Читать книгу Öffne dein Herz - Hanna Berghoff - Страница 5
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Оглавление»Jana? Ist die Anzahlung von Herrn Brettschneider schon da?« Janas Kollegin Susanne stand in der Glastür von Janas Büro und sah sie fragend an.
»Heute Morgen war sie noch nicht da. Aber ich kann noch mal nachschauen.« Nickend wandte Jana sich ihrem PC-Bildschirm zu und überprüfte die Eingänge auf dem Konto des Autohauses Lehner, für das sie arbeitete. »Immer noch nicht«, sagte sie.
Susanne verzog das Gesicht. »Er sagt, er hat es überwiesen. Und er will den Wagen am liebsten sofort abholen.«
»Das muss Herr Lehner entscheiden«, sagte Jana.
Susanne holte tief Luft und seufzte. »Junior oder Senior?«
Jana schmunzelte. »Ist doch ein Freund vom Junior, der Brettschneider, oder?«
»Klar, wenn ich ihn fragen würde . . . Aber dann macht der Senior mir die Hölle heiß.« Offenbar fühlte Susanne sich zwischen allen Stühlen.
»Und der Junior macht dir die Hölle heiß, wenn du dem Brettschneider nicht den Wagen gibst . . .«, führte Jana das mitfühlend weiter aus. »Aber ich kann nur das auf dem Konto sehen, was wirklich da ist. Ich kann es nicht erfinden.« Bedauernd zuckte sie die Schultern.
»Frau Lell?« Das war die Stimme des Juniors aus dem Hintergrund. »Können Sie mal kommen?«
Susanne rollte die Augen zur Decke. »Jetzt hat der Brettschneider ihn bestimmt angerufen.«
»Sag ihm, wie es ist«, empfahl Jana. »Er muss das entscheiden. Und er muss hinterher seinem Vater gegenüber dafür geradestehen, nicht du.«
»Das sagst du so leicht.« Susanne seufzte erneut. »Du weißt doch, wie es immer ist.«
»Dann schieb es auf mich ab. Das Geld ist noch nicht auf dem Konto, also ist es meine Schuld.« Mit einem Lächeln wandte Jana sich wieder ihrer Arbeit zu.
»Manchmal denke ich, dein Nachname ist Samariter oder so.« Kopfschüttelnd drehte Susanne sich halb aus Janas Tür hinaus, um zum Junior zu gehen. »Aber so schlimm ist es auch wieder nicht. Warum können die zwei sich bloß nicht einigen?« Sie seufzte noch einmal tief auf und ging zu dem Büro drei Türen weiter, das der Juniorchef der Firma Lehner innehatte.
Fast im selben Moment vibrierte Janas Handy in der Tasche. Sie betrachtete kurz die Rechnungen, die sie gerade überprüfte, dann griff sie auf den kleinen Seitenschrank, auf dem ihre Tasche stand, und zog es heraus. »Susanne hat mich ja sowieso gestört«, murmelte sie zu sich selbst.
»Oh Jana, ich habe einen Engel kennengelernt!«
»Schon wieder, Nicky?« Jetzt seufzte Jana fast genauso wie Susanne eben noch.
»Nie nimmst du mich ernst.« Nicky schmollte hörbar.
»Vielleicht kenne ich dich einfach schon zu lange. Und zu gut«, antwortete Jana, aber sie lachte. »Du bist doch wie meine kleine Schwester, das weißt du doch. Also erzähl. Was ist mit deinem Engel?«
»Jetzt kann ich nicht.« Nickys Stimme klang flüsternd. »Die Chefin schleicht hier rum, und ich darf eigentlich gar nicht telefonieren. Bin nur schnell auf die Toilette gegangen. Seh ich dich in der Mittagspause?«
Janas Augenbrauen wanderten überlegend nach oben. Sollte sie oder sollte sie nicht?
Nicky und sie sahen sich oft in der Mittagspause, das war nichts Besonderes, aber wollte sie, Jana, sich schon wieder eine dieser immer gleichen Geschichten anhören, die Nicky erzählte, wenn sie sich wieder einmal Hals über Kopf verliebt hatte? Und die immer zu demselben Ergebnis führten nach ein paar Tagen oder Wochen? Nämlich dass sie sich dann Nickys Verzweiflung anhören musste, weil sie wieder einmal verlassen worden war? Weil sie sich wieder einmal eine Frau ausgesucht hatte, die gar nicht die Absicht hatte, sich länger auf eine Beziehung einzulassen?
Aber wie hatte Susanne gesagt? Ihr Nachname war Samariter? Sie atmete tief durch. Ja, das war wohl so. Sie konnte einfach nicht anders.
»Ist gut«, sagte sie. »Wie üblich. Um eins.«