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2. Kapitel

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Lucia

Oh mein Gott! Was hat Vittoria mir da nur angetan? Sie hat Logan damit beauftragt, mich durch die Gegend zu fahren, einen Mann, dem ich noch nicht mal in die Augen sehen kann. Er sieht so gut aus und jugendlich für seine fünfunddreißig Jahre. Und Toria hat mir erzählt, dass er eine Freundin hat. Was bilde ich mir ein, überhaupt darüber nachzudenken, schließlich bin ich elf Jahre älter. Aber die Blicke, die er mir zuwirft, rauben mir jetzt schon den Schlaf.

Seit er mich vom Flughafen abgeholt hat, muss ich an ihn denken, was völlig verrückt ist, denn er ist der Freund meines Schwiegersohns. Vermutlich liegt es nur daran, dass ich schon so lange allein lebe und einsam bin. Ich fühle mich angezogen von einem Mann, den ich kaum kenne und der dazu auch noch wesentlich jünger ist.

Ich sollte mir die Wohnung erst gar nicht ansehen. Im gleichen Haus zu wohnen ist bestimmt keine gute Idee. Allerdings habe ich im Exposé des Maklers gelesen, dass das Gebäude achtundsiebzig Etagen mit mehr als neunhundert Wohneinheiten hat, also werden wir uns wohl kaum über den Weg laufen.

»Da wären wir«, erklärt Logan mit ruhiger Stimme und parkt den Wagen am Straßenrand.

Ich blicke an dem imposanten Gebäude hinauf. »In welcher Etage wohnen Sie, wenn ich fragen darf?«

»Zweiundfünfzig. Von dort gibt’s einen tollen Ausblick, besonders bei Nacht.« Schon wieder sieht Logan mich so geheimnisvoll an.

Ich muss mich räuspern. »Ich bin gespannt, in welcher Etage die Wohnung liegt, die man mir anbietet.«

»Das werden wir gleich feststellen.«

Logan steigt aus und geht um den Wagen herum. Er hält mir die Tür auf und reicht mir die Hand. Die kurze Berührung seiner Hand löst eine Menge Empfindungen in mir aus und ich bin froh, als wir unsere Hände wieder lösen. Das ist wirklich verrückt.

»Mrs Frattini?« Ein Mann in meinem Alter kommt lächelnd auf uns zu und reicht mir die Hand. »Ich bin Steven Willow, der Verwalter.« Er wirft Logan einen Blick zu und stutzt. »Oh, Mr Smyth! Ich bin überrascht. Sie sind mit Mrs Frattini bekannt?«

»Ja. Mrs Frattini ist eine Freundin der Familie. Ich hoffe, Sie haben ein schönes Objekt ausgesucht.« Logans Stimme nimmt plötzlich einen geschäftsmäßig strengen Ton an.

»Natürlich, Mr Smyth, wenn Sie beide mir folgen wollen.«

Wir fahren in den dreiundfünfzigsten Stock.

»Die Wohnung liegt direkt über Ihrer, Mr Smyth«, erklärt Willow und öffnet die Wohnungstür. »Es handelt sich um ein bereits möbliertes Appartement, allerdings können wir jederzeit einen unserer Innenarchitekten hinzuziehen, wenn Sie etwas ändern möchten. Bitte schauen Sie sich alles in Ruhe an. Bei Fragen stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.«

Kaum habe ich einen Fuß über die Schwelle auf das dunkle Parkett gesetzt, fühle ich mich zu Hause. Angekommen, geht es mir durch den Kopf. Oh mein Gott, die Wohnung ist ein Traum in Weiß. Sie ähnelt einem Loft, alles ist offen, die Küche geht ins Wohnzimmer über, das Schlafzimmer befindet sich auf einer Empore. Die Einrichtung ist hell und hochmodern. Ich bin beeindruckt. Auch das Schlafzimmer ist überschaubar eingerichtet. Es gibt einen begehbaren Kleiderschrank. So etwas sieht man in Deutschland nicht so oft. Das Bad geht vom Schlafzimmer ab, es ist in dunkelgrauer Steinoptik gehalten. Ich kehre zurück ins Wohnzimmer, wo beide Männer auf mich warten.

