Читать книгу Ernährung nach den Fünf Elementen - Barbara Temelie - Страница 13
ОглавлениеFunktionsschwächen frühzeitig erkennen und behandeln
In den nachfolgenden Kapiteln werden die Anzeichen und Symptome von Funktionsschwächen, die in der TCM-Praxis Syndrome genannt werden, aufgezeigt, die in einem Organ einen Fülle- oder einen Leere-Zustand erzeugen können. Außerdem wird zwischen inneren und äußeren auslösenden Faktoren unterschieden. Zu den inneren zählen belastende Emotionen und geistige Unruhe, zu den äußeren bioklimatische Einflüsse, Umwelt und nicht zuletzt die Ernährung. Das Ungleichgewicht, das diese Faktoren auslösen können, zeigt sich – wie bereits erwähnt – als Fülle- oder Leerezustand oder auch als eine Blockade im Qi-Fluss.
Störungen, die in erster Linie das Qi und das Yang betreffen, werden als »Ungleichgewicht der Yang-Wurzel« bezeichnet. Innerhalb der Yang-Wurzel kommt es – wie schon geschildert – zu folgenden Syndromen: Qi-Mangel, Yang-Mangel und Yang-Fülle, wobei Yang in diesem Zusammenhang für Wärme oder Hitze steht. Ein Qi-Mangel ist die erste Stufe in der Entwicklung. Qi-Mangel bezeichnet einen Energieverlust, der Yang-Mangel einen Verlust an Qi und Wärme, also einen Kältezustand. Yang-Fülle dagegen bedeutet ein Übermaß an Hitze im Körper und kann langfristig zu einer Austrocknung der Körpersäfte, also zu einem Yin-Mangel, führen.
Störungen, die in erster Linie das Yin betreffen, werden als »Leere oder Fülle der Yin-Wurzel« bezeichnet. Innerhalb der Yin-Wurzel kommt es zu folgenden Syndromen: Blutmangel, Yin-Mangel und Yin-Fülle. Diese Syndrome entwickeln sich über einen längeren Zeitraum, und dementsprechend gibt es graduelle Abstufungen, was den Schweregrad angeht. Ein Blutmangel ist im Vergleich zu Yin-Mangel leichter zu beheben, während der Yin-Mangel mit einer Austrocknung der Körpersäfte einhergeht und sich bis hin zu einer Schwäche der Körpersubstanz entwickeln kann. Dann können Abmagerung, Haarausfall und Osteoporose (Knochenentkalkung) auftreten.
Die Yin-Fülle steht für eine übermäßige Ansammlung von sogenannter Feuchtigkeit im Körper, die zu einem gedunsenen Gewebe in verschiedenen Körperregionen führt. Übergewicht geht immer mit einer solchen Yin-Fülle einher und bedeutet, dass die Ausleitung von Abfallstoffen im Körper reduziert ist. Langfristig kann sich Feuchtigkeit in zähen Schleim verwandeln, sofern gleichzeitig eine Hitze-Symptomatik (Yang-Fülle) vorhanden ist, die zur Entstehung entzündlicher Prozessen beitragen könnte.
In der Ernährungsberatungspraxis und in meinen Seminaren, die fast ausschließlich von gesundheitsbewussten Frauen besucht werden, haben etwa 80 % übergewichtiger und schlanker Frauen ein aufgedunsenes Gewebe. Eine Ausnahme bilden Frauen, die bereits das sechzigste Lebensjahrüberschritten haben und auf die dubiosen Ernährungsempfehlungen der vergangenen Jahrzehnte von Seiten der Deutschen Gesellschaft für Ernährung und der Weltgesundheitsorganisation nicht hereingefallen sind. Sie haben sich weder die Butter vom Brot nehmen lassen noch haben sie auf ihr Frühstücksei verzichtet. Sie haben einen Faible für bittere Blattsalate wie Rucola, Radicchio und Chicorée, die Giftstoffe ausleiten und schlank machen – als Begleitung zu einem gehaltvollen Stück Fleisch oder sättigenden Hülsenfrüchten mit Öl oder guter Butter, die Ihnen genug Eiweiß für die nötige Tatkraft bieten und lang anhaltend sättigen.
