Читать книгу Ein Lindwurm unter Wölfen - Hugo von Velocia - Страница 9
Fuchsjagd
Оглавление„Du kannst doch ziemlich gut Spuren finden. Dann sieh dich doch mal um, ob du Spuren findest, die nicht von uns beiden stammen. Wenn du eine findest, dann kann ich dir vielleicht zeigen, wie man sich völlig lautlos an sein Opfer anschleichen kann." Der Lindwurm schnurrte und genoss es von dem Wolf abgeschleckt zu werden.
„Gut. Ich versuche es.“ Velyne sprang sogleich von Lindwurms Rücken herunter und sah sich in der Umgebung um und schnüffelte dabei über den Boden. Und siehe da. Es gab Spuren, die nicht vom Lindwurm oder ihm selbst stammten. „Hm, wenn ich es jetzt nicht besser wüsste, würde ich vermuten, dass das Spuren eines Fuchses sind. Sie riechen zumindest danach“, sagte er etwas stolz und sah zurück zum Lindwurm. „Wollen wir diesen Spuren folgen?“
Überrascht betrachtete der Lindwurm die Spur. Ihm selbst war die nämlich noch gar nicht aufgefallen „Oh... tatsächlich. Ein Fuchs. Und die Spur ist auch noch ziemlich frisch. Er kann nicht weit weg sein. Gut gemacht, Kleiner. So ein Fuchs wäre jetzt genau das Richtige. Den schnappen wir uns. Folge mir, Kleiner Wolf. Aber mach bloß keinen Lärm. Füchse haben gute Ohren.“
„Keine Sorge, ich bin ja schließlich ein Wolf und kein Bär“, erwiderte Velyne frech. Neugierig folgte er dem Lindwurm und blieb lautlos beim Gehen. Das hatte er damals als sehr junger Wolf schon gut gekonnt, sogar besser als White Fang. „Du wirst mich kaum wahrnehmen“, flüsterte er dem Lindwurm zu.
Nach einer Weile sah der Lindwurm als erster den Fuchs. „Da vorne ist er, hinter den Büschen. Es sollte nicht schwer sein, den zu erwischen. Du schleichst dich jetzt an und schnappst ihn dir, oder wenn du das nicht kannst, dann locke ihn wenigstens zu mir. Ich kann dann den Rest erledigen“, wies der Lindwurm den Wolf an.
„Ich werde mein Bestes geben“, versprach er dem Lindwurm. Leise schlich er an den Fuchs ran. Doch dann erkannte er, dass der Fuchs mit den Ohren zuckte und blitzartig in seine Richtung schaute. Verdammt, dachte er sich. Velyne fing an zu hecheln und tat so als wäre er schwer verletzt. Da er sogar kaum größer war, als der ausgewachsene Fuchs, würde der Fuchs wahrscheinlich keine Gefahr in dem Wolf sehen. „Oho, wen haben wir den da?", fragte der Fuchs und starrte den Wolf neugierig an.
Gespannt und leicht sabbernd wartete der Lindwurm ab, was geschah. Langsam schlich er sich noch etwas näher an die beiden heran. Er durfte jetzt nur keinen Fehler machen, dann war ihm der Fuchs so gut wie sicher.
Der Fuchs dachte offenbar wirklich, dass Velyne schwer verletzt war und es schien, als wollte er diese Chance auf eine leichte Beute nutzen, denn er stürzte sich auf den Wolf. Doch was er nicht wusste und dann auch zu seinem Verhängnis wurde war, dass Velyne nur simuliert hatte und den Angriff mit einem heftigen Hieb seiner Krallen konterte. Danach sprang der Wolf auf den Rücken des Fuchses und drückte ihn mit seinem Gewicht zu Boden. Theoretisch hätte er es jetzt schnell machen können. Ihm das Genick zu brechen, wäre sicher nicht schwer gewesen, doch er wollte dem Lindwurm auch noch seinen Spaß gönnen. „Willst du noch ein wenig mit ihm spielen, oder soll ich es beenden?“, fragte Velyne und drehte sich zu dem näher kommenden Lindwurm um.
