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Eine Rückkehr gibt es nicht
ОглавлениеWenn das Leben mit dem ersten Atemzug begonnen hat. Auch soll sich keiner wundern, wenn er von einem Loch ins andere fällt. Denn nur selten ist das Stück des Weges asphaltiert oder wenigstens planiert, der einem zum Gehen durchs Leben gegeben udn damit vorgeschrieben ist.
An Stolpersteinen und felsigen Klippen fehlt es dagegen nicht, vor allem dann nicht, wenn der Weg des Nachts in völliger Finsternis zu gehen ist. Überhaupt soll es Lebenswege ohne Stolpersteine nicht geben, und auf die Frage, warum es so ist, lautet die Antwort: weil es eben so ist.
Man kann sich anstrengen so viel man will, das Ergebnis ist oft umgekehrt proportional, was nicht heißen soll, dass es keine guten Ergebnisse gibt. Doch lassen sich solche Ergebnisse oft nicht erarbeiten, dass sich der Einsatz an der äußersten Rechten oder Linken gar nicht lohnt, weil das gute Ergebnis in den Händen des Glücks verborgen liegt, was man den Handflächen eben nicht ansieht.
Erst wenn man auf den Füßen wirklich steht und das Gefühl des Wegrutschens wie auf dem Eis überwunden hat, dann nimmt der Weg oft kein Ende, weil er kein Ende nehmen soll, weil es eine Rückkehr zum Anfang nicht mehr gibt und eine solche Rückkehr es auch nicht mehr geben soll.
Die Himmel rufen, schreien, tropfen, und wenn dann das Blut kommt, weiß man, wo der Absender steckt, der sich über den Boden erhoben hat und sich hoch über den Wolken unsichtbar versteckt. Wenn dann noch der Ruf kommt: siehst du mich denn nicht, dann greift die tönende Wallung mit dem Wahnsinn um sich, dass man selbst nicht mehr weiß, wo man noch steht beziehungsweise zu stehen hat.
Natürlich kann das so nicht lange weitergehen, wenn einem die Sinne noch einigermaßen klar entgegenleuchten und man nicht über den psychiatrischen Spiegel stolpern und auf ihm ausrutschen will.