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6. Kapitel: Josephs Eindruck auf Asenath

1

Wie Asenath den Joseph sah,

ward sie in ihrer Seele stark bewegt;

es ward ihr Herz erschüttert

und ihre Kniee wankten;

sie zitterte am ganzen Leib

und hatte große Angst,

2

Sie seufzt und spricht in ihrem Herzen:

Weh mir Unseligen!

Wohin soll ich, Unglückliche, jetzt fliehen?

Wo mich vor seinem Angesicht verbergen?

Wie wird doch Joseph, dieser Gottessohn, mich anschauen,

da ich so schlimm von ihm gesprochen?

3

Weh mir Unseligen!

Wo soll ich hingehen und mich bergen?

Er sieht ja jegliches Versteck,

weiß alles

und nichts Verborgenes entgehet ihm

des großen Lichtes wegen, das er in sich trägt.

4

Nun sei des Joseph Gott mir gnädig,

daß ich unwissentlich so Schlimmes wider ihn geredet!

Was soll ich tun, ich Elende?

5

Hab ich denn nicht gesagt,

daß Joseph, eines Hirten Sohn, aus Kanaan gekommen sei?

Nun kommt er gleich der Himmelssonne

zu uns auf seinem Wagen

und heut betritt er unser Haus,

erhellt es, wie das Licht die Erde.

6

Ich aber war so töricht und so dreist,

daß ich ihn so verachtete

und Schlimmes von ihm sprach

und wußte nicht,

daß Joseph ist ein Gottessohn.

7

Denn welcher Mensch auf Erden zeugt je solche Schönheit

und welches Weibes Schoß gebiert ein solches Licht?

Ich war so unselig und töricht,

daß ich so schlimme Worte meinem Vater gab.

8

Gib mich zur Magd dem Joseph, Vater,

zur Sklavin noch viel lieber!

Ich will ihm ewig Sklavin sein.

Joseph und Asenath

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