Читать книгу KONOSUBA! GOD'S BLESSING ON THIS WONDERFUL WORLD! – Light Novel 02 - Natsume Akatsuki - Страница 15
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»Ich will Kohle!«, stöhnte ich genervt.
Kohle, ja. Und zwar jede Menge davon.
In der Gaststube der Abenteurer-Gilde hielt ich meinen Kopf mit beiden Händen und lag mit der Stirn auf der Tischplatte.
»So wie alle. Mich eingeschlossen! Denk doch mal nach. Ist das nicht absolut armselig? Selbst wenn du davon ausgehst, dass ich – eine Göttin, wohlgemerkt! – den Rest meines Lebens in einem Stall wohnen wollte, warum würdest du das zulassen? Würdest du dich nicht schämen? Wenn du das verstehst, dann tu was! Verhätschel mich!«, redete die wunderschöne junge Frau mit dem hellblauen Haar auf mich ein, während ich mich zusammenkauerte.
Sie sah gut aus, aber damit hatte es sich auch schon. Ihr Name war Aqua, und angeblich war sie eine Art Göttin …
»Du weißt nicht mal, wofür ich das Geld will, oder?«
»Wie sollte ein reines, gutherziges, wunderschönes Wesen wie ich wissen, was im dreckigen Verstand eines ehemaligen Hikikomori vorgeht? Wahrscheinlich willst du nur genug Geld, um dich für den Rest deines Lebens irgendwo einschließen zu können oder so was.«
»Es geht um die Schulden!«, spie ich ihr entgegen.
Aqua zuckte leicht zusammen und wandte sich ab.
»Schulden! Die Schulden, die du angehäuft hast, verschlingen einen Großteil der Belohnung für jede neue Quest. Es ist fast Winter! Als ich heute Morgen in meinem Strohhaufen aufgewacht bin, waren meine Augenbrauen eingefroren! Alle anderen Abenteurer schlafen längst im Gasthaus. Was machen wir, wenn es erst mal richtig Winter ist, hm? Wir werden in unseren Strohhaufen erfrieren! Wen interessiert schon, ob wir den Dämonenkönig besiegen und nach Hause kommen – ich will einfach nur die Nacht überleben!« Ich schlug mit den Fäusten auf den Tisch, während ich Aqua anschrie, die sich die Ohren zuhielt und die Augen zusammengekniffen hatte. Dann drehte ich mich um.
Die Bewohner dieser Welt waren Abenteurer. Tag und Nacht bekämpften sie Monster, die die Bevölkerung bedrohten, sparten ihren Lohn für einen Drink an der Bar auf und existierten generell, ohne zu wissen, ob sie den nächsten Tag noch sehen würden. Doch selbst diesen Leuten, die von der Hand in den Mund lebten, war es gelungen, sich für den Winter ein Plätzchen in einem Gasthaus zu sichern.
Ein Grund dafür war, dass die meisten schwächeren Monster Winterschlaf hielten, sodass nur noch mächtigere Gegner unterwegs waren. Wir hatten unsere Basis in Axel, einer Stadt voller neuer Abenteurer, und für solche Amateure, die noch grün hinter den Ohren waren, wäre es Selbstmord gewesen, gegen diese Wintermonster anzugehen.
Rumms! Aqua leitete ihre Antwort mit einem Schlag auf den Tisch ein. »Na, was hätte ich denn tun sollen?! Ohne meine total unglaubliche Leistung wäre die Stadt vielleicht vernichtet worden. Und dafür brummen die mir Schulden auf?! Die sollten mir danken! Diese Rechnung war ungerechtfertigt. Ich werde mich gleich bei der Rezeptionistin beschweren!«
»Hey, lass gut sein! Belästige die Dame nicht. Du darfst nicht vergessen, dass sie uns eine stattliche Belohnung gegeben haben, auch wenn sie uns dann so viel berechnet haben, dass wir in die roten Zahlen gerutscht sind. ›Tut uns leid, dass wir Teile der Stadt zerstören mussten, um sie zu retten.‹ Glaubst du, dafür lassen sie uns ungeschoren davonkommen?«
Ein General des Dämonenkönigs namens Beldia hatte die Stadt angegriffen.
Ganz genau, der Dämonenkönig. Wie man ihn aus Manga, Videogames und Ähnlichem kennt. Und einer seiner Generäle hatte uns angegriffen.
