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Wie sorgt der Organismus für Ausgewogenheit?


Dieses Kapitel dient dazu einen Einblick in die Physiologie, also die Funktionsweise des Körpers in der chinesischen Medizin zu erlangen. Wie bereits erläutert wurde, handelt es sich bei der Funktionsstörung, die in der TCM-Praxis auch Syndrom genannt wird, immer um ein Zuviel oder Zuwenig an Yang (= Qi und Wärme) oder Yin (= Säfte und Blut) in einem oder mehreren sogenannten Organen. Das Blut fließt bekanntlich in den Blutgefäßen, das Qi fließt in Meridianen, feinstofflichen Leitbahnen, und zirkuliert aber auch frei im Körper. Der Qi-Fluss in den Meridianen und der Blutfluss in den Gefäßen stehen in engem Zusammenhang. Sie fördern sich gegenseitig und sorgen für die Durchlässigkeit des Organismus, indem die Meridiane und das Blut die Organe miteinander verbinden. Aus Sicht der TCM nährt, kühlt und befeuchtet Blut den Körper und ermöglicht die Regeneration des Organismus. Es fördert die geistige Ruhe, die Fähigkeit sich zu entspannen, und einen erholsamen Schlaf.

Qi dynamisiert, transportiert, scheidet aus und wärmt. Eine der wichtigsten Funktionen besteht jedoch darin, Körperfremdes, wie Nahrung, in Körpereigenes, wie etwa Muskeln und Knochen, umzuwandeln. Diese sogenannte Stoffwechselfunktion und die Ausscheidung der Abfallstoffe, die bei jedem Transformationsprozess, z. B. Verdauung, anfallen, kann nur mit Hilfe von Qi vonstatten gehen.

Qi aktiviert den Menschen, auch den Geist, und bringt den Antrieb, die Gefühle und die Lebensfreude hervor. Je nachdem, welche speziellen Aufgaben es gerade erfüllt, erhält es unterschiedliche Namen. Sorgt es für eine gute Abwehr, dann heißt es Wei-Qi (Abwehrenergie). Das Wei-Qi schützt den Organismus vor ansteckenden Krankheiten und bioklimatischen Einflüssen. Es fließt nicht im Meridiankreislauf, sondern zirkuliert frei im Körper und um den Körper herum.

In der TCM kennt man fünf Organpaare: Leber-Gallenblase, Herz-Dünndarm, Milz-Magen, Lunge-Dickdarm, Nieren-Blase. In dieser Reihenfolge werden die Organe über den Meridiankreislauf mit Qi versorgt. Deshalb wird der Kreislauf Fütterungszyklus genannt. Auf den Seiten 98 und 113 veranschaulichen Graphiken den Fünf-Elemente-Zyklus.

Ein Paar besteht immer aus einem Yin- und einem Yang-Organ. Das erstgenannte ist das Yin-, das zweite das Yang-Organ. Die Yin-Organe, auch Speicherorgane genannt, stellen Qi und Yin bereit. Die Yang-Organe, auch Hohlorgane genannt, dienen unter anderem der Aufnahme der Nahrung und Atemluft, der Verdauung und Ausscheidung.

Tritt eine Belastung auf, wodurch in einem Organ vermehrt Qi oder Säfte verbraucht werden, so ist das Organ in doppelter Weise geschützt. Zum einen ist das Partnerorgan bestrebt, den Mangel seines Partners auszugleichen und zum anderen verfährt das vorgelagerte Organpaar ebenso. Wenn beispielsweise in der Milz ein Qi-Mangel auftritt, wird das Paar Herz-Dünndarm vermehrt Qi an die Milz abgeben, um das Gleichgewicht wiederherzustellen.

Die größte Hilfe kommt jedoch erfahrungsgemäß von dem starken Yang der Niere, wenn das Qi der Milz vor allem durch kalte Rohkost, saure Milchprodukte und Brotmahlzeiten geschwächt ist, die im Gegensatz zu gekochten, gehaltvollen Speisen keine wärmenden Gewürze enthalten. Langfristig kann sich daraus ein Yang-Mangel der Niere entwickeln, von dem in der Ernährungsberatungspraxis leider viele gesundheitsbewusste Frauen aufgrund fehlgeleiteter Empfehlungen betroffen sind.

Das hier gezeichnete Bild ist eine starke Vereinfachung des komplexen Zusammenspiels der Organe untereinander. Es soll deutlich machen, wie sehr die Einzelteile kooperieren. Aufgrund dieser engen Verbindungen werden Störungen – ebenso wie positive Einflüsse – über kurz oder lang immer mehrere Organe oder den ganzen Organismus beeinflussen. Daher ist eine ausgewogene Ernährung der beste Schutz vor körperlichen und geistigen Schwächen. Der Qi-, Blut- und Säfte-Aufbau durch hochwertige, gehaltvolle Nahrungsmittel sorgt dafür, dass die Organe gut versorgt werden und bei Belastungen den Prozess des Ausgleichens vollziehen können.

Ernährung nach den Fünf Elementen

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