Читать книгу Desire No. 1 - Lara Sailor - Страница 12
Kapitel 5
ОглавлениеJames hatte nicht zu viel versprochen!
Er stellte Julie ein erstklassig eingerichtetes Labor zur Verfügung. Mikroskope, Bunsenbrenner, Reagenzgläser, Bechergläser und Reagenzien gab es in großer Menge, natürlich perfekt sortiert und aufgeräumt. Mit einem Griff hatte man, was man gerade benötigte. Alles, selbst die Computer, die Kühlungen und Sicherheitsstandards befanden sich auf dem neuesten Stand.
Caroline erwies sich als die beste Assistentin, die sie je gehabt hatte. Sie wusste, was Julie brauchte, noch ehe sie es aussprach.
Und auch Sarah verstand es, sich nützlich zu machen. Die junge Frau notierte alles und war blitzschnell, wenn es darum ging, eine Information aus dem Computer herauszuholen. Ihre schlanken Finger flogen geradezu über die Tasten und sie war ausgesprochen eifrig.
Schon am dritten Arbeitstag tauchte James überraschend im Labor auf. Julie spürte seine Gegenwart, noch ehe sie ihn sah. Er besaß eine solche Präsenz, dass ihr Blick wie von selbst zu seiner hochgewachsenen Gestalt wanderte. Ihren Kolleginnen erging es nicht anders.
»Ich wollte mich nur davon überzeugen, dass ihr wirklich arbeitet und nicht schon euch im Rausch himmlischer Duftwolken schwebt«, meinte er, während er lässig in den Raum schlenderte und sich dann locker an einen der hohen Tische lehnte. Er trug dunkle Hosen und ein hellblaues Hemd, dessen Ärmel lässig hoch gekrempelt waren. Braun gebrannte, muskulöse Unterarme schauten darunter hervor.
Hinter ihm betrat Anthony den Raum.
Sofort glitt Sarahs Blick zu ihm, doch der schwarzhaarige Chemiker bemerkte es nicht. Julie bemerkte, wie sich die Finger der jungen Frau in einem kurzen Frustanfall fester als nötig um ihren Kugelschreiber klammerten. Arme Sarah. Und was für ein Idiot dieser Anthony war!
»Hast du gedacht, wir haben uns einige knackige Kerlchen herbeordert und feiern wilde Orgien?« Caroline grinste ihn an. Sie sah hübsch aus mit ihren im Nacken zusammengebundenen Haaren. Eine Strähne hatte sich gelöst und fiel ihr immer wieder an der linken Gesichtsseite herunter. Stilvoll und sexy wirkte sie, und selbst unter dem weißen Kittel ließen sich ihre wohlgeformten Brüste erkennen.
Doch James schien ihr Anblick kalt zu lassen. Er stieß sich vom Tisch ab, ging an ihr vorbei und schaute durch das Mikroskop, an dem Julie bis eben gearbeitet hatte.
Einen Schritt neben James stehend wartete sie auf sein Urteil. Sein Rasierwasser stieg ihr in die Nase und unwillkürlich starrte sie auf seinen Hintern. Knackig. Da konnte man sicher gut seine Finger drin vergraben, wenn man sich an ihm festhielt und die Beine um ihn schlang, um ihn tiefer in sich zu ziehen …
Eine Hitzewelle folgte auf diese mehr als unpassenden Gedanken. Himmel, sie stand mitten in einem Labor, um sie herum mehrere Kollegen. Das war alles andere als der richtige Ort, um an Sex zu denken. Und schon gar nicht, mit ihrem Vorgesetzten.
James richtete sich auf und sah sie direkt an. Bemerkte er, wie heiß ihr geworden war? Erkannte er vielleicht sogar die verräterische Röte in ihrem Gesicht. Und ihre Brüste … Sie konnte nur hoffen, dass sich die verhärteten Spitzen nicht durch ihren Kittel abzeichneten.
»Das sieht vielversprechend aus.«
»Nett von Ihnen, aber es ist nicht nötig, zu lügen«, sagte Julie ruhig.
