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Beate Fünf Jahre danach

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Es ist mittlerweile fünf Jahre her, als ich nach gefühlten 100 Jahren die endgültige Diagnose Morbus Parkinson bekam. Ich war so richtig froh und glücklich. Die meisten Personen in meinem Umfeld verstanden mich nicht. Wie konnte ich lachen und glücklich sein über eine Diagnose? Morbus Parkinson, eine unheilbare Nervenkrankheit. Diese Diagnose brachte mich in mein Leben zurück. Die Medikamente machten aus mir wieder einen Menschen. Ich wurde vom krummen schlurfenden, gesichtslosen Menschen mit leiser piepsiger Stimme und unleserlicher Schrift zu einem Menschen, der wieder am normalen Leben teilnehmen konnte und wollte. Dass sich mein Leben ändern würde, war mir klar. Dass es sich so radikal ändern würde, allerdings nicht. Nachdem ich die ersten Einheiten von meinen Parkinson-Medikamenten bekam, war es, als ob ich aus einem Dämmerschlaf aufgewacht wäre. Meine Augen gingen wie in Zeitlupe auf und ich nahm mein Umfeld wieder war. Es bekam alles wieder Farbe.

Ich wollte leben. Mein Leben, mein einziges Leben, was ich je haben werde, wollte ich wiederhaben. Nein – ich wollte es weiter (er)leben, die Jahre, die mir genommen wurden, durch falsche Diagnosen, bekam ich nicht wieder. Die Jahre waren vorbei, aber nicht vergessen. Zurückholen ging nicht und wollte ich es überhaupt? Nein. Meine Schwellenangst, so nannte ich es. Der Gang nach draußen war eine Überwindung, die ich Schritt für Schritt, tagein tagaus üben musste. Ich nahm Fahrstunden, um wieder die größte Unabhängigkeit, die der Mensch je hatte und immer noch hat, einen PKW zu lenken, nicht aufzugeben.

Aus mir wurde wieder eine selbstbewusste Frau (meine Einschätzung). Diese Zeit hat mich geprägt und den Menschen aus mir gemacht, der ich heute bin. Aber wer bin ich heute, fünf Jahre nach der Diagnose? Das Leben wird nicht einfacher. Die Dosierung wird erhöht, die Medikamente schon mal ausgetauscht. Weitere Diagnosen folgen. Trotz allem ist es für mich sehr wichtig, den Humor nicht zu verlieren. Auch wenn die Laune manchmal zu wünschen übriglässt. Ein falscher Ton angeschlagen wird. Und sich die sogenannten „guten Freunde“ verabschieden, weil man ja nicht mehr ist, was man ist, aber man einen doch gerne so hätte.

Verbiegen lassen möchte ich mich nicht, dazu bin ich zu steif (Parkihumor). Ich kann Vieles ändern, aber eins kann ich nicht, diese Krankheit verschweigen oder vergessen. Möchte ich auch nicht. „Mein Morbus Parkinson“ hat mir geholfen, weiter zu leben. Gute und auch beste Freunde zu finden. Über meinen Tellerrand hinaus zu schauen. Zu lernen, dass jeder „Parkinson“ anders ist. Ich lebe das Meine so: das, was gestern war, ist vorbei. Was morgen kommt, weiß ich nicht. Den Tag heute so zu leben, dass ich morgen sagen kann, der Tag gestern war schön. Mit Dingen zu hadern, die man nicht ändern kann, oder zu sagen, das Leben ist ein Kampf.

Sind Empfindungen, die einen schon mal streifen, aber nicht das Leben beherrschen sollten. Eine Frage werde ich nie beantwortet bekommen, was vielleicht auch ganz gut ist. Mein Vater starb vor 27 Jahren. Was hätte er gesagt, dass sein kleines „Zwiebelchen“ diese Krankheit hat. Ich fragte mal meine Mutter, sie sagte nur zwei Worte: „Ach Kind!“

Ich möchte kein Mitleid. Ich möchte nur eins, dass man akzeptiert wird mit Morbus Parkinson, den guten und den schlechten Tagen und Launen. Und dass man sagen kann wie einst ein Dichter: „Hier bin ich Mensch, hier darf ich sein.“

Dopamin

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