Ausgewogenheit der Yang- und Yin-Wurzel bedeutet Gesundheit
In der Fünf-Elemente-Lehre geht es immer darum die Ausgewogenheit von Yin- und Yang zu erhalten und zu fördern. Das gilt für die Funktionen des Körpers und des Geistes und ebenso für die Ernährung. Wobei wir auf das, was wir üblicherweise dreimal am Tag zu uns nehmen gewiss am meisten Einfluss haben. Diese Chance sollten wir nutzen. Zumal ein noch so einfaches und ausgewogenes bekömmliches Gericht auf das wir Appetit haben, nicht nur dem Körper gut tut. Es erzeugt auch ein Wohlgefühl und eine innere Zufriedenheit, wenn man sich selbst eine »gute Mutter« ist. Ausgewogenheit ist die Voraussetzung für eine gute Gesundheit. Darum ist es auch sehr wichtig, dass sich die Yin- und die Yang-Wurzel der Organe die Waage halten.
Zur Yin-Wurzel gehören die materiellen Substanzen, das Blut, die Körpersäfte und alle Gewebe, aus denen der menschliche Körper beschaffen ist. Wenn diese ausreichend vorhanden sind, hat der Mensch die Fähigkeit, sich durch Entspannung und einen erholsamen Schlaf zu regenerieren; dann ist auch sein Nervenkostüm in einem ausgewogenen Zustand.
Die Yang-Wurzel bringt das dynamische Qi und die Körperwärme hervor, die für unsere körperliche und geistige Vitalität sorgen und ebenfalls für eine starke Abwehrkraft. Zur körperlichen Vitalität gehört auch die Libido oder sexuelle Potenz. Diese fördern wir, indem wir unsere Speisen mit erwärmenden Gewürzen anreichern und alle rohen, kalten Zutaten nur in kleinen Mengen zu uns nehmen. Aber bitte nicht übertreiben, was die warmen oder heißen Zutaten wie etwa Chilis angeht. Denn jegliches Übermaß kann das gesunde Gleichgewicht von Yin und Yang wieder stören.
Yang-Wurzel-Schwäche
In einem gesunden Organismus stützen und kontrollieren sich Yin und Yang gegenseitig. Auf der einen Seite der Waagschale befindet sich das Yang, das für die Dynamik des Qi und für die Körperwärme zuständig ist. Solange die Yang-Funktionen ausreichend vorhanden sind, ist ein übermäßiges Ansteigen des kühlenden und befeuchtenden Yin, also eine Yin-Fülle, normalerweise nicht möglich. Es sei denn, dass man in dem Glauben sich etwas Gutes zu tun, häufig zu Milchprodukten greift oder obendrein zu Süßigkeiten, Süßstoff und Light-Produkten, die zu einer Yin-Fülle führen. Das bedeutet, dass sich Schlacken im Körper ansammeln, die immer die Ursache für Übergewicht sind.
Zu den Ursachen einer Schwächung des Yang, Qi und der Wärme, gehören auch bioklimatische Kälteeinwirkung und chronische körperliche Überanstrengung im Beruf, oder beim Sport wie etwa beim Marathonlauf. Da die Organfunktionen im fortgeschrittenen Lebensalter naturgemäß schwächer werden, ist es folglich umso wichtiger mit zunehmendem Alter für eine hochwertige und gehaltvolle Ernährung zu sorgen.
Die Hauptursachen für den, sehr häufig bei gesundheitsbewussten Frauen auftretenden, Milz-Qi- und Nieren-Yang-Mangel, sind jedoch seit den neunziger Jahren die dubiosen Empfehlungen viel Milch, Käse, Joghurt, Rohkost und Vollkornbrot zu essen, die normalerweise nicht mit wärmenden Aromen einhergehen. Während der Verzehr von aromatischen, stärkenden Zutaten, wie etwa in einer Fleischbrühe oder einem Eiergericht hinzugefügt, sehr schnell und deutlich spürbar zu einer Stärkung des Milz-Qi und des Nieren-Yang führen. Dann hat man dank dieser Energiegabe an die Niere wieder mehr Tatkraft und durch die Funktionsanregung der Milz fühlt man sich nach dem Essen Pudelwohl.