Eine seiner dunklen Brauen wölbte sich, was ausgesprochen sexy wirkte. »Ich lüge nie!«
»Sollten Sie lügen, wäre auch diese Aussage gelogen.«
»Das stimmt. Wollen Sie mir nun eine Fangfrage stellen, um herauszufinden, ob ich immer lüge oder immer die Wahrheit sage?« Er grinste sie herausfordernd an und wieder stieg Julie sein gut riechendes Rasierwasser in die Nase.
»Dazu müsste ich eine weitere Person haben und sicher sein, dass der eine immer die Wahrheit sagt und der andere immer lügt … Und dann eine Frage stellen dürfen.«
»Ich melde mich freiwillig.« Anthony trat einen Schritt vor.
»Und nun?« Sarah sah zwischen den beiden Männern und Julie hin und her.
»Es ist eine kleine Denksportaufgabe«, erläuterte Julie. Sie liebte solche Rätsel. »Aber wir brauchen noch jemanden, der uns dabei hilft. Caroline?«
»Immer zu Diensten.« Die Assistentin trat vor und lächelte Julie an.
Julie ließ ihren Blick durch den Raum wandern, nahm dann zwei Becher, füllte einen mit Kaffee, den anderen mit heißem Wasser, dem sie etwas Salz bei gab. Beide verschloss sie mit einem Deckel und gab sie Caroline. »Hier. Bitte gehen Sie nun mit Anthony und James hinaus und geben je einem einen der Becher. Und denken Sie daran, meine Herren: Einer von Ihnen sagt immer die Wahrheit, der andere lügt immer.«
Anthony verzog das Gesicht. »Irgendwie gefällt mir das nicht. Einer von uns beiden wird dann als ewiger Lügner bezeichnet.«
James klopfte ihm auf die Schulter. »Es ist doch lediglich ein Rätsel. Niemand wird denken, dass einer von uns immer lügt oder immer die Wahrheit sagt.«
»Na gut, aber wehe, es gibt Gerüchte.«
»Nun kommt schon, Jungs.« Caroline führte sie aus dem Labor.
Keine halbe Minute später kam sie zurück und stellte die beiden Männer etwa einen Meter voneinander auf.
»Und nun?« Sarah knetete ihre Finger. Ihr Blick klebte an Anthony.
»Ich darf eine Frage stellen.« Julie trat so zu ihnen, dass sie vor James stand und sah ihn direkt an. »Was würde Anthony antworten, wenn ich ihn frage, ob er den Kaffee in der Hand hat?«
»Ach so funktioniert das!«, rief Sarah. »Egal, was James antwortet, es ist auf jeden Fall das Gegenteil von der Wahrheit. Da ja einer der beiden lügen muss.«
»Genau.« Julie nickte ihr zu. »Sehr gut kombiniert. Wenn James sagt, Anthony würde sagen, er hat den Kaffee, kann ich davon ausgehen, dass Anthony das Salzwasser in der Hand hat.«
»Und wenn James sagt, dass Anthony sagen würde, er hat das Salzwasser, weiß ich, dass es der Kaffee ist«, führte Julie das Rätsel zu Ende. »Also James, was würde Anthony sagen, wenn ich ihn fragen würde, was für ein Getränk er in der Hand hält?«
»Salzwasser«, erwiderte James ohne mit der Wimper zu zucken.
Julie trat zu Anthony, nahm ihm den verschlossenen Becher aus der Hand und wollte trinken.
Doch da fiel Sarah ihr in den Arm. »Sind Sie wirklich sicher?«
»Sie haben das Rätsel doch eben selbst entschlüsselt, Sarah«, erwiderte Julie ruhig, während sie einen großen Schluck des inzwischen nur noch warmen Kaffees nahm.« Was auch immer James mir antwortete, musste das Gegenteil der Wahrheit sein. Wenn James derjenige ist, der die Wahrheit sagt, muss Anthony der Lügner sein. Ist James der Lügner, kehrt er Anthonys wahre Aussage in eine Lüge um. Ganz einfach also.«
»Sehr gut.« Caroline lächelte ihr zu. Der Blick ihrer blaugrauen Augen wirkte herzlich.
Julie sah zu James. Ihr Herz machte einen kleinen Hüpfer, als sie die Anerkennung in seinem Gesicht las.