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3. Kapitel

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Logan

Wir hatten ein wundervolles Abendessen, allerdings kann ich nicht sagen, was ich überhaupt gegessen habe. Lucia sitzt neben mir am Esstisch und gibt sich ungezwungen, und auch ich versuche zu lächeln, es fällt mir jedoch schwer. Ich möchte sie einfach nur berühren. Doch ich darf es nicht. Nicht wenn Vincente, Toria und Francesco mit seiner Verlobten in der Nähe sind.

»Logan war so charmant und hat den Preis gedrückt, sodass ich fast hunderttausend Dollar gespart habe. Er war unbeschreiblich«, schwärmt Lucia und blickt mich dankbar an.

»Das kann ich mir bildlich vorstellen.« Vincente schmunzelt und wirft mir einen fragenden Blick zu.

»Danke, Logan, dass du dich um Mom kümmerst.« Toria wirft mir einen Handkuss zu.

»Ihr braucht mir nicht zu danken, das mache ich gern. Lucia ist zwar eine Frau, die hervorragend alleine klarkommt, aber ich kenne Willow, der die Wohnungen verwaltet. Er war mir was schuldig, also habe ich das eingefordert. Keine große Sache.«

»Ich kann es kaum fassen, dass ich nun endlich den Container aus dem Hafen kommen lassen kann.« Lucia greift zu ihrem Weinglas und trinkt einen Schluck.

Ich sehe ihr dabei zu und beobachte, wie sie mit der Zunge ihre Oberlippe nachfährt. Dies macht etwas mit mir. Nicht nur, dass mein bestes Stück steinhart wird. Ich höre mich plötzlich sogar sagen: »Wenn du willst, kümmere ich mich darum und beauftrage ein Unternehmen, das die Möbel in deine Wohnung liefert.«

»Ich bekomme den Schlüssel ja erst morgen, heute Nacht muss ich in dieses schreckliche Hotel zurück … Ich fühle mich in Hotels immer so verloren und allein«, erklärt Lucia etwas verlegen.

»Mutter«, unterbricht Toria sie auf Deutsch und sagt etwas, das ich nicht verstehe.

»Nein, mein Kind, ich will euch nicht zur Last fallen«, antwortet Lucia auf Englisch.

»Du könntest bei Onkel Luigi schlafen«, erklärt Francesco.

»Gott bewahre, nein. Ich liebe Luigi, aber werde ganz sicher nicht in dem Haus meines Bruders schlafen. Für eine Nacht werde ich es ertragen, ich habe Schlimmeres überlebt«, erklärt sie mit zarter Stimme.

Ich weiß um ihre schreckliche Ehe. Unter dem Tisch greife ich nach ihrer Hand und drücke sie kurz. »Wir regeln das gleich«, flüstere ich und hoffe, dass niemand der Anwesenden uns beobachtet.

»Ich werde euch jetzt verlassen. Es war ein langer Tag, und ihr jungen Leute wollt sicherlich noch unter euch sein.« Sie erhebt sich unter dem Protest von Francesco.

»Möchtest du nicht noch bleiben, Lucia? Wir haben uns so lange nicht gesehen.« Auch Hannah sieht traurig aus.

»Lucia, du solltest aufhören, zu behaupten, du wärst eine alte Frau. Du bist kaum zehn Jahre älter als der Durchschnitt an diesem Tisch«, meint Vincente und sieht mich dabei an.

»Aber ich bin Torias Mutter und die Tante von Francesco, das ist ein eigenartiges Gefühl. Außerdem bin ich wirklich müde.« Sie lächelt in die Runde.

Toria erhebt sich und folgt ihrer Mutter. »Soll ich dir ein Taxi rufen, Mom?«

»Nein, das ist nicht notwendig, ich fahre Lucia«, werfe ich schnell ein und springe auf. Ich sehe Lucia an, dass sie mein Angebot ablehnen will. Mit einem Schritt bin ich bei ihr und mein Blick lässt sie abrupt verstummen.

»Was ist nur mit Logan los? Sonst ist er doch immer einer der letzten Gäste«, meint Francesco neckend.

»Vielleicht schmeckt ihm dein Wein nicht, Vince«, meint Hannah und alle lachen. Selbst Lucia entlockt es ein Lächeln. Ich halte mich lieber bedeckt. Mit einem Gruß verlassen wir die Runde und machen uns auf den Weg zum Aufzug.

»Ich bin dir wirklich dankbar, Logan, aber das ist wirklich nicht nötig, ich komme schon klar«, erklärt sie, als wir im Aufzug nebeneinanderstehen.

Wir sind uns so nah, dass ich mich schwer zusammenreißen muss, um sie nicht an mich zu drücken und einfach zu küssen. Sie sieht so elegant in ihrer weißen engen Hose und der kobaltblauen Bluse aus. Das Oberteil ist ein wenig durchsichtig und lässt einen dunklen BH durchblitzen. Verdammt, der Anblick dieser Frau ist mehr, als ich ertragen kann.

