Читать книгу Vielfalt leben - Inklusion von Menschen mit Autismus-Spektrum-Störungen - Nicole Schuster - Страница 21
USA: Lehrpläne an die Lernvoraussetzungen der Kinder anpassen Schulsystem in den USA
Оглавление• Einteilung in die drei Bereiche: Elementary (Primary) Schools, Secondary Education und Postsecondary Education
• Schulpflicht ist Sache der einzelnen Bundesstaaten
• uneinheitliche Dauer der Schulpflicht
• Unschooling (vom Kind geleitetes Lernen) oder Homeschooling (Hausunterricht) als Ersatz für den Schulbesuch
• Elementary Schools umfassen die Klassenstufen vom Kindergarten bis zur vierten, fünften oder sechsten Klasse und manchmal bis zur achten Klasse
• Junior High School als Bindeglied zwischen Elementary School und High School
• High School als Einheitsschule für die sekundäre Ausbildung der Klassenstufen 9 bis 12
1975 wurde erstmals ein Recht auf Bildung für alle Kinder mit Behinderung gesetzlich vorgeschrieben. Eine separate Beschulung soll nur dann stattfinden, wenn der gemeinsame Unterricht in der Regelschule durch Art oder Schweregrad der Behinderung trotz zusätzlicher Hilfen nicht erfolgreich durchgeführt werden kann.
Im Schuljahr 2004/2005 besuchten etwa 96 % der Schüler mit Behinderungen zwischen sechs und 21 Jahren eine Regelschule. Die Mehrheit dieser jungen Menschen, vor allem diejenigen mit spezifischen Lernstörungen oder geistiger Behinderung, verbrachten 80 % oder mehr ihres Schultages gemeinsam im Klassenzimmer mit den anderen Schülern. Die übrige Zeit wurden sie speziell gefördert.
Am Beispiel des Bereichs Lernstörungen sei das Vorgehen der Amerikaner aufgezeigt. Unter Lernstörungen verstehen sie Störungen unterschiedlicher Art, die beim Erwerb des Lesens, Schreiben, Hörverstehens, Sprechens, Argumentierens und Rechnens auftreten können, wie Dyslexie oder Wort-findungsstörungen. Kinder mit Lernstörungen können keine Strategien und Fertigkeiten entwickeln, um erfolgreich zu lernen. Da diese Schüler nach dem Lehrplan der allgemeinen Schulen unterrichtet werden, müssen für sie andere und neue Lehrstrategien entwickelt werden. Es gilt, die Anforderungen des Lehrplans an die Lernvoraussetzungen der Kinder anzupassen.
In den USA laufen Forschungen, um herauszufinden, wie diese Kinder am besten lernen können, ob durch eine vollständige Inklusion oder eine Teilinklusion. Die Teilinklusion sieht eine zeitweise, getrennte Beschulung in Kleingruppen vor. So gibt es für Kinder mit Lernstörungen spezielle Schulprogramme zum Lesen, Schreiben und Rechnen, die in Kleingruppen durchgeführt werden.
Eine geistige Behinderung liegt bei einem IQ von unter 70 vor. In den USA verfolgt man drei wesentliche Handlungsansätze, um diesen Kindern zu helfen:
• Community-Based Instructions: Hier werden Fähigkeiten in realen Situationen trainiert, etwa im Supermarkt oder im öffentlichen Schwimmbad.
• Team Collaboration: Förder-, Pflege- und Therapiemaßnahmen durch die Bezugspersonen sollen in alltäglichen Lebenszusammenhängen durchgeführt werden. Es wird dabei disziplinübergreifend vorgegangen.
• Positive Behavior Support: Um positive Verhaltensänderungen zu erreichen, sollen die Methoden der positiven Verstärkung sowie zwischenmenschliche Unterstützung angewendet werden.16