Es besteht also überhaupt kein Grund sich Sorgen zu machen, wenn Sie in den folgenden Kapiteln Symptome entdecken, von denen Sie betroffen sind, die man in der westlichen Medizin ja auch nicht als »Symptome einer Krankheit« bezeichnen würde. Sie werden in diesem Buch viele nützliche und ausgleichende Hinweise finden, die Ihnen den Weg zu einer bekömmlichen Ernährung weisen. Darüberhinaus können Sie sich am Ende dieses Buches auch das Cover des »Fünf Elemente Kochbuchs« anschauen, das Ihnen unter anderem den »Fünf-Elemente-Küchenzauber« und 200 weitere Rezepte präsentiert.
Milz-Qi-Mangel
Qi-Mangel: Im Verhältnis zur Yin-Wurzel ist die Yang-Wurzel abgesenkt
Hinweis: Denaturierte Produkte oder ein Mangel an fett-und eiweißreicher Nahrung und der übermäßige Verzehr von rohen und kühlenden Zutaten sind die Hauptursachen für einen Milz-Qi-Mangel
• Appetitlosigkeit, vor allem morgens
• Müdigkeit, vor allem nach dem Essen
• Völlegefühl, Blähungen
• breiiger Stuhl mit unverdauten Nahrungsresten
• kalte Hände und Füße
• schwaches Bindegewebe
• Heißhunger auf Süßes
• Konzentrationsschwäche
• häufiges Grübeln
Mehr dazu finden Sie in dem Kapitel Erd-Element siehe S. 127ff.
Nieren-Yang-Mangel
Yang-Mangel: Im Verhältnis zur Yin-Wurzel ist die Yang-Wurzel stark abgesenkt
Hinweis: Der Nieren-Yang-Mangel entsteht in der Regel auf dem Hintergrund eines Milz-Qi-Mangels, sodass sich die Symptome der beiden Syndrome miteinander vermischen.
• Antriebsschwäche, Erschöpfung
• Schwäche der Tatkraft
• häufiges Frieren
• Kältegefühl von den Füßen bis zum Po
• häufiges Wasserlassen, auch in der Nacht
• Rückensteifigkeit morgens nach dem Aufstehen, bessert sich durch Bewegung
• Abneigung gegen kalte Speisen und Getränke
• starkes Bedürfnis nach Kaffee
• eventuell Ängste und Unsicherheit
• schwache Libido, eventuell Impotenz
Yin-Fülle
Yin-Fülle: Die Yin-Wurzel ist übermäßig erhöht und die Yang-Wurzel ist abgesenkt
Hinweis: Eine Yin-Fülle beruht immer auf einem Milz-Qi-Mangel und geht mit dessen Symptomen einher. Im Sprachgebrauch der chinesischen Medizin wird dieses Syndrom häufig auch als »Feuchtigkeit« bezeichnet. Gemeint ist damit die Einlagerung von Schlacken im Gewebe, die zu Wasseransammlungen führen, die wiederum die Ursache für Cellulitis und Übergewicht sind.
• Wasseransammlung im Gewebe in Gesicht, Armen oder Beinen
• Schweregefühl, vor allem in den Gliedmaßen
• möglicherweise Übergewicht
• möglicherweise ein dumpfes Kopfgefühl, wodurch die Aufnahmefähigkeit geschwächt ist
• sehr wenig Durst
• Neigung zu Niedergeschlagenheit aufgrund der Schwere des Körpers
Wichtige Anmerkung zu den Funktionsschwächen
Bitte beachten Sie, dass heutzutage nahezu alle Menschen in den Industrieländern einen mehr oder weniger stark ausgeprägten Milz-Qi-Mangel haben, größtenteils aufgrund von denaturierten Produkten, eiskalten Getränken und häufigen Diäten (das gilt inzwischen sogar für Kinder). Daraus kann sich ein Nieren-Yang-Mangel entwickeln; dieser wird unter anderem auch durch eine Überforderung im Berufsalltag ausgelöst. Und wie gesagt sind auch gesundheitsbewusste Menschen, die sich jedoch von der traditionellen, gehaltvollen Ernährung abgewendet haben, häufig von beiden Syndromen betroffen.