„Nein, lass ihn. Ich ziehe ohnehin lebendes Essen vor“, sagte der Lindwurm hoch erfreut, dass der Wolf den Fuchs überwältigt hatte und kroch nun schnell auf ihn zu. „Halte ihn nur so lange fest, bis ich ihn sicher habe und er mir nicht mehr davonlaufen kann.“
Velyne drückte den Fuchs zu Boden, der als er den Lindwurm auf ihn zukommen sah zu verzweifeln begann. „Bitte, lass mich gehen. Diese Bestie wird mich mit einem Bissen verschlingen. Das kannst du doch nicht zulassen“, flehte der Fuchs und begann leicht zu winseln. Doch Velyne zeigte keinen Funken Mitleid, stattdessen schleckte er ihm über den Kopf. „Mach dir keine Sorgen“, sagte Velyne nur.
„Ja, mach dir keine Sorgen, kleiner Fuchs. Das fühlt sich viel besser an, als du denkst. Der Wolf kann dir genau erklären, wie es sich anfühlt“, entgegnete der Lindwurm und schnappte sich den Fuchs. Er öffnete sein Maul und freute sich schon auf diese Mahlzeit, die er noch nicht mal selbst hatte fangen müssen.
„Freu dich lieber, Fuchs. Das ist ein unbeschreibbares Gefühl“, sagte Velyne und sah gespannt zu.
Der Fuchs schien jedoch nicht besonders begeistert zu sein. Doch das störte den Lindwurm überhaupt nicht, als er ihn langsam Kopf voran in sein Maul nahm. Dabei redete er beruhigend auf den Fuchs ein. „Bleib ruhig, Kleiner. Es wird auch bestimmt nicht weh tun.“ Gierig und genüsslich schnurrte der Lindwurm, als der Fuchs langsam immer tiefer in sein Maul rutschte.
Velyne sah noch immer gespannt zu und war schon fast ein wenig neidisch auf den Fuchs. Er bemerkte, dass der Fuchs strampelte und versuchte sich gegen den Lindwurm zu wehren. Doch ohne jegliche Aussicht auf Erfolg. „Und wie schmeckt er?“, fragte Velyne neugierig.
„Also Füchse schmecken mir immer sehr gut“, antwortete der Lindwurm genüsslich, als der Fuchs langsam in seinem Hals verschwand. Ihn zu verschlingen war für den Lindwurm kein Problem. Es störte ihn auch überhaupt nicht, dass Velyne ihm die ganze Zeit beim Essen zusah.
Velyne sagte erst mal nichts mehr. Er wollte den Lindwurm nicht beim Fressen stören. Er legte sich auf den Boden und sah einfach nur gespannt zu.
leise zischelnd schloss der Lindwurm sein Maul hinter dem Fuchs und schnurrte danach leise und zufrieden. „So, den hätte ich geschafft. Und was gibt es zum Nachtisch?“, fragte der Lindwurm und schaute dabei den Wolf grinsend an.
Velyne schaute sich ein wenig um, fand aber auf den ersten Blick kein Tier oder irgendwelche Spuren davon. „Hm, keine Ahnung. Hast du etwas in Aussicht?“, fragte er und drehte sich noch mal vom Lindwurm weg um die Umgebung genauer abzusuchen.
