Читать книгу Die Weisheitscodes - Gregg Braden - Страница 11

Оглавление

Weisheitscode 2

Buddhistisches Zufluchtsgebet

Ich nehme Zuflucht zu Buddha, Dharma und Sangha, bis ich Erleuchtung erlangt habe.

Einsatz:

Schutz. Dieser Code wird verwendet, wenn man auf spiritueller Ebene für eine bestimmte Zeit persönlichen Schutz benötigt.

Quelle:

Verkürzte Form des traditionellen tibetisch-buddhistischen Zufluchtsgebets.1

Es ist nicht ganz sicher, woher das buddhistische Zufluchtsgebet stammt. Oft wird der große Yogi Atisha (Atisha Dipamkara Srijnana) als Verfasser angegeben, aber es ist nach wie vor strittig, ob er das Gebet persönlich verfasst hat oder ob er bei der Verbreitung dieser Unterweisungen so maßgeblich beteiligt war, dass es ihm zugeschrieben wird. Als Meisterlehrer der buddhistischen Traditionen ordnete Atisha Buddhas 84.000 Lehren und stellte sie in einem einzigen, wegweisenden Text zusammen, der heute noch Verwendung findet. In seinem klassischen Text Die Lampe auf dem Pfad zur Erleuchtung (engl. Atisha’s Lamp for the Path to Enlightenment, kommentiert von Geshe Sonam Rinchen, ins Englische übersetzt von Ruth Sonam) beschreibt Atisha die Praktiken, zu denen auch das buddhistische Zufluchtsgebet gehört.

Der Weisheitscode 2 ist unter anderem unter folgenden Namen bekannt: »Zufluchtsgebet«, »Anweisung zur Zuflucht«, »Atishas Zufluchtsgebet« und – geläufiger – das »Gebet der Drei Juwelen«. In der tibetischen Tradition wird das Gebet als kyamdro bezeichnet und als Anweisung verstanden, in den drei Grundelementen oder Juwelen des Buddhismus Zuflucht zu nehmen: dem Buddha (den Lehren des Erleuchteten, der den Pfad entdeckte), dem Dharma (der ewigen Wahrheit der Realität) und dem Sangha (der Gemeinschaft anderer Buddhisten – traditionellerweise Nonnen, Mönche und Bittsteller), wie weiter unten beschrieben.

Anatomie des tibetisch-buddhistischen Schutzes

Die chemischen Codes des menschlichen Lebens, unsere DNAStränge, werden meistens vereinfacht mit Buchstaben dargestellt – C, T, A, G –, sozusagen Kürzel für die vier Nukleinbasen, die Grundbestandteile von Aminosäuren, welche Proteine bilden, die das Leben überhaupt erst möglich machen: Cytosin, Thymin, Adenin und Guanin. Manche Proteine bestehen aus Hunderten von Aminosäuren. Durch verschiedene Buchstabenkombinationen können selbst hochkomplexe Proteine gelesen, aufgeschrieben und beschrieben werden. Das buddhistische Zufluchtsgebet wirkt auf ganz ähnliche Weise.

Das eigentliche Gebet enthält viele Tiefen- und Bedeutungsschichten, doch seine Essenz wird in nur drei kurzen Versen dargestellt. Und so wie die einfachen Buchstaben C, T, A und G für eine tiefere Bedeutung der DNA-Codes stehen, steht jeder Vers des Weisheitscodes für ein tieferes Verständnis unserer selbst und unserer Lebenserfahrungen. Die nachfolgende kurze Anatomie des Gebets beschreibt die Bedeutung von Zuflucht an sich sowie von vier zugrunde liegenden Prinzipien, die uns unterschiedliche Grade von Zuflucht im Leben schenken.

Bei der längeren Fassung des Zufluchtsgebetes schließt sich an den genannten Code der folgende Wunsch an:

Durch das Verdienst, das ich durch das Üben des Gebens und die anderen Vollkommenheiten schaffe, kann [möge] ich die Buddhaschaft zum Wohle aller Lebewesen erlangen.2

Die Bedeutung von Zuflucht

Die traditionellen buddhistischen Texte beschreiben verschiedene Arten und unterschiedliche Grade von Zuflucht, die wir im Lauf unseres Lebens womöglich suchen. Mit Bezug auf den Weisheitscode 2 bedeutet das Wort »Zuflucht« zunächst Zuflucht vor Leid durch Umdenken und einen anderen Lebenswandel auf eine Weise, welche die Lehren Buddhas widerspiegelt. Diese Art von Zuflucht wird in Form von drei »Objekten« bzw. Prinzipien beschrieben: dem Buddha, dem Dharma und dem Sangha, der »Höchsten Gemeinschaft«. Es folgt eine kurze Beschreibung der drei Prinzipien und ihrer Bedeutung in unserem Leben.