Wenn Sie sich hier wiederfinden, dann möchte ich Sie vor allem um eines bitten. Machen Sie sich um Himmelswillen keine Vorwürfe. Ich habe dieses Buch und alle weiteren Bücher in erster Linie geschrieben, damit Sie wissen, wie Sie sich von Ernährungsirrtümern befreien können. Dank der guten Erfahrungen meiner Klienten in der Praxis und den Teilnehmern der Seminare, weiß ich wie froh auch Sie sein werden, wenn Sie diesen Ballast hinter sich lassen können, endlich wieder ein anständiges Essen genießen werden und sich danach pudelwohl fühlen.
Falldarstellung: Milz-Qi-Mangel mit Feuchtigkeit (Yin-Fülle)
Eine 24-jährige Frau, die eine sitzende Tätigkeit ausübt, wird seit Jahren von Übergewicht geplagt. Sämtliche Diäten haben den Zustand, abgesehen von kurzfristigen Erfolgen, eher verschlimmert. Seit einigen Monaten leidet sie zusätzlich unter Müdigkeit, besonders nach dem Essen, unter Völlegefühl und Blähungen, einem Heißhunger auf Süßes und einem starken Bedürfnis nach Kaffee. Ansonsten hat sie fast nie Durst. Die Hände sind häufig kalt, und sie friert leicht. Wasseransammlungen im Gesicht frühmorgens nach dem Aufstehen und eine Neigung zu Niedergeschlagenheit beeinträchtigen seit einigen Monaten ihr Wohlbefinden. Ein ausführliches Gespräch ergibt folgendes Bild: In ihrer Kindheit gab es nach jedem Mittagessen eine Quarkspeise. Ihre Mutter war Milchprodukten insgesamt sehr zugetan. Das Übergewicht ist eine Folge des Milz-Qi-Mangels, der durch die befeuchtende und abkühlende Wirkung der Milchprodukte verursacht wurde. (Auf die Temperaturwirkung der Nahrungsmittel wird in den folgenden Kapiteln noch genauer eingegangen.) Der Körper hatte nicht genug Qi und Wärme, um die Nahrung zu verbrennen, und so kam es zu Wasseransammlungen und Schlacken im Gewebe. Die darauf folgenden Diäten, bei denen Südfrüchte, die den Körper ebenfalls abkühlen, eine wichtige Rolle spielten, verschlimmerten das Geschehen.
Wiederum waren Wasseransammlungen im Gewebe und Niedergeschlagenheit die Folge. Insgesamt führte der chronische Qi-Mangel zu einer Verlangsamung des Stoffwechsels und weiter zu einer Ansammlung von Feuchtigkeit (Yin-Fülle).
Yin-Wurzel- Schwäche
Bei den oben beschriebenen Funktionsstörungen und bei dem Beispiel handelte es sich um eine Minderung des Qi oder des Yang und eine Zunahme des Yin, also um eine Schwäche der Yang-Wurzel. Nun zum umgekehrten Fall: Wie sieht eine Verminderung des Yin und ein Ansteigen des Yang aus? Erinnern Sie sich an die Störungen der Yin-Wurzel: Blutmangel und Yin-Mangel bedeuten Trockenheit, Yang-Fülle bedeutet Hitze. An dieser Stelle ist es wichtig, die enge Verbindung zwischen den beiden Wurzeln zu erwähnen. Denn ein Blutmangel geht in aller Regel mit einem Qi-Mangel der Milz einher, da die Milz die verwertbare Essenz aus der Nahrung bereitstellt, aus der der Organismus Blut produziert. Oder anders gesagt: Der Blutmangel ist oftmals eine Folge des Milz-Qi-Mangels. Diese Tatsache ist im weiteren Verlauf für die Auswahl der Nahrungsmittel von Bedeutung: Die Ernährungsempfehlungen bei bestehendem Blutmangel beinhalten immer auch Nahrungsmittel, die das Qi der Milz stärken, damit aus dem Angebot an Nahrungsmitteln für den Blutaufbau überhaupt Blut produziert werden kann.
