Читать книгу Robust! - Gerald Moser - Страница 29

Gute Mitarbeiter – woher nehmen?

Оглавление

Wenn der Unternehmer in seiner akuten Überforderung im Hamsterrad hängt und verzweifelt versucht, nicht hinauszufliegen, dann kommen oft gut gemeinte Ratschläge wie etwa: »Na, dann delegier halt mehr!« Oder: »Dann musst du eben deine Mitarbeiter mehr einspannen!« An meiner Wortwahl können Sie schon erkennen, dass ich von solchen Zurufen wenig halte. Natürlich wissen Unternehmer, dass es Mitarbeiter braucht, an die Aufgaben, auch wichtige Aufgaben, delegiert werden können. Natürlich wissen Unternehmer, dass das Unternehmen stabiler wird, wenn es Mitarbeiter gibt, die ihre Arbeit gut, verlässlich und zügig erledigen. Viele kleine Unternehmen machen aber völlig andere Erfahrungen, und für viele Unternehmer sind Mitarbeiter eine echte Herausforderung.

Größere Unternehmen haben sich im Laufe der Zeit Strukturen aufgebaut, die mit einer höheren Anzahl an Mitarbeitern gut umgehen können. Unternehmen, die schnell wachsen, scheitern oft gerade am Thema Mitarbeiter. Kosten laufen aus dem Ruder, viele zeitgleich neu eingestellte Mitarbeiter machen es schwierig, die Qualitätsstandards hochzuhalten. Oft sind Kunden dann unzufrieden, es kommt zu Reklamationen, die Fluktuation steigt – und irgendwann explodiert das »System Unternehmen« komplett, weil es niemanden gibt, der professionell mit Mitarbeiterführung, dem Aufbau von Strukturen und Abläufen, Motivation und der Kontrolle der Mitarbeiter, Entlohnung etc. umgehen kann.

Gute Mitarbeiter zu finden ist schwierig! Das wird sich auch nach diversen Krisen nicht ändern. Gute Mitarbeiter am Markt zu finden wird heute, wie auch morgen, für ein kleineres Unternehmen eine knifflige Aufgabe bleiben. Selbst wenn es sie gibt, dann ist es auch für Profis, die sich hauptberuflich mit der Rekrutierung von Mitarbeitern beschäftigen, eine herausfordernde Aufgabe, die geeignetsten Leute für ein Unternehmen auszuwählen. Und selbst wenn es gelingt, eine hoch qualifizierte, passende Person zu finden und einzustellen, dann geht die Arbeit erst richtig los. War es schon schwierig genug, jemand Geeigneten zu finden, geht es jetzt darum, die neue Person möglichst gut in das Unternehmen einzuführen und einzuschulen. Es wird dabei nahezu immer unterschätzt, wie viel Zeit es braucht, bis ein neuer Mitarbeiter wirklich in der Lage ist, Entlastung zu bringen und produktiv zu arbeiten.

Selbst bei einfacheren oder klar abgesteckten Aufgaben erlebt so mancher Unternehmer unliebsame Überraschungen. Manchmal reicht es schon, wenn die oder der Neue den »Hausbrauch« nicht kennt. Bei komplizierteren Tätigkeiten dauert es oft Monate, bis jemand voll einsatzfähig ist. Da braucht es vom Unternehmer und auch den Kollegen viel Geduld und intensive Einschulungs‐ und Eingewöhnungsarbeit, bis das Werk »wie geschmiert läuft«. Das ist aber ein eigenes Thema, auf das wir in der Folge noch eingehen werden.

Robust!

Подняться наверх