwischen den Wirklichkeitssphären (‚Welten‘) des Kosmos (Barber 2017, S. 2): der Weltbaum ist dergestalt ein Weltenbaum. Der Weltbaum oder seine Teile wurden in Ornamenten, Gewändern und Kronen, Zauberstäben und Zeptern (oft von einem Raubvogel gekrönt) oder dem menschlichen Körper symbolisiert, womit weltliche Herrscher und spirituelle Meister – Schamanen – die vom Himmel genommene und von ihm auf sie übertragene Macht autorisierten und auswiesen (Hentze 1933; Kramer 1944; Grube 1957, S. 285–286, fn. 70; Suzuki 1959, S. 25–32; Moravcsik 1961, S. 59–126, 89–90, 96; Hiltebeitel 1980, S. 218; Henderson & Umunna 1988, S. 31, Abb. 5; Naumann & Miller 1990, s. insb. S. 32; Rappenglück 1999, S. 100; Unterberger 2015, S. 251–253). Diese Tradition ist schon im Jungpaläolithikum (Höhle von Mas d’Azil, Frankreich, ca. 12.300–9.600 cal. v. Chr.) nachweisbar (Rappenglück 1999, S. 93). Ein Thron, ein Richterstuhl, ein Bett, ein Haus, ein Trommelgerüst und Trommelstöcke sollten aus dem Holz des Weltbaums hergestellt sein (Kramer 1944, S. 177; Witzel 1948, S. 405–410; De Vries 1954, S. 95–98; Eliade 1959, S. 259– 260; Miyakawa & Kollautz 1966; Hiltebeitel 1980, s. insb. S. 218, 221; Snodgrass 1985, s. Abb. 88; Malecka 1999, S. 25). In manchen Kulturkreisen dürfte insbesondere der Hochsitz des Herrschers mit seinen drei Füßen eine plastische Variante des Weltenbaums mit seinen drei Wurzeln darstellen (Erler 1939, S. 175).

2.10 Die Zerstörung des Weltbaums

Das Konzept des Weltbaums ermöglichte es den archaischen Kulturen eine stabile Struktur des Kosmos zu modellieren, die für das Leben des Einzelnen und der Gesellschaft ein soziales, politisches und religiös-spirituelles Bezugssystem abgab. In einigen Mythen hilft der Weltenbaum durch sein Wachstum den Himmel und die Erde voneinander zu trennen und so Raum für die Schöpfung zu schaffen (Garibay 1973, S. 32). Warum stellten sich dann verschiedene Völker die Destruktion des Weltbaums vor? Es gibt Mythen, in denen der Weltenbaum durch Entwurzelung, Zerschlagung, Abholzung oder Verbrennung zerstört wird (Kramer 1944; Zerries 1969, S. 93–97; Raats 1970, S. 19–20, 27–29, 33–34; Seidenberg 1983, S. 198; Santillana & Dechend 1994, S. 382, 434–441; Rappenglück 1999, S. 160–162; López 2009, S. 127; Austin 2004, S. 212; Dechend 2011, S. 52–55; White 2013), gefolgt von der Auflösung des alten kosmischen Bezugssystems, meist verursacht durch Flut (Kataklysmos; altgriechisch: κατακλυσµóς ‚Überschwemmung‘ Sintflut) oder Feuersbrunst (Ekpyrosis; altgriechisch: ἐκπύρωσις ‚Ausbrennen‘; Weltenbrand), und der Schaffung eines neuen Orientierungsrahmens (Palingenesis).