Aqua hatte Beldias Schwäche ausgenutzt, indem sie ihn mit einer Flutwelle angegriffen hatte. Im Anschluss hatte ich ihn mit einer unschlagbaren Technik bezwungen, und wir waren ohne größere Schwierigkeiten davongekommen. Außer …
»Wie auch immer! Du bist die ganze Zeit nur weggerannt, und als ich dann den Dullahan geschwächt hatte, hast du ihm mit ›Stehlen‹ den Kopf geklaut. Du schuldest mir Anerkennung. Bewunderung! Wo sind die Verbeugungen, der Jubel, die Geschenke?! Jeder hier in der Gilde sollte rufen: ›Wir wussten, du schaffst es, oh verehrte Göttin!‹«
»Du größenwahnsinnige Schwachsinnige! Du bist ganz schön von dir eingenommen. Ja, ich gebe zu, dass du den Dullahan irgendwie bezwungen hast. Na schön. Die Belohnung, das Lob und alle Schulden gehören ganz dir! Also kannst du sie auch ganz allein zurückzahlen.«
»Waaah! Es tut mir leid! Ich hab mich mitreißen lassen. Bitte verlass mich nicht!« Aqua heulte und klammerte sich an mich, während ich aufstand, um die Göttin der Schulden zurückzulassen.
Doch hinter uns rief jemand: »Müsst ihr zwei wirklich schon am frühen Morgen streiten? Alle … Keiner starrt euch an. Wie’s aussieht, hat sich die gesamte Gilde schon daran gewöhnt.«
»Ihr seid früh dran. Gibt’s irgendwelche guten Jobs?«
Angesprochen hatten uns unsere Gefährtinnen: Darkness, unsere Paladin/Hardcore-Masochistin, und Megumin, unsere ewig kindliche Erzmagierin.
Während sie sich setzte, strich Darkness ihr langes goldenes Haar zurück. Sie trug bequeme Alltagskleidung und hatte ihr Großschwert umgeschnallt. Megumin setzte sich neben sie. Eine Augenklappe verdeckte eines der roten Augen der Magierin.
»Hey, Leute, seid ihr fertig mit den Vorbereitungen? Bisher haben wir keine Jobs gefunden. Unter den gegebenen Umständen hab ich keinen Grund zur Eile gesehen. Ich dachte, wir könnten warten, bis ihr da seid.« Während ich sprach, sah ich mich in der Gildenhalle um. Trotz der frühen Stunde betranken sich viele Abenteurer nach Herzenslust.
Manche Dinge waren wohl einfach zu erwarten. Jeder, der an der Schlacht gegen den General des Dämonenkönigs teilgenommen hatte, hatte eine Belohnung bekommen. Und Abenteurer mit vollen Taschen hatten keinen Grund, sich die Mühe zu machen, gefährliche Wintermonster zu jagen. Dementsprechend konnten wir uns am Schwarzen Brett unsere Quests frei aussuchen.
Ich ging hin, um zu sehen, ob es was Gutes gab. »Mal sehen … Ein paar höhere Belohnungen, aber keine Quests, die sich wirklich zu lohnen scheinen …«
Schalte ein Rudel Weißwölfe aus, die eine Farm bedrohen.
Belohnung: 1 Million Eris.
Ein Zerstörerbär ist aus dem Winterschlaf erwacht und lebt in einem Feld.
Belohnung fürs Töten: 2 Millionen Eris. Belohnung fürs Verjagen: 500 Tausend Eris.
Auf keinen Fall konnten wir ein Rudel Wölfe bewältigen. Sie waren größer als Hunde, schneller, und wenn sie sich alle auf einmal auf uns stürzten, wären wir erledigt.
Und der Bär war auch keine Option. Was, wenn er Megumin oder mich angriff? Verdammt, wahrscheinlich wären wir hinüber, wenn er uns nur den Kopf tätschelte. Außerdem wollte ich nichts mit einem Wesen zu tun haben, das Zerstörerbär hieß.
»Was ist das? ›Die mobile Festung Destroyer ist in der Gegend. Späher gesucht, um ihre mögliche Route auszukundschaften.‹ Hm? Was ist ein Destroyer?«
»Destroyer ist … Destroyer eben«, sagte Darkness. »Du weißt schon, schnell, mobil … eine Festung.«
»Sie bewegt sich zack, zack«, fügte Megumin hinzu, »und trampelt alles auf ihrem Weg nieder. Außerdem ist sie seltsam beliebt bei Kindern.«
Klar. Ich versteh kein Wort.