Prinzip 1: Zuflucht im Buddha

Das erste Zufluchtsobjekt ist der Pfad des Buddha bzw. der Buddhismus. »Zuflucht im Buddha nehmen« bedeutet, sich auf einen Weg bewussten Denkens und achtsamen Handelns zu begeben, der zu einem höheren Gewahrsein unserer selbst sowie unserer Beziehung zur Welt führen soll. Wer sich auf diesen Weg begibt, muss sich auf eine tiefere Beziehung zwischen uns und der Erleuchtung einlassen, die, wie Buddha sagt, in unserem Leben möglich ist.

Prinzip 2: Zuflucht im Dharma

Das zweite Zufluchtsobjekt ist das Dharma. Im Kontext von Buddhas Zufluchtsgebet findet sich diese Zuflucht in den buddhistischen Schriften, welche die unruhigen und angstbesetzten Emotionen des Geistes in Harmonie bringen. Wechseln wir mit unserer Aufmerksamkeit von den chaotischen Angelegenheiten der Welt zur Harmonie, die sich in der Natur und im menschlichen Körper widerspiegelt, werden wir von Angst und Leiden befreit.

Prinzip 3: Zuflucht im Sangha

Das Sangha ist das dritte Zufluchtsobjekt; es bezieht sich darauf, Zeit in Gesellschaft von Bodhisattvas zu verbringen, Wesen, die ein höheres Bewusstsein erlangt haben, mitfühlenden Wesen, die zwar bereits erleuchtet sind, aber sich dennoch entscheiden, im unerleuchteten Reich des alltäglichen Lebens auf der Erde zu bleiben, um das Leiden derjenigen zu lindern, die diesen Zustand der Erleuchtung noch nicht erlangt haben.

Prinzip 4: Bitten um unbegrenzte Dauer

Dann gibt es noch ein viertes Prinzip, das diesen Code abschließt: den letzten Teil des Rezitativs, in dem die Dauer der Zuflucht genannt wird, nach der die Person, die den Code anwendet, strebt. Dieser Parameter lautet ganz einfach: »Bis ich Erleuchtung erlangt habe.« Die Mahayana-Tradition des Buddhismus beschreibt diesen Zustand der Erleuchtung in klaren Worten: Es ist die erfolgreiche Verwirklichung des Bodhisattva-Bewusstseins. Wörtlich genommen sagt uns der Schluss des Weisheitscodes 2, dass die Zuflucht und der Schutz, die wir erbitten, so lange aufrechterhalten werden sollen, bis wir die Erleuchtung erlangt haben und zu einem Bodhisattva geworden sind. Der Schwur, der diese vier Prinzipien zusammenführt, ist die Quelle, aus der die Kraft dieses Codes entspringt.

In Sanskrit, der Ursprache des Codes, beginnt jedes Fragment des Weisheitscodes mit dem Wort »namo«, was »Huldigung« oder »Ehrerbietung« bedeutet. Der Code geht so:

Namo Buddhaya; Namo Dharmaya; Namo Sanghaya.

Auf Englisch lautet dieser zeitlose Weisheitscode:

In the Buddha, the Dharma, and the Sangha,

I take refuge until I attain enlightenment.3

Verwendung von Weisheitscode 2

Die Kraft der Weisheitscodes entfaltet sich, wenn sie immer wieder als Affirmation aufgesagt werden. Dadurch wird dem Unterbewusstsein ein Code eingeprägt. Erzeugen wir Herz-Gehirn-Harmonie, wie im Kapitel »Die Verwendung der Weisheitscodes« beschrieben, haben wir sozusagen einen »heißen Draht« und können direkt mit dem Unterbewusstsein kommunizieren.

Rezitieren Sie die Sprachversion des Codes, zu der Sie sich am meisten hingezogen fühlen, Zeile für Zeile aus einem Zustand der Herz-Gehirn-Harmonie heraus, entweder still im Geiste oder laut, bis Ihr Vertrauen gewachsen ist und Sie die Sicherheit spüren, dass Sie nicht allein sind. Der Schlüssel liegt darin, diesen Code mit Fokus auf Gewahrsein, Atmung und Gefühl aus dem Herzen heraus – nicht allein mit dem Kopf – anzunehmen.

Ich nehme Zuflucht zu Buddha, Dharma und Sangha, bis ich Erleuchtung erlangt habe.

Die Weisheitscodes

Подняться наверх