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Skandinavische Länder am Beispiel von Finnland: Jeder leistet auf seine Weise einen Beitrag für ein gemeinsames Ziel Schulsystem in Finnland

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• einjährige Vorschule

• neunjährige Schulpflicht beginnend mit dem vollendeten 7. Lebensjahr

• weitere Beschulung für drei Jahre in der allgemeinbildenden Sekundarstufe II mit Abschluss Abitur möglich

• die berufsbildende Sekundarstufe II kann mit einer Berufsausbildung oder Lehre absolviert werden

In den skandinavischen Ländern werden mehr als 90 % aller Kinder mit Förderbedarf an Regelschulen unterrichtet. Die Schulen haben dort eine wesentlich höhere Selbständigkeit als in Deutschland. Es können viele Entscheidungen flexibel auf kommunaler Ebene getroffen werden.

Im finnischen Schulsystem gibt es keine für alle verpflichtenden Tests. Es gibt nur freiwillige Tests, die nicht der Leistungsbewertung der Schüler dienen, sondern der Qualitätsbewertung der Schule und der Lehrkräfte. Das Unterstützungssystem an finnischen Schulen ist gut entwickelt. Jedes Kind hat das Recht auf eine Einzelförderung. Bis zu 25 % der Schüler machen im Laufe ihrer Schulzeit davon Gebrauch. Ein sogenanntes »Schülerpflegeteam«, bestehend aus Beratungslehrern, Sonderpädagogen, Sozialpädagogen und Krankenschwestern, setzt diese Einzelförderung um. Dazu legt es anhand eines Förderplans in Absprache mit den Eltern Art und Umfang der Förderstunden fest. Die Förderstunden finden kurzfristig und parallel zum Unterricht statt.

Teamarbeit wird auch zwischen Klassenlehrern und dem übrigen Lehrpersonal groß geschrieben. Es werden Erfahrungen und Beobachtungen ausgetauscht, so dass ein umfassendes Bild zu einem jeden Kind entsteht. Im Team wird auch der Stundenplan flexibel organisiert. Die Gestaltungsfreiheiten orientieren sich dabei an den Bedürfnissen des Kindes.

Im Unterricht überwiegt die Schülerarbeit die Lehreraktivität. Dadurch können die Lehrer ihre Schüler intensiver beobachten. Bei individuellen Fragen haben sie die Möglichkeit, direkt unterstützend einzugreifen.

Für den regelmäßig stattfindenden Projektunterricht werden klassenübergreifende und jahrgangsgemischte Gruppen gebildet. Dadurch sollen die Kinder erleben, dass egal wie unterschiedlich Fähigkeiten auch sind, ein jeder für das Erreichen eines gemeinsamen Ziels einen wichtigen Beitrag leisten kann. Eine weitere Besonderheit im finnischen Schulsystem: Es gibt kein »Sitzen bleiben« und auch kein »Abschieben« in die nächstniedrigere Schulform. So kann sich jedes Kind auf- und angenommen fühlen und ist als gleichberechtigtes Mitglied der Schulgemeinschaft anerkannt.17

Vielfalt leben - Inklusion von Menschen mit Autismus-Spektrum-Störungen

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