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Die Post-Menopause

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("Post" bedeutet nach). Die Postmenopause ist die Zeit der Wechseljahre, die nach der letzten Blutung folgt. Die Postmenopause überschneidet sich quasi mit dem Ende der Peri-Menopause und reicht etwa bis zum 65. Lebensjahr. Erst nach dieser Phase spricht man vom beginnenden Alter. Bei vielen Frauen, die bisher keine zusätzlichen Hormongaben gebraucht haben, hat sich der Körper bis hierhin meistens an die Hormonumstellung gewöhnt und kommt damit gut zurecht. Das heißt: Der Körper befindet sich wieder im Gleichgewicht.

Wirkung von Testosteron

  Unterstützt Energiestoffwechsel

  Fördert Knochenwachstum

  Fördert Muskelaufbau

  Wichtig für die Libido (in Zusammenspiel mit Östrogen)

Die Hormone unterliegen also nicht mehr den ständigen Schwankungen, sie befinden sich jetzt wieder in Balance – allerdings in neuer Zusam­men­setzung. Und diese wollen viele Frauen heute nicht mehr einfach so hinnehmen. Denn auch, wenn sich der Körper mit dem neuen Hormonspiegel arrangiert hat, so kann doch gleichzeitig ein Mangel vorliegen.

Wie die neuere Hormonforschung herausgefunden hat, haben die Hormone im Körper weit mehr Aufgaben als nur die Sexualsteuerung und die Fortpflanzung; durch Hormonmangel können viele Krankheits­bilder und Beschwerdebilder hervorgerufen werden.

In der Postmenopause kann es manchmal Probleme mit dem dritten Sexualhormon – dem Testosteron – geben. Wer denkt, Testosteron habe im weiblichen Körper nichts zu suchen, der irrt gewaltig. Testosteron ist eines der vier Androgene, die als natürlicher Bestandteil im weiblichen Körper vorkommen. Es wird sowohl in den Eierstöcken als auch in der Nebennierenrinde gebildet und hat wie das Progesteron vielfältige Aufgaben im weiblichen Körper.

Wenn die Eierstöcke ihre Funktion eingestellt haben, werden Androgene der Nebenniere im Fettgewebe verstärkt in Östrogene (das starke Östradiol und das schwächere Östriol) umgewandelt, um einen Rest-Östrogenspiegel zu gewährleisten.

Im medizinischen und wissenschaftlichen Dialog gibt es verschiedene, teils konträre Aussagen zur wahrscheinlichen Entwicklung des Testosteron­spiegels in der Post­menopause:

1 Die einen sagen, nach dem Funktionsverlust der Eierstöcke würde dort meistens viel weniger Testosteron produziert. Es könne zu Testosteronmangel-Symptomen kommen (z.B. Osteoporose).

2 Andere, dass die Eierstöcke zwar die Östrogen- und Progesteron­produktion einstellen, aber dass sie weiterhin Testosteron produzieren würden; so dass es nach der Menopause durch den niedrigen Östrogenspiegel oft zu einer Testosterondominanz komme.

3 Wiederum andere vertreten die These, dass oftmals sogar noch weit mehr Testosteron produziert würde als vor der Menopause (sowohl in den Eierstöcken als auch in den Nebennieren). Es herrsche Testosteron-Überschuss. Das verbliebene Östrogen (meist Östron) könne nicht dagegen anhalten.

Die Anzeichen von Testosteronüberschuss / Testosterondominanz

 Verstärkter Haarwuchs im Gesicht

 Zunahme der Körperbehaarung

 Akne

 Tiefere Stimme

 Haarausfall auf dem Kopf

Die Anzeichen von Testosteronmangel

 Abnahme der Libido

 gestörte Sexualfunktion

 schnelle Ermüdung und generelle Lustlosigkeit

 weniger Leistungskraft (weniger Energie)

 vermindertes Wohlbefinden

 Muskelabbau

 Knochendichte nimmt ab (Osteoporose-Risiko steigt)

 Ausdünnung der Schambehaarung

Therapie in der Post-Menopause

Auch wenn die Eierstöcke ihre Tätigkeit nun ganz eingestellt haben: Normalerweise werden auch nach der Menopause noch Sexual-Hormone im weiblichen Körper produziert: die Androgene in den Nebennieren und die Östrogene in den Fettzellen. Ein paar Fettreserven um die Hüften können in den späteren Jahren also durchaus nützlich sein. Wenn keine Beschwerden vorliegen, dann ist eine Hormonzufuhr meistens nicht nötig.

Wenn allerdings Beschwerden vorliegen, die auf ein Hormondefizit oder Hormonungleichgewicht schließen lassen, dann sollte unbedingt vorweg ein Hormontest durchgeführt werden. Ob Speichel- oder Bluttest, das sollte der beratende Arzt entscheiden – jede Methode hat etwas für sich. Getestet werden sollte auf Androgene, Östrogene und Progesteron.

Bei einer Hormonzuführung sollte darauf geachtet werden, dass das Verhältnis zwischen Östrogen, Progesteron und Testosteron auf jeden Fall ausgeglichen ist. Auf keinen Fall nur mit Östrogen behandeln lassen, da sonst die Risiken nach heutigem Erkenntnisstand zu hoch liegen.

In der Postmenopause ist manchmal nicht klar zu trennen, ob eventuelle Beschwerden oder Krankheiten durch Hormondefizite verursacht werden, oder ob es sich um ganz natürliche Alterungs- und Abnutzungs­erscheinungen handelt. Viele der sogenannten Postmenopause-Risiken wie erhöhte Anfälligkeit für Krebserkrankungen kann man nicht allein dem absinkenden Hormonspiegel anlasten; denn wenn die Organe und die Zellen altern, werden sie damit auch anfälliger.

Allerdings sind noch lange nicht alle Zusammenhänge darüber erforscht, wie die Hormone genau arbeiten und welche subtilen Auswirkungen sie noch haben auf verschiedenste Körperfunktionen und unsere Gesundheit. Wir sind gespannt, welche neuen Erkenntnisse die kommenden Jahren mit sich bringen werden.

Nicht zuletzt: Eine gesunde Lebensweise mit ausgewogener Ernährung und regelmäßigem Sport / Bewegung hat einen unschätzbaren Wert für die Gesundheit – das wurde in zahlreichen Studien belegt

Ratgeber Wechseljahre.

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