Ein Yin-Mangel – ein Mangel an Körpersäften – ist ein Austrocknungsprozess. Auch hier geht es bei der Ernährung darum, nicht nur das Yin, sondern auch das Qi der Milz zu stärken, damit Körpersäfte gebildet werden können. Während der Blutmangel die Organbereiche Leber und Herz betrifft, spielt sich der Yin-Mangel in einem oder mehreren Organen ab. Betroffen sein können davon Leber, Herz, Magen, Lunge und Niere.
Die Yin-Fülle wurde bereits im Zusammenhang mit den Störungen der Yang-Wurzel behandelt, da einer Yin-Fülle eine Schwächung der Yang-Wurzel zugrunde liegt. An dieser Stelle wird nun die Yang-Fülle behandelt, da dieses Geschehen ernährungstherapeutisch durch eine Stärkung der Yin-Wurzel auszugleichen ist und häufig mit einer Yin-Schwäche als Ursache oder Folge in Zusammenhang steht. Ob es im Rahmen eines Austrocknungs- oder Erhitzungsprozesses zu einem Blutmangel, einem Yin-Mangel oder zu einer Yang-Fülle kommt, ist wiederum von den auslösenden Faktoren und von der Konstitution des Betroffenen abhängig.
Blutmangel
Blutmangel: Die Yin-Wurzel und Yang-Wurzel sind abgesenkt, da bei Blutmangel ein Qi-Mangel zugrunde liegt
Hinweis: Nachteilig bei Blutmangel ist der Verzicht auf eiweißhaltige Zutaten, der Konsum von Kaffee und Schwarzem Tee. Empfehlenswert sind rotes Fleisch, Leber, rotes und grünes Gemüse und Kräuter, Radicchio, Rucola, Rote Bete, rote Früchte und Säfte.
• Lichtempfindlichkeit der Augen
• Nachtblindheit
• Augenflimmern
• Schwierigkeiten beim Einschlafen
• Ermüdung durch geistige Überanstrengung
• eingeschlafene Gliedmaßen
• Neigung zu Muskelkrämpfen
• blasses Gesicht, blasses Augeninnenlid
• dünne, blasse, trockene Zunge
• emotionale Dünnhäutigkeit
Yin-Mangel
Yin-Mangel: Die Yin-Wurzel ist stark abgesenkt; die Yang-Wurzel ist abgesenkt, da bei Yin-Mangel ein Qi-Mangel zugrunde liegt. Dennoch treten aufgrund der Trockenheit Hitzezeichen auf.
Hinweis: Von einem Yin-Mangel können mehrere Organe betroffen sein, der Magen, die Leber, das Herz, die Lunge und die Niere.
• trockener Mund und Lippen
• Hitzegefühl am Nachmittag
• Nachtschweiß
• heiße Füße, abends und nachts
• Schlafstörung
• innere Unruhe, Nervosität
• Stressanfälligkeit
• Magen: flaues Gefühl im Magenbereich
• Magen: Unverträglichkeit von Säure in Essig und Obst, von Kohlensäure und Süßigkeiten
Falldarstellung: Yin-Mangel
Ein 30 Jahre junger Architekt ist seit eineinhalb Jahren damit beschäftigt, eine eigene Firma aufzubauen. Seit einigen Monaten kommt es nachts, nachdem er endlich eingeschlafen ist, häufig vor, dass er schwitzt. Außerdem muss er immer die Füße aus dem Bett heraushängen lassen, weil sie so heiß sind. Er klagt über Nervosität, und dass ihn Stress wesentlich mehr belaste als früher.
Das erste Jahr seiner selbständigen Tätigkeit war sehr anstrengend verlaufen. Er arbeitete häufig bis spät nachts und hielt sich am nächsten Tag mit starkem Kaffee wach.
