Читать книгу Working Capital Optimierung im Maschinen- und Anlagenbau - Radomir BABIC - Страница 10
1. Einleitung
ОглавлениеEs wurde das Forschungsthema mit dem Titel: „Nachholbedarf bei wertorientiertem Supply Chain Management in der Unternehmenspraxis – Beispiel, Optimierung des Working Capital im Maschinen- und Anlagenbau“ gewählt.
Motivation
Sowohl wissenschaftliche Arbeiten als auch praxisorientierte Beiträge zeigen, dass ein optimiertes WCM dem Unternehmen erhebliche finanzielle Vorteile verschaffen kann. Das Optimierungsziel ist die möglichst weitreichende Freisetzung des im Umlaufvermögen gebundenen Kapitals bei gleichzeitiger Optimierung der kurzfristigen Verbindlichkeiten, um freie Liquidität zu schaffen und die Zinsposition des Unternehmens zu verbessern.
Die Optimierung des Working Capital wurde auch in der Maschinen- und Anlagenbaubranche als wichtig erkannt. Dennoch wird dieses Thema häufig vernachlässigt und daher gibt es noch viel ungenutztes Potenzial. Bislang verliefen viele Optimierungen des Working Capital zu Lasten der vor- und nachgelagerten Wertschöpfungsstufen einer Supply Chain. Dadurch waren die Nutzeffekte niedrig und die Zielkonflikte verschärften sich weiter. Zudem schmälerte sich die Motivation für zukünftige Optimierungsprojekte. Die integrierten Optimierungsansätze sind noch eine Seltenheit. In den letzten Jahren konnten viele Unternehmen der Maschinen- und Anlagenbaubranche ihr Working Capital optimieren. Jedoch zeigen die Branchenvergleiche noch viel Handlungsbedarf für diese Branche, besonders bei der Kapitalbindungsdauer und bei der Working Capital Ratio. Hierzu gäbe es eine Vielzahl möglicher Maßnahmen, jedoch sind nicht alle für jedes Unternehmen sinnvoll. So bestehen allein durch die Branchenzugehörigkeit deutliche Unterschiede.
Das Leitmotiv dieser Arbeit beruht auf der Tatsache, dass der Maschinen- und Anlagenbau von hohem Working Capital geprägt ist und dass die daraus resultierenden Potenzialreserven mehr genützt werden sollen. Angesichts der Einzel- und/oder Kleinserienfertigung mit unterschiedlichen Prozessabfolgen, hoher Produktkomplexität, einer Vielzahl an Lieferanten bzw. Supply Chain Partnern, langer Auftragsabwicklungszeiten, langer Fertigungszeiten bzw. Durchlaufzeiten und des Einsatzes hochwertiger Materialien stehen die Hersteller von Maschinen und Anlagen vor besonderen Herausforderungen bei der Suche nach einer optimalen Gestaltung des Working Capital. In dieser Arbeit werden einerseits diese Herausforderungen und andererseits die Möglichkeiten aufgezeigt, wie das Working Capital in einer wertorientiert gesteuerten Supply Chain in der Maschinen- und Anlagenbaubranche erfolgreich optimiert werden kann.
Um dieser Motivation Rechnung zu tragen, wird im Rahmen dieser Arbeit einerseits nach den in der Praxis erprobten, traditionellen Ansätzen gesucht. Andererseits wird aufgrund spezifischer Branchenherausforderungen nach alternativen bzw. additiven Optimierungsansätzen gesucht.