Читать книгу Entschlüssle Deine Träume - Stephan Schumann - Страница 12
ОглавлениеWas ist der Traum?
"Bin ich ein Mensch, der geträumt hat, ein Schmetterling zu sein
oder bin ich ein Schmetterling, der träumt, ein Mensch zu sein?"
Tschuang-Tse
Diese Frage wird sich nicht erfüllend beantworten lassen. Wir dürfen lernen, den Tag als eine Wirklichkeit und die Nacht als eine andere Wirklichkeit anzunehmen und zu erkennen. "Je weniger wir die bewusste Welt von der Welt des Traumes trennen, je mehr wir also beide Welten zusammenschauen, desto mehr erschließt sich uns - in den Grenzen unserer Möglichkeiten - die eine ganze Wirklichkeit."3
Ich möchte Dir eine Geschichte meiner Lehrerin Annemarie Haas erzählen, die in den Siebziger Jahren während einer Einweihung eines Heilzentrums über Träume sprechen sollte. Sie wusste nicht recht, wie sie "Traum" und "träumen" erklären sollte und stellte sich in der Nacht vor dem Vortrag die Frage "Was bist du eigentlich, lieber Traum? Was bist du wirklich?". Sie erwachte mitten in der Nacht mit einem Wort - TÜV - und wusste sofort, dass sie eine Antwort auf ihre Frage erhalten hatte. Was ist der TÜV? Der Technische Überwachungsverein, der dafür sorgt, dass unser Auto in einem guten Zustand bleibt und Mängel rechtzeitig festgestellt werden, um eine Gefährdung des Fahrers und seiner Umwelt zu verhindern. Genau das ist der Traum in Bezug auf den Träumer und seine Umwelt. Könnte es eine knappere und präzisere Antwort geben?
Der Traum warnt uns, wenn wir zu nachlässig mit uns umgehen und unsere Gesundheit gefährden. Wir können ihn als einen Film betrachten, in dem uns gezeigt wird, wie wir körperlich, seelisch und geistig gesunden und reifen können.
Der Traum als Spiegel
Im täglichen Leben und im Traum projizieren wir Gedanken und Gefühle auf andere. Alles was uns am anderen stört, ist ein noch nicht bewusster, gelöster Anteil von uns. Was wir an uns nicht sehen (wollen), bemerken wir am anderen. Im Traum symbolisiert jeder Gegenstand, jede Person eine Eigenschaft von uns. Der Traum sagt: "Akzeptiere diese Eigenschaft, sie ist ein Teil von Dir. Nehme sie an und lebe sie." Und er zeigt auch, wie wir damit umzugehen haben.
Es heißt nicht, dass wir unsere Wut zum Beispiel, die wir unterdrückt haben, jetzt unkontrolliert und rücksichtslos ausleben. Wir haben sie als ersten Schritt anzuerkennen. "Ich gestehe mir dieses Gefühl ein, es ist ein Teil von mir, und es ist weder gut noch schlecht." Dann kann ich weitersehen, wie ich mit dieser Energie, denn jedes Gefühl ist eine Form von Energie, umgehe, wie ich sie konstruktiv nutzen kann. Vielleicht heißt es zu lernen, sich von anderen klarer abzugrenzen, einmal NEIN zu sagen, wo man früher gegen das eigentliche Gefühl JA gesagt hat. Kann sich dieser Teil, diese Energie nicht im Außen ausdrücken, indem wir sie z. B. klar äußern, richtet sie sich nach Innen. Dort mag sie zu Unzufriedenheit bis hin zu körperlicher Krankheit führen.
Jedes nicht wahrgenommene Gefühl, jede unterdrückte Eigenschaft sucht einen Weg, um sich zu befreien und zu erlösen. Drücken wir diese Gefühle nicht aus, nehmen wir sie nicht als einen Teil von uns an, richten sie sich gegen uns selbst. Der Traum bringt uns das, was uns unbewusst ist, was uns Schaden zufügt, was uns nicht glücklich sein lässt, ins Bewusstsein.
Denke an die 30 Prozent, um die unser Gehirn in der Nacht, wenn wir träumen, aktiver ist. Kannst Du Dir vorstellen, welch ein Potential in unseren Träumen steckt? Beginnst Du, Deine Träume zu erforschen, startest Du eine Reise in Dein Innerstes, zu Dir Selbst. Du wirst Räume in Dir entdecken, Fähigkeiten und Qualitäten, die Du vielleicht nie vorher erahnt hast. Schmerzliche Dinge, noch nicht verheilte Wunden mögen erscheinen, Trauer und Freude, schlummernde Talente, die unterdrückt wurden und gelebt werden möchten. Der Traum hat ein Ziel, dass wir wieder Ganz werden, und er unterstützt uns in jeder erdenklichen Lebenssituation.