Abbildung 2.5:

a) Die Milchstraße illustriert einen exzellenten und eindrucksvollen Weltbaum.

b) Eine außergewöhnliche Situation am Himmel ca. 17.300 v. Chr. (f = 45°), zum Frühlingsäquinoktium, 01: 19 LMT ((Starry Night Pro Plus 8, 2020): Die Milchstraße, mit dem Himmelspol zentriert im Trigon ζ Cep (3,37mag), η Cep (3,43 mag), α Cyg (1,25 mag), kulminiert und führt einen leuchten Lebensbaum vor Augen, der mit dem Weltbaum (polare Weltachse) zusammenfällt und die lebensspendende Himmelsflüssigkeit in den Kosmos und insbesondere auf die Erde verströmt.

c) Über ca. 6000 Jahre lang, von 19.000 bis 10.000 v. Chr., befindet sich der nördliche Himmelspol in der Milchstraße und liegt gelegentlich in der Nähe heller Polarsterne (<3,0 mag; (Starry Night Pro Plus 8, 2020)

d) Die Bahn des südlichen Himmelspols (Starry Night Pro Plus 8, 2020).

(Alle Grafiken von Michael A. Reppnglück)

In einigen Mythen (Dechend 1966, S. 44; Rappenglück 2005, S. 162) wird die ‚stabile Epoche‘ der Welt in Zusammenhang gebracht mit dem Weltbaum (als polarer Weltachse), der in die Milchstraße hineinragt (siehe Abb. 2.5). Damit wird ein besonderer Zeitraum angesprochen, während dessen die Himmelpole in oder nahe bei der Milchstraße zu liegen kamen. In diesem Zeitalter war der Weltbaum wirklich das Zentrum der kosmischen Bewegungen. Etwa 6000 Jahre lang, von 19.000 bis 10.000 v. Chr., befand sich der nördliche Himmelspol in der Milchstraße (siehe Abb. 2.5b–d), wobei er manchmal hellen Sternen nahe kam (<3,0 mag, z.B. α Cep, Alderamin, 2,51 mag, ca. 3,8°, 18.600 v. Chr.; a Cyg, Deneb, 1,25vmag, ca. 5°, 15.900 v. Chr.; δ Cyg, 2,87mag, ca. 0,3°, 14.400 v. Chr.; α Lyr, Wega, 0,00 mag, ca. 3,8°, 12.000 v. Chr.), die dann markante Polarsterne abgaben. Um ca. 17.300 v. Chr. kulminierte die Milchstraße auf 45° nördlicher Breite, zum Frühlingsäquinoktium, 01: 19 MOZ mit dem Himmelspol in der Mitte des Trigons von ζ Cep (3,37 mag), η Cep (3,43 mag) und α Cyg (Deneb, 1,25mag). Dies führte einen eindrucksvollen kosmischen Lebensbaum vor Augen, der mit dem Weltbaum (polare Weltachse) zusammenfiel. Wega (α Lyr, 0,00mag), nahe der Milchstraße, war um 12.000 v. Chr. ein beeindruckender Polarstern an der Spitze des Weltbaums und Mythen in Eurasien und Nordamerika überliefern wie sich dort am Himmel bei Wega die Weltachse in die Milchstraße bohrt (Rappenglück 2005, S. 160–162). Dieses Bild fiel mit einer Periode erheblicher Klimaerwärmung, dem Meiendorfer Interstadial (12.500 bis 11.850 v. Chr.) zusammen (Nelle und Dörfler 2008, insbesondere S. 65), in der sich die Polarachse von der Wega und der Milchstraße zu entfernen begann. In der Zeit der nächsten Polstersterne, θ Her (3,84 mag, 10.730 v. Chr.), ι Her (3,81 mag, 10.200 v. Chr.) und π Her (3,15 mag, 9700 v. Chr.), von denen keiner sehr markant ist und die alle abseits des himmlischen Nordpols (ca. 4,3°–5°) liegen, traten weitere Klimaänderungen in rascher Folge auf, mit Wechsel zwischen Warm- und Kaltperioden. Mit dem Ende der Jüngeren Dryas (9650 cal. BP) kam es zu einer raschen Erwärmung, die einen schnellen Anstieg des mittleren Meeresspiegels verursachte, der zu schweren Überschwemmungen führte.

