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Einleitung

Das Publikum wird eher die einfache Lüge als die komplizierte Wahrheit glauben.
– ALEXIS DE TOCQUEVILLE

Anfang Februar 2007 veröffentlichte der politische Arm des Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) – bestehend aus Delegierten von 180 Regierungen – ein Summary for Policymakers (SPM 4). Das ist der Extrakt des vierten wissenschaftlichen Sachstandsberichtes des IPCC, der merkwürdigerweise erst im Mai 2007 – also deutlich später – veröffentlicht wurde.

Obwohl er die Katastrophenmeldungen des dritten Berichtes von 2001 teilweise deutlich abschwächt, wurde er von den ihn tragenden politisierenden Wissenschaftlern und diversen Medien als neues Menetekel des drohenden Weltunterganges betrachtet und der aufgeschreckten Öffentlichkeit entsprechend verkauft. Der Hauptgrund, warum der fertige Bericht Monate später kam, dürfte darin bestanden haben, daß die wissenschaftlichen Erkenntnisse des Berichtes den politischen Vorgaben des SPM 4 angepaßt werden mußten. Ganz sicher wurde der Politik wieder einmal Vorrang vor der Wissenschaft eingeräumt. Wieviel gefestigte Erkenntnis dabei übrig blieb und wieviel dem politischen Willen geopfert wurde, kann sich jeder Außenstehende selbst ausrechnen.

Fest steht jedoch, daß sich zuvor, im November 2006, in Nairobi 6.000 Klimaoffizielle versammelt hatten, um wieder einmal der kommenden Klimakatastrophe das Wort zu reden. Der damalige UN-General-sekretär Kofi Annan konnte es dabei nicht unterlassen, von der größten Katastrophe zu sprechen, die die Menschheit je bedroht habe, und die sogenannten Klimaskeptiker zu einer gefährlichen Minderheit zu erklären: Das ist nicht Science Fiction, das sind plausible Szenarien, basierend auf strenger, wissenschaftlicher Modellierung. Es gibt (nur) einige wenige hartgesottene Skeptiker, die versuchen, Zweifel zu säen. Sie sollten als das gesehen werden, wofür sie stehen. Aus dem Takt, außerhalb von Argumenten und aus der Zeit. Tatsächlich wird der wissenschaftliche Konsens nicht nur immer umfassender, sondern auch immer alarmierender. Viele Wissenschaftler, die bisher für ihre Vorsicht bekannt waren, sagen jetzt, daß die Trends globaler Erwärmung gefährlich nahe an einem Punkt sind, von dem keine Umkehr möglich ist.11

Nun, da hat wohl einer dem Secretary General mehrere ordentliche Bären aufgebunden. Besonders was plausible Szenarien, basierend auf strenger, wissenschaftlicher Modellierung, betrifft.

Wir werden das im Folgenden untersuchen. Zuvor muß aber einiges zum IPCC gesagt werden.

Was ist das IPCC? Wer spricht für das IPCC?

Die Abkürzung IPCC steht für Intergovernmental Panel on Climate Change. Also etwa Zwischenstaatliche Regierungskommission zum Klimawandel. Die Betonung liegt dabei auf Intergovernmental, also zwischen Regierungen. Die Behörde wurde im Juli 1986 auf Betreiben Großbritanniens, der USA und Australiens von der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) und dem UN-Umweltprogramm UNEP gegründet.

In dem von Prof. Dr. S. Fred Singer herausgegebenen Klimabericht Die Natur, nicht menschliche Aktivität bestimmt das Klima heißt es dazu: Das leitende Personal der IPCC und ihre Hauptautoren werden von Regierungen ernannt und ihre jeweilige „Zusammenfassung für politische Entscheider“ (Summary for Policymakers, SPM) unterliegt der Zustimmung der Mitgliedsregierungen der UNO. Die an der IPCC beteiligten Wissenschaftler leben fast alle von Regierungsaufträgen. Regierungen bezahlen nicht nur ihre Forschungsarbeiten, sondern auch ihre IPCC-Aktivitäten. Der größte Teil der Reisekosten und Hotelunterkünfte an exotischen Orten werden für die Verfasser der Vorlagen aus Regierungskassen bestritten.

Die Geschichte der IPCC ist verschiedentlich dargestellt worden. In solchen Veröffentlichungen wird allerdings nicht ausgeführt, daß es sich dabei von Anfang an um ein Projekt von Aktivisten gehandelt hat. Aufgabe und Ziel der Kommission bestanden darin, Einschränkungen der Treibhausgas-Emissionen, insbesondere des Kohlendioxids, zu rechtfertigen. Folglich haben sich ihre wissenschaftlichen Berichte einzig auf Hinweise konzentriert, die auf einen vom Menschen verursachten Klimawandel hindeuten. Die IPCC hat die Aufgabe, „auf einer umfassenden, objektiven, offenen und durchschaubaren Grundlage die jüngste, weltweit vorgelegte, wissenschaftliche, technische und sozioökonomische Literatur zu sichten, die für das Verständnis des Risikos eines vom Menschen herbeigeführten Klimawandels, seiner beobachteten und projizierten Auswirkungen und der Möglichkeisich auf ihn einzustellen oder ihn abzumildern, bedeutsam ist. [IPCC 2008].