»Was meinen Sie, Mrs Frattini? Gefällt Ihnen das Appartement?«, fragt Steven Willow und wippt ungeduldig von den Fersen auf die Schuhspitzen.

»Was soll die Wohnung kosten?«, will ich wissen.

Willow reicht mir ein Exposé. »Hier finden Sie alle Daten, die für Sie wichtig sind.«

»Mr Willow, ich denke, bei dem Preis können Sie Mrs Frattini sicherlich entgegenkommen«, wirft Logan mit fester Stimme ein. »Sie ist die Schwester von Mr Luigi Frattini und die Schwiegermutter von Mr del Toro.«

Bei der Erwähnung von Vincentes Namen nimmt Willow eine geradezu militärische Haltung an. »Ich kann natürlich mit den Vermietern sprechen und bin sicher, dass der angegebene Preis im Exposé nicht ihr letztes Wort ist.«

»Das ist schön zu hören, Mr Willow. Wir erwarten dann Ihren Anruf. Sie haben die Nummer, unter der Sie mich erreichen können.«

»Sie führen die Verhandlungen für Mrs Frattini?«, fragt er und Logan hebt verwundert eine Augenbraue. Für eine Sekunde halte ich den Atem an.

»Natürlich, deshalb bin ich hier, Mr Willow. Ich erwarte noch heute Abend Ihren Anruf.« Er hält mir galant eine Hand hin. »Kommst du, Lucia?«

Völlig perplex, nicht nur über seine vertraute Anrede, ergreife ich seine Hand und wir verlassen die Wohnung. Logan sagt kein Wort und wir betreten schweigend den Aufzug. Nur eine Etage tiefer steigen wir aus. Er holt einen Schlüssel hervor und öffnet die Tür zu seinem Appartement.

»Bitte«, er lässt mir den Vortritt und schließt hinter uns die Tür.

»Warum hast du das gemacht? Ich will dieses Appartement kaufen, Logan. Was, wenn es mir jetzt jemand wegschnappt?« Ich sehe ihn verzweifelt an. »Ich ertrage es nicht länger, in einem Hotel zu leben, und dieses Appartement hat mein Herz sofort höherschlagen lassen, ich muss es bekommen.«

»Nimm doch bitte Platz.« Logan zeigt auf das Sofa und ich folge seiner Aufforderung, worauf er sich neben mich setzt. Er blickt mich mit seinen wunderschönen hellblauen Augen an und streicht sich das etwas längere Haar aus dem Gesicht. Sein kantiges Kinn tritt hervor, was ihn sehr männlich wirken lässt. »Bitte entschuldige, aber die Wohnung ist erheblich teurer als meine, obwohl sie die gleichen Quadratmeter hat. Er will dich abzocken und das werde ich nicht zulassen, Lucia.« Wieder nennt er meinen Vornamen, doch ich sage nichts dagegen. Er legt mir die Hand auf den Arm und ihre Wärme überflutet meine Sinne. »Er muss mindestens fünfzigtausend Dollar runtergehen. Ich wette, in spätestens einer halben Stunde wird Willow sich bei mir melden. Sie machen Geschäfte mit unserer Bank, er kann es sich nicht leisten, uns zu verärgern.«

»Bist du dir sicher?«, frage ich ein wenig mutlos. »Ich möchte nicht weiter in einem Hotel wohnen. Ich könnte ja zu meinem Bruder ziehen, sein Haus ist groß genug, nur verstehe ich mich mit Olivia, seiner Frau, nicht so gut. Außerdem hat man dort keine ruhige Minute.«

»Ich habe ein Gästezimmer. Du könntest so lange hier wohnen«, schlägt er vor.