Es scheint möglich, dass Menschen das Zusammentreffen zwischen den Klimakatastrophen, die sich gegen Ende der Eiszeit ereigneten, und der scheinbaren Verschiebung der Weltachse bemerkt haben. Ihrer Ansicht nach war der Weltbaum gefällt oder entwurzelt worden. Oder sie haben das Ereignis als ein Abreißen oder Umkippen des Berges oder der Säule der Welt, als ein Reißen des Seils, das die Welt zusammenhielt, oder (später) als die Zerstörung der kosmischen Mühle interpretiert. Nach einem Mythos der Ngaju Dayak (Borneo) hacken zwei rivalisierende Vögel – Sonne und Mond – mit ihren schweren Schnäbeln rhythmisch an den beiden Enden des heiligen Weltenbaums und zerstören in dadurch (Raats 1970, S. 19–20). Dies ist interessant, da die Gezeitenkräfte von Mond und Sonne im Wesentlichen für die Präzession der Erdachse verantwortlich sind und mag daher ein Hinweis sein, auf eine gewisse alte Kenntnis dieser Bewegung. In einem chinesischen Mythos erzählt, dass die Blätter des Pfirsichbaums auf dem K’un-lun-Gebirge nur alle 3000 Jahre treiben und danach noch weitere 13.000 Jahre vergehen, bis der Baum Früchte trägt (Dechend 1976, S. 22). Nachdem der Weltbaum (durch die Präzession) wie ein ‚Stöpsel‘ aus der Milchstraße gezogen worden war, so überliefern es Kulturen weltweit, ergoss sich das kosmische Wasser ungehindert in Strömen zur Erde und verursachte eine gewaltige Flut (Dechend 2011, S. 63, 2013).

2.11 Schlussbemerkung

Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass das Konzept des Weltbaums als eine archaische und sehr eindrucksvolle Mnemonik diente, die gut geeignet war, wichtige astronomische Parameter eines archaischen kosmographischen Rahmens zu veranschaulichen. Darüber hinaus scheint der Schattenstab als grundlegendes Instrument zur Messung und Visualisierung von Raum und Zeit in einigen der Mythen verschlüsselt zu sein. Das Konzept des Weltbaums als Baum des Lebens und der Erleuchtung bedeutet auch ein gewisses Verständnis des menschlichen Lebens und der Spiritualität, das über den astronomischen Code hinausgeht.

Gleichzeitig übt das Motiv weiterhin seine Kraft aus. Das archaische und archetypische Symbol des Weltenbaums/Lebensbaums zum Beispiel tauchte in den Sci-Fi-Filmen The Fountain (Aronofsky 2006) und Avatar [– Aufbruch nach Pandora] (Cameron 2009) wieder auf und spielte mit dem archetypischen Inventar der Bedeutungen. Im Film Avatar – Aufbruch nach Pandora ist der Ahnenbaum der Seelen eine lebendige Pflanze mit neurobiologischen Eigenschaften, die am heiligsten Ort auf dem Mond Pandora wächst. Kurzum, es ist verständlich, warum das Motiv des Weltbaums zum archetypischen Repertoire der Menschheit gehört.

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Abbildung 3.1:

Geißenklösterle Cave, Germany, Aurignacian I/II (35,000–32,000 years ago):

The figure of an anthropoid being on the front (A) and sequences of notches on the back (B) and the edges (A/B).

The anthropoid could be approximately the present constellation Orion in its position at spring equinox by 33,000 BP and is related to a lunar and pregnancy calendar, whose basis is a stellar year with the heliacal rise and set of the star Betelgeuse (α Ori).

(a) , (b), (c) Credit: Michael A. Rappenglück; with approved use of the picture of a Gravidarium from swissmom (Dr. med. Brigitte Holzgreve, Basel), Andreabal AG, Basel; The plate is shown against the background of the starry sky, calculated and graphically realized for the site of the cave ruins of Geißenklösterle, 33,000 years ago, with a focus on the area of the (present-day) constellation Orion. The proper motion of the stars and all other important astronomical parameters were taken into account. The software Starry Night Pro 7.5.8. was used.

Maß und Mythos, Zahl und Zauber - Die Vermessung von Himmel und Erde

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