Читать книгу One Memory - Katie Weber - Страница 11
Acht Jahre zuvor
Оглавление»Das ist aber ziemlich detailliert, dafür dass du gerade statt an diesem Ort, den du gerade zeichnest, mitten auf der Tribüne des Hockeyfeldes sitzt.«
Aus meinen Erinnerungen herausgerissen sah ich überrascht auf und geradewegs in warme dunkelblaue Augen, die mich amüsiert und mit einem Hauch Faszination musterten.
»Zeichnest du das alles nur aus deinem Gedächtnis heraus oder existiert der Ort gar nicht und das alles ist in deiner Fantasie entstanden?« Caden Foster lächelte verschmitzt und setzte sich ungefragt neben mich.
»Er existiert«, erwiderte ich knapp, unterdrückte ein belustigtes Schmunzeln und konzentrierte mich weiter auf meine Zeichnung der schönen Lichtung am Rande des Waldes mit seinem kleinen, hübschen See. »Sogar hier in Old Creek.«
Caden grinste erwartungsvoll. »Zeigst du ihn mir irgendwann mal?«
Sanft spürte ich seinen warmen Atem an meinem Hals und wusste, er lehnte sich mit voller Absicht so weit über meine Schulter.
Mir war bereits vorhin, als wir uns zum ersten Mal auf dem Schulflur begegnet waren, aufgefallen, dass er ohne jede Hemmung mit mir zu flirten versuchte. Und auch jetzt ließ er seinen ganzen Charme spielen, lächelte, machte Komplimente und sah mir immer tief in die Augen, wenn ich seinen Blick erwiderte.
Schmerzvoll biss ich mir auf die Unterlippe, um nicht zu grinsen, völlig ernst zu bleiben und ihn damit hoffentlich aus dem ach so selbstsicheren Konzept zu bringen. »Bist du mir etwa gefolgt, Caden Foster?«
Der Junge mit den dunklen Haaren und den kontrastreichen blauen Augen erstarrte für einen kurzen, winzigen Moment, als ich zu ihm aufsah, grinste dann aber. »Du meinst, nachdem du mich im Schulflur einfach hast stehen lassen?«, fragte er lauernd und hob beide Augenbrauen. »Möglicherweise«, beantwortete er daraufhin meine eigentliche Frage und lachte.
Ich mochte sein Lachen. Genauso wie ich auf Anhieb seine forsche, offene Art mochte. Denn auch wenn sein Ego genauso groß wie sein Selbstbewusstsein war, hatte ich nicht das Gefühl, als wäre er der typische Idiot und Frauenheld, dem ich sonst häufig begegnete.
Caden Foster schien auf eine gewisse Weise anders. Und genau das machte ihn nicht nur interessant, es gefiel mir auch unwahrscheinlich gut.
Abschätzend musterte ich ihn offenkundig und ohne mich dafür zu schämen. Schließlich hatte er es genauso mit mir getan.
»Du bist es nicht gewohnt, von einem Mädchen stehen gelassen zu werden, was?«, fragte ich ihn geradeheraus und grinste nun doch. Denn sein ertappter Gesichtsausdruck war herrlich amüsant, genauso wie das kapitulierende Lächeln, das sich plötzlich auf seine Lippen schlich.
Caden musste mir meine Frage nicht beantworten. Er wusste, ich hatte ihn durchschaut. Und es schien ihm kein bisschen unangenehm.
»Warum sitzt du hier eigentlich so allein?«, fragte er ehrlich interessiert und beobachtete mich beim Zeichnen, während seine Hand immer wieder wie durch Zufall mein Bein berührte.
»Ich warte auf jemanden«, sagte ich geheimnisvoll und lächelte, ohne dabei meinen Blick von meinem Zeichenblock zu nehmen und in seine Augen zu sehen.
»Auf jemanden, der auch in Mrs. Simmons’ Klasse saß, so wie ich vorhin? Warst du deswegen dort im Flur?«
»Möglicherweise«, antwortete ich grinsend und ahmte damit seine eigene Antwort von eben nach.
Caden Foster lachte. Und erneut musste ich mir eingestehen, dass es mir gefiel, ihn lachen zu hören. So wie mir der Klang seiner Stimme gefiel.
»Zeigst du mir nun diesen geheimnisvollen Ort, den es angeblich hier in Old Creek gibt und den du dir so gut einprägen konntest, dass du ihn so detailreich nachzeichnen kannst?«
Hartnäckig war er allemal, das musste ich ihm lassen.
Lächelnd sah ich wieder von meinem Block auf und direkt in seine dunkelblauen Augen, die mich an den Ozean erinnerten. »Möglicherweise? Eines Tages.«