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Die USA haben mehr als 200000 Soldaten im Ausland stationiert

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In den Militärstützpunkten, die auf der ganzen Welt verteilt sind, haben die USA mehr als 200000 US-Soldaten stationiert. Kein anderes Land hat mehr eigene Soldaten in fremde Länder geschickt. Sicherlich gäbe es mehr Frieden auf der Erde, wenn jedes Land seine Soldaten als reine Verteidigungsarmee nur innerhalb der eigenen Landesgrenzen stationieren würde. Am stärksten besetzt ist derzeit Japan mit 39000 US-Soldaten. Am zweitstärksten besetzt ist Deutschland mit 34000 US-Soldaten. In Südkorea sind 23000 US-Soldaten stationiert, in Afghanistan befanden sich im Jahr 2018 rund 10000 US-Soldaten, im Irak waren 6100 US-Soldaten im Einsatz, sagen die vom Pentagon veröffentlichte Zahlen (2018).38


Grafik 4: In Japan, Deutschland und Südkorea sind am meisten US-Soldaten stationiert. (Stand 2018).

Um die Stationierung ihrer Truppen zu legitimieren, werden immer wieder verschiedene Gründe aufgeführt. Im Kalten Krieg erklärte das Pentagon, man müsse die Sowjetunion bekämpfen. Doch als diese zusammenbrach, blieben die Militärstützpunkte bestehen. Danach erklärte das Pentagon, man brauche die Militärstützpunkte, um Terroristen zu jagen. »Mit dem Krieg gegen den Terrorismus hat der US-Imperialismus endlich eine Doktrin gefunden, die – anders als der vergleichsweise geographisch beschränkte Frontverlauf des Kalten Krieges – eine militärische Präsenz an buchstäblich jedem Ort der Welt legitimieren kann«, erklärt der deutsche Journalist Knut Mellenthin. »Terroristen können sich im Prinzip überall befinden, überall und jederzeit zuschlagen.« In Tat und Wahrheit schützt natürlich ein Militärstützpunkt nicht gegen einen Terroranschlag. Die 4000 Militärstützpunkte in den USA haben gar nichts dazu beigetragen die Terroranschläge vom 11. September 2001 zu verhindern. Das Gerede über Terrorbekämpfung ist Kriegspropaganda. Die US-Militärstützpunkte dienen, wie im alten Rom, zur Absicherung der imperialen Vorherrschaft der USA.39

Dem Durchschnittsamerikaner ist nicht bewusst, dass die USA so viele Militärstützpunkte unterhalten und so viele Soldaten in fremden Ländern stationiert haben. »Die meisten Amerikaner wissen nicht, dass die Vereinigten Staaten die Welt mit ihrer Militärmacht dominieren«, erklärt Chalmers Johnson, der selbst im Koreakrieg diente und später als Berater für die CIA arbeitete, bevor er zu einem scharfen Kritiker des US-Imperiums wurde. Diese Ignoranz sei dadurch begründet, dass in den US-Massenmedien nie oder fast nie von den über 700 Militärstützpunkten und den mehr als 200000 im Ausland stationierten Soldaten gesprochen werde.40

Einflussreiche Politiker und Militärs in Washington, so Chalmers Johnson, sehen die USA als »ein neues Rom, als das mächtigste Reich in der Menschheitsgeschichte, das sich nicht länger an das internationale Recht, die Interessen von Alliierten oder sonstige Beschränkungen hinsichtlich des Einsatzes von Waffen gebunden fühlt«. Das Gewaltverbot der UNO, das den Einsatz von Gewalt in der internationalen Politik verbietet, wird von den Eliten in den USA immer wieder ignoriert, weil es die imperiale Macht einschränken würde. In den USA gibt es ein Übergewicht an Offizieren und Vertretern der Rüstungsindustrie in hohen Regierungsämtern. Die Verherrlichung von Krieg, Macht und Militär, kombiniert mit Propaganda und Fake News, werde zum wirtschaftlichen Ruin des Landes führen, prophezeit Johnson, weil immer mehr Ressourcen in immer ehrgeizigere Militärprojekte gesteckt würden.41

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