Читать книгу Leben mit Hashimoto-Thyreoiditis - Leveke Brakebusch - Страница 7
Vorwort
ОглавлениеDie Immunthyreoiditis vom Typ Hashimoto und ihre häufigere atrophe Variante bilden die häufigsten Autoimmunerkrankungen überhaupt und sind deshalb schon alleine zahlenmäßig von großer Bedeutung.
Früher wurde die Hashimoto-Thyreoiditis als schicksalhafte, wenngleich weitgehend belanglose Erkrankung angesehen, deren Verlauf ohnehin nicht beeinflussbar war, meist in eine Zerstörung der Schilddrüse mündete und eine lebenslange Substitutionspflicht mit Schilddrüsenhormonen zur Folge hatte.
Diese Einschätzung der Immunthyreoiditis Hashimoto hat sich grundlegend geändert. Heute kennen wir Methoden, mit denen sich das Fortschreiten des zerstörerischen Immunprozesses hinauszögern oder sogar aufhalten lässt. Die frühzeitige Gabe von Schilddrüsenhormon und Selen haben hierzu wesentlich beigetragen. Doch auch die enorme Bedeutung von Nikotinverzicht, eines antioxidanzienreichen, entzündungshemmenden Ernährungsstils und eines günstigen immunmodulierenden Hormonmilieus werden immer klarer. Damit hat sich die Prognose und Lebensqualität bei Immunthyreoiditis Hashimoto erheblich verbessert.
Auch im Verständnis der Immunthyreoiditis hat sich Bemerkenswertes verändert. Heute gilt die Immunthyreoiditis als Indikatorerkrankung und lässt die Suche nach anderen Autoimmunerkrankungen bei den Betroffenen und ihren Verwandten als ratsam erscheinen. Die Immunthyreoiditis wird auch nicht mehr nur als reine Schilddrüsenerkrankung, sondern als Störung der Immunbalance mit Auswirkungen auf zahlreiche Organsysteme und Körperfunktionen erkannt.
Die bemerkenswerte Häufung der Immunthyreoiditis bei Frauen und in Phasen der Hormonumstellung (Pubertät, nach Schwangerschaften, Perimenopause) unterstreicht die enorme Bedeutung von immunmodulierenden Hormonen wie Progesteron, Östradiol, Testosteron und DHEAS für die aus der Balance geratene Immunfunktion und ihre Wiederherstellung. All dies macht die Immunthyreoiditis zu einem äußerst wichtigen und faszinierenden Krankheitsbild. Der große Erfolg der Internetseiten zum Morbus Basedow und jetzt auch zur Hashimoto-Thyreoiditis dokumentiert den enormen Informationsbedarf zu diesem Thema.
Wie bei unserem ersten gemeinsamen Buch »Leben mit Morbus Basedow« war die Zusammenarbeit mit Frau Dr. Leveke Brakebusch auch beim vorliegenden Ratgeber sehr effektiv und angenehm. Davon profitiert der persönliche, praxisnahe Charakter dieses Büchleins, in das viele persönliche Erfahrungen zahlloser Betroffener und eine umfangreiche klinische Beschäftigung mit der Hashimoto-Thyreoiditis eingeflossen sind.
Ich hoffe, dass auch unser zweiter Ratgeber »Leben mit Hashimoto-Thyreoiditis« wieder vielen Betroffenen, aber auch ihren Angehörigen und behandelnden Ärzten nützliche Tipps und aktuelle Informationen vermittelt. Vor allem aber soll er Mut und Zuversicht schaffen für die Bewältigung dieses nicht immer so simplen Leidens.
Armin E. Heufelder