„Eigentlich habe ich nur einen hübschen Wolf in Aussicht. Und der steht genau vor mir“, sagte der Lindwurm lächelnd. „Dich würde ich auch gerne verschlingen, Kleiner. Dann wäre der Fuchs wenigstens nicht so allein. Du könntest ihn ja kurz trösten und danach lasse ich dich wieder raus. Aber der Fuchs bleibt drinnen.“
„Klar, umsonst habe ich den Fuchs ja auch nicht überwältigt. Dann kann ich ihn auch noch ein wenig ärgern“, sagte Velyne lächelnd. „Aber du lässt mich raus wie du es gerade gesagt hast... ich bin nämlich gerne mit dir unterwegs, um ehrlich zu sein.“ Velyne sah dem Lindwurm in die Augen. Meistens konnte er daran erkennen ob jemand die Wahrheit sprach oder nicht.
„Klar, ich lasse dich doch gerne wieder raus. Es wäre ja auch ziemlich undankbar von mir, wenn ich mir zuerst von dir den Fuchs besorgen lasse und dich dann gleich mit fresse. Nein, so gemein bin ich nicht. Du musst dir also keine Sorgen machen“, erwiderte der Lindwurm lächelnd. Und er meinte es wirklich ernst.
Das erkannte Velyne auch. „Ich vertraue dir so und so, sonst wäre ich ja abgehauen während du meinen Bruder gejagt hast“, erklärte der Wolf noch und machte sich innerlich schon bereit verschlungen zu werden. Dabei grinste er leicht.
„Gut so, Kleiner. Dann komm her. Ich bin auch ganz vorsichtig“ sagte der Lindwurm und schleckte Velyne einmal kurz über die Schnauze. Dann öffnete er sein Maul weit und einladend für den Wolf.
Velyne ging in die Richtung des Maules. Dabei schien er etwas nervös zu sein aber zugleich konnte er es auch kaum noch abwarten. Der Wolf blieb vor dem Maul des Lindwurms stehen und sah hinein. Es wäre ein ziemlich beängstigender Anblick gewesen, wenn der Lindwurm nicht sein Freund wäre.
„Na los, geh rein. Nur Mut, Kleiner. Immer dran denken, dass ich dich gleich wieder rauslasse. Das hilft gegen die Angst.“ Der Lindwurm kroch auf den Wolf zu und befand sich jetzt direkt vor ihm. Aufmunternd streichelte er dem Wolf noch etwas den Rücken.
Der Wolf hatte eigentlich keine Angst. Er war zwar immer etwas aufgeregt, wenn der Lindwurm vorhatte, ihn zu verschlingen. Doch da er bereits genau wusste, wie es sich anfühlte, blieb er einigermaßen ruhig. „Nein, nein. Ich habe keine Angst. Ich wollte nur wissen was tu tun würdest wenn ich direkt vor deinem offenen Maul stehen bleibe.“ Velyne ging weiter und stand jetzt direkt vor der Zunge des Lindwurms und lächelte ein wenig aus Vorfreude.
Der Lindwurm lächelte. „Dann würde ich versuchen, dich trotzdem in mein Maul zu bekommen. Das wäre sicher nicht schwer für mich. Vor allem, wenn du so ruhig da stehst. Würdest du versuchen, davonzulaufen, dann müsste ich dich festhalten. Und wir Lindwürmer können dazu eigentlich nur unseren Körper einsetzen, indem wir uns wie Schlangen um unsere Opfer wickeln. Aber bei dir ist das ja zum Glück nicht nötig“, erklärte der Lindwurm und schlabberte den Wolf noch etwas ab. Er mochte einfach diesen Wolfsgeschmack.
„Ich bin ja auch nicht wirklich dein Opfer, oder?“, fragte der Wolf sicherheitshalber noch mal nach. Da er den Lindwurm als Freund ansah und nicht als sein Jäger, würde er sich auch jederzeit bereitwillig fressen lassen. Währenddessen genoss er es, als der Lindwurm ihn abschlabberte. Denn das fühlte sich erstaunlich angenehm an, auch wenn sein Fell dabei durchnässt wurde. Doch das würde sich ohnehin nicht vermeiden lassen, bei dem, was der Lindwurm mit dem Wolf vorhatte.