Die Folge dieser extremen Lebensweise ist ein Säftemangel aufgrund geistiger Überanstrengung, austrocknender Genussmittel wie Kaffee und Schlafmangel. Von einem Yin-Mangel sind normalerweise ältere Menschen und vor allem hochbetagte Menschen betroffen, im Wesentlichen in Form von Schlafstörungen. Das war einmal! Heutzutage leiden viele Menschen jeglichen Alters und sogar Kinder, unter Yin-Mangel-Symptomen, die jedoch bei jungen Menschen wieder verschwinden können, wenn Sie denn in der glücklichen Lage sind, ihre Lebens- und Ernährungsgewohnheiten zu verändern. Im vorliegenden Fall ist der junge Mann mit den Ergebnissen seiner Aufbauarbeit soweit zufrieden, dass er eine ruhigere Gangart einlegen kann. Nach einigen Wochen mit ausreichend Schlaf und einer entsprechenden Ernährung sind die Symptome verschwunden.
Yang-Fülle
Yang-Fülle: Yang-Wurzel ist erhöht und die Yin-Wurzel ist abgesenkt, da die Hitze das Yin erschöpft
Hinweis: Von einer Yang-Fülle können mehrere Organe betroffen sein, der Magen, die Leber, die Galle, das Herz und die Lunge.
• heiße Körperempfindung
• rote Gesichtsfarbe
• Hyperaktivität, hohe Dynamik
• viel Durst
• Bedürfnis nach kalten Getränken und Speisen
• Schlafstörung
• Magen: eventuell Heißhunger
• Leber: Neigung zu Gereiztheit, Ärger oder Zorn
• Galle: dominierende Persönlichkeit, laute Stimme
Wenn eine kurzfristige, extreme Belastung ein Ungleichgewicht hervorbringt, ist es relativ einfach, den Zustand zu harmonisieren, allerdings nur unter Ausschaltung der auslösenden Faktoren. Je länger die Belastung anhält, um so tiefgreifender ist die Störung, um so mehr Organe sind davon betroffen und um so länger dauert die Wiederherstellung des Gleichgewichtes.
Leber-Qi-Stagnation – Stress lass nach!
»Wir müssen unsere Kapseln sprengen bevor uns der Kragen platzt, damit sich unsere Blüten entfalten können.«
Die Leber-Qi-Stagnation ist ein Syndrom, das auf einer Blockade im Verlauf des Lebermeridians beruht und psychische, emotionale sowie körperliche Beschwerden hervorruft, von denen wir alle irgendwann mehr oder weniger betroffen sind.
Eine entspannte Leber sorgt für den reibungslosen Fluss des Qi in den Meridianen und transportiert es blitzschnell dahin, wo es gebraucht wird: In die Beinmuskeln, wenn wir rennen müssen, in den Kopf bei intellektueller Anforderung und ins Herz, wenn es um liebevolle Gefühle geht. Im chinesischen Sprachgebrauch sagt der Liebste zu seiner Liebsten nicht zärtlich »mein Herzchen«, sondern »mein Leberchen«, wenn Sie ihn zärtlich anlächelt oder zur sexuellen Vereinigung bereit ist, die aus chinesischer Sicht nicht nur sehr förderlich für die Entspannung, sondern auch für die Aktivität aller Organe ist.
In dem Kapitel »Holz-Element« und »Liebe und Sexualität« erfahren Sie mehr zu den Themen des Holz-Elements.
Stress-Symptome
• Innere Anspannung
• häufige Stimmungswechsel
• Gereiztheit
• Neigung zu Perfektionismus
• Neigung zu übermäßiger Kontrolle
• Neigung zu Zornausbrüchen
• Ärger schlägt auf den Magen
• Kloß im Hals
• Mangel an sexueller Lust und vorübergehende Impotenz
• gepresste Stimme
• Appetitlosigkeit
• Stuhlverstopfung, situationsabhängig, oft auf Reisen
• Suchtprobleme: Alkohol, Medikamente, Drogen
Ursachen
• chronische Überlastung, zu hohe bzw. zu niedrige Anforderungen im Berufsleben
• Enttäuschungen, Sorgen, Kummer, Leid, sexuelle Frustration
Ernährungsempfehlung
• bei psychischer oder intellektueller Anspannung nur leichte bekömmliche Mahlzeiten aus hochwertigen, frischen Zutaten mit knackig-frischem Gemüse essen
• scharfe, kühlende Zutaten: schwarzer Rettich, Radieschen und deren Sprossen, Kresse
• nur ökologisches, hochwertiges Fett verwenden