Читать книгу Autoimmunerkrankungen erfolgreich behandeln - Susan Blum - Страница 70
Leiden Sie unter einer Nahrungsmittelunverträglichkeit?
ОглавлениеNormalerweise ist die Nahrung bereits gut verdaut, wenn sie den Abschnitt des Dünndarms erreicht, wo sie resorbiert wird. Bis dahin wurde sie in sehr kleine Partikel aufgespalten und auch die Namensschilder sind bereits gut verdaut, sodass sie nicht mehr zu erkennen sind. In diesem Fall kommt es nicht zu einer Immunreaktion. Sind die Stücke jedoch noch groß, können die Immunzellen die Namensschilder (also die Reihenfolge der Aminosäuren) lesen. Daher ist eine gute Verdauungsleistung so wichtig, und daher erhöht die Einnahme von Antazida (Medikamente, die die Magensäure neutralisieren) und Protonenpumpenhemmern (Medikamente, die die Magensäuresekretion hemmen) das Risiko, gegenüber Nahrungsmitteln empfindlich zu werden und eine Nahrungsmittelunverträglichkeit zu entwickeln. (Darum geht es ausführlich in Kapitel 8, „Unterstützen Sie den Darm“). Solange Ihre Darmschleimhaut stark und gesund ist, bildet sie eine Barriere, die die Immunzellen auf der einen Seite und die Nahrung auf der anderen voneinander getrennt hält. Die Probleme beginnen, wenn die Barriere nicht intakt ist, sodass große Nahrungspartikel mit unbekannten Namensschildern durchsickern können. Dann treffen sie auf die Immunzellen auf der anderen Seite. Die Immunzellen erkennen, dass es sich um „Eindringlinge“ handelt, und signalisieren Ihrem Körper, dass er reagieren soll. Dieses Phänomen nennt man Leaky-Gut-Syndrom (der Darm ist „leck“), Menschen jeden Alters können auf diese Weise Allergien und Unverträglichkeiten entwickeln. Das Prinzip und wie es in Ordnung zu bringen ist, besprechen wir in Kapitel 8. Ich erwähne es hier, weil ich einfach erklären möchte, wie Nahrungsproteine zu einem Problem für Ihr Immunsystem werden können.
Man nimmt an, dass Nahrungsmittel durch verschiedene Mechanismen überall im Körper Entzündungen verursachen können. Zum einen können Sie eine Nahrungsmittelallergie entwickeln, dabei bildet Ihr Immunsystem Antikörper gegen das Nahrungsmittel. Es gibt vier verschiedene Arten von Antikörpern, in unserem Zusammenhang sind zwei davon am wichtigsten. Wenn Sie zum Allergologen gehen, untersucht er Sie auf IgE-Antikörper, das sind diejenigen, die Nesselsucht, das Anschwellen der Zunge oder Atemnot verursachen. Manche Nahrungsmittelallergien verursachen aber eher die Bildung von IgG-Antikörper, die Ihr Arzt eventuell nicht testen wird. Sie spielen eine Rolle bei der Bildung von Immunkomplexerkrankungen. Dabei gelangen Nahrungspartikel in den Blutstrom, Ihr Immunsystem bildet daraufhin Antikörper, die sich daran anhängen und einen Antigen-Antikörper-Komplex bilden (siehe Kapitel 1). Da diese Komplexe groß sind, können sie sich in Ihren Geweben festsetzen und lokale Entzündungsreaktionen und andere Schäden anrichten, die in einen noch größeren Immunangriff auf das Gewebe münden. Ihre Gelenke sind für Ablagerungen von Immunkomplexen sehr anfällig, und man nimmt an, dass diese zu den hauptsächlichen Mechanismen bei der Entwicklung der rheumatoiden Arthritis gehören.
Empirische Daten lassen vermuten, dass alle Menschen mit einer Autoimmunerkrankung ein Leaky-Gut-Syndrom haben, daher besteht die Wahrscheinlichkeit, dass auch Sie auf Nahrungsmittel reagieren. Ich werde Ihnen dabei helfen, die diejenigen zu finden und auszusondern, die Probleme verursachen. Jede Art von Symptom aufgrund von Nahrungsmitteln wird als Empfindlichkeit oder Unverträglichkeit bezeichnet und so kann es durch Nahrungsmittel zu Entzündungen kommen. Unverträglichkeiten sind zwar keine „echten“ Allergien, da sie oft nicht durch einen Bluttest zu verifizieren sind, aber sie sollten nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Ohne Bluttest richte ich mich danach, ob ein Nahrungsmittel Symptome verursacht wie Müdigkeit, das Gefühl des Aufgedunsenseins und der Steifigkeit im ganzen Körper, Konzentrationsprobleme, Gelenk- oder Muskelschmerzen und alle möglichen Verdauungsprobleme wie Sodbrennen, Gasbildung und einen Blähbauch nach dem Essen, Durchfälle oder Verstopfung. Der einfachste Weg herauszufinden, ob Sie auf ein bestimmtes Nahrungsmittel reagieren, ist, es drei Wochen lang zu meiden, es dann wieder zu sich zu nehmen und genau darauf zu achten, wie sich Ihr Körper verhält. Im Praxiskapitel helfe ich Ihnen dabei.