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Kapitel 3

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Sie wollte gerade das Licht ausschalten, da klopfte es. Einen Moment war Julie versucht, das Geräusch zu ignorieren. Schließlich begann ihre Arbeit offiziell erst morgen. Außerdem lag sie lediglich in T-Shirt und Slip im Bett.

Aber sie war neugierig!

»Einen Moment bitte!«, rief sie und suchte hastig nach ihrem seidenen Morgenmantel. Er steckte ganz unten im Koffer. Ein herzhafter Ruck an ihm beförderte zusätzlich auch mehrere Jeans, Pullover und Shirts auf den Boden. Egal, darum konnte sie sich später kümmern!

Julie schlüpfte in den nachtblauen Seidenstoff, schlang den passenden Gürtel um ihre Taille und öffnete die Tür.

Braune Augen blickten ihr aus einem markanten Gesicht entgegen. Der Blick nahm jede Kleinigkeit an ihr wahr, ohne dabei abschätzig zu wirken. »Habe ich Sie etwa geweckt?« Seine samtige Stimme klang besorgt und der Blick wurde noch prüfender.

Jeder Mann der so aussah, hätte sie liebend gern jederzeit wecken können. »Nein, ich hab noch gelesen. Mach ich am liebsten im Bett.«

»Ah ja …«

Hitze durchflutete sie. Na toll! Nun dachte er wahrscheinlich, dass sie zu den Frauen gehörte, deren einzige Tätigkeiten im Bett lesen und schlafen waren.

»Ich bin James Sherwood.« Er lehnte sich entspannt an den Türrahmen, ein Bild männlicher Selbstsicherheit.

Und der Leiter dieses Filiale von Sherwood Enterprises hatte wahrlich keinen Grund, sich zu verstecken. Bislang hatte Julie nur per Email und postalisch mit ihm kommuniziert. Und sich dabei einen nicht besonders großen, schon älteren Mann mit schütterem Haar, blasser Haut und Bauchansatz vorgestellt.

Der wahre James Sherwood war ganz sicher noch keine Vierzig, über 1,85 m groß, mit vollen dunklen Haaren, gebräunter Haut und einem Körper, der so durch trainiert aussah, dass Julie am liebsten die Hand ausgestreckt und über seine Brust und den flachen Bauch gestrichen hätte. Mit Abstand war er der bestaussehende Wissenschaftler, der ihr je begegnet war. Solche Männer kannte sie nur aus Filmen!

»Freut mich, Sie kennenzulernen«, sagte sie rasch und zwang sich, ihn nicht anzustarren. Doch allein seine Gegenwart bewirkte, dass sich ihre Brustwarzen zusammenzogen. Und sie trug keinen BH … Das dünne T-Shirt unter dem Morgenmantel nützte da auch nichts. Ein rascher Blick abwärts zeigte ihr, dass sich die Spitzen ihrer Brüste frech unter dem Seidenstoff abzeichneten.

»Ich wollte auch nicht lange stören.« Er sah sie an, blickte von ihren Augen über ihr Gesicht und dann weiter südlich. Hitze durchströmte Julie. Bemerkte er, wie erregt sie war? Ihre Brustwarzen ließen sich ja kaum übersehen. Doch entweder, er dachte sie fror oder er war zu höflich, einen Kommentar dazu abzugeben.

»Sie stören doch nicht«, beeilte Julie sich ihm zu versichern. Wie sollte er auch? Sie hätte rein gar nichts dagegen, sich ausführlich mit ihm zu unterhalten. Und ihn näher kennenzulernen … Nein!, rief sie sich zur Ordnung. In erster Linie sollte sie James Sherwood als Leiter dieser Firma ansehen, für erotische Fantasien gab es da keinen Platz. Und in zweiter Linie …

Ein Lächeln ließ sein Gesicht noch attraktiver erscheinen. Es änderte nichts an der markanten Härte seiner Züge, verlieh ihm aber etwas Menschlicheres. Bis eben hatte er auf Julie ein bisschen wie ein Schauspieler gewirkt. Schön anzusehen, aber nicht echt.

»Ich weiß doch, wie das ist, wenn man neu irgendwo hinkommt, man will sich erst mal in Ruhe umsehen und einrichten. Auch wenn wir natürlich hoffen, dass alles zu Ihrer Zufriedenheit ist, Miss Singer.« Er sah an ihr vorbei.

