Читать книгу KONOSUBA! GOD'S BLESSING ON THIS WONDERFUL WORLD! – Light Novel 02 - Natsume Akatsuki - Страница 18
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ОглавлениеEine Rüstung in reinem Weiß. Eigentlich eine dämliche Farbe für eine Rüstung, aber das minderte den Prunk dieses Modells aus der Zeit der Streitenden Reiche* nicht im Geringsten. Das aufwändige Muster auf dem Waffenrock war mit Eis überzogen.
Man musste dem Katana, von dem eisiger Nebel aufstieg, nicht nahekommen, um zu erkennen, dass die Klinge gefährlich scharf war. Der Wintergeneral verströmte eine mächtige Präsenz und einen starken Blutdurst, während er in Position ging und das Schwert neben seinen Kopf hob.
Die blanke Klinge funkelte in der Sonne. Dann stürzte der General auf seinen erstbesten Feind zu – Darkness!
»Hrk?!« Darkness wollte den Hieb mit ihrem Großschwert abblocken, aber …
Mit einem feinen Klirren brach ihr Schwert, das selbst den heftigsten Attacken von Beldia standgehalten hatte, entzwei.
»Aaah! M… Mein Schwert …!«
Aqua versuchte, Abstand zu dem Kampf zwischen Darkness und dem Wesen zu gewinnen. »Der Wintergeneral«, sagte sie. »Die Regierung hat eine besonders hohe Belohnung auf ihn ausgesetzt. Er ist der Geist des Winters selbst … Geister haben keinen richtigen Körper. Sie dringen ins Unterbewusstsein der Menschen ein, denen sie begegnen, und ziehen daraus die Form, die sie annehmen. Ein Feuergeist kann als wilder Feuersalamander erscheinen, weil wir Feuer mit einem alles verschlingenden Inferno verbinden. Ein Wassergeist könnte sich am Bild einer reinen, großartigen, brillanten, atemberaubenden Wassergöttin orientieren und als wunderschöne Frau auftreten … Aber der Geist des Winters ist eine Ausnahme. All die mächtigen Monster halten die Abenteurer im Winter in ihren Häusern, und die Stadtbewohner erst recht. Deshalb begegnet kaum jemand dem Geist des Winters … es sei denn, er kommt aus Japan und verwendet Cheats.« Aqua hielt ihre Flasche voller Schneegeister fest umklammert, während sie mich über den Geist des Winters aufklärte.
Ein weißer Nebel stieg aus dem Mund der Maske des Geistes auf, fast wie eine Atemwolke.
Ich stand neben Darkness mit ihrer gebrochenen Klinge und hatte mein eigenes Schwert auf den General gerichtet. »Du willst also sagen, dieser Kerl existiert, weil irgendein Penner aus Japan in diese Welt gekommen ist und sich dachte: ›Oh, Winter! Als sei der Wintergeneral hier!‹? Wie ätzend! Was sollen wir tun? Wie bekämpft man den Geist des Winters?«
Um ehrlich zu sein, glaubte ich nicht, dass wir auch nur die geringste Chance hatten, das Monster vor uns zu besiegen. Es mochte aussehen wie die Rüstung eines menschlichen Kriegers, aber anscheinend war es ein Geist in physischer Gestalt. Irgendwie bezweifelte ich, dass sich das Problem mit einem einfachen Schwerthieb aus der Welt schaffen ließ.
Megumin, unsere letzte Hoffnung, hatte ihre Magie für heute bereits aufgebraucht. Sie lag immer noch auf dem Boden und stellte sich tot. Wenn der Kampf vorüber war, würde ich vielleicht einfach auf sie treten.
Aqua öffnete den Deckel ihrer Flasche und befreite die Schneegeister, die sie so mühevoll eingefangen hatte. »Hör zu, Kazuma. Der Wintergeneral ist großherzig. Wenn wir aufrichtig um Verzeihung bitten, wird er uns gehen lassen.«
Kaum hatte Aqua ausgesprochen, warf sie sich auf den verschneiten Boden. »Kniet alle nieder!«, rief sie. »Kommt schon, werft euch zu Boden! Beeilt euch und legt eure Waffen ab! Bittet um Verzeihung! Schnell, Kazuma, bitte um Verzeihung!«
Die frühere Was-auch-immer schluckte ihren Stolz hinunter und berührte mit der Stirn den Schnee. Es war eine beeindruckende Unterwerfung.
Der Anblick von Aqua, die sich so bereitwillig erniedrigte, und Megumin, die sich tot stellte, befreite mich aus meiner Schockstarre. Es stimmte: Der Wintergeneral hatte sich von der am Boden kauernden Aqua abgewandt.
Was bedeutete, dass er Darkness und mich umso intensiver anstarrte. Es brauchte allerdings nicht mehr als einen flüchtigen Blick von ihm, um mich davon zu überzeugen, mich auf den Boden zu werfen.
Darkness dagegen stand immer noch über mir.
»Hey, was machst du denn? Runter mit dir!«
Sie hatte die Einzelteile ihres Schwerts weggeworfen und blickte den Wintergeneral hasserfüllt an. »Hrr! Auch ich habe meinen Stolz als Kriegerin – als Paladin! Die Vorstellung, dass ein Ritter wie ich sich einem Monster beugt, nur weil ich ein bisschen Angst habe … Selbst wenn mich niemand dabei beobachten würde …«
Na toll! Mit der linken Hand griff ich nach ihr und zog sie nach unten. »Sonst rennst du jedem Monster hinterher, und ausgerechnet jetzt entwickelst du Stolz?«
»H… Hör auf! Hrr! Wo ist die Ehre darin, mich gegen meinen Willen zu beugen und das Gesicht in den Staub gedrückt zu bekommen?« Sie atmete schwer. »Aah, der Schnee ist kalt!«
Während ich der Perversen den Kopf runterdrückte, hielt ich auch selbst den Kopf unten. Ihre Wangen waren gerötet. Sie tat nur so, als würde sie sich wehren.
Ich spähte zum Wintergeneral hinauf: Er hatte sein Schwert bereits wieder weggesteckt. Erleichtert atmete ich auf, hielt den Kopf aber …
Aqua schrie schrill auf: »Kazuma, deine Waffe! Deine Waffe! Du musst die Waffe in deiner Hand loslassen!«
Das Gesicht ins eisige Gras gedrückt, erinnerte ich mich plötzlich, dass ich mein Schwert noch in der rechten Hand hielt. Panisch warf ich es weg.
Dabei konnte ich nicht verhindern, den Kopf zu heben …
Und als ich es tat, traf mein Blick den des Wintergenerals, dessen linke Hand auf dem Schwertgriff ruhte. Ich konnte sehen, dass er mit dem Daumen den Griff aus der Scheide herausgezogen hatte, sodass ein kleines Stück der Klinge hervorblitzte. Er war bereit, sie zu ziehen und zuzustechen.
Einen Augenblick lang schien seine rechte Hand zu verschwimmen. Dann hörte ich ein leises Surren. Es schien das Geräusch eines Schwerts zu sein, das zurück in seine Scheide gesteckt wurde.
Ich war verwirrt: Während das Geräusch noch in meinen Ohren nachklang, wanderte mein Blick vom Wintergeneral, auf dem er versehentlich gelandet war, zur schneebedeckten Erde. Dann kam der weiße Boden näher und näher …
*1477–1573