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20 Satan

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Petrus hat neuen Report.

Petrus: Es stimmt, sie haben gerne Allmachtsphantasien, möchten aber keine Verantwortung übernehmen.

Gott: Jedenfalls will kein Mensch meinen Job haben.

Jesus: Ich wurde gezwungen.

Petrus: Kürzlich hast du noch behauptet, jeder wolle Gott spielen.

Gott: Kürzlich? Wir sind im Himmel. Zeit ist Illussion.

Petrus: Also was jetzt?

Gott: Jeder will der Erste sein, aber keiner will die Bürde tragen.

Petrus: Naja, Luzifer wollte an deine Stelle treten.

Gott: Der herrscht ja dafür als Satan auf Erden.

Jesus: Und ich soll ihn besiegen müssen.

Gott: Die Menschen hätten es inzwischen auch selbst kapieren können.

Petrus: Er lockt sie mit Versprechungen. Macht, Geld ...

Gott: Bloß weil ich ihn auf die Erde verbannt habe, ist er noch lange nicht bevollmächtigt.

Petrus: Er hält sich für passiv legitimiert.

Gott: Bitte? Soll 'mal aufpassen, dass er da nicht in einen Schmarrn hinein kommt.

Petrus: Manche moderne Schulen gehen davon aus, er sei auch Teil von dir.

Gott: Von mir?

Petrus: Immerhin war er 'mal ein Engel, ging also von dir aus und dann bist du doch allumfassend. Außerhalb von dir gibt es doch nichts.

Gott: Du meinst per definitionem?

Jesus: Schiefgelaufen.

Petrus: Der Vogel hätte es dir auch abgenommen.

Gott: Man hat ja schließlich Verantwortung. Ich kann mich doch nicht einfach aus der Affäre ziehen und sagen: Fürchtet euch nicht, hier der Vogel macht's jetzt.

Petrus: Wär' aber eine Lösung.

Gott: Danke für die hohe Meinung über mich. Wenn mich ein Wellensittich ersetzen könnte, wäre ich ein Wellensittich.

Petrus: Sind auch Teil von dir.

Gott: Du meinst das nicht etwa ernst. Als ob der Vogel das bewältigen könnte, nur weil er ein bisschen mitgehört hat. Da dreht er garantiert wieder durch.

Petrus: Wir wollten doch den Menschen die Liebe lehren, aber zu viele versuchen Macht über andere zu erhalten. Sie glauben, etwas besseres zu sein, einzelne sogar die allerbesten. Sie möchten an erster Stelle stehen.

Gott: Wir machen es so: Jeder kommt an die erste Stelle und dann stehen sie doch wieder alle in einer Reihe.

Petrus: Eine unschlagbare Logik.

Gott: Rein menschlich gesehen ist das nicht erstrebenswert. Wenn man tatsächlich der erste, der beste, der größte ist, hat man gar nichts mehr, auf das man hinlebt, das man erreichen, wovon man träumen kann.

Petrus: Hat man nicht sein Ziel erreicht? Ist das nicht besser als zu träumen?

Gott: Man ist dann sehr damit beschäftigt, der erste zu bleiben. Alle anderen versuchen einem schließlich die Position streitig zu machen. Das ist sehr anstrengend. Aber man bleibt nur der erste, da es besser nicht werden kann.

Petrus: Es ist kein Traum.

Gott: Dem zweiten, dem hundersten, dem tausendsten geht es gut, sie können das genießen und trotzdem träumen. Wenn es allen Menschen gut geht, können sie träumen.

Petrus: Das soll menschlich sein.

Gott: Fragen wir Jesus.

Jesus: Ich bin dafür.

Gott: Für Träume.

Jesus: Ja, sicher.

Petrus: Wie ist es damit, der erste, der beste oder so etwas ähnliches zu sein?

Jesus: Nicht jedermanns Sache.

Petrus: Nicht typisch menschlich?

Jesus: Die Leute machen sich da etwas vor. Es hat nicht nur Vorteile.

Petrus: Menschlich ist aber die Täuschung darüber.

Jesus: Womöglich. Worum geht es?

Gott: Sind noch Gummibärchen da?

Petrus geht ab in's Labor.

Petrus: Ich glaube, wir sollen Satan mit Gummibärchen bekämpfen.

Die Praktikantin: Wenn ich's doch sage. Gummibärchen?

Gottes wundersame Faktorei - Zweiter Teil: Auferstehung

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