Читать книгу Lichter in der Nacht - René Christen - Страница 7

Оглавление

Das Wunder der biblischen Prophetie

Die folgenden vier Bilder zeigen den biblisch-prophetischen Geschichtsentwurf des Propheten Daniel im Alten Testament (AT) der Bibel. Er bietet uns einen Blick ab ca. 600 v. Chr. bis ans Ende unserer Zeit und dem Neuanfang danach. Dieser Entwurf ist eines der größten Wunder der biblischen Prophetie. Die Offenbarung des Johannes baut auf diesem Geschichtsentwurf auf. Sie benutzt öfters dessen Bilder. Ich habe im Buch «LICHTER in der NACHT», Teil 1, im Anhang C schon einiges zu diesen Vorhersagen Daniels erläutert. Deshalb sind die schriftlichen Erklärungen im folgenden Text zugunsten der Bilder eher kurz.

Bild 1:

In Dan 2 erklärt uns Daniel diesen prophetischen Geschichtsentwurf anhand einer Statue. Ihre einzelnen Teile – vom Kopf zu den Füssen hin betrachtet – stellen aufeinanderfolgende Reiche dar: (1) das Babylonische Reich, (2) das Medo-Persische Doppelreich und (3) das Griechische Reich Alexanders des Großen. Nach Griechenland (= nach Bauch und Lenden) folgte das Römische Reich, aufgeteilt in fünf verschiedene Phasen. Wir sehen im Bild 1 die ersten vier dieser fünf Phasen des Römischen Reiches. Die 3. Phase (Römisch global) wird bei der Darstellung mit der Statue nicht erwähnt. Auf sie wird jedoch in Dan 7 und 8 hingewiesen. Dort wird uns derselbe Geschichtsentwurf nochmals anhand von Tieren präsentiert.


Bild 2:

In Dan 7 und 8 erklärt Daniel – wie oben erwähnt – parallel zu der Statue denselben prophetischen Geschichtsentwurf anhand von Tieren: Zuerst skizziert er einen Löwen (= Babylon), danach einen Bären (= Medo-Persien) und diesem folgt ein Leopard/Panther (= Griechenland). Den Bären ergänzt er mit einem Widder (= Medo-Persien) und den Leoparden/Panther ergänzt er mit einem Ziegenbock (= Griechenland). Somit bietet uns der biblisch-prophetische Entwurf für einzelne Geschichtsabschnitte gleich drei Visualisierungen parallel! Damit werden die Zuverlässigkeit und die Nachprüfbarkeit dieser Geschichts-Prophetie unterstrichen. In Dan 8,20 wird des Weiteren explizit vorausgesagt, dass der Widder – und damit der Bär und die verschränkten Arme der Statue – das Königreich der Meder und Perser sein wird. Und in Dan 8,21 sagt Daniel voraus, dass der Ziegenbock – und damit der Leopard/Panther und der Bauch sowie die Lenden der Statue – das Griechische Reich sein wird. Als wären das nicht schon genug Details, ergänzt Dan 8,17, dass uns dieser Geschichtsentwurf bis zum Ende unserer Zeit blicken lässt.

Nach den bisher erwähnten Tieren taucht ab Dan 7,19 ein Monstertier als weiteres Reich auf. Gemäß unseren Geschichtsbüchern kann es nur das Römische Reich sein, denn dieses folgte dem Griechischen. Dieses Römische wird uns hier parallel zu den Schenkeln, den Beinen, den Füssen und den Zehen der Statue in verschiedenen Phasen prophetisch vorausblickend beschrieben. Gemäß den Geschichtsbüchern mutierte das «römische Monster» tatsächlich als Idee und als Imperium mehrmals und über eine sehr lange Zeit. Die Prophetie Daniels erfüllte sich somit auch mit diesen Mutationen und der Dauer des Römischen Reiches in beeindruckender Weise. Im Buch «LICHTER in der NACHT», Teil 1, Anhang C, erkläre ich diese Mutationen im Detail.


