Читать книгу Mein Leben lang nierenkrank - Marion Petznick - Страница 7
Einleitung
ОглавлениеIm 1. Kapitel des vorliegenden Buches beschreibe ich mein Umfeld und den Umgang mit meiner Erkrankung. Höhen und Tiefen werden sichtbar, vor allem in Hinblick auf Verzicht und Verlust.
Im 2. Kapitel zeige ich aus meiner Sicht die „Wendezeit“. 1990 begann mit dem Mauerfall eine neue Zeitrechnung für die Menschen in Deutschland, für mich begann die Dialyse, was bedeutete, abhängig von einer Maschine und Pflegepersonal zu sein. Ich stellte mir folgende Fragen: Welche unterschiedlichen Formen der Dialyse gibt es? Was kommt für mich infrage? Warum ist die Entscheidung für das richtige Dialyseverfahren so wichtig für jeden Betroffenen?
Aus der aktiven Auseinandersetzung mit der eigenen Nierenerkrankung reifte die Idee zur Planung und Umsetzung von Seminaren für andere Betroffene und wurde zu meinem künftigen Ziel. Auf diese Weise konnte ich meine gelebten umfangreichen positiven Erfahrungen an andere Betroffene weitergeben. Bald wuchs die Erkenntnis, dass ich vor einem riesigen Berg stand, der allein nicht zu bewältigen war. Ich brauchte ein Netzwerk mit gemeinsamen Idealen und Zielen, und ich entwickelte erste Gedanken für ein überregionales Projekt. Die Idee wurde Realität: Von der Einzelkämpferin zum bundesweiten Netzwerk.
Das 3. Kapitel beschreibt meinen Wunsch, mehr zu tun, wie ich Partner fand, um ein bundesweites Projekt zu konzipieren und praktisch umzusetzen.
2002 startete dieses bundesweite Projekt mit dem Ziel, ein „Kompetenznetzwerk“ aufzubauen. Bis heute arbeite ich mit ehrenamtlichen Mitstreitern überregional zusammen, um andere Gleichbetroffene zu unterstützen. Wir engagieren uns im gesamten Bundesgebiet unter dem Motto: „Betroffene beraten Betroffene – Hilfe zur Selbsthilfe“. Viele von ihnen sind Berater im Sinne von „Lebensberatern“. Die Beendigung des Projektes machte die Gründung des bundesweiten Vereins „HDP - Heim Dialyse Patienten e.V.“ nötig. Dieser ehrenamtliche Verein ist in vielen Regionen Deutschlands aktiv.
Im 4. Kapitel thematisiere ich die Selbsthilfe. Was hat sich verändert? Welche neuen Wege in der Selbsthilfe sind nötig? Viele Menschen isolieren sich, wenn sie krank sind, und trauen sich nicht mehr viel zu. Speziell diesen Menschen gelten meine Anregungen.
Nicht nur eigene Erfahrungen waren für mich wichtig, sondern auch die vielen Gespräche mit Ärzten, Betroffenen und Pflegepersonal haben mir deutlich weitere Bedürfnisse und Wünsche von nierenkranken Menschen aufgezeigt. Von ihnen habe ich die meisten Impulse erhalten. Davon wird an dieser Stelle die Rede sein.
Wichtige Tipps und persönliche Erfahrungen möchte ich Ihnen im 2. Teil nicht vorenthalten. Es werden vor allem Hinweise zu den Themen Ernährung, Sport und Reisen vertieft.
Gerade die praktischen Beispiele können motivieren, das eigene Handeln zu überprüfen und das eigene Leben zu verbessern.
Eine Botschaft möchte ich in diesem Kapitel weitergeben: Wir können trotz Beeinträchtigungen unsere Träume erfüllen, nur müssen wir sie gründlicher vorbereiten als gesunde Menschen. Trauen Sie sich! Realisieren Sie Ihre lang gehegten Wünsche. Kranke Menschen müssen sie nur mit Bedacht auswählen, um sie dann problemlos umsetzen zu können.
Sport und Entspannung sind ideal geeignet, um seine Kräfte trotz gesundheitlicher Einschränkungen zu bewahren. Doch es kann einen tief greifenden Leistungsknick geben. Gerade deshalb ist es besser, sich zu bewegen, als die Erkrankung passiv zu erdulden. Sport und Entspannung sind eine wichtige Grundlage für eine hohe Lebensqualität.
Verschiedene Experten kommen zu Wort. Durch diese Gespräche soll ein komplexes Bild entstehen: „Der eigenverantwortliche Patient, der sein Leben selbst in die Hand nimmt, ist klar im Vorteil.“ Eine hohe Lebensqualität, gepaart mit einem selbstbestimmten Leben verhindert die Krankheit zwar nicht, aber so lässt es sich deutlich besser leben. Es wird aufgezeigt, dass nur durch ein aufrichtiges und ehrliches Zusammenwirken von Betroffenen, Ärzten und Pflegekräften eine bessere Heilungsmöglichkeit für den Betroffenen besteht.