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Die Beziehung des M. psoas zum lumbalen Anteil des M. multifidus
ОглавлениеIn Hinblick auf die Stabilisierung der Wirbelsäule ist der M. multifidus dem Psoas am ähnlichsten. Er ist auf der Rückseite der Lendenwirbelsäule lokalisiert und der medialste sowie der tiefste lumbale Muskel. Die tieferen Fasern des M. multifidus entspringen an der Rückseite der Wirbelsäule und setzen drei Ebenen unter ihrem Ursprung an. Die Fasern des unteren lumbalen Anteils des M. multifidus setzen am Becken, am Kreuzbein und am Iliosakralgelenk an.
Die tieferen Fasern des M. multifidus zeigen, sogar in Ruhe, ein geringes Aktivitätsniveau (tonische Aktivität) und sind daher stärker in die segmentale Kontrolle der Wirbel und in die Haltungsstabilität eingebunden (Richardson et al. 2004). Diese tieferen Muskelfasern zeigen antizipatorische Reaktionen auf die Ergebnisse des EMG, was bedeutet, dass sie sich bereits vor der tatsächlichen Bewegung kontrahieren, womit sie ähnliche Merkmale aufweisen wie andere tiefe Muskeln, etwa der M. transversus abdominis und die Beckenbodenmuskulatur (Richardson et al. 2004). Die oberflächlichen Muskelfasern neigen zu einem größeren extensorischen Drehmoment oder einer größeren Fähigkeit, die Lendenwirbelsäule zu strecken. Gemeinsam arbeiten beide Anteile des M. multifidus synergistisch mit dem M. psoas, um die Lendenwirbelsäule und die Iliosakralgelenke zu stabilisieren, womit sie übermäßige Scher- und Translationskräfte verhindern (Abb. unten).
Ähnlich weisen sowohl der M. multifidus als auch der M. psoas bei Personen mit Schmerzen im unteren Rücken und/oder einseitigem Ischias eine Verkleinerung des Querschnitts (Atrophie) auf (Barker et al. 2004, Dangaria und Naesh 1998). Spezifische Übungen, die auf den M. multifidus und den M. psoas abzielen, haben sich sowohl bei der Verbesserung der Größe dieser Muskeln als auch bei der Reduzierung der Schmerzen bei Patienten mit degenerativer Bandscheibenerkrankung als wirksam erwiesen (Seongho et al. 2014). Es wurde klinisch nachgewiesen, dass Übungs- und pädagogische Strategien, die die Aktivierung des DMS verbessern, die Funktion des M. psoas wie des M. multifidus und damit auch die Stabilität der Wirbelsäule verbessern (Osar 2015).
In Kapitel 3 werden Strategien gezeigt, wie M. psoas und M. multifidus gemeinsam besser aktiviert werden können.