»Oh, nein. Das kann ich nicht annehmen. Du hast bestimmt eine Freundin und ich möchte dir nicht zur Last fallen.«

»Nein, Lucia. Da gibt es im Augenblick niemanden, mach dir keine Gedanken. Du störst mich nicht. Wenn es so wäre, hätte ich es dir nicht vorgeschlagen.«

Er berührt kurz mein Knie und ich halte den Atem an. Logan ist mir so nah und seine Berührungen lösen etwas in mir aus, das ich schon so lange vermisst habe. Mutig blicke ich ihm in die Augen und was ich da sehe, beschleunigt meinen Puls. Sein Gesicht kommt meinem entgegen. Gerade in dem Augenblick, als ein Handy klingelt.

»Entschuldige.« Logan erhebt sich und zieht sein Handy aus der Tasche. Er macht ein paar Schritte. »Mister Willow, wie schön, von Ihnen zu hören … So schnell hätte ich mit Ihrer Nachricht gar nicht gerechnet, aber zehntausend Dollar können unmöglich Ihr Ernst sein …« Er hört einen Augenblick zu und ich vernehme eine hektische Stimme. »Willow! Sie wissen, was ich für meine Wohnung bezahlt habe. Es besteht kein Grund, von Mrs Frattini mehr zu verlangen … Es wäre eher angebracht, mit dem Preis noch unter meinem zu bleiben, da das Appartement bereits genutzt wurde und die Preise für Immobilien im Keller sind. Sie müssen uns schon ein wenig entgegenkommen, damit ich Mrs Frattini zu dem Kauf raten kann.«

Er wirft mir einen Blick zu und lächelt. Mein Herz schmilzt.

»Gut, das ist ein Angebot. Ich werde es mit Mrs Frattini besprechen … Sie wollen sofort eine Antwort? Moment bitte.«

Er hält eine Hand auf den Lautsprecher. »Er senkt den Preis um fünfundsiebzigtausend Dollar. Das sind fünfundzwanzig weniger, als ich bezahlt habe. Es ist ein tolles Angebot, aber es gilt nur jetzt. Wenn du die Wohnung kaufen möchtest, solltest du zuschlagen«, flüstert er mir zu.

Aufgeregt nicke ich. »Er soll die Verträge aufsetzen, ich kaufe das Appartement.«

»Gut, Mr Willow. Leiten Sie alles in die Wege und wir kommen morgen vorbei, um die Verträge zu unterschreiben. Ihnen auch einen schönen Abend und vielen Dank.«

Es hält mich nichts mehr auf dem Sofa. Ich gehe zu ihm hinüber, bleibe dicht vor ihm stehen.

»Herzlichen Glückwunsch, Lucia. Du hast gerade eine Wohnung gekauft. Dein erster Schritt in ein neues Leben.« Logan sieht mich an und streicht mir eine Strähne aus dem Gesicht.

»Vielen Dank für deine Hilfe. Ich weiß gar nicht, was ich sagen soll.«

Er tritt noch näher an mich heran. »Wir sind jetzt Nachbarn. Wie wäre es mit einer Einladung als Dankeschön?«, fragt er und beugt sich zu mir hinunter. »Herzlich willkommen«, flüstert er mir ins Ohr und berührt dabei meine Haut. Seine Lippen ziehen eine Spur über meine Wange und ich atme angestrengt ein.

In diesem Moment klingelt erneut ein Handy, aber es ist nicht Logans, sondern meins. Wir fahren auseinander, als hätte uns jemand bei etwas Unanständigem erwischt. Hektisch krame ich in meiner Handtasche nach dem Handy.

Es ist Toria. »Hallo Schatz!«, melde ich mich kurzatmig.

»Mom! Hi! Ist alles in Ordnung? Du hörst dich so merkwürdig an?«

»Nein, alles gut, mein Liebling. Ich habe nur gerade ein Appartement gekauft. Ja, kaum zu glauben. Logan war so nett und hat mir geholfen.«

»Wir warten schon mit dem Essen. Seid ihr unterwegs?«, fragt Toria ungeduldig.

»Natürlich. Wir sind gleich da. Bis später.« Ich beende das Gespräch und schenke Logan ein Lächeln. »Sie warten schon auf uns, wir sollten fahren.«

Be my Secret – Logan

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