Читать книгу Nathaniel - Katja Christ - Страница 9
Kein Team
ОглавлениеIch erwachte, als die Sonne unterging, in meinem fensterlosen Gewölbe. Es hatte Vorteile, in einem Verließ zu schlafen, denn es reduzierte die Gefahr, im Schlaf angegriffen und dem Sonnenlicht ausgesetzt zu werden, ohne sich verteidigen zu können. Es gab mir die Möglichkeit, in einem großen, gemütlichen Bett zu schlafen, wie ein gewöhnlicher Sterblicher. Ich brauchte keinen Sarg, kein Bett mit sonnendichter Verriegelung. Ich konnte mich in mein Gemäuer zurückziehen, in das auch durch den Gang kein Tageslicht dringen konnte. Es gab nur zwei Möglichkeiten, mich der vernichtenden Sonne auszusetzen: das Haus wurde über mir abgerissen oder jemand zerrte mich den langen, dunklen, lampenlosen Kellergang entlang, die Treppen hinauf in das Erdgeschoss des Hauses. Die erste Möglichkeit schien eher unwahrscheinlich und die zweite würde der Angreifer sicher nicht überleben. Wir fallen nicht in eine Art Totenstarre, wenn wir tagsüber schlafen. Wir werden auch nicht bei Sonnenaufgang von einer plötzlich einsetzenden Ohnmacht überfallen. Wir können wählen, tagsüber nicht zu schlafen, müssen uns nur vor dem Tageslicht versteckt halten.
Es gab Tage, an denen ich nicht ruhte, an denen ich in meinen privaten Räumen recherchierte, experimentierte oder auch einfach nur las. Rebecca, Trish und Helen ließen sich dennoch selten in den Kellerräumen blicken. Diese Räume gehörten mir und sie respektierten meine Privatsphäre. Ich warf einen Blick auf den Monitor, der mir mit den Bildern der Kamera bestätigte, dass ich sicher ins Erdgeschoss zurückkehren konnte. Das Zeitschloss ließ sich mit dem eingerichteten Code öffnen, was mir den Einbruch der Nacht bestätigte. Wie gesagt, auch Vampire wissen den Nutzen moderner Technik zu schätzen. Ich fand Rebecca in der Küche, wo sie Abendessen für sich und die beiden anderen kochte. Sie drehte mir kurz den Kopf zu, als ich nah hinter ihr stehen blieb, und lächelte mich an. Der kurze Augenblick reichte, um die tiefen Schatten unter ihren Augen zu erkennen. Sie hatte die letzten Nächte ebenso wenig geschlafen wie ich.
„Guten Abend, Nathaniel“, sagte sie, während sie Kokosmilch in die Pfanne mit dem Hähnchencurry goss und dabei umrührte.
„Guten Abend, Becca“, erwiderte ich, tauchte meine Nase in ihr Haar und sog ihren Duft ein. Doch da war noch ein anderer Geruch, ein fremder Geruch, der sich mit ihrem vermischte. „Du warst die ganze Nacht bei ihm?“, fragte ich.
„Es wurde spät“, erzählte sie und ihr Lächeln sagte mir, dass es keine Rechtfertigung war. „Er bot mir das Bett in seinem Gästezimmer an.“
Ich hob beide Augenbrauen. „Im Gästezimmer!“, wiederholte ich überrascht.
„Du weißt, dass ich nichts überstürzen will, Nathaniel!“
„Ist er vertrauenswürdig?“, fragte ich.
