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Medizinwanderung in der Weisheit der Natur
ОглавлениеDieser sehr konkrete Selbsterfahrungsweg mit der Frage nach Medizin für unser Leben, stammt aus den indianischen Heilzeremonien. Dabei meint »Medizin« all unsere inneren Ressourcen und auch die Heilkräfte von Mutter Erde, die sie uns schenkt, wenn wir mit wachen Sinnen und achtsamen Sohlen auf ihr wandern.
•Gönn Dir einen Moment der Ruhe und des Zu-Dir-Kommens. Setz Dich aufrecht hin, lass Deinen Atem tief in den Bauch fließen und Deinen Kopf frei werden.
•Geh mit Deiner Aufmerksamkeit nun an eine Stelle in Deinem Körper, die Du gerade als Dein Zentrum empfindest. Spür diese Mitte und Dein Eingewobensein zwischen Himmel und Erde.
•Wenn Du Dich gut zentriert fühlst, bitte um eine Frage, die jetzt gerade für Dein Leben wichtig ist, und achte auf den ersten Impuls.
Nimm jede Frage, jedes Thema, das auftaucht, wahr und wichtig.
•Was bricht in meinem Leben gerade auf?
•Wo stehe ich momentan in meinem Leben?
•Welche Entscheidungen habe ich zu treffen?
•Wo kann ich weiterwachsen, wie kann ich in meine Kraft kommen?
Wähl einen Tag, an dem Du für Deine Medizinwanderung wirklich Zeit hast, und pack etwas zu trinken ein. Wenn Du magst, kannst Du an diesem Tag auch gut fasten. Wichtig ist, die Wanderung ganz für Dich allein, in Deiner Stille und Anbindung zu machen, denn es ist weniger eine Wanderung, als ein In-Dich-Hineinspüren, ein Dich-treiben-Lassen, ein Dich-führen-Lassen von Deiner inneren Weisheit und Intuition, und ein Wahrnehmen. Einen halben oder ganzen Tag weg-gehen vom Lärm des Alltags, hinein-gehen in Deine eigene Natur, um zu schauen, was ist – was in Dir ist.
Am besten brichst Du mit Deinen Fragen im Herzen bei Sonnenaufgang auf und machst Dich fastend, schweigend und auf Deine Art auf den Weg in den heiligen Raum der Natur. Du kannst dabei rituell eine Schwelle überschreiten oder durch ein Tor gehen. Öffne Deinen Geist und Dein Herz und sei bereit, Dich mit Dir selbst und Deiner inneren Natur zu verbinden, Deiner eigenen Seelenlandschaft auf die Spur zu kommen.
Du musst nicht weit gehen und darfst Dich auch einfach hinsetzen oder hinlegen. Geh mit offenen Sinnen und achte darauf, ob Du Dich von einer Pflanze, einem Tier, einem Stein angezogen fühlst. Wenn ja, dann geh dort hin und schenk ihm Deine Aufmerksamkeit.
Spür dabei in Dich hinein: Wie fühlst Du Dich an diesem Ort? Was riechst Du, hörst Du? Setz Dich an diesen Platz, zu dieser Pflanze und beobachte sie in Ruhe. Wenn Du magst, sprich mit ihr und erzähl von Dir und Deinem Leben. Stell ihr Fragen, die jetzt auftauchen, und lausche auf die Antwort.
Bedank Dich für das Erlebte und verabschiede Dich, bevor Du weitergehst.
Zu Mittag oder zu Sonnenuntergang gehst Du wieder durch das Tor und kehrst zurück in Deine Alltagswelt.
Nimm Dir Zeit, den Tag und Deine Wanderung zu reflektieren.
Du kannst Deine Augen schließen und wie in einer Meditation den Weg, den Du gegangen bist, noch einmal gehen. Schreib danach die wichtigsten Stationen Deiner Erfahrung in ein Tagebuch, mach Dir Zeichnungen dazu oder kleb Blätter, Blüten, Federn ein.
Pflanzen, Tiere und Steine sind Symbole und haben eine Botschaft für Dich, sie schenken Dir eine Medizin für Deine Seele.
Wenn Du möchtest, kannst Du Deine Engel oder Deinen inneren Mentor bitten, Dir die Botschaft des Weges zu zeigen, denn sie kann ein wichtiger Wegweiser für Dich sein. Das, was Du erlebt und gefunden hast, wird zum Spiegel Deiner Seele. Nimm den Reichtum Deiner Erfahrung in den Alltag mit, sodass sich das Bewusstsein erweitern und neue Wege nachhaltig öffnen können.
»Wer auf den
rechten Weg will, muss
durchaus durch sich
selbst hindurch.«
Wilhelm Busch