[...] Während man uns oft etwas von Tausenden von Wissenschaftlern erzählt, auf deren Arbeit die Sachstandsberichte des IPCC beruhen, hat die übergroße Mehrheit dieser Wissenschaftler keinen direkten Einfluß auf die Schlußfolgerungen des IPCC. Diese werden von einem inneren Kreis von Wissenschaftlern verfaßt. Die SPM werden jeweils Zeile für Zeile von Vertretern der Mitgliedsregierungen durchgesprochen und abgestimmt. Dies ist ganz klar nicht die Art und Weise, wie man echte wissenschaftliche Forschungen normalerweise aus- und bewertet und publiziert.

Die SPMs erweisen sich in allen vier Fällen als recht selektive Zusammenfassungen der überaus umfangreichen, wissenschaftlichen Berichte, die ohne Register (eine Ausnahme bildet der letzte, vierte Sachstandsbericht von 2007) typischerweise 800 oder mehr Seiten umfassen und im allgemeinen – außer für sehr engagierte Wissenschaftler – unleserlich sind. 12

Das IPCC hat derzeit 194 von ihren Regierungen ernannte Mitglieder. Sein Hauptbüro liegt im schönen Genf. Vorsitzender ist derzeit der indische Ingenieur Rajendra K. Pachauri, Generalsekretär der niederländische Diplomat Yvo de Boer. Unter den zuarbeitenden oft genannten 2.500 „Wissenschaftlern“ befinden sich viele Klimarealisten, jedoch sehr viel mehr Aktivisten von Greenpeace, Friends of the Earth, Sierra Club und ähnlicher NGO‘s. Die Klimarealisten werden zwar manchmal eingeladen, an der Arbeit mitzuwirken, ihre Beiträge aber – sehr oft ohne Angabe von Gründen – nicht beachtet oder verschwiegen. Wenn sie dagegen protestieren, werden sie höflich, aber bestimmt, abgefertigt, ihr Name wird jedoch weiter unter der Liste der Beteiligten geführt.13

Dies erweckt fälschlicherweise – und das soll es wohl auch – den Eindruck, daß alle am IPCC-Bericht beteiligten Wissenschaftler den dort angeführten Schlußfolgerungen und Vermutungen zustimmen. Auf diese Weise kommt dann auch die hohe Zahl von 2500 Wissenschaftlern zusammen, die uns ständig als Qualitätsbeweis vorgehalten wird.14

Allerdings ist allein in der Politik eine große Zahl oder gar eine Mehrheit eine anerkannte Grundlage für Entscheidungen. Dort gilt das Mehrheitsprinzip. Nicht so in der Wissenschaft: Hier sind allein Beobachtung, Beweis und die erprobte und nicht falsifizierte Theorie von Bedeutung, unabhängig davon, ob sie von einem einzelnen, Hunderten oder gar Tausenden von Wissenschaftlern vertreten werden. Zumal zur Stützung der These von der anthropogenen Erwärmung vom IPCC bisher kein einziger Beweis vorgelegt wurde. Alles, was bisher von dort kam, waren Vermutungen und unüberprüfbare Modellberechnungen.

Aber auch mit der angeblich übergroßen Zahl von überzeugten Wissenschaftlern ist es nicht sehr weit her. Tatsächlich bestimmt ein kleiner Kreis von etwa 60 Wissenschaftlern, was weltweit zum Thema anthropogener Klimawandel in den mit peer reviews arbeitenden Wissenschaftsjournalen publiziert oder auch abgelehnt wird. Es kommt sehr oft vor, daß man sich innerhalb dieser Gruppe gegenseitig reviewed (d. h. begutachtet). Im Gegenzug ist dann das nächste Mal der andere dran. In der Wirklichkeit gibt es die große Zahl von Wissenschaftlern nicht, die die Idee vom anthropogenen Klimawandel unterstützen.

