Читать книгу Karriereleiter ohne Hamsterrad - Dorothea Kress - Страница 5
EINFÜHRUNG
ОглавлениеIn diesem Buch geht es um die Entdeckung Ihrer persönlichen Stress-Muster und die Entwicklung von Anti-Stress-Strategien. Denn es sind nicht (nur) hohe vorgegebene Leistungsziele in Unternehmen oder stressvolle Lebensumstände, die Menschen unter Druck setzen. Im Hamsterrad der Selbstverausgabung halten Sie auch und vor allem Ihre eigenen Denk- und Verhaltensmuster.
Drei Fragen stehen im Mittelpunkt:
Was treibt Sie dazu, sich bis zur totalen Erschöpfung für eine Sache, eine Beziehung, andere Menschen oder einen Job zu engagieren?
Was hindert Sie daran, aus dieser Tretmühle auszusteigen?
Wie können Sie sich aus dem Hamsterrad befreien?
Entscheidend ist die Art und Weise, wie Sie auf Herausforderungen reagieren. In jeder Stress-Situation treffen Anforderungen von außen (Chef, Kunden, Familie, Kinder etc.) auf sogenannte innere Antreiber. Es spielen somit immer zwei Faktoren in einer Situation zusammen: ein Problem bzw. eine Aufgabe und die subjektive Verarbeitung.
Erst Ihre Wahrnehmung und Interpretation des Geschehens und Ihre Reaktion in dieser Situation machen den Stress aus. In der Sprache des Computerzeitalters formuliert: Bei jedem Menschen läuft ein ganz spezielles eigenes Betriebssystem. Auch wenn der Arbeitsplatz oder die Beziehung wechseln, läuft in der Regel das Basisprogramm weiter - bei manchen Menschen bis zum Burnout.
Dabei wirken insbesondere innere Antreiber mit. Im Hintergrund laufen meist un(ter)bewusste Prägungen und Überzeugungen. In der frühen Kindheit werden wir für ein bestimmtes (meist braves und angepasstes) Verhalten belohnt. Immer wieder hören wir bestimmte Sätze und so entstehen Konditionierungen. Diese Programmierungen laufen in der Regel so lange bis wir uns bewusst dafür entscheiden, unser Verhalten zu verändern.
Die Formen der Selbstbeteiligung zu erkennen, ist Ziel der folgenden Kapiteln. Nur wenn Sie wirklich ehrlich zu sich selbst sind, werden Sie auch Neues über sich selbst erfahren. Dafür braucht es die Bereitschaft, sich auch mit unschönen Seiten der eigenen Persönlichkeit zu befassen. Manchmal fällt es schwer, selbsterschaffene Zwänge als solche zu erkennen und anderen Personen keine Schuld zuzuweisen.
Darüber hinaus können Sie wirksame Ansatzpunkte finden, um Ihre Muster der Selbstverausgabung zu durchbrechen. Diese Denk- und Verhaltensweisen wurden gelernt und sind somit veränderbar. Nur allzu oft beruhen sie auf Vorstellungen von Perfektionismus, Angst vor Fehlern oder dem Wunsch nach Anerkennung für Leistung.
Entscheidend dabei ist, sich selbst zu beobachten und auf sich selbst zu hören statt fertige Konzepte von anderen zu übernehmen. Der Ansatz des selbst-entdeckenden Lernens geht davon aus, dass Menschen selbst am besten wissen, was sie brauchen und was sie unterstützt. Auch wenn es zu Beginn für Sie noch nicht klar ist: Vertrauen Sie darauf, dass Sie mit den Instrumenten und Übungen herausfinden werden, was Sie antreibt und wie Sie zukünftig besser mit Herausforderungen umgehen.
Die Methoden beruhen auf dem Prinzip der Achtsamkeit. Mit Fragen und Übungen wird Ihre Aufmerksamkeit auf persönliche Wahrnehmungs- und Interpretationsmuster, auf eingeschliffenes Verhalten und dahinter liegende Glaubenssätze gelenkt. Aufmerksamkeit funktioniert wie ein Scheinwerfer: Im Licht des Beobachtens werden Dinge erst wirklich klar erkennbar. Denn oft laufen einfach Automatismen ab, ohne dass wir es merken. Man schätzt, dass ca. 90 bis 95 % unseres Denkens, Verhaltens und Reagierens unbewusst oder unterbewusst geschieht.
Ich lade Sie ein, sich auf die Fragen tatsächlich einzulassen und sich unerschrocken selbst zu erforschen. Es gibt ohnehin keine richtigen oder falschen Antworten. Manchmal braucht man jedoch Zeit, um von vorgefertigten Meinungen oder oberflächlichen Antworten zu ursächlichen Einstellungen vorzudringen. Wer im Stress ist, hat Schwierigkeiten auf sein Befinden zu achten und in Kontakt zu seinen Bedürfnissen zu bleiben. Wenn man unter Druck gerät, entwickelt man oft den berüchtigten „Tunnelblick“ - eine verengte Wahrnehmung.