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Ein Felderlebnis
ОглавлениеWind wogt über Felder, dass der Keimling im Boden zittert. Der Sturm schlägt hoch stehendes Getreide nieder und macht das Schöpfungswerk zunichte.
Das Kind fragt den Vater auf dem Felde, was es bedeutet. Der Vater schüttelt den Kopf, dass das Kind Tränen in die Augen bekommt. Der Vater nimmt das Kind an die Hand und sieht auf das zerzauste Feld. Er sagt, dass es nicht gut mit der Ernte gegen den Hunger steht.
Die Kinderhand drückt die Hand des Vaters, die ihm den Mut eindrücken will, der sich mit Worten nicht eindrücken lässt. Der Vater ist gerührt und setzt sich auf den Boden. Er nimmt das Kind auf den Schoß und streicht ihm mit der rauen Hand über den Kopf.
Er sagt es mit wenigen Worten, dass die Natur so einfach nicht ist, dass man älter werden muss, um sie zu verstehen.
Das Kind hält den Blick aufs verwüstete Feld und fragt den Vater, ob das an den Menschen liegt, die nicht immer gut zu den Kindern sind. Das verschlägt dem Vater die Sprache, der sich wundert, woher das Kind das weiß. Sie gingen ins Dorf zurück und schwiegen; sie nahmen den stummen Weg zurück.
Das verstand das Kind; es fragte nicht weiter und hörte auf die tiefen Atemzüge des Vaters.