„Bisher gibt es nichts, was mich daran zweifeln lässt.“
„Ein angesehener, aufstrebender Anwalt, wurde mir gesagt.“
Sie lachte leise. „Ein gutaussehender, aufstrebender Anwalt, vor allem.“
Ich grinste. Ihr Puls schlug etwas schneller bei dem Gedanken an diesen Mann und ich spürte, dass sie wahrhaftig verliebt war. „Du weißt, dass ich dich nicht zwinge, hier zu leben, Becca, nicht wahr? Du weißt, dass ich dich nicht aufhalten werde, wenn du gehen willst.“
„Nathaniel!“, stieß sie stimmlos aus, drehte sich zu mir herum und sah mich mit zusammengezogenen Augenbrauen und tiefer Falte auf der Stirn an. Ihre Hände legten sich auf meine Brust. „Was redest du denn da?“
„Ich will, dass du weißt, dass ich keine Besitzansprüche erhebe. Alles, was du mir gibst, sehe ich als großes Geschenk. Ich werde nie etwas von dir fordern.“
„Hör auf, Nathaniel!“
„Nein, Becca! Ich spüre, dass du diesen Mann magst, ich möchte nicht, dass ich dir im Weg stehe.“
„Ich habe ihn gerade erst kennen gelernt.“
„Und ihr werdet euch weiter kennen lernen. Was willst du ihm erzählen, weshalb du mit zwei weiteren Frauen und einem Mann zusammenlebst?“
Sie schüttelte den Kopf. „Das wird sich ergeben, ich werde ihm sagen, dass wir eine Familie sind.“
„Du solltest ihn nicht belügen, Becca. Sicher hat er Beziehungen, wird dich überprüfen oder besser uns, wenn ihm etwas seltsam vorkommt. Er wird herausfinden, dass wir unmöglich eine Familie sind. Wie soll er dir dann noch vertrauen?“
Sie schwieg, sah mich weiterhin mit schmerzverzerrtem Gesicht an, dann schüttelte sie den Kopf. „Ich verstehe“, flüsterte sie. „Heißt das, ich werde niemals eine Beziehung eingehen können, solange ich hier lebe?“
„Sicher kannst du das“, antwortete ich. „Du solltest dir dennoch früh genug Gedanken darüber machen, was eine Beziehung für die Zukunft bedeutet, was es für deine Art zu leben bedeutet.“
Sie seufzte, lehnte den Kopf an meine Schulter und kuschelte sich in meine Umarmung. „Ich will diese Art zu leben nicht aufgeben“, sagte sie fast stimmlos.
„Das musst du nicht, Becca, aber du solltest auf seine Fragen vorbereitet sein. Sie werden kommen und du solltest nicht naiv in die Situation gehen.“
Eine Zeit standen wir schweigend da, dann schreckte das Geräusch des kochenden Currys sie auf. Sie stellte den Herd niedriger, legte den Deckel auf und goss den Reis ab, bevor sie sich wieder zu mir herumdrehte und mich ansah. Sie kam auf mich zu, streckte die Hand aus und strich mir zärtlich über die Wange. „Du bist blass, Nathaniel“, sagte sie lächelnd. „Du hast noch nichts getrunken.“
Ich erwiderte ihr Lächeln, woraufhin sie sich nah vor mich stellte und mir ihren Hals bot. Ich schloss meine Arme um sie, senkte den Kopf und stieß meine Zähne in ihre Adern. Sie atmete tief, während ich ihr Blut in meinen Mund sog und trank. Ihre Arme schlangen sich um mich, ihre Hände legten sich auf meinen Rücken und sie griff in mein Hemd, während ich in kleinen Schlucken trank, um ihre Nähe so lange wie möglich zu genießen, ihre Wärme so lange wie möglich zu spüren, bevor ich sie freigeben musste. Erst als sich ihre Wunde geschlossen hatte, hob ich sie hoch, trug sie ins Wohnzimmer und ließ mich mit ihr in meinen Armen auf dem Sofa nieder. Sie lag tief atmend an mich gekuschelt fast bewegungslos da. Nur ihr rasendes Herz und ihr schneller Atem verrieten, dass sie noch lebte, während ihr Blut meinen Körper mit Energie füllte. Ich legte meine Wange an ihren Kopf, fuhr mit der Zunge den Innenraum meines Mundes entlang, bis ich auch den letzten Tropfen ihres Blutes heruntergeschluckt hatte. Langsam schwand der Geschmack aus meinem Mund, doch keiner von uns bewegte sich. Erst, als wir die Haustür vernahmen und kurz darauf Helen ins Wohnzimmer trat, hob Rebecca den Kopf.