Julie wandte den Kopf, um seinem Blick zu folgen. Natürlich, die Fotos. Die silbernen Rahmen zogen alleine schon Aufmerksamkeit an. Oder hatte James Sherwood wissen wollen, ob sich darin das Bild eines liebenden Ehemanns verbarg? Erleichtert sah er nicht aus, Julie mit ihrer Mutter und Schwester zu sehen. Möglicherweise hielt er Laura ja für ihre Lebensgefährtin. Für einen Fremden und auf die Entfernung hin sahen sie einander nicht besonders ähnlich. »Alles ist bestens. Ich fühle mich jetzt schon sehr wohl hier. Und bitte nennen Sie mich doch Julie.«

»Julie«, wiederholte er und schien dabei jeden einzelnen Buchstaben mit seiner Zunge zu kosten. Eine Hitzewelle flutete durch ihren Körper, als Julie sich vorstellte, was er mit seiner Zunge sonst noch so anstellen konnte. Sie zwang sich, nicht mehr auf seinen sinnlichen Mund mit diesen weichen und doch stark ausgeprägten Lippen zu starren.

»Wir sind sehr froh, dass Sie sich für unsere Niederlassung entschieden haben. Es gibt nicht viele Wissenschaftler, die in diese Einöde kommen wollen.«

Julie grinste. Wenn ein Foto von James Sherwood auf der Webseite der Firma zu finden wäre, würde sicherlich so manche Chemikerinnen diesen Posten attraktiver finden.

Julie fielen gleich mehrere Ex-Kolleginnen ein, die begeistert gewesen wären, für einen Mann wie James Sherwood zu arbeiten. Egal in welcher Position …

Rasch konzentrierte sie sich wieder auf professionelle Gedanken.

»Mir gefällt es hier, die Landschaft ist traumhaft schön. Und Großstädte hatte ich genug! Ich komme aus Frankfurt, habe aber in New York studiert und eine Zeit lang in London gearbeitet.« Das stand auch in ihrer Vita, allerdings ging sie nicht davon aus, dass er jede Station ihres Lebenslaufs auswendig kannte.

»Sie sind ja eine wahre Kosmopolitin.«

»Ich bin dort zu Hause, wo ich mich wohl fühle. Und ich liebe neue Herausforderungen.«

»Ruhen Sie sich trotzdem für die Herausforderung morgen früh aus!« Sein Blick schien sie zu streicheln und löste ein Prickeln in ihrem Schoß aus. »Ich freue mich schon sehr auf Ihre Ideen und Vorschläge.«

»Ich bin froh, hier die Chance zu bekommen, meine eigene Idee vorzustellen.«

»Gut, dass Sie das ansprechen!« Julie wartete gespannt, während er tief durch atmete. »Denn ich muss Ihnen leider mitteilen, dass das große Projekt, für das wir Sie eigentlich engagiert haben, nicht zustande kommen wird. Jedenfalls nicht hier, es wird im Hauptsitz realisiert.«

Julie stutzte. Sein Tonfall klang verbittert. Warum hatte man ihm das Projekt entzogen? Sie wusste nur im Groben, worum es ging, doch fiel ihr kein logischer Grund ein, wieso man es nicht hier hätte bearbeiten können.

»Jedenfalls bin ich aus dem Grund sehr gespannt auf Ihre Ideen. Sie deuteten ja an, dass Sie gerne etwas Eigenes entwickeln wollen.«

»Das ist korrekt.« Sie zwang sich, ganz förmlich zu bleiben, auch wenn sie am liebsten laut gejubelt hätte. Denn durch das Wegfallen des anderen Vorhabens hatte sie nun freien Raum für ihr eigenes Projekt. Könnte es ganz offiziell und nicht zusätzlich in ihrer Freizeit bearbeiten. Zusammen mit der Unterstützung eines vermutlich erstklassigen Teams.

»Wunderbar. Ich bin schon wahnsinnig gespannt, was Sie uns morgen früh vorstellen werden.«

»Ich kann Ihnen auch jetzt schon davon erzählen«, bot Julie an. Sie hatte das Projekt so gut im Kopf, dass sie keine ihrer Aufzeichnungen benötigte.

Doch James hob abwehrend die Hand. »Sehr freundlich, aber ich gedulde mich gerne bis morgen zur Konferenz.«

»Wie Sie wünschen.« Mist! Zu gerne hätte sie noch ein bisschen mit ihm geplaudert. Und nicht nur über ihre Idee …

Er zwinkerte ihr zu, als könne er ihre Gedanken lesen, und wandte sich zum Gehen.

Julie starrte ihm nach, bis er um die Ecke des Flurs verschwunden war. Einen Moment verharrte sie, immer noch ganz gebannt von der Begegnung. Dann endlich gelang es ihr auf ihren weich gewordenen Beinen in die Wohnung zurückzugehen. Mit wild klopfendem Herzen schloss sie die Tür und lehnte sich dagegen.

Was für ein faszinierender Mann! Hoffentlich würde das gut gehen! Normalerweise ließ sich Julie nicht von ihrer Forschung ablenken. Aber sie hatte auch noch nie mit jemandem zusammengearbeitet, der so aussah wie James Sherwood und der sie auf den ersten Blick schon dermaßen faszinierte.

Desire No. 1

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