Читать книгу Heidesumpf - Herbert Weyand - Страница 13
Zehn
Оглавление»Du hast dieser Kripotante von unseren Recherchen erzählt?« Gerlinde reagierte empört. »Du bringst uns alle in Gefahr, ist dir das klar?«
»Die Kriminalbeamtin machte mir den Vorschlag zusammenzuarbeiten. Ehrlich gesagt bin ich mir nicht sicher, ob es die richtige Entscheidung wäre. Doch ich vertraue dieser Frau, aus irgendeinem Grund.« Susanne langte am Ende ihres Vortrags an. Sie überging Gerlindes berechtigten Einwand. Was brachte es jetzt noch, kleine Brötchen zu backen.
Fünf junge Frauen lauschten während der vergangenen Minuten gespannt. Sie trafen sich in der Regel, alle vierzehn Tage donnerstags in einem Raum, den Susanne, neben ihrer Firma angemietet hatte. In den vergangenen Monaten kam ein ansehnlicher Berg Papier zusammen, der fein säuberlich sortiert in offenen Holzregalen lagerte.
»Mir ist es gleich, ob die Polizei von uns weiß. Doch egal, wie es kommt, ich will keine Gerechtigkeit. Ich will die Schweine leiden sehen.« Sabrina, eine der jungen Frauen, die zu Gerlinde in die Frauensprechstunde an der Hochschule kam, ergriff das Wort. »Ich bin bei der Polizei gewesen. Nachdem ich die erniedrigenden Untersuchungen überstanden und Anzeige gegen unbekannt erstattet hatte, habe ich nichts mehr gehört. Das geschah vor zwei Jahren. Glaubt ihr, die interessieren sich tatsächlich für uns?«
»Du hast nie gesagt, dass du Anzeige erstattet hast.« Gerlinde sah sie fassungslos an.
»Weshalb auch. Es lohnte nicht. Ich bin gegen eine Zusammenarbeit.«
»Ich muss mir das noch einmal durch den Kopf gehen lassen.« Petra kniff die Augen zusammen, ein nervöses Leiden unter dem sie seit dem Verbrechen an ihr, litt. »Außerdem finde ich es reizvoll, unsere Ergebnisse mit denen der Polizei zu ergänzen.«
»Ich stimme Petra zu.« Beate hob die Hand. »Ich will mehr über die Morde erfahren. Das Pimmelchen auf den Boden genagelt. Einfach super. Genial.« Sie lachte glucksend.
Die anderen nickten und kicherten.
»Petra kannst du damit leben?«, fragte Susanne.
»Unter dem Aspekt, den Beate nannte … immer.« Sie nickte begeistert.
»Da ist etwas, über das wir uns Gedanken machen müssen.« Charlie, eigentlich Charlotte, lenkte die Aufmerksamkeit auf sich. »Wenn ich richtig verstanden habe, geht die Kripo nicht davon aus, dass die Morde aus der Burschenschaft heraus geschehen. Ich bin auch dieser Ansicht und das lässt nur einen Schluss zu: Ein oder mehrere Opfer, wie wir, sind am Drücker. Wir sollten denen nicht in die Quere kommen und vor allen Dingen dieser Claudia Plum keine Munition liefern. Diese Person oder Personen tun das, was wir uns nicht trauen.«
»Wow.« Gerlinde nickte anerkennend. »Soweit habe ich nicht gedacht. Dein Gedankengang ist vollkommen schlüssig. Es wirft natürlich ein ganz anderes Bild auf die Zusammenarbeit mit der Kripo. Mit unseren Mitteln werden wir deine These nicht beweisen können. Also nutzen wir die Polizei. Doch vorsichtig, denn wir müssen uns einen Weg offenhalten, um die Mädels, falls es sie gibt, zu warnen.«
»Ein Spiel mit dem Feuer«, warf Susanne ein. Gut, dass sie alles, was sie wusste, eingebracht hatte. Die Diskussion lief fruchtbar und brachte neue Erkenntnisse. »Die Plum ist eine intelligente Frau. Sie wird nicht so leicht hinters Licht zu führen sein.«
»Wollen wir auch nicht«, meinte Charlie. »Sobald wir eine Identität haben, werden wir diese Frau oder Frauen warnen.«
»So einfach wird das nicht.« Petra hob den Zeigefinger, wie in der Schule. »Wir sollten davon ausgehen, dass die zweite Gruppe von unserer Existenz weiß. Sie haben uns die drei Toten vor der Nase weggeschnappt.«
»Alles möglich«, sinnierte Susanne. »Vielleicht haben wir ein Leck, was ich nicht glaube und auch nicht schlimm finde.« Sie hob die Hand, um das unmutige Gemurmel zu unterdrücken. »Ich denke laut nach. Also keine Schuldzuweisung. Schließlich haben die Schweine das bekommen, was sie verdienen. Wir halten Augen und Ohren offen. Wir werden vorsichtiger vorgehen und uns in der nächsten Zeit auf die Materialbeschaffung über die Burschenschaft Germanicus konzentrieren. Wir werden sie dort packen, wo es ihnen wehtut.«
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