Читать книгу Die Rückkehr - Danilo Clementoni - Страница 10

Nassiriyya – Das Hotel

Оглавление

Das Hotel war ganz sicher kein “fünf Sterne-Hotel”, aber sie war es gewohnt, Wochen in einem Zelt inmitten der Wüste alleine zu verbringen, wo auch nur eine Dusche ein Luxus war. Elisa ließ sich von dem warmen Wasserstrahl von oben den Hals und die Schultern massieren. Ihr Körper schien, dies zu mögen, da eine Reihe von angenehmen Glücksschauern mehrmals über ihren Rücken entlang zogen.

Man merkt erst, wie wichtig einige Dinge sind, wenn man sie nicht mehr hat.

Erst zehn Minuten später entschied sie sich, die Dusche zu verlassen. Der Dampf hatte den Spiegel beschlagen, der schief an der Wand hängte. Sie versuchte, ihn zu begradigen, aber er kehrte in seine ursprüngliche schiefe Position zurück. Sie entschied sich, das zu ignorieren. Mit einem Rand des Handtuchs wischte sie das Wasser ab, das sich darauf abgelagert hatte und schaute sich an. Als sie etwas jünger war, wurden ihr mehrmals Jobs als Model und sogar als Schauspielerin angeboten. Vielleicht hätte sie jetzt eine Filmdiva oder die Frau eines reichen Fußballers sein können, aber das Geld hatte sie nie besonders interessiert. Sie zog es vor, zu schwitzen, Staub zu schlucken, antike Texte zu studieren und verlassene Orte zu besuchen. Das Abenteuer, das sie schon immer im Blut hatte, und die Emotionen, die sie beim Auffinden eines antiken Artefakts empfand, das Auffinden von Überresten, die tausende von Jahren alt waren, war mit nichts Anderem vergleichbar.

Sie nähere sich dem Spiegel etwas zu sehr uns sah diese verfluchten kleinen Falten an den Seiten der Augen. Die Hand ging automatisch in ihr Beautycase, aus dem sie diese Cremes herauszog, die dir „zehn Jahre in einer Woche nehmen“. Sie cremte ihr Gesicht gründlich damit ein und beobachtete sich aufmerksam. Was verlangte sie denn? Ein Wunder? Naja, die Wirkung würde man ja erst nach „sieben Tagen“ sehen.

Sie lachte über sich selbst und über alle Frauen, die sich von der Werbung so leicht um den Finger wickeln ließen.

Die Uhr an der Wand über dem Bett zeigte 19,40 an. Sie würde es nie schaffen, sich in nur zwanzig Minuten fertig zu machen.

Sie trocknete sich so schnell wie möglich ab und ließ die langen blonden Haare leicht feucht und ging vor den Schrank aus dunklem Holz, wo sie die kleinen eleganten Kleider hatte, die sie hatte mitnehmen können. In anderen Momenten hätten Stunden vergehen können, bis sie sich für ein Kleid entschied, aber an diesem Abend war die Auswahl wirklich sehr begrenzt. Ohne viel darüber nachzudenken, entschied sie sich für das kurze Schwarze. Es war sehr grazil, entschieden sexy, aber nicht vulgär und hatte einen großzügigen Ausschnitt, der ihre stattliche „C-Größe“ sicher hervorhob. Sie nahm es mit einem eleganten Handgriff und warf es aufs Bett.

19,50. Obwohl sie eine Frau war, hasste sie es, zu spät zu kommen.

Sie schaute aus dem Fenster und sah den dunklen, unglaublich glänzenden SUV vor der Tür des Hotels. Der Fahrer war ein junger Mann in Militärkleidung, der sich an die Motorhaube lehnte und die Wartezeit mit einer Zigarette verkürzte.

Sie tat ihr Bestes, um ihre Augen mit einem Kajal und Mascara zu betonen, trug schnell den Lippenstift auf den Lippen auf und während sie versuchte, ihn gleichmäßig durch eine Reihe von Küssen zu verteilen Die sie ins Leere warf, zog sie ihre Lieblingsohrringe an, wobei sie etwas Mühe hatte, die Löcher zu treffen.

Es war wirklich schon eine Weile her, dass sie abends ausging. Die Arbeit brachte sie immer um die Welt und sie hatte noch niemand für eine stabile Partnerschaft gefunden, die länger als nur einige Monate gehalten hätte. Der natürliche Mutterinstinkt, den jede Frau in sich trug und den sie schon als Mädchen geschickt ignorierte, machte sich, jetzt bei Annäherung der biologischen Grenzen, immer häufiger bemerkbar. Vielleicht wäre es an der Zeit ernsthaft daran zu denken, eine Familie zu gründen.

Sie verscheuchte diesen Gedanken so schnell wie möglich. Sie zog ihr Kleid und das einzige Paar Schuhe das sie hatte an und mit weiten Gesten sprühte sie auf beiden Seiten ihres Halses ihr Lieblingsparfüm auf. Seidenschal, große schwarze Tasche. Sie war fertig. Ein letzter prüfender Blick in den Spiegel an der Wand in der Nähe der Tür, der an verschiedenen Stellen fleckig war, bestätigte ihr die Perfektion ihres Outfits. Sie drehte sich ein Mal im Kreis und ging mit zufriedener Miene.

Der junge Fahrer warf die zweite Zigarette weg, die er gerade angezündet hatte, nachdem er sein Kinn wieder in Position gebracht hatte, das ihm beim Anblick des Fotomodells, das aus dem Hotel kam heruntergefallen war. Dann öffnete er Ihr eifrig die Fahrzeugtür.

«Guten Abend Frau Dr. Hunter. Können wir gehen?» fragte der Militär unschlüssig.

«Guten Abend» antwortete sie und testete ihr wundervolles Lächeln. «Ich bin bereit.»

«Danke fürs Mitnehmen» fügte sie hinzu, nachdem er ins Auto gestiegen war, wobei sie genau wusste, dass sich ihr Rock leicht anheben und ihre Beine dem verlegenen Militär zeigen würden.

Es hatte ihr schon immer gefallen, bewundert zu werden.

Die Rückkehr

Подняться наверх