»Ich möchte, dass du sicher nach Hause kommst«, erwidere ich unter großer Selbstbeherrschung. »Wir werden jetzt ins Hotel fahren und deine Sachen holen«, erkläre ich im strengen Ton und erwarte kaum, dass sie meine Einladung annehmen wird. Ich halte Lucia die Tür meines Wagens auf und sie nimmt auf dem Beifahrersitz Platz.

»Ich kann doch erst morgen in meine Wohnung«, erklärt sie, während ich in das Auto steige. Innerlich verdrehe ich die Augen, sage aber nichts dazu, lasse ihren Satz einfach so stehen.

»Es war ein sehr schöner Abend, findest du nicht auch?«, fragt sie nun auf mein Schweigen hin. »Ich bin so froh, dass Toria Vincente kennengelernt hat. Ich habe mir wirklich Sorgen um sie gemacht und war erleichtert, von Luigi zu hören, dass es ihr gut geht. Ihr Vater hat sie nie akzeptiert, er hätte lieber einen Sohn gehabt. Das hat er sie immer spüren lassen.«

»Onkel Luigi hat dafür gesorgt«, meine ich mit einem Lächeln auf den Lippen und lenke den Wagen in Richtung des Hotels, bei dem ich sie bereits vor einigen Tagen abgesetzt habe.

»Ja, ich weiß, mein Bruder kann sehr bestimmend sein. Er hat immer auf mich aufgepasst, immerhin ist er mehr als zwanzig Jahre älter als ich, und das hat sich nun auf Vittoria übertragen. Er meint es nur gut.«

Sie hat ja keine Ahnung, was Onkel Luigi so treibt. »Du weißt, dass Luigi die Belange der Familie leitet und die Geschäfte lenkt?«

Sie nickt bedächtig. »Ja, Logan. Das weiß ich. Ich bin nicht so unwissend, wie ich mich manchmal gebe. Natürlich weiß ich, was unsere Familie ist. Luigi hat meinen Mann gezwungen, mich zu heiraten, nachdem ich mit Toria schwanger war. Wenn er sich geweigert hätte, hätte es ihn das Leben gekostet. Dafür hat er mich während unserer gesamten Ehe büßen lassen. Da wäre es mir lieber gewesen, ich hätte Vittoria allein großgezogen, doch meinem Bruder geht die Ehre über alles. So, wie es in einer Familie wie unserer notwendig ist. Wir gehören der Mafia an, deshalb solltest du dich von mir fernhalten. Es ist gefährlich in meiner Nähe.« Sie hat dabei die Hände in die Höhe gestreckt, als würde sie um göttlichen Beistand bitten. Ihre klaren Worte überraschen mich, sind für mich aber nichts Neues. Sie kann mich nicht schockieren, doch ihre Augen sprechen eine ganz andere Sprache. Besorgt sieht sie mich an, als würde mein Kopf schon in der Schlinge stecken.

»Du warnst mich vor Onkel Luigi? Dafür ist es zu spät, denn er macht Geschäfte mit unserer Bank«, erkläre ich mit ruhiger Stimme. Zärtlich berühre ich ihre Wange und streichele sie.

»Ihr habt euch mit der Mafia eingelassen«, sagt sie frei heraus und wischt meine Hand weg.

»Wir hatten keine Wahl.«

»Man hat immer eine Wahl. Aber ich denke, Vincente wollte Toria einen Gefallen tun, nur leider hat er nicht bedacht, wen er sich ins Haus holt. Aber nein, ich warne dich nicht vor Luigi, ich warne dich vor dir selbst. Du solltest das alles nicht für mich tun. Wenn Luigi davon Wind bekommt, und das wird er, denn er hat überall seine Spione, wird es dir an den Kragen gehen.«

Ich parke den Wagen vor dem Hotel und sehe sie überrascht an.

»Logan, ich bin kein dummes junges Ding mehr. Ich sehe deine Blicke, spüre deine Berührungen. Ich bin aus dem Alter heraus, in dem ich mich auf Spiele einlasse. Du willst mich, warum auch immer. Aber ich kann es nicht zulassen, es wäre zu gefährlich für dich.« In ihrer Stimme schwingt Bedauern mit.

»Du hast keine Ahnung, wozu ich fähig bin, wenn ich etwas haben will«, entgegne ich und blicke ihr fest in die Augen. Dann steige ich aus, um ihr die Wagentür zu öffnen. Lucia steigt ebenfalls aus und bleibt vor mir stehen. Sie ist mir so nah, dass ich ihren feinen Duft einatmen kann. »Du hast recht«, sage ich. »Ich will dich und es gibt nichts, was mich davon abhalten kann, dass du mir gehörst. Daran werden weder Luigi noch deine Familie etwas ändern können. Meine Entscheidung ist gefallen und ich bin ein Mann, der zu seinem Wort steht.«

Be my Secret – Logan

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