„Ich habe mir doch gedacht, dass bereits gespeist wird, als ich dieses umwerfende Abendessen roch“, sagte sie vergnügt.
Ich lachte leise. Sie hatte Recht. Wir hatten uns zur Gewohnheit gemacht, erst mich zu sättigen, bevor die Damen zu Abend aßen, da sie nach ihren Blutspenden meistens wie ausgehungerte Bären darüber herfielen.
„Ich habe riesigen Hunger“, kam Rebeccas gedämpfte Stimme aus meinem Hemd.
„Ich rufe Trish, dann können wir essen.“ Helen lief in den Flur, brüllte laut, dass das Essen fertig wäre, und kam dann auf uns zu. „Komm, Süße“, sagte sie, legte sich Rebeccas Arm um die Schulter. „Ich bringe dich in die Küche.“
Ich sah den beiden lächelnd hinterher, zog mich ins Badezimmer zurück, als sie in der Küche verschwanden, um den Mund auszuspülen. Auch wenn mir diese Tätigkeit oft in der Seele wehtat, so wollte ich den Damen am Tisch nicht den Appetit verderben. Als ich in die Küche zurückkehrte, saßen die Drei beisammen, aßen und redeten vergnügt. Ich setzte mich zu ihnen, lauschte ihren Gesprächen und spürte die tiefe Zufriedenheit tief in mir, wenn ich sie so zusammen sah.
Nach dem Abendessen verließ ich schließlich das Haus und begab mich direkt in das Polizeipräsidium, wo ich Sergeant Smith und Officer Taylor an seinem Schreibtisch fand, die Obduktionsberichte lesend.
„Guten Abend, die Herrschaften“, grüßte ich. „Wie immer fleißig bei der Arbeit, wie ich sehe.“
Sergeant Smith legte den Bericht, den er gelesen hatte, auf den Tisch und sah mich erwartungsvoll an. „Hatten Sie Ihre Audienz?“, fragte er, was mich zum Schmunzeln brachte. Er ahnte nicht ansatzweise, wie nah er damit an der Wahrheit lag. Audienz – das hätte Amaniel gefallen, dessen war ich mir sicher. Officer Taylor warf mir über den Rand des Berichtes hinweg einen forschenden Blick zu. Sie schien sich noch nicht sicher, was sie von mir halten sollte, was ich ihr nicht verdenken konnte.
„Audienz! Ja, ich hatte eine Audienz!“, seufzte ich und lehnte mich an die Wand. „Und der Ausgang wird Ihnen nicht gefallen.“
„Was soll das heißen?“, fragte er, obwohl ihm klar war, was das heißen sollte.
Ich schüttelte den Kopf. Officer Taylor sah zwischen uns beiden hin und her, als der alte Sergeant schnaubte und sich mit beiden Händen durch die Haare fuhr. Er lehnte sich im Stuhl zurück, drehte sich herum und starrte aus dem Fenster.
„Soll das heißen, dass Sie uns nicht unterstützen werden?“, fragte die junge Frau mit hoch gezogenen Augenbrauen.
„Es tut mir leid“, antwortete ich leise.
Sie musterte mich, warf einen weiteren Blick auf ihren Partner, dann sah sie mich mit offensichtlicher Wut an. „Da draußen werden Frauen bestialisch abgeschlachtet!“, fuhr sie mich an. „Und Sie sagen, dass es Ihnen leidtut?“
„Taylor!“, sagte der Sergeant leise.
„Das kann doch nicht sein!“, fauchte sie an ihn gewandt. „Es heißt, er sei der Experte für solche Fälle. Alle reden davon, dass dies der perfekte Fall für Special Agent O’Dell sei, und er sagt, es tut ihm leid?“
„Taylor!“, sagte der Sergeant etwas lauter, doch die junge Frau ließ sich dadurch nicht beruhigen.
