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Einführung

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Die Faszination des Wortbeherrschens zeigt sich unter anderem an den Charakterisierungen von Personen als „Meister/-in des Worts“, „Wortführer/-in, „Wortverdreher/-in“ oder „Wortklauber/-in“. Die Fähigkeit, mit dem Wortschatz kompetent umgehen zu können, wird allgemein geschätzt und auch als hohe Kunst angesehen. Wörter und feste Wendungen, die Gegenstände der Lexikologie sind, können öffentliche Diskussionen auslösen und bestimmen. Jährlich werden im deutschsprachigen Raum Wörter bzw. Unwörter des Jahres gewählt, da den Wortschatzelementen Macht und Einfluss zugesprochen wird. Diese „Macht des Wortes“ zeigt sich auch darin, dass Wörter unser Denken und Handeln prägen. Wörter können Glück auslösen, irritieren, trösten, tief verletzen und vieles mehr.

Unser lexikologisches Buch ist eine Hilfe für das angemessene Beschreiben, Lernen und Lehren des deutschen Wortschatzes. Meister und Meisterinnen des Worts, die Konfuzius’ Aussage „Wer die Macht der Wörter nicht kennt, kann auch die Menschen nicht kennen“ verinnerlichen, mögen damit gedeihen.

Die nachfolgend angesprochenen Themen stehen im Zentrum dieser Publikation:

Das Lexikon (das lexikalische Wissen) ist eine zentrale Komponente der Sprachkompetenz, an die die Sprachverwender und -verwenderinnen oft zuerst denken, wenn sie über Sprache reflektieren. Auch in der medialen Öffentlichkeit wird dem Wortschatz mit Kampagnen wie zu den Wahlen zum Wort bzw. Unwort des Jahres Aufmerksamkeit gegeben, die zu gesellschaftlich kontroversen Diskussionen führen kann. Aber auch der Umgang mit Fremdwörtern oder die Notwendigkeit und Art der Feminisierung von Personenbezeichnungen führen immer wieder zu Diskussionen. Auffällig ist für die meisten Sprachbenutzer und -benutzerinnen auch, dass der Wortschatz dynamisch, im ständigen Wandel ist. Speziell im Umgang mit neuen oder veralteten Wörtern und Wendungen kann man Unsicherheiten beobachten. Dies trifft auch auf stilistische Beschränkungen zu, die aus dem verschiedenartigen grammatischen und pragmatischen Wissen, was in den Wortschatzeinheiten gespeichert ist, resultieren. Dieses Thema, das die aus den Varietäten erwachsenden Beschränkungen einschließt, wollen wir ebenfalls behandeln.

In den letzten Jahren hat zudem der Befund, dass Wortschatz ein wichtiger Prädiktor für den Schulerfolg ist, eine verstärkte Aufmerksamkeit erfahren, gerade in Zusammenhang mit Lese- oder Schreibkompetenzen. Zu klären ist deshalb u.a., welchen Beitrag der Wortschatz zum Textverstehen leistet. Zusätzlich wird der Frage nachgegangen, wie Wortschatz im Unterricht vermittelt werden kann, vor allem aber auch, welcher Wortschatz für die Vermittlung auszuwählen ist.

Das Lexikon ist formal und inhaltlich in sich strukturiert und sozial sowie regional gegliedert, weshalb man eigentlich nicht von dem einen Wortschatz sprechen kann. Ebenso ist es nicht richtig, sich das Lexikon als eine Wortliste vorzustellen. Diese Strukturiertheit und Komplexität zu vermitteln, hilft auch Wortschatzwissen zu erhöhen bzw. zu vertiefen.

Um die Lesbarkeit des Buches zu erhöhen, haben wir, was wir für besonders wichtig halten, durch Textkästen hervorgehoben. An einzelnen Stellen führen wir in einem Exkurs einen Aspekt etwas genauer aus – das ist jeweils als Exkurs gekennzeichnet –, was je nach Leseziel übersprungen werden kann. Zur Vertiefung der behandelten Gegenstände eignen sich die an jedes Kapitel angefügten weiterführenden Literaturhinweise. Ans Buchende wurden Lösungsvorschläge zu den gestellten Aufgaben und ein Glossar für wichtige lexikologische Fachwörter angefügt.

Jena und Zürich, Januar 2021 Christine Römer und Afra Sturm

Lexikologie

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