Ich stellte auf Durchzug und machte mich wieder auf die Suche nach einem Job. Übrig blieb noch …
»Hey, wie wär’s damit? Schneegeister jagen? Das klingt nicht sehr bedrohlich.«
Jeder Schneegeist, den man einfing, brachte hunderttausend Eris ein. Im Vergleich zu den Wesen, die wir bisher bekämpft hatten, war das keine sehr lukrative Belohnung, aber der Name klang im Gegensatz zu Wölfen und Bären nicht sehr bedrohlich.
»Schneegeister sind sehr schwache Monster. Schneefelder sollen voll von ihnen sein, und ich habe gehört, man kann sie leicht mit dem Schwert niederstrecken. Aber …«
Bevor Megumin ausreden konnte, riss ich den Zettel vom Brett. Während ich ihn einsteckte, schloss Aqua sich uns an.
»Schneegeister jagen? Sie sind für Menschen nicht sehr gefährlich, aber es heißt, wann immer einer stirbt, rückt der Frühling einen halben Tag näher. Wenn ihr auf diese Quest wollt, mach ich mich schnell fertig. Wartet kurz!« Und sie verschwand irgendwohin.
Megumin schien keine Einwände gegen die Quest zu haben. Darkness dagegen murmelte vor sich hin: »Schneegeister …?«
Ich hatte erwartet, dass unsere Hardcore-Masochistin protestieren würde. Die Paladin wollte sich immer mit mächtigen Monstern messen. Doch aus irgendeinem Grund schien sie fast glücklich zu sein.
Während wir warteten, machte ich mir Sorgen um Darkness’ Stimmung. Sobald Aqua zurück war, brachen wir allerdings trotzdem auf.
2
Auf einem Feld außerhalb der Stadt.
Ich war ziemlich sicher, dass es in der Stadt noch nirgendwo geschneit hatte, doch hier – und nur hier – war alles weiß überzuckert. Hier und da schwebten weiche weiße Wattebällchen von der Größe meiner Faust in der Luft – das mussten die Schneegeister sein. Auf jeden Fall sahen sie nicht gefährlich aus. Warum also waren sie hunderttausend das Stück wert?
Es gab diese Legende, dass der Frühling ein paar Stunden früher kam, wann immer eine dieser Kreaturen starb. Vielleicht hatten sich ein paar Leute, die den Frühlingsanfang nicht erwarten konnten, zusammengetan, um diese großzügige Belohnung auszusetzen. Niemand hatte schließlich gesagt, dass das Monster mächtig sein musste, nur weil die Quest eine üppige Belohnung versprach. Angenommen, man hatte ein mittelstarkes Monster, das Felder aufwühlte, aber keine Gefahr für Menschen darstellte, und ein schwaches, das angriffslustig war und aktiv Leute angriff. Natürlich würde das Kopfgeld für das schwache, aber aggressive höher sein.
Ja, die Summe, die auf die Geister ausgeschrieben war, machte mir Sorgen, aber etwas anderes beschäftigte mich noch mehr. »Was soll eigentlich dieses dämliche Outfit?«
Es war tiefster Winter, und Aqua war mit einem Schmetterlingsnetz und ein paar kleinen Flaschen ausgerüstet wie ein dummes Kind, das Käfer fangen wollte.
Aqua warf mir einen Blick zu, mit dem man nur vollkommene Idioten bedenken würde.
Diese kleine …!
»Wir fangen ein paar Schneegeister und sperren sie in diese Flaschen. Dann stellen wir die Flaschen in die Kiste mit unseren Getränken. So haben wir eisgekühlte Neroid, wann immer wir wollen. Mit anderen Worten: Ich habe gerade den Kühlschrank erfunden! Was denkst du? Ziemlich clever, oder?«
Ich ahnte schon, dass das nach hinten losgehen würde. Aber es war ihre Idee, und sie konnte machen, was sie wollte. Außerdem …
»Hey … Wo ist deine Rüstung?«
»In der Werkstatt.«
Als sei Aqua allein nicht schlimm genug, war Darkness, unsere Ein-Frau-Verteidigung, immer noch in ihrer Alltagskleidung und trug nur ihr Schwert an der Hüfte.
»Ja, der General des Dämonenkönigs hat deiner Rüstung ganz schön zugesetzt, was? Aber bist du sicher, dass dir so nichts passiert? Na ja, ich schätze, die Schneegeister neigen ohnehin nicht dazu, anzugreifen.«