„Es sind nur Straßenhuren, nicht wahr? Billige Nutten, für die sich sowieso keiner interessiert! Nichts, womit der Experte Zeit verschwenden will! Wäre es die brave Mittelklassenfrau, dann würde es jetzt hier vor Experten nur so wimmeln, aber für die Verlierer dieser Gesellschaft krümmt niemand einen Finger! Die nächste Leiche, Special Agent, geht auf Ihre Rechnung!“
„Verdammt, Taylor!“, fuhr der Sergeant plötzlich herum, und hätte er sich nicht am Schreibtisch festgehalten, hätte sein Stuhl bestimmt eineinhalb Umdrehungen macht.
„Lassen Sie sie! Sie hat Recht!“, sagte ich ruhig, stieß mich von der Wand ab. „Ich bin der Experte für solche Fälle. Es wäre der perfekte Fall für mich. Aber ich wurde zurückgepfiffen.“ Ich ging auf sie zu und ich sah die helle Panik im Gesicht des alten Mannes, als ich nah vor dem Officer stehen blieb. „Ich würde mir die Nächte um die Ohren schlagen, wenn ich könnte, Officer, glauben Sie mir. Aber mir wurde sehr deutlich gesagt, dass ich mich in die Ermittlungen nicht einzumischen habe.“ Sie erhob sich, starrte mir wütend funkelnd in die Augen, bis sich plötzlich die feinen Härchen in ihrem Nacken aufstellten. Ich nahm sofort wahr, wie ein kalter Schauer durch ihren ganzen Körper fuhr und sie unweigerlich einen Schritt zurücksetzte. „Mir sind die Hände gebunden!“ sagte ich leise. Sie schluckte, wich weitere Schritte zurück.
„Es ist nicht seine Entscheidung!“, mischte sich der Sergeant ein. Zugegeben ich hätte nie gedacht, dass er mich einmal verteidigen würde, und der Umstand, dass er dies nun tat, überraschte mich auf den ersten Blick. Auf den zweiten allerdings schien es nur allzu eindeutig, dass es ihm dabei nicht um mich ging, sondern dass er versuchte, die junge Polizistin zu schützen – vor mir, dem Monster, dem Vampir!
Eine Zeit lang sprach niemand von uns Dreien. Sie stand fast neben dem alten Sergeant, jede Farbe schien aus ihrem Gesicht gewichen und sie zitterte leicht, weshalb sie sich mit den Händen langsam über die Arme fuhr. Ich betrachtete sie fasziniert, fragte mich, was sie in mir zu erkennen glaubte, ob sie selbst sich überhaupt bewusst war, was sie hatte zurückweichen lassen, was ihr die Schauer durch den Körper fahren ließ. Dann brach ich die Stille, indem ich ein paar Schritte zurücksetzte.
„Ich darf Sie bei den Ermittlungen nicht unterstützen“, sagte ich leise. „Glauben Sie mir, ich würde mir den Burschen selbst gerne vornehmen, aber ich darf es nicht.“ Ich drehte mich um, wollte das Büro verlassen, blieb aber mit der Klinke in der Hand stehen. „Aber niemand kann etwas sagen, wenn sich Ermittler nach Feierabend auf einen Kaffee oder ein Bier zusammensetzen und ein wenig über ihre Fälle plaudern, nicht wahr?“, sagte ich leise. Ich nahm eine Visitenkarte mit meiner privaten Mobilnummer aus meiner Tasche, ließ sie in einer beiläufigen Geste zu Boden fallen. „Guten Abend noch!“
Mit diesen Worten trat ich vor die Tür. Die Polizisten in dem Präsidium sahen mir verwundert hinterher. Zügig kletterte ich die Fassade des Gebäudes hinauf, blieb auf dem Dach sitzen die Beine in der Luft baumelnd und zückte einen Empfänger, um zu hören, was die beiden Personen in dem schummrigen Büro besprachen. Auch wenn mein Gehör außerordentlich gut ist und die Fähigkeiten eines menschlichen Gehörs bei weitem übersteigt, so hat es dennoch seine Grenzen. Kann ich Gespräche im Freien auf recht weite Distanz belauschen, so grenzen Mauern aus Stahl und Beton mich wiederum aus. Doch die Wunder der Technik lassen mich auch diese Grenze überwinden und so übertrug die kleine Wanze in Sergeant Smiths Büro auch das folgende Gespräch auf meinen Empfänger.