„Natürlich bist du kein Opfer. Wir spielen ja nur etwas miteinander. Das ist ein großer Unterschied.“ Nun wollte der Lindwurm nicht mehr länger warten, da der Wolf nach Möglichkeit den Fuchs ja auch noch lebend antreffen sollte. Er nahm den Wolf langsam und vorsichtig, Schnauze voran in sein Maul.
Velyne genoss es sehr. Diese wunderbaren Glücksgefühle kamen wieder und er fing auch wieder an, genüsslich zu murren. „Was der Fuchs wohl daran auszusetzen hatte?", fragte er.
„Tja, die meisten Wesen mögen es nicht sonderlich. Aber vielleicht kannst du ihn ja noch fragen, warum er es nicht mochte. Du wirst ihn ja gleich treffen, Kleiner. Das Problem ist ja meistens auch nicht das Verschlingen, sondern nur die Gewissheit, dass man nicht mehr lebend rauskommen wird. Ich denke, deshalb haben die meisten Tiere Angst davor“, sagte der Lindwurm lächelnd und begann langsam und genüsslich, den Wolf zu verschlingen.
Velyne wurde wieder ganz warm und bald fing er schon zu kichern an. „Ich werde ihn fragen“, ließ er noch von sich hören, bevor er seine Augen schloss um das Ganze noch besser genießen zu können.
Genüsslich schluckte der Lindwurm und der Wolf wurde kurz darauf von starken Schlundmuskeln erfasst, die ihn langsam tiefer in Lindwurms Hals hinunterzogen. Der Lindwurm schnurrte dabei laut, wie er auch schon vorhin bei dem Fuchs geschnurrt hatte.
Velyne machte sich so breit wie möglich um den Vorgang zu verlangsamen und um es noch länger genießen zu können. Dieser Lindwurm hatte einen sehr dehnbaren Hals. Man konnte es sicher auch von außen erkennen, wie der Wolf in den Lindwurm rutschte.
Doch obwohl sich der Wolf ziemlich breit machte, hatte der Lindwurm keine Mühe damit, ihn zu verschlingen. Sein Hals dehnte sich tatsächlich ziemlich aus und es war auch von außen deutlich erkennbar. „Fast geschafft, Kleiner“, sagte der Lindwurm und schluckte ein letztes Mal. Dann schloss er sein Maul hinter dem Wolf. Nur noch ein kleines Stück, dann würde Velyne auch im Magen des Lindwurms landen.
Velyne genoss es auch weiter hin bis er im Magen ankam. Dort erkannte er sofort den Fuchs der traurig zusammengekauert auf der Seite lag. „Hallo, Fuchs. Schön dich wieder zu treffen“, sagte Velyne und grinste fies. „Wenigstens hat es dich auch erwischt, jetzt werden wir zusammen sterben. Das geschieht dir schon Recht du elender Wolf“, schimpfte der Fuchs. Velyne kicherte leise da der Fuchs nicht wusste, dass Velyne nicht all zu lange bleiben wird. Zumindest schien der Fuchs nicht mitbekommen zu haben, was der Lindwurm und Velyne miteinander gesprochen hatten. Doch der Fuchs hatte gewiss im Moment auch andere Probleme, als auf gesprochene Worte zu achten.
Der Lindwurm konnte das Gespräch der beiden leise hören und er kicherte auch die ganze Zeit ein wenig. Er wollte dem Wolf noch ein wenig Zeit lassen. und war gespannt, was weiter passieren würde. Sollte der Fuchs doch ruhig schimpfen so lange er wollte. Das störte den Lindwurm gar nicht. Er machte sich nur ein wenig sorgen, wie lange die beiden wohl genug Luft bekommen konnten. Doch so lange die beiden miteinander reden konnten, schienen sie nicht unter Sauerstoffmangel zu leiden.
