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Die Winterferien

Diese Ferien waren die unspektakulärsten überhaupt. Es passierte rein gar nichts die erste Woche. Die zweite Woche war da schon spannender. Ich war auf dem Weg zum Einkaufen, als plötzlich ein Junge aus einer Einfahrt kam, den ich nicht kannte. Er war wunderschön und steuerte geradewegs auf mich zu. „Hi.“, flötete er in meine Richtung. Ich konnte ihn nur anstarren und sagte zum Glück dann noch: „Hi.“

„Wenn du hier wohnst, kennst du dich ja sicher hier aus. Ich und meine Eltern sind erst hierhin gezogen.“, jetzt lächelte er mich an und ich konnte nichts sagen, weil ich von seinem Lächeln geblendet wurde. Ich nickte nur und krächzte: „Was willst du denn wissen?“ „Wo es hier die besten Einkaufsmöglichkeiten gibt. Ich heiße übrigens Finn. Wie unhöflich von mir.“, sagte er und reichte mir seine Hand. Eine Hand, wo man überall die Adern sieht und in die man sich nur verlieben konnte. War das eine wage Vermutung, wenn ich sagen würde, dass er Sport macht? Mein Herz klopfte und ich hoffte, dass er es nicht hören konnte, als ich ihm meine Hand entgegenschreckte und er einen Schritt näher kam. „Lina.“, konnte ich nur murmeln, weil sich seine Hand jetzt um meine legte. Sie war weich und unglaublich warm. Er lächelte mich an und wiederholte seine Frage: „Wo kann man denn hier am besten Einkaufen gehen?“

Ich stand immer noch versteinert da und raffte erst jetzt, dass ich ja was sagen musste, sonst dachte er noch ich sei schwerhörig. Irgendwie drehte sich jetzt alles in meinem Kopf. „Komm einfach mit. Ich muss auch einkaufen gehen.“, sagte ich noch leicht verwirrt und setze mich in Bewegung. „Also wenn du willst.“ Wieso genau ich das gesagt hatte wusste ich auch nicht. Es fühlte sich einfach richtig an in dem Moment.

Dann traute ich mich noch ihm, mit klopfenden Herzen und schweiß verschmierten Händen, ein paar Fragen zu stellen. Er beantwortet sie alle mit einer Schnelligkeit, dass mir schwindelig wurde.

„Auf welche Schule kommst du nach den Ferien eigentlich?“, wendete ich mich ihm wieder zu, als wir fast an dem Einkaufsmarkt angekommen waren. „Es gibt doch nur eine große Schule hier, oder?“, in seinen Augen verschloss sich etwas und ein komisches Gefühl breitete sich in mir aus. „Ja. Auf die gehst du dann?“, fragte ich unsicher, aber auch neugierig. „Na klar auf welche sonst.“ Jetzt grinste er wieder sein Lächeln und ich schmolz dahin. Jedenfalls ein bisschen. „Dann lass uns mal rein gehen.“ Ich nickte und wir betraten den Einkaufsmarkt.

Es war voll und die Luft irgendwie stickig. Ekelhaft. Wir gingen durch die Reihen. Ich tat so als ob er nicht da wäre. Sammelte mein Zeug ein und packte alles in den Einkaufswagen, was auf dem Einkaufszettel stand. Im Grunde waren es nur die wichtigsten Dinge, wie Nudeln, Reis, Obst und Gemüse.

Finn war schon vorausgegangen und ich legte die letzten Sachen in meinen Einkaufskorb. Mir war aufgefallen, dass er in einer ziemlich teuren Gegend wohnte und ich jetzt schon wusste, dass es niemals funktionieren würde zwischen uns. Schade, denn ich fand Finn schon interessant.

**

Als ich fertig war, packte ich alles in meinen Korb, den ich mitgebracht hatte. Leider war er sehr schwer, dass ich ihn kaum tragen konnte. Finn wollte ich aber auch nicht fragen, dass war mir zu peinlich. Auf dem Weg schaute er mich immer wieder von der Seite an. Er hatte ein Grinsen auf den Lippen und ich beherrschte mich ihn nicht darauf anzusprechen. Zum Glück fragte er nach einer Weile, weil er bemerkt hatte, dass ich fast umkippte.

„Soll ich dir deinen Korb abnehmen. Das sieht sehr schwer aus“, schlug er fuhr und ich überließ meinen Korb dem Gentleman, der mich da gerade gefragt hatte. Grins! Ich war von meinem schweren Korb befreit und konnte locker neben ihm herlaufen. In seinen Augen glitzerte etwas, dass ich noch nicht zuordnen konnte. Er schaffte mich sogar bis vor meine Haustür, obwohl ich das komisch fand. Gleichzeitig fand ich es schön.