„Ich sagte Ihnen, Sie sollen mich mit ihm reden lassen!“, fuhr Sergeant Smith die junge Frau an. „Wenn er durch diese Tür tritt, halten Sie sich zurück!“
„Es ist seine private Mobilnummer!“, sagte sie, als hätte sie nicht zugehört. „Haben Sie seine Nummer nicht? Wieso hinterlässt er uns noch eine Mobilnummer?“
„Hören Sie mir nicht zu, Taylor?“
„Sie reden mit ihm, ich halte den Mund.“
„Sehen Sie, ist eigentlich ganz einfach!“
„Wieso hinterlässt er uns eine weitere Mobilnummer?“
Sergeant Smith schnaubte, ließ sich in seinen Sessel fallen, von dem er sich wohl erhoben hatte, dass der Stuhl quietschte und auseinander zu fallen drohte. „Damit wir ihn ohne sein Diensttelefon kontaktieren können, ohne ihn zu Hause aufzusuchen.“
„Ja, es schien ihm nicht zu behagen, als wir dort auftauchten.“ Ich hörte Papier, dass durchwühlt wurde. „Wer ist er?“, fragte sie schließlich.
„Special Agent“, antwortete Sergeant Smith. „Er wird zu seltsamen Fällen gerufen.“
Sie schüttelte den Kopf. „Welche Abteilung ist für ihn zuständig? Wer hat ihn zurückgepfiffen?“
„Fragen Sie nicht, Taylor!“, seufzte der Sergeant.
„Welche Art Experte ist er?“
„Taylor, ich bitte Sie!“
„Warum? Warum soll ich keine Fragen stellen? Finden Sie ihn nicht seltsam?“
„Doch, Taylor! Ich finde ihn seltsam und ich fand ihn seltsam, als ich ihn damals das erste Mal sah. Ich stellte Fragen, genauso wie sie. Und genau deswegen gebe ich Ihnen jetzt einen Rat, von Kollege zu Kollege: Lassen Sie es!“ Sie schwiegen kurz, dann winselte er leise: „Lassen Sie es doch, um Gottes Willen!“
„Sergeant!“, entfuhr es ihr überrascht. Sie schien auf ihn zuzugehen, während er stockend atmete.
„Er ist seltsam, unheimlich! Er jagt mir regelmäßig eine Gänsehaut über den Rücken. Sie selbst haben es gemerkt, sind vor ihm zurückgewichen, eine instinktive Reaktion, die Sie beherzigen sollten. Halten Sie sich von ihm fern, Taylor! Belassen Sie es bei dem, was Sie wissen! Glauben Sie mir, Sie wollen die Antworten auf ihre Fragen nicht, glauben Sie mir!“
Ich atmete tief ein. Immer schon hatte ich gewusst, dass er eine Maske auflegte, wenn er mit mir sprach. Seine Anspannung, wenn ich in seine Nähe kam, trotz aller Bemühungen, sich nichts anmerken zu lassen. Ich hatte gewusst, dass er die Einblicke in meine Welt gerne vergessen würde, dass er das Wissen über meine Welt gerne vergessen würde, doch er war für mich zu wichtig, um ihm diesen Wunsch zu erfüllen. Jetzt versuchte er, der jungen, unerfahrenen Kollegin dieses Wissen, diese Einblicke zu ersparen, was ihn auf eine gewisse Art und Weise ehrte.
Er hatte ihre Reaktion instinktiv genannt. Leider konnte ich es darauf nicht beruhen lassen. Ihre Reaktion war weit mehr als instinktiv. Menschen traten vielleicht einen Schritt zurück, wenn ich ihnen nahekam. Vielleicht stellten sich ihre Nackenhaare auf, vielleicht bekamen sie eine Gänsehaut, aber nie in der Intensität. Ich würde mir ihre Akte vornehmen.