„Was gibt es da zu kichern?“, schrie der Fuchs erzürnt. Es schien als hätte er schon mit seinem Leben abgeschlossen und sah sich selbst schon als Futter an. Da der Fuchs im Verhältnis zum Lindwurm relativ klein war, konnte er sich auch gut bewegen. Er schlug den Wolf mit seiner Pfote. Velyne kicherte nur noch mehr. „Geht es dir jetzt besser?“, fragte der Wolf. Daraufhin erlag der Fuchs wieder der Verzweiflung. Traurig sank er zu Boden und begann leicht zu heulen. „Ich k.. k... komme hier nie w... wieder raus“, wimmerte er und fing an aus lauter Trauer zu stottern. Velyne hingegen ließen die Worte des Fuchses kalt und er begann ihn zu trösten. Velyne merkte, dass die Magenwände sich bewegten und er glaubte den Lindwurm leise lachen zu hören. Es schien, als würde sich auch er gerade darüber amüsieren.
Der Lindwurm hörte sich das alles lächelnd an. Der Fuchs würde sich bestimmt nicht wenig wundern, wenn er den Wolf nachher wieder freilassen würde. Bestimmt wäre das für den Fuchs sogar noch schlimmer, denn der würde sich dann fragen, warum er nicht auch wieder raus durfte. Doch darauf konnte der Lindwurm keine Rücksicht nehmen. Er hatte es auch nicht eilig damit, den Wolf rauszulassen. Eine Weile würde der es schon noch unbeschadet aushalten, dachte er sich.
Velyne tröstete auch weiterhin den Fuchs. „Keine Bange. So schlimm ist das nicht. Es tut gar nicht weh.“ Doch der Fuchs reagierte anders als Velyne jemals vermutet hätte. Anstatt dass er sich Velyne anvertraute und mit ihm sprach, fauchte er den Wolf böse an: „Du... DU!“ Ohne Vorwarnung schlug der Fuchs, zu Velynes Überraschung, plötzlich mit vollem Körpereinsatz auf den Wolf ein und versuchte den Wolf zu beißen.
„Auch wenn er dich auch verschluckt hat, ich werde derjenige sein der dich töten wird“, knurrend fletschte der Fuchs die Zähne und fauchte Velyne drohend an. Der Wolf konnte jedoch ausweichen und knurrte nun ebenfalls den Fuchs an. Er hatte nicht damit gerechnet, dass der Fuchs in dieser Situation so aggressiv werden würde. Doch dem Fuchs war mittlerweile alles egal. Er hatte nichts mehr zu verlieren und so konnte er sich noch am Schuldigen rächen.
Hey, so war das aber nicht geplant, dachte sich der Lindwurm und fragte sich, was er tun könnte. Er musste sofort etwas unternehmen, denn er wollte nicht, dass der Wolf von dem Fuchs verletzt werden konnte. Es blieb ihm wohl nichts anderes übrig, als zu versuchen, den Wolf wieder herauszuwürgen. Auch wenn es gar nicht leicht war, dabei den Richtigen zu erwischen. Aber Hauptsache, sie werden erst mal voneinander getrennt, bevor sie sich gegenseitig zerfleischen.
Velyne merkte sofort, dass der Lindwurm ihn wieder auswürgen wollte. Es war dem Wolf peinlich von dem Fuchs so überrascht worden zu sein. Der Lindwurm würde ihn bestimmt auslachen, glaubte er. Zumindest konnte er dem Fuchs nochmals mit einer Pfote über das Gesicht kratzen und fügte dem Fuchs dabei eine Kratzwunde zu, so dass der Fuchs zurückfiel und sich schmerzhaft das Gesicht hielt. Nun hatte Velyne den Abstand vergrößert. Er wollte nicht, dass der Lindwurm den Fuchs auch mit herauswürgte. Doch im nächsten Moment wurde der Wolf bereits wieder aus dem Magen des Lindwurms herausgedrückt. Es ging wieder nach oben.