Bild 3:

Nach der 4. Phase des römischen Geschichtsmonsters mutiert dieses in die 5. Phase: eine letzte Weltordnung unter der globalen Führung eines Antichristen. Offb 13,1–18 schreibt ausführlich darüber. Im Bild 3 führt ein roter Pfeil vom großen Horn des römischen Monsters zum rot dargestellten Antichrist-Tier mit seinen sieben Köpfen, den zehn Hörnern und der Hure Babylon als Reiterin. Wie dieser Pfeil bildlich darstellt, entstammt das rot eingefärbte Tier – der Antichrist aus Offb 13 – dem Tier aus Dan 7. Das rot eingefärbte Tier wächst zwischen den zehn Hörnern des 4. Tieres in Dan 7 als ein zuerst «kleines Horn» hervor (Dan 7,8), oder: als ein «anderes Horn» (Dan 7,24b). Es betritt in der Reihenfolge die Weltbühne «danach»: «… und ein anderer wird nach ihnen aufkommen» (Dan 7,24). Noch konkreter: Aus dem 4. globalen römischen Geschichtsmonster mit den zehn Hörnern und ihren zehn Machtblöcken in Dan 7 wird sich einer der Regenten (das rot eingefärbte Tier) besonders hervortun und die globale Macht über alle anderen Machtblöcke hinweg an sich reißen. Bei dieser globalen Machtübernahme wird er drei der zehn Regenten stürzen.

Ich wiederhole: Das in Offb 13 aus dem Völkermeer aufsteigende Monstertier (der Antichrist) mit seinen sieben Köpfen, den zehn Hörnern und der Hure Babylon als Reiterin (im Bild 3 rot gefärbt) ist nicht dasselbe 4. Tier von Dan 7. In Offb 13 wird nur dasselbe Bildmotiv (= ein Monstertier) verwendet, um die enge Verwandtschaft der beiden Tiere zu betonen.


Diese 5. Phase des römischen Gebildes wird nur von ganz kurzer Dauer sein: sieben Jahre mit evtl. etwas Vorlauf und davon die letzten 3 ½ Jahre in globalster Machtdemonstration.

Bild 4:

In Dan 2, wo uns der Prophet diesen vorausschauenden Geschichtsentwurf anhand einer Statue vorführt, taucht in den Versen 34 und 35 der folgende Text auf: «Du (Daniel) schautest, bis ein Stein losbrach, und zwar nicht durch Hände ausgelöst. Dieser Stein traf und zermalmte das Bild an seinen Füssen (an den Füssen der Statue), welche aus Eisen und Ton waren. Da wurden zugleich das Eisen, der Ton, die Bronze, das Silber und das Gold zermalmt, und sie wurden wie Spreu aus den Sommertennen; und der Wind führte sie fort, und es war keinerlei Spur mehr von ihnen zu finden. Und der Stein, der das Bild zerschlagen hatte, wurde zu einem großen Berg und erfüllte die ganze Erde.» Dieser Stein oder Felsbrocken, der «losbrach» (im Bild 4 blau dargestellt), zertrümmert zuerst die 4. römische Phase (= die globale 10er-Teilung). Damit wird zugleich die 5. römische Phase zertrümmert = die globale Herrschaft des Antichristen (im Bild 4 rot). Denn dieser hat die globale 10er-Teilung unterdessen an sich gerissen und sich durch sie an die alleinige Weltherrschaft geputscht. Mit diesem Eingriff «von oben» – dem alles zermalmenden Felsbrocken – zerfällt die ganze Statue: «… bis ein Stein losbrach … und das Bild (die Statue) an seinen Füssen aus Eisen und Ton traf und sie zermalmte. Da wurden zugleich das Eisen, der Ton, die Bronze, das Silber und das Gold zermalmt, und sie wurden wie Spreu … und es war keinerlei Spur mehr von ihnen zu finden …» (Dan 2,34.35). Die Geschichte der Menschheit zerfällt zu «Spreu». Seine «Spur» endet. Es folgt eine völlig neue Zeit. Um diese dramatischen Ereignisse vor uns besser zu verstehen, werden wir im vorliegenden Buch «LICHTER in der NACHT» ausgiebig in den Kapiteln 14 bis 22 der Offenbarung forschen.

