Читать книгу Leroy - Dino Reisner - Страница 17
Schlüsselspieler waren andere
ОглавлениеDie Rückkehr in die Knappenschmiede gestaltete sich für Leroy Sané schwieriger als erwartet. In seiner ersten Saison 2011/12 fand er sich in der Rolle des Ersatzspielers wieder. Die Protagonisten im Team des ehemaligen polnischen Nationalspielers Tomasz Waldoch (von 1999 bis 2006 selbst auf Schalke aktiv) waren die U17-Nationalspieler Max Meyer, Maximilian Dittgen, Donis Avdijaj und Tim Bodenröder. Meyer und Dittgen zogen im Mittelfeld die Fäden, die Angreifer Avdijaj (15 Saisontreffer) und Bodenröder (14) sorgten für Tore. Die Abwehr hielten im Zentrum Marvin Friedrich und auf der rechten Seite Leroy Sanés älterer Bruder Kim zusammen.
Der Durchbruch zum Bundesliga-Spieler auf Schalke blieb später mit Ausnahme von Max Meyer – der gebürtige Oberhausener war als 13-Jähriger in die Knappenschmiede gekommen und galt als deren Vorzeigetalent – allen versagt. Friedrich und Avdijaj waren dicht dran. Der aus Kassel stammende Friedrich absolvierte bis 2016 immerhin neun Pflichtspiele in Bundesliga, Champions League und Europa League, die meiste Zeit wurde er jedoch in der Regionalliga-Mannschaft eingesetzt. Nach der unglücklich verlaufenen Zwischenstation FC Augsburg wurde der Innenverteidiger im Sommer 2019 bei Aufsteiger Union Berlin doch noch zur Bundesliga-Stammkraft.
Der gebürtige Kosovare Avdijaj stand bei 19 Spielen im Schalker Kader, neunmal wurde er eingewechselt, dreimal durfte er von Beginn an ran. Im Winter 2017/18 wurde er an Roda JC Kerkrade ausgeliehen, danach spielte er bei Willem II Tilburg (beide Niederlande), Trabzonspor (Türkei) und Heart of Midlothian (Schottland). Kim Sané wurde während seiner Schalker Zeit immer wieder durch Verletzungen zurückgeworfen. Als 20-Jähriger wollte er 2015 in der Zweiten Mannschaft des 1. FC Nürnberg einen Neuanfang starten. Nach 17 Einsätzen in der Regionalliga Bayern verzichteten die Franken auf eine Vertragsverlängerung. Fünf Spiele absolvierte er danach noch für die SG Wattenscheid 09, ehe er im Frühjahr 2017 seine Laufbahn beendete. Maximilian Dittgen und Tim Bodenröder kehrten Schalke schon früher den Rücken: Dittgen wechselte als 17-Jähriger ebenfalls nach Nürnberg. Beim Club und danach beim 1. FC Kaiserslautern und dem SV Wehen Wiesbaden etablierte er sich in der Zweiten Bundesliga. Bodenröder zog es als 19-Jährigen zur SpVgg Greuther Fürth. Dort blieb er ohne Zweitliga-Einsatz, seit 2017 spielte er unterklassig in seiner Heimatstadt Hagen.
Leroy Sané stand in seiner ersten U17-Saison noch klar im Schatten dieser Spieler. In 15 Partien wurde er eingewechselt, erst beim 3:0-Sieg am 26. und letzten Spieltag bei Arminia Bielefeld wurde er für die Startelf nominiert. Lediglich ein Saisontreffer stand für ihn zu Buche: Ende Oktober 2011 bei der 2:5-Niederlage bei Borussia Dortmund kam er in der 54. Minute für Max Meyer, eine Viertelstunde später verkürzte er auf 2:4. Schalke schloss die Saison mit 18 Siegen, drei Unentschieden und fünf Niederlagen hinter dem 1. FC Köln als Zweiter ab. Ein weiterer Treffer gelang Leroy Sané im Finale um den Westfalenpokals gegen den Erzrivalen aus Dortmund. Nach seiner Einwechslung in der 57. Minute für seinen Bruder Kim setzte er in der 80. Minute den Schlusspunkt zum 3:0. Die Westdeutsche Allgemeine Zeitung mutmaßte in ihrem Spielbericht über die siegreichen Schalker: »Bei richtiger Hege und Pflege wird man von dem einen oder anderen auch in einigen Jahren noch etwas hören, und zwar nicht nur zwischen Scholven und Ückendorf, sondern überregional.« Mit der Schulmannschaft der Gesamtschule Berger Feld holte Leroy Sané bei »Jugend trainiert für Olympia« die NRW-Landesmeisterschaft in der Wettkampfklasse II (Jahrgänge 1996 bis 1998). Zum 6:1-Finalsieg gegen das mit mehreren seiner ehemaligen Teamkameraden von Bayer 04 angetretene Landrat-Lucas-Gymnasium Leverkusen steuerte er mit einem spektakulären Distanzschuss aus 25 Metern das schönste Tor des Tages bei.