Es gelang dem Lindwurm schließlich einen der beiden hoch zu würgen, doch erst, als der Wolf im Maul des Lindwurms angekommen war, merkte der Lindwurm, dass es auch der Richtige war. „Tut mir leid, Kleiner. Ich habe nicht erwartet, dass er dich angreifen könnte. Hat er dich verletzt?“, fragte der Lindwurm etwas besorgt.
„Keine Sorge, mir ist nichts passiert. Du kannst ja nichts dafür, ich hätte besser aufpassen müssen. Aber der hat mich ziemlich überrascht, das muss ich schon zugeben. Aus Verzweiflung wurde Hass und dann... na ja ich glaube du hast eh alles mitbekommen“, sagte der Wolf und erholte sich langsam wieder von dem Schrecken.
„Ja, es war alles deutlich zu hören.“ Beruhigend streichelte der Lindwurm dem Wolf über sein Fell, dass jetzt natürlich ziemlich eingesabbert aussah. „Am besten nimmst du erst mal ein kurzes Bad, damit dein Fell wieder sauber wird. Und danach könntest du ne Runde schlafen, um dich ein wenig zu erholen“, schlug der Lindwurm vor.
„Weißt du ob hier ein See oder Fluss in der Nähe ist?“, fragte Velyne. „Mein Fell muss ich nämlich dringend säubern“, sagte er und grinste frech. Freundlich hüpft er den Lindwurm an und jaulte etwas verspielt.
Der Lindwurm sah sich kurz um und sagte dann: „Wir müssen in diese Richtung. Der nächste See ist nicht weit von hier. In zwanzig Minuten könnten wir schon dort sein.“ Der Lindwurm kroch gleich in die angegebene Richtung.
Der Wolf schlenderte ziemlich erschöpft hinter dem Lindwurm her. Irgendwie schien er auch etwas betrübt zu sein und sprach inzwischen auch kein Wort mehr. Dabei sah er auf den Boden und grübelte.
Zunächst achtete der Lindwurm nicht auf den Wolf, doch als dieser eine Weile nichts mehr gesagt hatte, drehte er sich um und fragte: „Was hast du, Kleiner? Stimmt was nicht?“
Velyne sah den Lindwurm an. „Ach... nein passt schon“, sagte er und grinste ein wenig. Dann fing er wieder an zu schweigen, folgte dem Lindwurm aber weiter und versuchte wieder etwas glücklicher zu wirken.
„Hm... na gut.“ Da inzwischen ein kleiner See in sicht kam, machte sich der Lindwurm keine Gedanken mehr. Da es an diesem Tag auch wieder ziemlich heiß war, freute er sich auf eine kleine Abkühlung und kroch schnell auf das Ufer zu. „Wir sind da. Der See ist zwar nicht groß, aber zum Baden reicht er.“
Velyne war lange ziemlich in Gedanken versunken gewesen, doch dann waren sie am Ufer des Sees angekommen. „Mich ärgert es nur, dass der Fuchs mich besiegen hätte können. Es ist nur ein Fuchs. Als Wolf hätte ich doch leicht mit ihm fertig werden müssen“, sagte der Wolf enttäuscht. „Das wollte ich nur mal loswerden“, meinte er und grinste wieder fröhlich. „Jetzt geht es mir aber schon wieder besser. Wollen wir ins Wasser?“ Er versuchte den Lindwurm ins Wasser zu schupsen und lächelte dabei.
„Mach dir deshalb keine Gedanken. Du hast doch sicher nicht mit einem so plötzlichen Angriff gerechnet. Und du hattest ja auch kaum die Möglichkeit, dem Fuchs auszuweichen. Aber wenn du willst, kann ich dir ja gerne noch etwas Kämpfen beibringen. Aber erst gehen wir mal ins Wasser.“ Lächelnd kroch der Lindwurm ins flache Wasser am Ufer. Es war angenehm kühl und der Lindwurm versuchte, den Wolf gleich etwas nass zu spritzen.