Wir tauschten noch Handy nummern aus, dann gab er mir meinen Korb zurück und einen Mini-Kuss auf die Stirn. Mir stieg nur ganz unauffällig die röte ins Gesicht. haha

Ich winkte ihm zum Abschied und dachte immer wieder an den Kuss. Bei jedem Mal kribbelte es gefährlich in meinem Bauch. Ich wollte es nicht zugeben, aber es fühlte sich supergut an. Was er wohl gerade tat? An mich denken?

Am Abend schlief ich wohlig ein und träumte von Finn. Im Traum küsste er mich immer und immer wieder. Es spielte sich wie ein kleiner Film hinter meinem inneren Augen ab.

Am nächsten Tag würde meine Freundin kommen. Ich wollte ihr es erstmal nicht erzählen. Sie würde es sowieso irgendwann rausfinden. Sie hatte so eine besondere Gabe dafür. Was mir allerdings mehr Sorgen bereitete war, dass er in einer schicken Villa lebte und ich in einem stinknormalen Haus, was mir schon ausreichte. Er hatte bestimmt ein Zimmer, das dreimal so groß war wie meins. Ich sah das schon kommen, aber ich würde dieses Problem auch noch lösen können. Da war ich mir sicher. Mit diesem Gedanken schlief ich ein.

Ich wachte am frühen Morgen auf. Mit dem Gedanken an Finn. Ich sah seine Augen, seinen Mund und roch seinen Duft. Dieser war seltsamerweise in meinem Gedächtnis geblieben. Ich beschloss dann gleich noch in die Stadt zugehen. Erstens um ihn vielleicht zu sehen und zweitens um einfach mal den Kopf frei zukriegen von meinen ganzen wirren Gedanken. Ich musste mir endlich sicher werden, ob ich mich wirklich in ihn verliebt hatte. Konnte zwar noch etwas warten, aber wenn ich es sicher wusste, ging es mir besser.

Ich wusste es jetzt einfach nicht. Überhaupt nicht. Also hoffte ich auch, ihn irgendwie nicht zu sehen. Meine Gedanken und Gefühle waren jetzt einfach total durcheinander.

**

Also lief ich durch die Stadt, den Blick auf den Boden gesenkt. Finn traf ich nicht und so schlenderte ich zu seinem Haus, in der Hoffnung ihn vielleicht dort zu treffen. Ich wollte ihn einfach sehen. Als ich ankam war niemand zu sehen und ich stellte mich vor die Klingel, als plötzlich jemand seine Hand auf meine Schulter legte.

Da sagte er auch schon: „Hi.“ Mein Herz setzte für ein paar Sekunden aus, bevor ich auch „Hi.“, sagte. Schnell versteckte ich mein Handy. Warum auch immer. Keine Ahnung. Wir lächelten uns schüchtern an und gingen ein paar Meter, als er plötzlich zögerlich anhielt. Ich stockte auch und blickte in ein… ja in ein was? Sagen wir es so, er schaute mich, so wie ich es sagen konnte, etwas verliebt an (soweit ich das beurteilen konnte, vielleicht wollte ich es auch nur so sehen) und murmelte irgendwas Unverständliches. „Was hast du gesagt?“, fragte ich ihn. „Ähm. Eigentlich wollte ich dir sagen…“, er machte eine Pause. „…, dass ich dich hübsch finde. Und nett.“

Ich starrte ihn erst verwirrt an, als ich noch ein Danke rausbekam. Schnell schob ich noch ein schüchternes Lächeln hinterher, was Finn leicht erwiderte. „Ich find dich auch hübsch.“

Ich schaute in seine Augen, die in diesem Moment zu explodieren schienen und fühlte in mir tausend Schmetterlinge, die langsam, aber sicher anfingen sich zu bewegen. Leider kam in dem Moment seine Mum und musterte mich komisch. Ich verabschiedete mich schnell und lief hastig davon. Allerdings lief ich schnell genug, denn Finn klingelte nur kurz nach dem ich zu Hause war an der Tür. Ich öffnete sie zögerlich und fragte was er hier wollte.

Aber irgendwie war ich frustriert und knallte ihm dumme Worte an den Kopf. Er wollte was sagen, aber ich knallte die Tür endgültig zu.

Keine Ahnung was er jetzt macht, aber es war mir auch egal. Jedenfalls redete ich mir das ein. Stimmen tat es nicht.

Denn ich konnte Finn seit unserer ersten Begegnung nicht mehr vergessen.

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