Diese finalen Ereignisse wiederum sind zentral abhängig von dem einen großen Ereignis: Jesus Christus kommt wieder. Im Bild 4 wird diese Wiederkunft von Jesus Christus mit dem hellgrünen Pfeil dargestellt und in Dan 7,13.14 erklärt: «Doch ich sah noch mehr in meiner Vision: Mit den Wolken des Himmels kam einer, der aussah wie der Menschensohn. Man führte ihn zu dem, der von alters her ist (= zu Gott-Vater), und dieser verlieh ihm Macht, Ehre und königliche Würde. Die Menschen aller Länder, Völker und Sprachen dienten ihm. Für immer und ewig wird er herrschen, sein Reich wird niemals zerstört!» Wir stoßen damit zum Tausendjahr-Reich vor, das im Bild 4 mit dem dunkelgrünen Oval dargestellt wird. Die Formulierungen «wie der Menschensohn» weisen klar auf Jesus Christus hin: siehe Matth 24,30 / Matth 26,64 / Joh 5,27 / Offb 1,7.13. Wir werden uns mit diesem Tausendjahr-Reich beschäftigen, sobald wir zu Offb 20 vorstoßen und ebenso im Anhang A des vorliegenden Buches. Dieses Tausendjahr-Reich wird nur eines der einschneidenden Ereignisse rund um die Wiederkunft von Jesus Christus sein. Zu ihnen zählen auch die verschiedenen Auferstehungen. Diese werden wir in Anhang B kennenlernen.

Im schon zitierten Text aus Dan 2,34.35 lasen wir, dass «der Stein, der das Bild zerschlagen hatte» zu «einem großen Berg» wurde und dieser «erfüllte die ganze Erde». Mit diesem Berg wird wiederum das Tausendjahr-Reich angedeutet. Im Bild 4 ist dies anhand des transparenten Pfeils ersichtlich, der mit dem Wort «Berg» beschriftet ist: Aus dem blauen Felsbrocken, der zuerst das Alte zertrümmert, entsteht neu das dunkelgrüne Oval: das Tausendjahr-Reich.

Dan 2,44.45 wiederholt das bisher Skizzierte und ergänzt mit Details: «Und in den Tagen dieser Könige (den letzten Herrschern der jetzigen Weltgeschichte) wird der Gott des Himmels ein Königreich aufrichten, das ewig nicht zerstört werden wird (= das Tausendjahr-Reich und der neue Himmel und die neue Erde danach). Und das Königreich wird keinem anderen Volk überlassen werden; es wird alle jene Königreiche zermalmen und vernichten, selbst aber wird es ewig bestehen. Wie du gesehen hast, dass von dem Berg ein Stein losbrach, und zwar nicht durch Hände ausgelöst, und das Eisen, die Bronze, den Ton, das Silber und das Gold zermalmte. Ein großer Gott lässt den König wissen, was nach diesem geschehen wird; und der Traum ist zuverlässig und seine Deutung zutreffend.»

Das Tausendjahr-Reich wird gemäß Offb 21 später «transformiert» zu einem neuen Himmel und einer neuen Erde (goldgelber Bogen in Bild 4). Offb 21,1.2 sagt dazu: «Und ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde; denn der erste Himmel und die erste Erde waren vergangen, und das Meer ist nicht mehr. Und ich sah die Heilige Stadt, das neue Jerusalem, aus dem Himmel von Gott herabkommen, bereitet wie eine für ihren Mann geschmückte Braut.» Dieses Neue und Himmlische wird uns im vorliegenden Buch zum Ende hin ausführlich beschäftigen. Ich ahne, dass auch du als Leser Momente der Tränen vor Freude erleben wirst, während derer du immer tiefer eintauchst in die gewaltigen Dimensionen des Jenseitigen und Zukünftigen.

Dass sich dieser prophetische Geschichtsentwurf seit ca. 600 v. Chr. bis jetzt genau so erfüllt hat, wie er Daniel von Gott gezeigt wurde, sagt mir, dass sich auch die finalen Ereignisse vor uns unaufhaltsam genauso ereignen werden, wie in der Bibel vorausgesagt. Wir sehen heute schon die Konturen der 4. und 5. römischen Phase. Wir beobachten, wie sich durch die Weltprobleme zunehmend globale und einheitliche Lösungen aufdrängen. Solche Lösungen machen auch Sinn. Aber diese «rettenden» Lösungen werden zunehmend instrumentalisiert und letztlich missbraucht, um final über alles und alle zu jeder Zeit zu verfügen. Wehe demjenigen und seinem System, der solcherart missbräuchlich verführt, indem er sich selbst schlussendlich global als göttlichen Retter anbeten lässt – respektive dies einfordern wird.


Lichter in der Nacht

Подняться наверх