Der eigentliche Stand der Wissenschaft zu diesem Thema wurde im Bericht der Arbeitsgruppe I (Working Group I) Die wissenschaftlichen Grundlagen des vierten Sachstandsberichtes (AR4) zusammengefaßt. Das sind etwa 800 Seiten Text, aufgeteilt in 12 Kapitel. An ihm haben etwa 600 Wissenschaftler mitgewirkt. Die übrigen 1.900 Wissenschaftler waren an ihm nicht beteiligt, sondern arbeiteten in den beiden anderen Arbeitsgruppen (AG) mit. Dabei handelt es sich um die AG II Impacts, Adaptation and Vulnerability und AG III Mitigation of Climate Change. Diese Berichte hängen entscheidend von den Ergebnissen der Arbeitsgruppe I ab, behandeln jedoch keine die Grundlagen berührenden Fragen. Sie haben also nichts mit der ersten Arbeitsgruppe zu tun.

Für die entscheidende Frage Macht der Mensch Klima oder nicht? ist vom Bericht der AG I nur das Kapitel 9 Zuordnung (attribution) interessant. Dazu kommen Vorarbeiten für das Kapitel 9, die in den Kapiteln 3 (Beobachtungen/observations) und 6 (Paläoklima/paleoclimate) geleistet werden.

Deshalb sind es nur drei Kapitel des AG-I-Berichtes, die für alle Aussagen darüber von Bedeutung sind, ob Menschen massiv auf das Klima einwirken. Sie müssen deshalb getrennt vom Rest betrachtet werden, um das Ganze vernünftig zu bewerten.

Die Gesamtzahl aufgelisteter Autoren und Reviewer der einzelnen Kapitel ist jeweils 50, 56 und 80. Die Zahl der Leitautoren ist 12, 16 und 9, wobei insgesamt nur 180 Personen als Autoren/Reviewer tätig waren (sechs Autoren waren an mehr als einem Kapitel beteiligt). Davon stammten 72 aus den USA, 29 aus Großbritannien, 15 aus Frankreich. Die restlichen 20 kamen aus anderen Ländern.

Sicherlich wurde eine sehr große Zahl wissenschaftlicher Aufsätze überprüft und zitiert, doch davon bezog sich die Mehrheit auf Randthemen, die viel weniger umstritten waren als etwa die Hockeyschläger-Studie oder die Studien über Temperaturmessungen an der Erdoberfläche. Es gibt klare Beweise dafür, daß es in diesen Fällen erheblichen Streit gab und gibt. Gleichzeitig herrscht ein chronischer Mangel an Offenlegung der grundlegenden Daten, der die Unterstützung für die daraus abgeleiteten Erkenntnisse zu bloßer Meinung macht. John McLean15 und das Ehepaar Holland16 haben dies ausführlich untersucht und jede einzelne Aussage, die schriftlich vorlag, überprüft. Ihr Fazit: Von den neun Autoren und den 71 Gutachtern (zusammen 71+9 = 80) des Kapitels 9 waren nur jene neun Autoren und fünf (!) der Gutachter der Meinung, daß der beobachtete Temperaturanstieg überwiegend auf menschlichen Einfluß zurückzuführen sei.

Also nur 14 von den genannten 2.500. Und diese 14 führten dafür nicht etwa eine Fülle von Beweisen an. Nein, nicht einen einzigen! Stattdessen gaben sie ihrer Meinung Ausdruck, gespeist aus ihrem Bauchgefühl, und bezifferten dies mit einer Wahrscheinlichkeit von sehr wahrscheinlich (very likely), daß der Mensch die Hauptursache ist. Etwas vorher wird very likely mit >90 Prozent Wahrscheinlichkeit definiert.

Dazu Prof. Petersen, niederländischer IPCC-Leitautor, auf einer Pressekonferrenz: Diese Einstufungen basieren auf einer Kombination von Statistik – wie gut stimmen die Ergebnisse der Modelle mit den Beobachtungen in der Realität überein – und dem Urteil der Experten.17 Jeder Statistikstudent wäre bei einer derartigen Aussage schon im Vordiplom durchgefallen. Dem IPCC glaubt die ganze Welt.

Nach diesem Exkurs über das zum Weltklimarat hochstilisierte IPCC werden wir im folgenden durch eine nüchterne Bestandsaufnahme untersuchen, was es denn nun mit dem so oft beschworenen Klimawandel wirklich auf sich hat. Dabei soll es vor allem darum gehen, die folgenden Fragen der Reihe nach und nach aktuellem Stand der Wissenschaft zu beantworten:

1 Gibt es eine wesentliche Erwärmung über die normalen Schwankungen hinaus?

2 Ist der Anstieg des Kohlendioxids, der in der Atmosphäre seit etwa 100 Jahren zu beobachten ist, die wesentliche Ursache dafür?

3 Wenn ja, hat der Mensch mit seiner technischen Kohlendioxid-Erzeugung daran einen maßgeblichen Anteil?

4 War dieser Klimawandel insgesamt schädlich oder eher nützlich?

5 Können wir, die Menschheit insgesamt, realistischerweise etwas dagegen tun?

Klimahysterie - was ist dran?

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